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Tagesausflug zum Delitzscher Schlossfest am 22. 05. 2016

>>Vive la plaisir<<

Schlossfest in Delitzsch – Gemeinsamer Tagesausflug am 22. Mai

Nach dem, was uns vom vorjährigen Schlossfest berichtet wurde und was einige unserer Freunde selbst erleben konnten, waren unsere  Erwartungen groß. Als es uns gelungen war unsere Motorchaisen glücklich in der Stadtmitte zu parken. Pünktlich 11:00 Uhr trafen wir mit weiteren TDB- Freunden und solchen aus dem AKB zusammen. Es gab auch ein Wiedersehen mit den ehemaligen TDBern Peter und Volker.

Vom TDB begrüßten wir unsere neuen Mitstreiter Annerose und Siegmar JENTZSCH (künftig wohl in der Rolle des Grafenpaares von Watzdorf), die uns mit ihrer Enkelin die Prinzessin Mathilda präsentierten. Auch unser Rudi FRITZSCHE, der den Herzog Philipp I. von Orleans und Anjou darstellt, nutzte den gewissermaßen Heimvorteil ab Leipzig und war beim Schlossfest auf kurzem Wege, als Staatsgast des Kurfürsten und als TDB- Mitglied dabei. Die Gräfin von Kolowrat- Krakowsky, dargestellt von Silke BRUX, machte sich im Kurfürstengefolge bemerkbar, - war sie doch in steter männlicher Begleitung (Rico)… Im Gefolge des Dresdner Hofstaates war auch die hochwohllöbliche Baronin von Zetau (Renate Al ATRASH) zu finden. Nur unsere ehrenwerte Gräfin Aurora von Königsmarck (Silvia WEISE) fehlte samt ihrem Gesellschafter dem Grafen von Weißenberg zu Ossig (Frank WEISE), da diese am Vortage ihren Wohnsitz vom Dresdner Stadtschloss für immerwährend auf ihren Landsitz Ossig verlegt haben, - mit kulinarischer Unterstützung durch das Grafenpaar zu Nau versteht sich!

Nun, da wir mit 20 Personen als Dresdner Hofstaat vollzählig in Delitzsch eingetroffen waren, schlossen wir uns unserem Kurfürsten Friedrich August (Werner POHLE) und seiner Madame zur Linken, der Reichsgräfin von Cosel (Veneta LORENZ) an und flanierten durch den Schlosspark. Auch an einer Vorstellung der Pikateure der Historiengruppe Alte Schweden nahmen wir als interessierte Zuschauer teil. Hier wurden wir auch der Hausherrin Herzogin Henriette Charlotte von Sachsen- Merseburg ansichtig. Eine offizielle Vorstellung erfolgte nicht, obwohl doch ein Zeremonienmeister anwesend gewesen sein soll. Nun, das wenig beachtete Barock hatte Mühe den Rahmen, den Dreißigjähriger Krieg, Renaissance und Mittelaltermusik geschaffen hatten, zu durchdringen. Irgendwie kamen wir Barockleute uns etwas überflüssig oder gar fehl am Platze vor. Wir denken, dass dann, wenn der barocke Part mehr ausgebaut würde, das Barockschlossfest besser zu Geltung käme. Und unsere Majestät sollte vom ortsansässigen Adel mehr Beachtung und eine Referenz wert sein.

Was allerdings alle Mitwirkenden etwas träge machte, waren die hochsommerlichen Temperaturen jenseits der 30°C. Da war das Schatten spendende Dach des Feldahorns (Acer campestre – 2015 Baum des Jahres) sehr zu loben, auch wenn dessen welkende Blütenteile zielsicher ihren Weg in unsere Fassbrause oder in das lauwarme Hopfengetränk nahmen. Das Programm der kleinen KiGa- Künstler sorgte für angenehme Unterhaltung und nahm den Weg in unsere Herzen. Im Schloss konnte man bei einer Führung etwas über das ehrwürdige Gemäuer und die Geschichte des Ortes erfahren.

Wir halten es zumeist so, dass, wenn zu danken ist, dieser Dank der Kehle unserer Hofsängerin entspringt. Das geschah auch im Anschluss an die Barocktanzvorführung und ihr Lied wurde „sehr charmant“ mit: „Das müssen wir uns nicht anhören…“ quittiert und man ließ die „Sächsische Nachtigall“ mit hängenden Flügeln stehen. Schade eigentlich, dass so ein Anlass wie das Schlossfest nicht dazu führen kann, dass sich die Gruppen näher kommen. Wir hätten es gern gesehen. Mit dieser Erwartungshaltung sind wir gekommen, zumal vom Delitzscher Schlossverein noch nie unserer Einladung zu unseren Dresdner Lustlagern (in Moritzburg) entsprochen wurde. Dankbar nahmen wir hingegen die Einladung unter das Dach des Schlosses an und langten bei Kaffee und Kuchen zu. Diese gastfreundliche Geste wurde von allen unseren Teilnehmern sehr gelobt und freudig in Anspruch genommen.

Wir haben uns vorgenommen, zu späterem Zeitpunkt nochmals dem Schloss, Park und Ort Delitzsch, mit etwas mehr Zeit und Muse, einen Besuch abzustatten, denn wir merkten wohl, dass sich hier noch einige sehenswerte Dinge verstecken, die im Trubel und der Zeitknappheit des Schlossfestes nicht ganz zu entdecken waren. Gern würden wir in näheren Kontakt zu den Freunden des Schlossvereins treten, denn wir denken, dass gemeinsam viel mehr zu erreichen ist. Das Schloss annektieren werden wir nicht, dazu haben wir in unserem Dresden selber „viel zu viele“ barocke Orte, denen wir unsere Aufmerksamkeit widmen…

Wenn wir den Sonntagnachmittag Revue passieren lassen, sei gesagt, dass die Zeit für uns nicht vertan war und wir uns wünschen, dass beim nächsten Schlossfest das durchaus barocke Motto >>Vive la plaisir<< mehr zur Geltung kommt. Gern wollen wir dann unseren Teil dazu beitragen. Text und Fotos: Bernd Schwabe (eingestellt am 25.05.2016)

 



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