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Irrgartenfest beim Barocken Gartentag Altjeßnitz am 09.07.2016

Irrgarten, Adelsleute aus Nah und Fern, Kuchen nach Hausfrauenart, Florale Kunstwerke, Barocktanz, Magie, verlorene Socke, Herzlichkeit, ein Wiesel namens Gudrun, Operettenmelodien, IR 21 von Hülsen, Superwetter und rundum ein tolles Event:

Barocker  Gartentag im Gutspark von Altjeßnitz am 09. Juli 2016

Es bedarf der Worte vieler nicht, um zu erklären, warum wir Dresdner Barockfreunde uns schon lange Zeit vorher darauf freuen, nach dem anhaltinischen Altjeßnitz reisen zu können, um dort das Irrgartenfest des Hans Adam Freiherrn von Ende erleben zu können. Es ist ganz einfach zu erklären. So ein mit viel Liebe vorbereitetes und dann durchgeführtes Fest, dass offiziell  >>Barocker Gartentag<< titelt, kann man nicht alle Tage und nicht überall erleben. Daher strömen auch von Jahr zu Jahr mehr Adelsleute als Darsteller in die 400 Seelengemeinde zwischen Bitterfeld und Dessau, sodass sich die überaus rührige Ortsbürgermeisterin, - die Schultheißin des Festes, - Gudrun DIETSCH, wohl manchmal die bange Frage stellen wird, ob man sich nicht doch bald daran übernimmt? Bisher haben die Altjeßnitzer alles im Griff gehabt und wir Mitwirkenden aus Dresden möchten unserer Freundin Gudrun, ihrem Jürgen und allen fleißigen „Mittätern“ aus dem >>Förderverein Irrgarten Altjeßnitz<< attestieren, dass dieses 2016er- Irrgartenfest das bisher schönste, gelungenste und am längsten nachhallende Gemeindefest war, was wir miterleben durften. Trotz und gerade wegen der diesmal eingeführten Neuerungen.

Unser Beitrag sollte das Dankeschön an die Altjeßnitzer sein, - und neben unserer Darstellung des Dresdner Hofstaates, war dass das Tanzprogramm unseres >>Barock- und Tanztheaters<<, welches, so uns aus berufenem Munde bestätigt, sehr Publikumswirksam dargeboten wurde. Und die das feststellten, sind die Meister und als Barocktanzgruppe >>les danseurs de Sans. Souci<< stellten sie das mit ihrem Programm unter beweis. Leider hatte sich eine ihrer Akteurinnen den Mittelfuß gebrochen, sodass die Darbietung einige Kürzungen bzw. Auslassungen hatte, die aber von den verbliebenen fünf Akteuren glatt überspielt wurden. Ein wirklich toller Programmpunkt des Irrgartenfestes.

Es gab auch eine zeitnähere moderne Tanzeinlage, wo schon die Akteurinnen sehr ansehenswert waren. Ein Magier (Eberhard BAUR) verzauberte das Publikum und uns. Falknerei tat das ihrige. Wir, die „Gastgeber“ Freiherr von Ende und Gemahlin (Regina und Bernd SCHWABE), sowie die hochadeligen Gäste der Festtafel um August dem Starken (Werner POHLE), dem Duc de `Orleans (Rudolf FRITZSCHE), der Zarewna von Russland (Nadin SCHUBERT) und der Reichsgräfin von Cosel (Veneta LORENZ), - um nur einige zu nennen, - genossen die rührige Bedienung, den edlen Türkentrunk und den wunderbar mundenden Kuchen der Altjeßnitzer Hausfrauen… Den Adelsleuten, die im Park ihre prächtige Tafel hatten, wird es nicht minder gut gegangen sein.  

Alle Adelsleute schlossen sich dem Freiherrenpaar von Ende an und pilgerten durch den Gutspark mit seinem herrlichen alten Baumbestand, um zur Erinnerungsstele derer von Ende zu gelangen und dem (einst aus Sachsen eingewanderten) altehrwürdigen Adelsgeschlecht zu gedenken. Hörte die Gesellschaft aus der Bühnennähe Trommeln und Pfeifen, so erinnerte uns das 21 IR von Hülsen, der Preußischen Armee an ihr Hiersein und lockte uns zu den lehrreichen Erläuterungen ihres Majors Heinz BEHRENDS. Andere lockte das Klassikkonzert im Natursteinkirchlein.

Überall in Hör- und Sehnähe des Gartenfestes waren im Park dekorative Blumenarrangements platziert, die davon zeugen, dass deren Erschafferin Annett eine wahre Blumenkünstlerin ist!

Unser Ausharren wurde am Abend mit einem Programm des >>Mitteldeutschen Salonorchesters<< (Ltg.: Matthias ERBEN) belohnt. „Zwischen Prater und Alex“ präsentierte uns einen bunten Strauß Melodien aus der Zeit der K & K- Monarchie, mit einem Schuss Berliner Luft. Dabei erfreute uns mit der Sängerin eine weitere Annett (A. BOOSE). Gudrun DIETSCH fand einen Walzerpartner und, - da half kein Zieren und Gezeter, - auch der Gastgebende, der Freiherr , wurde von seiner Holden gewalzt… Es soll da ein Märchen geben, wo Nacht für Nacht Schuhe zertanzt wurden. So schlimm war es beim ollen von Ende nicht, aber eine Socke ist offenbar durch Walzertakt verqualmt. Jedenfalls hat des Freiherrn intensivstes Suchen in der späten Nacht und am (sehr) frühen Morgen keinen Erfolg gezeitigt.

Ein Teil unserer Dresdner Adelsgesellschaft nächtigte in der gastfreundlichen Gemeinde Altjeßnitz in Pension, bei Familie DIETSCH oder, wie das Freiherrenpaar und die ehrenwerte Gräfin von Königsmarck mit ihrem Gesellschafter Grafen von Weißenberg (Silvia und Frank WEISE), im „Schneewittchen- Schlafsaal“ im Gemeindeamt. In unmittelbarer Nachbarschaft hatte die Truppe um Mike SPRENGER ihr warmes Nest, was diese (wie wir das unsere) erst sehr sehr spät in der Nacht aufsuchten.

Im >>Café am Schlosspark<< erwartete uns am Sonntagmorgen ein wunderbares, - fast hochherrschaftliches, Frühstück, in dem auch leckere, selbst gemachte Marmeladen „Made in Dietsch“ enthalten waren,-  wofür wir uns ganz herzlich bedanken möchten. Dank allen Altjeßnitzer Beteiligten für das schöne Fest und die liebwerte Betreuung. Wir haben uns wieder sehr wohl bei Euch gefühlt.

Wie der Lehnsherr von Gemeinde und Gut Altjeßnitz, der ehrenwerte Hans Adam Freiherr von Ende, verlauten ließ, wird er auch nächstes Jahr, - dann, wegen der Hocherntezeit, mehr zur Mitte des Juli zu, zum Fest des >>Barocken Gartentages<< einladen. Er erwartet dann auch wieder die sächsische Majestät Friedrich August I. mit seinem Gefolge (und viele andere, ihm und dem Irrgartenfest zugetane, Gäste.) Ich denke, dass wird sich einrichten lassen, - wo wir uns doch jetzt schon darauf freuen.

Diesen freudigen Hopser, den Text und die Fotos machte Bernd Schwabe, der nun am (von) ENDE ist, aber noch erwähnen möchte, dass so manches Foto zu diesem Bericht von Bernd SCHUBERT geschossen wurde. (eingestellt am 11. 07. 2016)  

 



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