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Abflanieren in den Herbst am 19.11.2016

Herbstliches Abflanieren des TDB mit Gästen:

Hoffnachrichten aus der Hoffcantzeley zumb Dresden

        anno des 19ten Tages des Novembrii i.J.d.H. 2016

Es sei hiermitten kundgetan, dassen der Dresdener Hoffstaat sich zu oben genennet Termine zusammengefunden, - umb im Gefolge S.K.M., dem König in Pohlen und Churfürsten von Sachsen August II., durch die schönsten Plätze der sächsischen Residenza zu flanieren.

Kleyn war das Aufgebott, wassen sich zumb dem Schankhause „Zum dem alten Schießhause“ dorten eingefunden hat. Der Zahl Zwölf haben sich Unserem durchlauchtigsten Landes Herrn S.K.M. August, hochedle Herrschaften des Hoffes zumb Rundgange angeschlossen.

Zunächstens zeygte sich das Wetter mit dem unbeständigen Charme eynes eynigermaßen erträglichen Herbsttages, so wie Wir es im Novembre zu erwarthen haben.

Entlang der rückwärthigen Seyte des Herzogin Anna Garten, führte Uns der Weg vorbey an eyner Bebauung, die Unserem hochdurchlauchtigsten Landesherrn fast das Augenwasser tränen gelassen. So die ehrbare Adelsgesellschafft das Terrain passierte und der dorten angeschlagenen Mietpreise gewärtig wurde, schmerzten auch ihr die Augen…

Während gelegentlich die Sonne durchs dicke graue Gewölck lugte, erreichte die Gesellschafft das Kronenthor, wo sie sich durch Neuankömmlinge etwas auffüllte.

Der Weg durch den Zwingergarten gestalltete sich langwierig, da der Hoffstaat bey seynem Defilee von eyner großen Zahl von Bittstellern, deren Wunsch eyn Lichtgemälde war, immer und immer wieder aufgehalten wurde. Dadurch riss die Flaniergesellschafft mehremalen auf, und besonders von den zahlreichen Moskowitern aus dem Zarenreiche wurde sie umringt und arg bedränget…

An der Treppe zumb der Churfürstlichen Galerien sammelte sich der Hoffstaat umb den fiehlen lichtmalernden Pinselschwingern Gelegenheith zumb ihrem Tun zu geben. Da nun aber erste zaghaffte Tröpfchen Himmelwassers hernieder gingen, verzog sich die Adelsgesellschafft schnellstens unter den schützenden Torbogen, der Semperoper und alte Rüstkammer verbindet.

Von hier ging der (vorauseilende) Blick zum Königlich- Kurfürstlichen Opernhause und dem Reiterstandbild des ehrwürdigen Königs Johann. Unser leibhaftiger Churfürst und Pohlenkönig bekundete dorten seynen Willen, den weiteren Flaniergang über die Brühlsche Terrasse zu nehmen. Doch dazu kam es nicht, da sich die Himmelsschleusen nun so starck geöffnet hatten, dassen es vonnöten, sich eyn schützend Dach zu suchen. Also steuerte Majestät schnellen Schrittes dem Residenzschlosse zu, wo der überdachte Schlosshoff genügend Schutz gegen die Wetterunbilden bot.

Man wollte dort solange verweylen, bis sich die Regenwolcken verzogen hätten. Aber Sankt Petrus, der allgewaltige Gott über Wetter und Unwetter hatte keyn Einsehen und schickte seynen nassen Gruß in ungehemmter Menge über Unsere Residenza Dresden hernieder.

Unserem hochdurchlauchtigsten Fürsten platzte hier wohl der feuchte Kragen und so blies er zumb Heimwege…

Eynige wetterfestere Adelsdamen haben dann diesen Heimweg dahingegen ausgedehnt, dass sie sich noch eyne Weile den Belagerungen der Dresdenbesucher stellten. Andere Höflinge strebten eylenden Schrittes der guten Küche des „Schießhauses“ zu.

So war der Flaniergang, - dieses Abflanieren 2016, - zeytlich etwas kurz geraden, aber es hat stattgefunden, weshalben Wir, namens Unserer Majestät, allen Unentwegten Unseren Dank kundgeben wollen.

Uns selbig waren die Gefährte in der Remise ausgegangen, sodassen Wir diesem herbstlichen Luftschnappen ferne bleiben mussten. Nächstens wird aber die gräfliche Kutsche wieder zumb gemeynschafftlichen Tun rollen.

Gegeben und gesiegelt zumb der Residenza Dresden durch den Directheur der Hoffcantzeley Bernhard Heribert Graf zu Nau (Cantzeley- Schreiber: Bernd Schwabe), nach Informationen der Maria Magdalena Freifrau von Friesen (Petra Treppte) (eingestellt am 20.11.2016)           

Der Directheur der Hofcantzeley und Scriptencammer hofft, ein paar Lichtgemälde für oben stehende Hofmitteilung auftreiben zu können. Haben Sie etwas Geduld./B.S.Nachgereichte Fotos: Renate Al Atrash



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