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Besuch im Sommerlager der Pfadfinder aus Schleswig- Holstein am 2.08.2016

Bunte Wimpel im Sommerwind – wehen wo fröhliche Pfadfinder sind

Wir besuchen unsere Pfadfinderfreunde in ihrem Sommerlager im Röderhof in Ebersbach OT Rödern am Dienstag, den 02. August 2016

Da durften wir also Gastgeber für unsere jungen Pfadfinderfreunde aus dem Holsteinischen sein und ihnen am schönen letzten Samstag des 2016er Julis unsere schöne Heimatstadt zeigen.

Gern nahmen wir die Einladung zu einem Gegenbesuch in deren Sommerlager im Röderhof (dem ehemaligen Jugendwerkhof zu DDR- Zeiten) in Rödern im Landkreis Meißen an. Am Dienstag den 02. August waren die Lagertore für Besucher weit geöffnet. Nicht nur für uns, auch aus Rödern und der Umgebung wurden Gäste bei ihrem „Tag der offenen Zelte“ erwartet.

Da waren wir also, pünktlich 15:00 Uhr in mitten der schwarzen Jurtenstadt, unter der Fahne mit der Lutherrose, und wurden vom Leiter des Pfadfinderlagers, dem Diakon Oliver HARDER in großer Herzlichkeit begrüßt und willkommen geheißen. Auch die Röderner Ortsrats- Bürgermeisterin Frau Margot FEHRMANN war schon zu Besuch und wurde uns vom Lagerleiter vorgestellt. Wir waren eingeladen, das Lager zu besichtigen und unsere Fragen an die jungen Leute zu stellen. Das taten wir dann auch in aller Ausgiebigkeit. Wir, dass waren Elke METZNER, Annerose und Siegmar JENTZSCH, Regina und Bernd SCHWABE und etwas später auch Heidrun und Günther TENNERT.

Es war augenscheinlich und herzerwärmend, mit wie viel Entgegenkommen, Herzlichkeit, Wissen und Elan man sich unserer angenommen hat. Wir erfuhren viel über die Pfadfinder, die wir in den 40 Jahren DDR nicht kannten. Wir mokierten uns nicht über die roten Halstücher der erwachsenen Helfer, - ganz im Gegenteil zum Journalisten der SZ, der seinen Bericht „Um Himmels willen – Rote Halstücher“ titelte und dabei wohl vergaß, dass eventuell sein Vater, älterer Bruder oder gar er selbst das rote Tuch der Thälmann- Pioniere trug. Der Rezensent jedenfalls erinnert sich gern an das damalige Pionierleben und konnte etliche Parallelen zu dem der Pfadfinder entdecken. Andersfarbige Halstücher weisen auf die Stellung und Aufgaben der Träger hin. Die evangelischen Pfadfinder aus Schleswig- Holstein tragen diese mintgrünen Hemden, - ihre Pedanten in Sachsen tragen diese in blau. Gern erklärte man uns auch die verschiedenartigen Aufnäher auf den Hemden ihrer Kluft.  

Der britische General Sir Robert Baden- Powell war Taufpate des weltweit ersten Pfadfinderlagers, welches er 1907 organisierte. Die damals eingeführte Uniform wurde als Pfadfinderkluft bezeichnet. Wir stellten fest, dass sich deren Träger (zwischen 8 und 27 Jahren) sehr wohl darin fühlen. Wie reizend war doch dies kleine Sonnenscheinchen, dass sich uns vorstellte und nicht ohne Stolz bemerkte: „Ich bin erst Sieben und die jüngste Finderin“. Mit 2,08 Metern Körperlänge war der siebzehnjährige Arne OEHME wohl der Größte und nicht zu übersehen. Und wer wollte glauben, dass er (damals etliche Zentimeter kürzer) schon 2008 hier im Sächsischen beim Sommerlager (als Wölfling)  dabei war?

Freundlich wurden wir in die einzelnen Zelte gebeten, die uns stark an die Jurten „unseres“ Hunnenkönigs Attila erinnerten. Da wurden Lieder mit Gitarrenbegleitung gesungen, gelacht, gebastelt und sich ausgetauscht und auch am Feuer ein bisschen gekokelt…

Draußen ging es lebhafter zu. Wir kamen gerade zur rechten Zeit, um die wackeren Mannen Roobin Hodds gegen die Söldlinge des Lord- Sheriffs von Nottingham vorgehen zu sehen. Der Lagerplatz hatte sich in den Sherwood Forest verwandelt und bot genügend Platz für eine ordentliche Tracht Prügel für die finsteren Gesellen des schurkischen Sheriffs… Es ging dabei ganz schön zur Sache und manches, von den Holzschwertern, Dolchen und Lanzen verursachte Aua, war zu vernehmen. Das diesjährige Pfadfinder- Sommerlager stand unter dem Motto „Roobin Hood“ und auf der kleinen Bühne würde „Roobin Hood – unter Zöllnern und Räubern“ zu sehen sein.

Wir hatten viele nette Begegnungen, die unsere überaus positiven Eindrücke noch vertieften. Wir mussten auch herzlich lachen. Die wenigsten unserer Flanierbegleiter vom Samstag haben uns nun in Zivil, nach nur drei Tagen, nicht wieder erkannt! 

Dann irgendwann wurde es offiziell und der Lagerleiter Herr Oliver HARDER begrüßte die Bürgermeisterin Frau FEHRMANN und die Vertreter vom Landkreis, die Einwohner der Gastgebergemeinde und der näheren und ferneren Umgebung, - und auch den TDB vergaß der Diakon nicht zu erwähnen. Gern erinnert sich Herr HARDER an seine Studienzeit von 1996 - 2001 in Moritzburg und voller Stolz bekannte er: „Ich bin ein Moritzburger Diakon“. Und wir mögen ihn als solchen und als sehr netten Zeitgenossen.

Gern folgten die Besucher der Einladung zum Kuchenbuffet. Leckerer Kuchen wartete auf das Verspachteln, was auch schnell und gründlich geschah. Seit 3:30 Uhr in der Früh waren fleißige Verpflegungs- Pfadfinder beim Kuchenbacken und deren Ergebnis konnte sich schmecken lassen. Man kann sich nur wundern und Anerkennung zollen, wie diese Selbstversorgung im Lager funktioniert.

Es gab noch so einige Programmpunkte wie z. B. der Abendgottesdienst, eine Kindstaufe u.v.m., aber alles muss einmal vorbei sein, auch wenn es sehr schön ist und man sich nur ungern trennt.

Es hat uns wirklich wieder sehr gut bei den Pfadfindern gefallen, - den Pfad in unsere Herzen haben sie schon im Jahre 2008 gefunden. Wir würden uns sehr freuen, wenn deren Pfade, Wege und Straßen bald mal wieder in unser schönes Sachsenland führen würden.

Gottbefohlen und auf ein Wiedersehen, Eure Freunde vom Traditionsverein Dresdner Barock.   Text und Fotos: Bernd Schwabe (eingestellt am 09.08.2016)

 



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