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16. Barockfest auf Schloss Friedenstein in Gotha,26.-27.08.16

Alle Jahre wieder – Adel über Gothas Dächern

Als Dresdner Hofstaat beim Barockfest auf Friedenstein in Gotha dabei

Auch wenn sich die Feste zunehmend ähneln, - wir vom TDB/AKB waren auch heuer beim 16. Barockfest dabei und wir hatten unseren Spaß dabei.

Wir waren gegen Freitagmittag, den 26. August in Gotha und bezogen dort unsere altbewährte Pension. (Renate AL ATRASH, Regina u. Bernd SCHWABE, Werner POHLE, Christine BARTEL und Wolfgang PETZOLDT)  Vier TDBer (Kathrin und Thomas HEFFT, Heidrun u. Günther TENNERT) zog es in höhere Sphären und daher residierten sie hinterm Berge im Zelt. Wir versorgten uns zunächst mit entsprechenden Spaßmachern und Naschzeug für unsere traditionell eingeplante spätabendliche Pyjamaparty. Schnell war die Abendzeit heran und es hieß in die Roben zu steigen. Wollten wir doch, wie die Jahre zuvor, die Eröffnung des Festes am Rathaus nicht verpassen. In gemütlicher, dem heißen Wetter angepasster, Gangart ging es Richtung Rathausplatz. Als wir herannahende Musik wahrnahmen, verdoppelten wir unsere Schrittzahl. So konnten wir den Zug der Adelsgesellschaft eintreffen sehen und wieder viele alte Bekannte und Freunde begrüßen. Wir warteten auch auf die herzogliche Staatskarosse und das Eintreffen des Herzogpaares. Nach dessen kurzen Worten erwarteten wir die Eröffnungs- und Begrüßungsrede des Stadtoberhauptes, aber der war leider nicht momentan. Dabei hatten wir uns auf seine, mit viel hintersinnigem Humor gewürzte, Rede so sehr gefreut. Der OB ist jedes Jahr der besondere Magnet, der uns Freitagabend zum Rathaus zieht.

Nun, dann mussten wir uns selbst viel Vergnügen verschaffen. Während der Adelszug der Orangerie zustrebte, taten wir dies, indem wir zum „Kleinen Italiener VALENTINO, - der uns in den zurückliegenden Jahren sehr zum Freund wurde und unseren Besuch freudig begrüßte. Alle unsere TBD/AKBer, die beim Sechszehnten dabei waren, nahmen an der reservierten Tafel Platz. Selbst der Silberpage Brühl erhielt vom Kurfürsten den entsprechenden Wink, Platz nehmen zu dürfen. So tafelten wir nun ganz fürstlich.

Der Abend wurde in fröhlicher Runde, - nun inzwischen verstärkt durch unsere Gotha- Neulinge Annerose u. Siegmar JENTZSCH, mit unserer Pyjamarunde in der FW der Pension fortgesetzt. Es wurde viel gelacht, geschnattert, getrunken und rumgenascht… Dabei wurde es tiefste Nacht und die Schlafenszeit recht verkürzt.

Nach ausgiebigem Frühstück starteten wir zum Friedenstein, denn Dieter ROSENTRETERS Kanone hatte uns schon signalisiert, dass das Barockfest eröffnet und in vollem Gange war. Dennoch gönnten wir uns einen Zwischenstopp und kehrten im Modecafé unseres „Moosi“ Franxk BÖRNER ein und genossen dort die von seinem Partner Lothar hergestellte köstliche Eierlikörtorte. Wirklich ein Genuss, -  ein weiter zu empfehlender. Nicht minder war der Spaß, den „Moosi“ mit seinen Witzen erzielte. Der Mann war unerschöpflich. Aber ein weiterer Kanonenschuss sagte uns, dass es Zeit zum Weitergehen war. Im Areal vor dem Schlosstor begrüßten wir unsere Freunde Dieter und Steffi (letztere diesmal zivil und statt mit Ladestock mit Schnellmalerapparatur bewaffnet.)

Im Schlosshof angekommen, schafften wir es gerade noch zur Begrüßung durch das Herzogspaar. Unser Kurfürst und König erspähte dort seinen Sohn Moritz Graf von Sachsen, der sich wohl Urlaub vom Job eines Maréchal géneral des camps et armées genommen hatte, nur um auf dem Friedenstein mit feiern zu können. Artig begrüßte der erfolgreiche Kriegsheld seinen königlich- kurfürstlich Herrn Vater und dieser zupfte des Sohnes Gewand zurecht. (Übrigens wurde Maurice de Saxe von Roland SUHR blendend echt dargestellt).

Viele weitere Bekannte und Freunde waren zu begrüßen. Major PÖSCHEL salutierte vor dem Sachsenfürst wie es sich gehört und die reizende Tochter unserer oberlausitzer Freundin Elke tat es mit einem ebensolchen Knicks. Einen Atemzug lang hatten wir auch die Buchwaldsche (Sandra GERLACH) im Blick und in Herzlichkeit Thomas MAUERSBERGER den französische Duc, der sich immer so über ein Zusammentreffen mit UNS Dresdnern freut. Auch eine, in der Szene sehr bekannte und beliebte Koryphäe in Sachen Historische Perücken, die ehrenwerte Madame von Donnersmark Renate SCHULMISTRAT, zog uns mit ihrem Perückenstand an und weckte Begehrlichkeiten. Der alte Kämmerer traf auf seine Orangerie- Bekanntschaft von 2014 und schenkte dieser seine Huld und einen Handkuss. Wie bei manch anderem Barocktreffen bewunderten wir das Ehepaar, welches wohl am authentischsten in der Szene auftritt (Siehe Foto zu diesem Bericht) und daher viele Blicke auf sich zieht. Zum Freund wurde uns auch der durchlauchtigste Gouverneur der Residenz Dessau Marquis de Chalisac (Hartmut PANNIER) und Gemahlin.

Es war uns eine Freude, zu spüren, dass wir doch in der Szene viel Sympathie genießen. Das äußerte sich in unseren Gesprächen und manch netter Geste. Stellvertretend nennen wir hier Herzog Eugen mit Gemahlin (Lothar und Kristina EISFELD) und unsere Ansbacher, die uns ihr Wohlwollen spüren ließen und daher unbedingt rechtzeitig die Einladung zum 6. TDB- Lustlager von uns erwarten… Darüber freuen wir uns schon.

Nach diesen vielen Zusammentreffen im Schlosshof, zog es uns ins Biwak, wo wir UNSERE Biwakiere zu treffen hofften. Pech gehabt, denn offenbar hatte man die Flucht vom schattenlosen Zeltplatz unter die Schatten spendenden Schlossarkaden angetreten. Wir freuten uns aber, hier unsere Freunde vom Dwars- Clan, unsere Weißenfelser, den Militärzimmermann aus Erfurt und neue Bekanntschaften getroffen zu haben. Vom Kurfürsten beauftragt, nach seinem Sohne Friedrich August Graf von Rogowski (Michael HELM) Ausschau zu halten, blieb dies erfolglos…

Zurück im Schlosshof, blieb uns nichts anderes übrig, als im Schatten der Fressbuden- Schirme vor der sengenden Sonnenhitze Zuflucht zu nehmen. Der Durscht war groß und der Getränkeverbrauch auch. Uns fehlte Majestät und die sächsischen Hofschranzen beauftragten den Kämmerer zur Suche nach unserem Landesherrn. Dieser fand August II. in der neuen Museumsausstellung und wart von diesem „genötigt“, sich die Schau anzusehen. „Scheen“ hatte dieser nach dem Museumsrundgang einzuschätzen. Nun gesellte sich Majestät zu uns und sprach kühlem Trunke zu. Dies sehr in Maßen, - im Gegensatz wohl zu Hochwürden (Bischof ? Helmut ROßMANN), der bei der Begrüßung der sächsischen Hofschranzen schon etwas Schieflage hatte, - nicht nur mit seiner Perücke.

Nach Inanspruchnahme der einen oder anderen Programmpunkte (es gab ja auch einige neue), begab sich der größte Teil der Hofgesellschaft in die Unterstadt, wo es so verlockernd nach Küche a la Italiano roch. Unser Tisch war von Valentino schon reserviert und wir kannten keine Grenzen in der Schlemmerei. Nebenbei bemerkt, der Kämmerer hat den Feldmarschall Rogowski die ganze Zeit nicht zu Gesicht bekommen… 

Nacht war, als wir in unserer Pension zurück waren, aber das Gartenhaus lud noch geraume Zeit zum Schwätzchen und philosophieren ein… Der Sonntagmorgen weckte uns schon früh mit seinen sengenden Strahlen und nach wiederum opulentem Frühstück hieß es Koffer packen und (in Hoffnung) gen kühlerer Heimat zu fliehen.

Die SCHWABE- Chaise mit zugeladenen Boses nahm diesen Weg nicht direkt, sondern über Arnstadt und dessen Kühle in den dortigen Museen. „Mon Plaisier“ die Puppensammlung der Gräfin Auguste Dorothee von Schwarzburg begeisterte ebenso, wie die Bach- Ausstellung. Wir verbummelten uns etwas, - und nach kleiner Stadtbesichtigung und Besuch der Bach- Kirche war kaum noch Zeit für ein Mittagessen Thüringer Küche. Dann ging es im rollenden Grill gen Dresden und doorhehme unter die kühle Dusche. Text und Fotos©:Bernd Schwabe (eingestellt am 29.08.2016) 



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