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Zum 346. Geburtstag August II. in die Gruft der Hofkirche am 12.05.2016

Aus Tradition in die Unterwelt Dresdens

Besuch der Fürstengruft in der Dresdner Kathedrale, anlässlich des 346. Geburtstages unseres Kurfürsten Friedrich August, - genannt August der Starke, am 12.05.2016

Wenn die Pflege von Traditionen als schön und fruchtbringend empfunden wird, so sollte es für uns als Darsteller barocker Tradition selbstverständlich sein, diese weiterhin zu pflegen und mit Leben zu erfüllen. Dabei setzen wir das fort, was unser unvergessener Freund, das TDB- Ehrenmitglied und Darsteller des Starken August, Tilo MEIßNER schon in den 1990er Jahren begründet hat, - unseren Geburtstagsbesuch beim Kurfürsten. Heuer jährte sich dieser Geburtstag zum 346ten male. Alle TDB- und AKB- Mitstreiter wurden aufgerufen dabei zu sein. Wohl wissend, dass einige unserer Mitstreiter beruflich verhindert waren, konnten erfreulicherweise 15 Geburtstagsbesucher gezählt werden.

Wir wollen annehmen, dass dieser gute Besuch nicht nur der Tatsache geschuldet war, dass sich das Fernsehen angesagt hatte. Nicht nur das mdr- Regionalfernsehen war meiner Einladung gefolgt und drehte dann einen aussagekräftigen Beitrag für den Sachsenspiegel, - auch ein junges Aufnahmeteam in Sachen kultureller Bildung wollte uns auf die Linse bannen.

Alle (fast alle) waren pünktlich am vereinbarten Treff und so folgten wir dem Herrn des Kirchenamtes hinunter in die Fürstengruft. Hier wurden die Kameraleute erstmals aktiv und unserer Oberst Bose (Wolfgang PETZOLDT) legte Blumen an der Herzkapsel August des Starken nieder. Der Majestät Leib ruht in Krakau, aber sein Herz und seine Seele haben wunschgemäß ihren Platz dort gefunden, wo es auch zu seinen Lebzeiten bevorzugt geschlagen hat und wo ihm bis heute Ehre und Zuneigung gezollt wird. Das ist wohl in Krakow nicht so. Die Polen empfanden unseren August immer als Fremden, ungeachtet dessen, was dieser an immensen finanziellen Mitteln in sein („sein“) Königreich gesteckt hat. Die dortigen Magnaten nahmen gern und in vollen Zügen, aber herrschen wollten sie August II. in ihrem Lande nicht so recht lassen. Für den Sachsen war die Polenkrone stets eine Dornenkrone.

Wir jedoch zollen UNSEREM August unseren Respekt und  die Hofsängerin (Regina SCHWABE), „mit dem schönen Namen Regina Baronessa de Moretti“, - O- Ton Fernsehmoderator, - brachte ihm ein Lied dar.

Auch August (Werner POHLE) selbst brachte einen Diskurs und erklärte (den Fernsehzuschauern) wie das so ist mit seinem Herzklopfen, wenn eine schöne Jungfer an seiner Silberkapsel vorbeikomme… Es klang in des Kurfürsten Stimme Bedauern mit, dass diese Gattung Weiblichkeit in Dresden offenbar immer rarer wird…

Nach dem wir alle unserem Landesherrn unsere stille Referenz erwiesen hatten, strömten wir zurück in das Kirchenschiff der Kathedrale, die ehemals, seit der Regierung Friedrich August III. bis 1918 Hofkirche war. Wir nennen das Gotteshaus auch heute noch so.

Hier nun traten beide Kamerateams verstärkt in Aktion. Einige unserer Mitglieder des Dresdner Hofstaates hatten Gelegenheit, sich den Zuschauern des abendlichen Sachsenspiegels näher (in der Person ihrer Darstellung) vorzustellen. Das Lampenfieber war wohl so groß, dass vergessen wurde, - so wie zu damaliger Zeit üblich, - sich in der Dritten Person vorzustellen. Tröstlich, dass das wohl von den Fernsehzuschauern kaum wahrgenommen wurde.

Der Hofsängerin wurde Gelegenheit gegeben, unseren >Traditionsverein Dresdner Barock< und den AKB in seinem Tun und seinen Zielen näher vorzustellen. Erwartungsgemäß wurden diese Informationen dann auf wenige Sekunden Sendezeit zusammengekürzt, - dennoch konnte dargestellt werden, was wir mit unserem Auftreten wollen und was dann in der Sendung erschien.

Nachdem viel Speicherplatz in der modernen mdr- Kamera belegt war, eilte das Fernsehteam DUHLIG zum Funkhaus um das aufgenommene Material für den geplanten Beitrag im Sachsenspiegel aufzubereiten…

Wir, die Darsteller des Dresdner Hofstaates, eilten nun dem Zwingergarten entgegen, da dieser mit uns den Rahmen weiterer Filmaufnahmen bilden sollte. Der Kameramann erwartete uns schon ungeduldig am Zoologischen Pavillon. Durch die Aufnahmetätigkeit der Fernsehleute war dessen Zeitplan etwas sehr arg ramponiert wurden, und durch unsere nunmehrige Eile konnte nicht jeder Wunsch der Zwingerbesucher nach einem Foto entsprochen werden… Es erwies sich als schwierig, uns ohne dazwischen laufende Zivilisten in Szene zu setzen. Aber letztendlich war die Geduld des Aufnahmeteams und auch die unsrige  stärker. Kurz hier das Anliegen der Filmer von Schnittblumen TV.: „Wir produzieren gerade einen Film über die "Literaturepoche
Barock". Dies wird ein Film, der Schülern und Schülerinnen das Thema näher
bringen soll. Wir machen den Film für das FWU aus München. Eine gemeinnützige GmbH die den Film dann deutschlandweit Lehrern zur Verfügung stellt. Im Film gibt es auch einen Teil über das höfische Leben/ Architektur und die Kirche im Barock. Dazu benötigen wir ein paar Aufnahmen, wie Sie in historischer Robe durch die Hofkirche und auch gern, wenn Sie
die Zeit haben, durch die historische Kulisse des Zwingers flanieren.

Mit Dank für unser Mitwirken verabschiedeten sich die Jungfilmer von >Schnittblumen- TV< von uns und stellten in Aussicht, dass wir nach Fertigstellung ihres Films, diesen zu sehen bekommen würden. Damit die Dresden- Besucher ein paar originelle Fotos mehr mit nach Hause nehmen konnten, stellten wir uns nun noch deren Linsen.

Abschluss dieses ereignisreichen Nachmittages sollte nun der traditionelle Besuch am Grabe unseres Tilo sein. Götzendienst, wie fahnenflüchtige ehemalige TDBer einzuschätzen wussten und worin wir sehen, dass das UNVERGESSEN in mancher Beileidsbekundung nicht nur eine leere Worthülse bleiben darf. Leider löste sich unsere Gesellschaft sehr schnell in alle Winde auf, - war wohl doch das Zugpferd, - das Fernsehen. Andere Vereinsfreunde kannten Tilo nicht mehr persönlich und haben daher keine Erinnerung an ihn, oder andere kaum Bindung und ein Notfall war dem Besuch des Grabes hinderlich, sodass neben uns SCHWABEs nur noch Renate AL ATRAH und unser Geenisch Werner POHLE den Weg zum Strießener Friedhof fanden. Hier konnten wir unsere Blumen noch im Trocknen niederlegen und unserem lieben Freund Tilo MEIßNER die Ehre erweisen, ehe es aus vollen Kannen auf uns hernieder goss.  Uns gelang dann in Laubegast (hier residierte einst die Gräfin Cosel als Gattin des Grafen Hoym) die Flucht einigermaßen trockenen Fußes in ein wunderbares Eiscafé mit beglückendem Blick auf das gegenüberliegende Elbufer von Niederpoiritz. Nach dem wir unseren Geschmacksnerven so viel Gutes getan, galt es sich zu verabschieden und SCHWABES Motorchaise nahm in Pillnitz die Elbfähre, was deren Geldbörse ganz „schön“ erleichterte… Ansonsten hat uns wohl dieser Tag viel gegeben. Das meint Bernd Schwabe, der die Fotos schoss und vorliegenden Text verfasste. (eingestellt am 19.05.2016)        



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