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Teschen- Markt in Hoyerswerda vom 9. bis 11. 12. 2016

Der TDB war wieder beim Teschen- Markt in Hoyerswerda dabei (9. – 11.12.2016)

Urszula Katarzyna Reichsfürstin von Teschen lädt ein zu ihrem vorweihnachtlichen Markte

Es war mal wieder soweit, dass die Reichsfürstin von Teschen zum Besuche ihres vorweihnachtlichen Marktes rief, und der Dresdner Hofstaat, - natürlich angeführt von seiner königlich- kursächsischen Majestät August II., diesem Rufe folgte. Erste Kutschen fuhren bereits am Freitag in den Hof der bevorzugten Ausspanne, die den Pinguin im Wappen führt. Die Chaise von Cämmerer und Hofsängerin folgte am Samstagvormittag nach, da diese noch zum Bankett im Preußenlande weilten.

Die Reichsfürstin (Cornelia SCHNIPPA) eilte bereits am Freitage ihrem ehemaligen Gebieter und dessen Begleitung zu und führte die Hofgesellschaft zur Eröffnung des Weihnachtsmarktes, der ihren Namen trägt. Auf dem Marktplatze von Alt- Hoyerswerda eröffnete sie, mit Majestät, dem Schultheißen und per Stollenanschnitt, dann den >>Teschen- Markt<<. Nicht nur der hohe Besuch aus der Residenz war dem Ruf der Fürstin gefolgt, - auch die Bürger der Lehnsherrschaft der Teschen, waren zahlreich erschienen und sorgten für ein reges Markttreiben. Natürlich gaben die Handwerker, Garküchler, Ausschanke und Händler dem Markt Gepräge und sorgten dort für ein vorweihnachtliches reges Treiben.

Lecker Bratwurst, Schaschlik, Waffel, Flammkuchen, Bratfisch, Glühwein, Eierpunsch u. v. m. erfreuten die Geschmacksnerven der Besucher, - auch der adeligen im Gefolge des Kurfürsten. Der Naschereien überdrüssig zog es die Hofgesellschaft dann zum Schloss, wo man den Augen und Ohren reichliche musische Nahrung verschaffte. Da das Wetter (noch) mild war, verblieb man danach noch recht lange dort, wo Hoyerswerda weihnachtlich herausgeputzt war.

Lange auf den Beinen, stellten sich alsbald knurrende Mägen ein und S.K.M. August II. führte seine Gesellschaft in die Wirtschaft namens Pinguin. Hier wurde man auch gehobenen gastronomischen Ansprüchen gerecht. Gut versorgt und mit viel Heiterkeit umgeben, hielten es die nächtlichen Zecher bis nach Mitternacht aus, ehe die Bettzipfel der Pension riefen.

Nach opulentem Frühstück machte sich das späte Zubettgehen bemerkbar, denn als nun am Samstagvormittag auch die Kutsche des Grafenpaares zu Nau (R. u. B. SCHWABE) einfuhr, traf dieses die durchlauchte (oder geschlauchte[?]) Gesellschaft mehrheitlich beim vormittäglichen Schlummer an…

Aber bald folgten die erweckten Schläfer dem Beispiel der Neuankömmlinge und stiegen in ihre Roben. Gegen 14:00 Uhr waren alle Ausgehfein und strebten nun dem Weihnachtsmarkt zu. Das Wetter war angenehm, sogar mit gelegentlichen sonnigen Abschnitten, sodass es schon viele Hoyerswerdaer zu ihrem Teschen- Markt gelockt hatte.  

Erstes genaueres Hinsehen diente dazu, dass der Hofstaat die drei besten Marktstände herauszufinden hatte. Dabei waren heuer in besonderem Augenmerk die Eigenproduktion der angebotenen Waren und deren Präsentation in der Standauslage. Hier waren sich die Hofleute relativ schnell einig, haben sich aber einen endgültigen Entscheid auf den Sonntagnachmittag vorbehalten. 

Es fiel auf, dass die Siegerin des Vorjahres, die sorbische Weißstickerin Frau Carola GEPPERT an keinem Stand angetroffen werden konnte. Im Nachhinein erfuhren wir, dass die Repräsentantin dieses seltenen Handwerks vom Veranstalter kurzfristig ausgeladen wurde. Das empfand das Bewertungsteam schon etwas befremdlich, - zumal es in der Richtung keine weiteren Anbieter gab, - wohl aber viele gleichartige Händler von Weihnachtsartikeln…

Immer wenn der Dresdner Hofstaat (TDB) in Hoyerswerda ist, gehört zur Tradition ein Besuch der Tee- und Gewürzhandlung >>Kräuter- Meyer<<, wo wir auch heuer erwartet und herzlich begrüßt wurden. Die Chefin Frau Beate MÖLLER, die sich sehr über den hohen Besuch freute, kredenzte der Hofgesellschaft Apfelpunsch und unseren Damen eine leckere Fruchtbowle. So wie wir uns über diese immerdar gebotene nette Geste freuten, freute sich die Geschäftsinhaberin über die Ernennung zur Hoflieferantin in Sachen Tees, Kräutern und homöopathischen Heilmitteln. Das zeigte uns, dass der Cämmerer eine gute Idee hatte, die er da seinem königlichen Chef ans Herz gelegt hat.

Nach dieser Verschnaufpause und netter Begegnung zog es die Hofgesellschaft wieder auf den Markt, dem zwischenzeitlich noch sehr viel mehr Besucher die Ehre gegeben hatten. Die Geschäfte florierten und wir waren sehr oft Ansprechpartner um uns und unser Tun vorzustellen. Wir hingegen hätten gern jemand von der Marktleitung getroffen, aber das gelang uns am Sonnabend noch nicht. Dafür spürten wir die schon etwas von uns vermisste Reichsfürstin auf, die wir nun auf weiteren Runden um den Markt begleiteten. Traditionell ist auch unser Besuch im Filmpalast >>CineMotion<<, wo wir auch heuer ganz herzlich und mit perlendem Glasinhalt vom „Mister Kino“ Herrn Gerd SPRECHER begrüßt wurden.

Wir mussten weiter, denn unser Bühnenauftritt stand kurz bevor, aber die Einladung zum morgigen >>Tag der offenen (Kino-) Tür<< nahmen wir noch gern entgegen. Die Adelsschar unternahm noch einen Marktrundgang und dabei spürte diese, dass sie hier beim Teschen- Markt bei den Besuchern sehr willkommen ist. Das ist wohl auch der Grund, warum wir jedes Jahr wieder gern am 3. Advent zum Hoyerswerdaer Weihnachtsmarkt kommen.

Der Hofstaat stieg nun zur Bühne hinauf, freute sich über das heuer ausbleibende Geratter der Kindereisenbahn (für die sich ein anderer guter Platz auf dem Markt fand.) und wartete und wartete und wartete weiter auf das Eintreffen der Kutsche mit Majestät August dem Starken, der Reichsfürstin von Teschen und dem französischen Staatsgast Philipp I. Duc d´Orleans et Anjou…

Uns tröstete über unsere unfreiwillige Pause hinweg, dass das, eng gedrängt vor der Bühne sich versammelte, Publikum genau so geduldig ausharrte wie wir. Und dann traf die Kutsche ein und entließ ihre hohen Fahrgäste, die nun auf der Bühne von uns begrüßt und von den Besuchern mit Applaus bewillkommnet wurden. Nach kurzer Vorstellung der Adelsleute plauderte die Lehnsherrin mit ihren Bürgern über Stadt und Land ihrer Herrschaft und deren Entwicklung bis zu heutigen Tagen. Majestät August II., der als Landesherr gute Aufnahme bei den Hoyerswerdaern fand, richtete nun auch das Wort an seine Untertanen. Den Abschluss des kleinen Bühnenauftritts bildete ein gemeinsames Weihnachtsliedersingen von Hofsängerin, und der Reichsfürstin mit dem Publikum.

Inzwischen war es Nacht geworden, was die vielen Lichter noch schöner strahlen ließ, die uns auf unserem Weg in die Unterkunft bis fast zum >>Café Pinguin<< begleiteten. Hier beschlossen wir den Tag bei köstlichem Abendessen in der Gaststätte und dem anschließenden Klönen im Schwabeschen Quartier.

Gut ausgeschlafen begrüßten uns der Sonntagmorgen und eine wieder reichlich bestückte Frühstückstafel. Aber etwas, was wir am Vortag noch hatten, fehlte nun gänzlich, - ein annehmbar gutes Wetter! Es war regnerisch und der Wind blies teilweise sehr heftig. Da verkrochen wir uns schnell wieder in unseren „Pinguin- Iglus“ und betrieben Augenpflege. Nach einem köstlichen Kaffeetrinken mit Torte und Kaffeespezialitäten im „Pinguin“, standen wir doch pünktlich 14:00 Uhr mitten auf dem Teschen- Markt, wo sich auch noch ein paar unentwegte wetterfeste Hoyerswerdaer eingefunden hatten. Nun entdeckten wir auch jemanden vom Veranstalter und bald auch die Herrin über Stadt und Land Hoyerswerda.

Schon von uns vermisst, begegneten wir gar noch dem alten Herrn in roter Montur und falschem weißen Bart. Der Kämmerer fand sich treffender (Scherz). Der Besuch im Bürgerhaus war im Vorjahr ergiebiger, - zumindest mit dem, was sich die Vereine damals dort präsentierten.

Wir hielten uns nicht lange auf, verfolgten eine Weile das Bühnenprogramm (Jugendfarm, Einradfahrer) und steuerten dem Kino (An der Mühle 2) entgegen. Gewohnt herzlich war die Begrüßung durch den Kinoboss Herrn SPRECHER, der uns zu seinem „Tag der offenen Tür“, aus Anlass des 25jährigen Bestehens des Kinos als moderner Filmpalast, einlud, recht neugierig zu sein. Wir begleiteten den Hausherrn vor zahlreiches Kinopublikum. Wo er Freikarten und andere Präsente verloste und sich seinerseits von der Hofsängerin ein Lied schenken ließ. Ein Abschiedslied nach den vielen 7Tage- Wochen im Dienste des Kinos und seiner Konsumenten? Wir glauben nicht, dass der Abschied des 62jährigen ins Rentnerleben endgültig ist, dazu ist er viel zu sehr mit Herz und Seele mit „seinem“ Kino verbunden. Aber zu gönnen ist ihm eine ruhigere Gangart schon. Wir wünschen Herrn SPRECHER alles Gute.

Nun galt es auf dem Markt endgültig die Preisträger der drei besten Stände zu ermitteln. Wir fanden den Taschenmacher aus Böhmen, die Hofladen- Bäuerin aus Neschwitz und den Keramiker aus Pulsnitz würdig für Platz drei bis eins. Wir schnappten uns die drei Preisträger und bugsierten sie auf die Bühne, wo wir die Preisgeschenke des Veranstalters und die dazugehörigen Urkunden der Reichsfürstin (gefertigt vom TDB) an die Preisträger übergaben. Alle drei prämierten waren gerührt und fühlten sich zutiefst geehrt. Die Preisverteilung war unsere letzte „Amtshandlung“ des 2016er Teschen- Marktes.

Im >>Café Pinguin<< wartete man schon auf uns und der Herd war bereits angeheizt. Bis auf unseren Herzog von Orleans (Rudolf FRITZSCHE), der durch seine Erkältung ziemlich gebeutelt wurde, blieben alle unsere Teilnehmer aus TDB / AKB noch eine Nacht länger und so hatten wir noch einen sehr vergnüglichen Abend. Rudi vermeldete seine gute Heimkunft, die sich recht anstrengend erwies: Ab Hoyerswerda ging es mit dem Zug bis Ruhland, wo es per Bus nach Falkenberg/Elster ging. Dort wurde in einen anderen Bus umgestiegen und nach Torgau kutschiert, wo er mit der Eisenbahn weiter bis Leipzig gefahren ist. Zusammen war er so 5 Stunden unterwegs. Auf der Hinfahrt nach HY war es ebenso. Wie sagte Rudi: “Wenn man für eine Sache brennt, dann nimmt man so etwas auf sich!“

Da kann ich nur DANKE sagen, was auch für Annerose und Siegmar JENTZSCH, Elke METZNER, Silke BRUX, Werner POHLE, Veneta LORENZ, Christine BARTEL, Wolfgang PETZOLDT und meine Chauffeurin Regina SCHWABE, HEFFT's, SCHUBERT's und TENNERT's gilt, die mitgeholfen haben, dass wir unseren Vertrag mit dem Veranstalter des Teschen- Marktes gut erfüllt haben und ein schönes erinnerungswertes Wochenende verleben konnten.

Am Montagvormittag wurde, nach wiederum opulentem Frühstück, angespannt und gen Heimat kutschiert.

Also dann, fürstliche Durchlaucht, bis zu Eurem Teschen- Markt im J. d. H. anno 2017 hier in Hoy - Woy. Text und Fotos: Bernd Schwabe (eingestellt am 14.12.2016)        



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