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Barocktag auf der Landesgartenschau Bayreuth und 11. Leopoldsfest in Dessau

Räucherforelle in Pottenstein, Historische Altstadt Rothenburg ob d. Tauber, Blumen und Barock in Bayreuth – Leopold und sein Fest in Dessau- Rosslau – ein vergnügliches Wochenende vom Freitag, den 01. 07. bis Sonntag, den 03.07. 2016 zu dem sich der TDB aufgeteilt hat.

                                     

Nicht immer ist es uns vom TDB möglich alle anliegenden und uns interessierenden Events zu besuchen. Dann heißt es, sich zu teilen, um an verschiedenen Orten Präsenz zu zeigen. Am ersten Juli- Wochenende war das mal wieder so. Ein Teil unserer Mitglieder besuchte das Leopoldsfest in Dessau, wo bereits Freitag deren Anreise war. Die Abläufe dort sind schon mehrmals auf dieser Website ausführlich beschrieben wurden. Unsere Vereinsfreunde Kathrin und Thomas HEFFT, sowie Heidrun und Günther TENNERT waren wie die Jahre davor wieder mit ihren großen und prächtig eingerichteten Zelten angereist. Im eigentlichen Feldlager sollen unübersehbar weniger Zelte als wie in den Vorjahren aufgeschlagen wurden sein. Auch der Festumzug am Sonntag soll, was die Teilnehmerzahl anbetrifft, etwas geschwächelt haben. Bewährt wie immer spielte der Musikzug aus Eisleben auf, - diesmal nicht unter der Stabführung von Maik DONNER. Die Seydlitzer Kürassiere nahmen wieder hoch zu Ross am Leopoldsfest teil und alle Dresdner Teilnehmer hatten für das Festgeschehen nur positive Kritiken. Besonders hervorgehoben haben sie das Tanzprogramm der Potsdamer Gruppe >>les danseurs de San. Souci<< mit Mike SPRENGER in der Kulturkirche. Schön, dass der Veranstalter sich wieder dieser Könnertruppe erinnert hat. Was wäre das Leopoldsfest ohne Leopold, der sich wieder sehr lautstark bemerkbar und Respekt verschafft hat und was wäre es ohne unseren kleenen Prinzen Rudi, der der Noblesse schon ganz groß zugetan ist? Auch ein Ausflug zum Schloss Mosigkau stand auf dem Programm und begeisterte die Teilnehmer. Was aber besonders begeisterte, - dies immer hier und in jenen Biwaks, wo der zivile Adel gelitten ist, - waren die Zusammentreffen mit alten Freunden und das kennen lernen neuer. Unseren neuen Freunden Annerose und Siegmar JENTZSCH, die als Grafenpaar von Watzdorf erstmals dabei waren, hat es ebenfalls sehr gut beim Leopoldsfest gefallen. Wir alle hoffen, dass sich dann ein neuer geeigneter und annehmbarer Platz für das Leopoldsfest- Biwak findet, wenn die Stadt Dessau unbedingt ihre „Grüne Lunge“, - den Stadtpark, mit Beton und Glas des neuen Bauhaus- Museums zubauen muss. Dann sind wir als TDB sicher wieder mit voller Mannschaft mit von der Partie.

Heuer waren wir es nicht, da wir gern, - auch von Neugier und Interesse getrieben, mit einem Teil unserer Mitglieder am Barocktreffen auf der Bayrischen Landesgartenschau im fränkischen Bayreuth teilnehmen wollten. Gern hatten wir die Einladung Fränkischer und Thüringischer Barockfreunde angenommen und wir, Renate AL ATRASH, Rudolf FRITZSCHE sowie Regina und Bernd SCHWABE reisten bereits Freitag, den 01. Juli im Frankenland an. Wir wählten eine Unterkunft nahe Bayreuth in Donndorf, in nahester Nachbarschaft zum Schloss Fantaisie, dem Deutschen Gartenkunst Museum. Natürlich statteten wir dieser Perle barocker Architektur einen Besuch ab.

Ebenso wichtig war uns aber auch ein Abstecher in die nahe gelegene Fränkische Schweiz, von wo aus Pottenstein, nahe der Teufelshöhle, uns schon auf halber Strecke der köstliche Duft frisch geräucherter Wiesenttal – Forellen entgegen schlug. Keine Reise in den Freistaat Bayern ohne einen Abstecher ins Fränkische, - wegen Forelle, Höhlenbesuch, Sommerrodelbahn Streitberger Bitter, Basilika Gößweinstein. Letztere  besuchten wir, nachdem uns die letzte Gräte geärschert und uns ein wolkenbruchartiger Regenschauer von der Fischräucherei vertrieben hatte.  Das katholische Gotteshaus ist in seiner Pracht immer einen Besuch wert. Diesmal erhielten wir Einlass, da gerade keine Messe darin abgehalten wurde. Da Renate und Rudi die Fränkische Schweiz noch nicht kannten, lenkte Regina unsere Chaise zu den schönsten und sehenswertesten Plätzen dieser kleinen Schwester unseres Elbsandsteingebirges…

Am späten Nachmittag besuchten wir dann den Park, der Schloss Fantaisie in Eckersdorf umgibt und waren begeistert. Bei der Gelegenheit trafen wir zwei Dresdner Barockdarsteller und die Chefin der Barocktag- Organisation. Sie bestätigte uns, dass das Barocktreffen erst am Sonntag sein würde und, dass wir damit eigentlich einen Tag zu früh angereist waren. Vertan war diese Zeit aber nicht, denn Oberfranken hat viel Interessantes zu bieten. Die im Haus unseres Quartiers befindliche Pizzeria gehört wohl nicht dazu, ihre Speisen waren aber gut und stimmten uns auf einen stimmungsvollen Balkonabend über der Italienerküche ein. Wir hatten unseren Spaß und den Beschluss, am nächsten Tag geht es die 188 km nach Rothenburg ob der Tauber. Gegen 9:45 Uhr ging es dann nach ausgiebigem Frühstück auf die Chaussee…

Das Wetter war noch schön und Sonnenstrahlen begleiteten uns durch die herrliche Natur Oberfrankens. Es ist dies wohl ein Storchenland, denn so viele fliegende und horstende Langschnabel- Hebammen haben wir anderenorts noch nie gesehen. 13 Tiere auf kleinstem Areal beieinander sieht man ja wohl als Städter kaum sehr oft. Mit dem Einfahren in die ehraltwürdigen Gemäuer dieser sehenswerten historischen Stadt, zogen dort auch dicke dunkle Regenwolken ein. Zunächst ließen sie uns noch in Ruhe und wir konnten uns an den vielen Sehenswürdigkeiten, - auch mehreren Storchennestern auf historischen Gebäuden, satt sehen.

Unsere Fahrerin hatte schon in Bayreuth und Umgebung ein Pfützel auf der Zunge und hatte nun endlich im Gasthof „Zum Greifen“ ihren Schäufele- Braten auf dem Teller. Der während dieser Zeit einsetzende Regen kannte kein Pardon und schüttete sich am Markt auch über die Blasmusiker eines amerikanischen Jugendensembles aus. Trotzdem gefielen die jungen Musikanten und das Publikum hielt gut eineinhalb Stunden in der Nässe aus. Wir flohen etwas eher in die Weihnachtswelten der Käthe WOHLFAHRT und hörten uns schon mal hinein in die „Stille Nacht, heilige Nacht…“. Doch es nützte alles nichts, der Tag war vorangeschritten, wir mussten zu unserer Chaise und die stand auch im Regen. Bis Donndorf waren wir dann wieder so einigermaßen trocken. Zwischendurch erreichte uns die Nachricht, dass unser König und Kurfürst (Werner POHLE) unser gemeinsames Quartier erreicht hatte. Unserer Empfehlung folgend, besah er sich auch das Wiesenttal und war danach ebenso abgekämpft wie wir. Danach führte, nach kurzem Frischmachen, unser Weg zum Griechen… Irgendwas war los, denn nach 18:00 Uhr war kaum noch ein Mensch auf der Strasse… Gut gespeist ging es zurück ins Quartier, wo wir noch etwas auf dem Balkon zusammen saßen. Als wir dann in den Federn waren, warteten wir auf die ungebremsten Freudenausbrüche aus der unter uns eingemieteten italienischen Gaststätte, - aber alles blieb ruhig, betreten ruhig. Als wir Sonntagmorgen den Frühstücksraum betraten, begrüßte man uns mit: „Deutschland ist weiter, - per 11Meter“. Na das war doch mal eine gute Nachricht für die wunde deutsche „Wir schaffen das“ - Seele…!

Mit etwas Eile hieß es nun in die Roben steigen. Zunächst führte uns der Weg zum Fotoshoting ins Schloss Fantaisie und dann gen Bayrischer Landesgartenschau in Bayreuth. Den rechten (für uns gebührenfreien) Parkplatz haben wir zwar nicht gefunden, aber schon, auf dem dann von uns angenommenen Parkplatz, Barockdarsteller aus Dresden, die noch neu in der Szene sind. Auch unsere Freundin Silke BRUX stieß zu uns. Im Gefolge unseres Kurfürsten steuerten wir nun die Blütenoase der Gartenschau an. Hier erwartete uns schon der Hofstaat des fränkischen Fürstentums Bayreuth, angeführt vom Markgrafen Friedrich III. von Brandenburg- Bayreuth (10.05.1711 –  26.02.1763) und seiner Gemahlin Friederike Sophie Wilhelmine (03.07.1709 – 14.10.1758), der Lieblingsschwester Friedrich des Großen, der auch anwesend war. Nach Begrüßung der fürstlichen Majestäten gratulierte unser Landesherr August der Starke der Marktgräfin zum Geburtstag, was ihm seine Gefolgsleute nachtaten. Immerhin war August II. als König in Polen und Kurfürst von Sachsen beim so genannten Dreikönigstreffen, neben Friedrich I. von Preußen und Friedrich IV. von Dänemark und Norwegen, einer der drei Taufzeugen (12.07.1709) der kleinen Prinzessin. Der fränkische Friedrich III. führte uns nun auf blumengesäumten und von Besucherapplaus begleiteten Wegen zum Picknickplatz. Der lag leider recht abseits, sodass sich kaum ein Besucher nach dort verirrte. Das Picknick wollen wir nicht weiter bewerten, zumal der Sachsenhofstaat voll gefressen genug war und daher auf die Schlepperei des Mitgebrachten verzichten wollte. Eine beachtliche Anzahl von Adelsleuten traf sich an der Zeltplane, allerdings auch (zu)viele herausgeputzte Lakaien, die man an fehlender Perücke leicht erkennen konnte. Prächtig anzusehen war die Markgräfin Wilhelmine in ihrer von Gott gegebenen Schönheit und ihrer edlen Robe. Wie verständlich, dass es Friedrich des Großen Lieblingsschwester war.

Auf der Seebühne rief als erster Programmpunkt ein ökumenischer Gottesdienst, der das hochadelige Sitzfleisch arg forderte. Danach flanierte man in Gruppen oder einzeln durchs Gartenschaugelände und konnte viel Schönes entdecken. Wir folgten unserer Majestät. Da wir die Vorstellung des Vereins „Thüringer Barock“ nicht verpassen wollten, zog es uns nach einem Imbiss zurück zur Bühne. Hier waren die zänkischen Läster- Schwestern mit ihrem weiblichen Widerpart schon voll im Einsatz. Mit dem Erscheinen des Herzogs und eines gewissen sächsischen Korporals (Frank SCHOBER) konnte das zänkische Weibsvolk etwas gebändigt werden. Der Herzog empfing nun einen hochedlen Gast aus dem Orient, - ein Stammesfürst aus Syrien. Diesem gefielen die barocken Tänze der deutschen Hofdamen wohl, aber etwas mehr Feuer wollte er seinen Landsleuten unterstellen. „Nun so lasset Eure Mannen ihren Tanz darbringen“, forderte der Herzog und sah fremdländisches Feuer… Auch dem Publikum gefiel diese lange dauernde Tanzeinlage sehr, - Händegeklapper bestätigte das.

Auf dem Rasen des Ausstellungsgeländes formierten sich adelige Tänzer zu einer Probe und uns vom Dresdner Hofstaat zog es zu unseren Kutschen für den Weg gen Heimat. Unsere Majestät eilte uns nach, er sehnte sich nach etwas mehr Unterhaltung oder Ruhe (?), - auf jeden Fall zog es sie noch nicht heimwärts zur Sachsenresidenz, denn er hatte noch eine Nacht im fränkischen Bett gebucht. Wir Heimwegler sorgten noch für ein Schauspiel besonderer Art, - gottlob ohne Zuschauer, als wir uns in Hochfranken, mitten einer Landstrassenkreuzung, vom Adel des 18. Jh. in normales Volk des 21. Jahrhunderts verwandelten.  

Der größere Teil unseres Heimweges gestaltete sich, - zumindest für die Fahrerin, wenig angenehm, da es mit ungeheurer Wucht und Masse regnete und das bis weit nach Chemnitz. Da hieß es teilweise im Schritttempo zu fahren, den es gab gehöriges Aquaplaning. Doch wir schafften es ohne Unbill bis Dresden, wo wir unseren Rudi, der sich beachtlich gut als Frankentourist und Herzog von Orleans geschlagen hat, in den Zug nach Leipzig verfrachteten. Für Renate war es nun auch nur noch ein kurzer Weg. Wir hatten im Garten kaum unsere edle Adelskledage im Trocknen verstaut, als uns die Wetterwand eingeholt hatte und unseren Garten zum Schwamm machte.

Wenn uns auch nicht alles begeistern konnte, - zuförderst das überaus wechselhafte und unwägbare Wetter, hatten wir doch alle ein schönes und erinnerungswertes Wochenende, - egal ob in Dessau oder dem Frankenland verlebt!!! Ich danke allen unseren Teilnehmern, dass sie unseren Verein,   an beiden Orten, wiederum nach besten Kräften repräsentiert haben. Text und Fotos: Bernd Schwabe (eingestellt am 06.07.2016) 

 

Ein Kurzbericht zum Besuch einer Delegation des TDB in Dessau- Roßlau beim 11. Leopoldsfest

Das 11. Leopoldsfest hat vor der Tür gestanden und ganz ohne die Sachsen sollte der alte Dessauer seinen 340. Geburtstag nicht feiern. Daher hieß es, der TDB muss wieder dabei sein, auch wenn ein Teil unserer Mitglieder diesmal eine noch weitere Reise unternommen haben (siehe vorstehenden Bericht)

Gegen 8.30Uhr am Freitag fuhren wir , Tennerts und Jentzschens mit unserem Barockzelt im Hänger los. Heffts aus Hirschfelde schon 2 Stunden früher.

Nur die Magdeburger und wir waren diesmalals Hofische mit ihren Zelten in Dessau.

Um so größer war die Freude der Dessauer Freunde und wir wurden gebeten,  
zur Eröffnung (wie in den Vorjahren auch) mit auf der Bühne zu stehen. Schließlich drehte auch der MDR Sachsen-Anhalt für das Fest, - und kurz sind unsere Männer auch im Fernsehen zu sehen.

Nach dem guten Abendbrot der Dessauer saßen wir in froher Runde vor unseren Zelten und freuten uns über zahlreiche Gäste

Das Barockfeuerwerk war wieder eine Augenweide. Am nächsten Tag nahmen
wir am Ausflug mit Hofrat Richter und der Anna Wilhelmine ins Schloss
Mosigkau teil.
Die Tanzaufführung von "Les amis de la danse baroque" wurde von uns besucht und statt zur gemeinsamen Kaffeetafel ging es diesmal zum Sektempfang in die Marienkirche.
Anschließend verzauberten uns "les danseurs de Sans. Souci" unsere Freunde aus Potsdam mit einem sehr gelungenen neuen Programm mit viel meisterlichem Tanz, Schauspiel und Erklärungen.
Die Serenade wurde dank Fußballeuropameisterschaft vorverlegt. Gut das
wir unsere Zelte hatten - der Abend im Zelt war gemütlich und warm und
pünklich zum Elfmeterschießen waren wir in der Hotel Lobby.
Der Sonntag begann mit dem Feldgottesdienst und diesmal mit einem evangelischen Pfarrer und natürlich gaben die Eichsfelder den musikalischen Rahmen.
Mit der Nummer 14 nahmen wir am Umzug teil - den dankbar klatschenden Dessauern zur Freude.

Nach dem Abschiedsapell ging es ans Einpacken.
Viel zu schnell war die schöne Zeit vorbei. Wir fahren im nächsten Jahr
wieder zum alten Dessauer und sind gespannt wo das Biwack dann aufgebaut
wird, den der Stadtpark wird ab Montag die Baustelle fürs neue Bauhausmuseum.

Text und Fotos Nr. 86 - 89: Heidrun Tennert





 

        

 



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