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Mit ev. Pfadfindern aus Holstein am 30.07.16 durch Dresden

Vom Unterlauf der Elbe hinauf bis Dresden  - holsteinische evangelische Pfadfinder

Die Evangelischen Pfadfinder aus Schleswig- Holstein sind zurück

„Wir würden uns freuen, wenn eines Tages wieder einmal die Wimpel mit der Lutherrose über einem Sommerlager im Sächsischen flattern würden“.

Diesen Wunsch äußerten wir im Sommer 2008, als bei uns im Sachsenland, nahe Radeberg, ein Lager der evangelischen Pfadfinder aus Holstein seine Zelte aufgerichtet hatte und wir dabei sein durften. Nun hat sich dieser unser Wunsch erfüllt und wir konnten einen halben Tag lang Gastgeber sein und den jungen Besuchern unsere schöne Heimatstadt Dresden zeigen.

Wie aber kamen denn die jungen Leute auf uns? Nun, ganz einfach, der Diakon der Erlöserkirche zu Henstedt hatte in Moritzburg studiert und bei einem Urlaub zeigte er seiner Familie den Ort seines damaligen Studienaufenthaltes. Dabei kam er auch nach „Bad Sonnenland“ und erlebte unser Lustlager. Das begeisterte ihn so, dass er beschloss, eines der nächsten Pfadfinderlager soll in Sachsen sein. Das kam dann auch so, - im (ehem.) Landkreis Kamenz, nahe der Bierstadt Radeberg, schlugen 750 norddeutsche Pfadfinder ihre Zelte auf. Wir besuchten sie dort und zeigten ihnen unsere Stadt. Natürlich wurde auch hier in der Galerie darüber berichtet (Nachlesen dort möglich) und wie uns der Motor des Ganzen, der Diakon Oliver HARDER sagte, begeistert ihn das dort niedergeschriebene, so dass er öfters Gast auf diesen Seiten ist. Dabei bemerkte er auch die positive Entwicklung unseres Vereins und es keimte in ihm der Wunsch, wieder einmal mit seinen Pfadfindern in das Mutterland der Reformation, nach Sachsen, zu kommen und uns dabei als Barockdarsteller zu treffen. Ein kurzer Anruf beim TDB- Vorsitzenden und wir waren dabei.

Nach einer Kirchentour mit Übernachtung der Pfandfinder in diesen Gotteshäusern, entstand im Röderhof in Rödern bei Radeburg das diesjährige Sommerlager der Schleswig- Holsteinischen Pfadfinder. Cirka 40 schwarze Zelte sind nun für die nächsten Tage das schützende Dach über den Köpfen der Nordlichter. Stolz wehen über der Zeltstadt die Wimpel mit den Lutherrosen.

Am 30. Juli hieß es für die jungen Leute frühzeitig ihr Nachtlager zu verlassen. Denn in der Dresdner Neustadt (dem Altendresden August des Starken) warteten Majestät und sein Hofstaat am Standbild des Souveräns, - dem Goldenen Reiter (1736 aufgestellt) auf die Gäste von der Nordsee. Als die Hofgesellschaft schon etwas unruhig werden wollte, tauchten dann die ersten Grünhemden auf und wir begrüßten den rührigen Diakon und Ober- Pfadfinder Herrn Oliver HARDER in gewohnt sächsischer Herzlichkeit, die auch für die Schar der Pfadfinder galt. Nun, - 750 brachte der Diakon nicht mit, - diesmal beehrten 250 Pfadfinder das schöne Sachsenland, wovon die Größeren lieber ihre eigenen Wege durch Dresden gehen wollten.

In mehrere Gruppen aufgeteilt und von TDB- Vertretern, sowie Werner POHLE (Kurfürst) und Wolfgang PETZOLDT (Stadtmajor) geführt, ging es nun über die Elbe, dorthin, wo unsere Heimatstadt am schönsten ist. Erstes Staunen über den Fluss, dem man nicht abnehmen wollte, dass es die Elbe ist. Die Wölflinge (die Jüngsten) kannten sie von Hamburg her und daher das Nichterkennen dieses Elbchens. Dafür war (und dies nicht nur in der Gruppe des Cämmerers) großen Interesse an den am Kai anliegenden Radschaufeldsampfern.

Am Schlossplatz war von den anderen Gruppen nichts mehr zu sehen. Wir erstiegen die Treppe zur Brühlschen Terrasse mit ihren Figurengruppen der Tageszeiten. Hier gab es noch einen weiteren längeren Blick auf die Elbe und ihre Schiffe. Am Hasenberg musste ein Gruppenfoto sein. Nun ging es noch zur Denkmalsstele Johann Friedrich Böttgers und zum Geländer mit dem legendären Daumenabdruck August des Starken, welches erst 12 Jahre nach des Kurfürsten Tod angebracht wurde. Nach dem Verlassen des Hasenberges hatte ich das Gefühl, dass meine Glaubwürdigkeit sehr stark gelitten hatte…

Nächstes Ziel war der Neumarkt und alle freuten sich auf den Besuch der Frauenkirche. Da aber das Jahr 2016 seit langem wieder ein Rekordjahr in Eheschließungen ist (im Juli bereits 180 mehr als im Vorjahr) musste natürlich in der Steinernen Glocke eine Hochzeit sein. Daher leider kein Blick in Dresdens Wahrzeichen. Der Cämmerer dachte über einen Ausgleich nach: „Wer kommt mit zum Dom?“ Die ganze Gruppe jubelte und der olle Cämmerer erinnerte sich nun, dass in Hamburg und Umgebung der Dom das ist, was man bei uns Rummel oder Vogelwiese nennt. Seine Klarstellung wurde nicht unbedingt sehr begeistert aufgenommen. Aber, und das gilt für den ganzen Rundgang, meine Pfadfinden fingen sich schnell und disziplinierten sich selbst. Es gab keine Situation, wo man hätte schimpfen müssen. Ja, so war das auch 2008 mit den 750 Pfadfindern. In der Katholischen Hofkirche, dem Dom eben, hörten alle mucksmäuschenstill den Klängen des Orgelspieles zu.

Über den Theaterplatz ging es zum Zwingergarten. Der olle Cämmerer wunderte sich, dass er von den anderen Gruppen keine Seele mehr in der Ferne sah geschweige denn traf. (?)  Ein Gang in das Nymphenbad musste noch sein. Hier trafen wir auf angenehme Kühle und der Cämmerer bemerkte nun wohl, dass sein Gefolge nun doch recht fußlahm war, - fast so wie er selbst, mit seinem aufgeschnittenen Fuß.

Ein Anruf beim Geenisch machte darauf aufmerksam, dass die Führungszeit schon um eine Stunde überschritten war. Werner war schon wieder in seinem heimischen Bannewitz und in Zivil- Kledage. Letzter Weg über den Wall zur Semperoper, wo sich im Schatten der alten Bäume alle Pfadfinder- und Pfadfinderinnen streckten und wohl froh waren, dass nun der Verursacher ihrer qualmenden Füße wieder dem anderen Elbufer zueilte. Hier erfuhr er (bei einem Eisbecher) von den anderen Barockführern das, was er offenbar überhört hatte, - nämlich, dass für die Stadtführung eine Stunde eingeplant war… Oh, wie wacker haben meine Pfadfinder durchgehalten und der Cämmerer freute sich über die persönlichen Dankesworte der kleinen Begleiterin mit den hübschen schwarzen Zöpfen. Offenbar haben wir den Pfad zu den Herzen unserer kleinen holsteinischen Gäste gefunden.  Gern gehen wir mal wieder mit Pfadfindern auf Pfadsuche durch unser schönes Dresden.

Also dann bis Dienstag, wenn wir Euch in Eurem Pfadfinderlager besuchen werden.

Ich danke unseren Mitgliedern Regina SCHWABE, Heidrun TENNERT, Silvia WEISE, sowie Werner POHLE und Wolfgang PETZOLDT für ihre Führungen und Annerose und Siegmar JENTZSCH, sowie Günther TENNERT für die Verstärkung.

Nachsatz: Es gibt unzählige Events, an die wir uns sehr gern erinnern. Aber ein Moment ist dabei, wo es uns noch in der Erinnerung kalt über den Rücken läuft. Es war der Abschluss unserer Führungen 2008 für die 750 holsteinischen Gemeindepfadfinder, als sie uns (die wir auf der Empore waren) in der Kreuzkirche, nach den Worten unseres Kurfürsten (Tilo MEIßNER) und dem Gesang der Hofsängerin (Regina SCHWABE) zujubelten. Solche erhebenden Momente vergisst man Zeit seines Lebens nicht. Text und Fotos: Bernd Schwabe (eingestellt am 01. August 2016) 



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