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Wochenendausflug ins Lausitzer Seenland (18. - 20.03.2016

 Der Verein auf Achse (18. – 20.03.2016):

 

Ein Wochenende im Lausitzer Seenland

Durch unser Mitwirken beim vorweihnachtlichen Teschen- Markt, sind wir schon so gut wie heimisch in Hoyerswerda geworden. Dank unserer wissensreichen Gästeführerin Cornelia SCHNIPPA, - als unsere Freundin ist sie für uns nur Connie, - haben wir viel über die Stadt und ihre Umgebung erfahren und sind begierig, weiteres, - möglichst vor Ort kennen zu lernen.

Connie erbot sich, für uns als Gästeführerin zu agieren um uns ihre nähere Heimat zu zeigen. Das ist der Hauptgrund, warum wir am Palmwochenende dem Großstadttrubel entfleuchen und der Mittellausitz unsere Referenz erweisen wollten. Dazu luden wir uns Freunde als Gäste ein. Werner POHLE (August II.) und Veneta LORENZ (Reichsgräfin von Cosel) waren unserem Beispiel gefolgt und nahmen schon am Freitag Quartier in unserer bewährten Pension „Pinguin“. Wir, Regina und Bernd SCHWABE (Grafenpaar zu Nau) hatten in Dresden unsere Freunde Nadin SCHUBERT (Zarewna) und Rudolf FRITZSCHE (Herzog von Orleans) in unsere Chaise gebeten und hatten nun die Stadt der Reichsfürstin von Teschen angesteuert. Am Samstagmorgen fuhr auch die Bose – Kutsche (Christine BARTEL, Wolfgang PETZHOLDT) in den Hof und brachte die Gräfin Kolowrat- Krakowsky (Silke BRUX) mit.

Die Frühbucher Nadin, Regina, Veneta, Rudi, Werner und der Rezensent nutzten den Freitagnachmittag, nach wiederum köstlichen Pilzgulasch im Café Pinguin, zum Stadtbummel. Sie wurden dabei besonders vom Schloss und dem Zoo angelockt. Die nette Dame an der Zookasse meinte aber, dass nun (gegen 16:30 Uhr) schon die meisten Tiere „zu Bett“ gebracht werden und dann nicht mehr zu sehen sind. So konnten wir das preiswerte Doppelbillet Zoo/Schlossmuseum nicht nutzen und besuchten nur das Schloss. Einige tierische Bewohner konnten wir vom Schlossfenster noch sehen, aber hier im Schloss war nur der letzte sächsische Wolf (ausgestopft) zu sehen, - oder war es gar einer der jetzt ersten Neubürger dieser Art?

Das Museum präsentierte moderne Kunst in Bild und Plastik, viel Heimatkunde und auch etwas über die Lehnsherrin Teschen und ihren hochfürstlichen Liebhaber. Es war schon sehr interessant, - auch ohne tierische Ergänzung.

Nun zog es unsere Schritte zum Aufwärmen zu Kräuter- Meyer, wo wir ja schon alte Bekannte sind und einen Besuch in diesem wohl sortierten Fachgeschäft nie versäumen. Es wurde uns dann doch etwas zu frisch, - vor allem dann, wenn man wie der Cämmerer, seine Handschuhe verliert… und strebten dem Pinguin- Gehege zu. Hier erwartete uns zunächst ein leckeres Abendessen und auf Bude wurde bis gegen Mitternacht geknackt. Ob dieses Kartenspiel zu UNSERER Zeit auch schon so hieß, ist dem Rezensenten nicht bekannt, aber gespielt hat man es im 18. Jahrhundert schon. Dann lockte nur noch die Falle.

Der Samstagmorgen begann, - wie wir es hier gewöhnt sind, mit einem opulenten Frühstück und dem Eintreffen von Bose & Co. Nach erfolgter Einquartierung der Nachzügler, traf auch unsere Gästeführerin ein und freute sich über die Begrüßungs- Orchidee.

Nun konnte es losgehen und wir folgten Connie zu ihrer Stadtführung. Einige Dinge waren uns ja noch vom Dezember (am Rande des Teschen- Marktes) bekannt, aber der Besuch im ältesten Fleischerfachgeschäft Sachsens (und vermutlich Deutschlands), welches seit 1714 ununterbrochen für seine Kundschaft da ist, - und das in zehnter Generation, war uns noch unbekannt. Wir machten Bekanntschaft mit den Erzeugnissen dieses erfolgreichen Familienbetriebes und können nur sagen: „Köstlich, köstlich, was da beim Fleischermeister Frank SINAPIUS über die Warentheke geht…“. Neben dem Fachgeschäft ist noch ein Imbiss und eine kleine Restauration angeschlossen. Besucher Hoyerswerdas probiert selbst, - hier soll keine Schleichwerbung stehen.

Der weitere Weg führte uns in die evangelische Johannes- Kirche, wo Connie auch den Schlüssel zur Sakristei hatte und uns diese zeigen konnte. Unsere werte Hofsängerin (Regina SCHWABE) prüfte mit ihrem „Ave Maria“ die Akustik dieses Gotteshauses und wenn der jungen Frau am Infostand bei dem Gehörten die Augen feucht wurden, muss die Akustik und die Stimme richtig gewesen sein.

Nun ging es zu den Autos und wir folgten unserer Führerin hinein in das Lausitzer Seenland und erster Stopp war in Geierswalde (wo die Geier Reiher sind und die Angler ärgern). Man muss nicht erst nach Pisa um einen schiefen Turm zu sehen. Nach schwerem Hochwasser zeigt sich auch der Geierswalder Kirchturm auch geneigt… Im Landgasthaus gegenüber bestellten wir a. la. - Carte unser Mittagessen und folgten Connie danach zum Geierswalder See.

Dort, wo der Bergbau das Dorf Scado geschluckt hat, sahen wir die Schwimmenden Häuser, - Feriendomizile der besonderen Art. Und wir sahen eine riesenhafte Wasserfläche, -renaturierte Bergbaulöcher, die zu Naherholungs- und Rückzugsgebieten für Fauna und Flora umfunktioniert wurden. Wie der Rezensent meint, sehr sinnvoll angelegtes Geld.

Inzwischen war die Mittagszeit näher gerückt und wir fuhren zurück zum Landgasthof „Zur Grubenlampe“, wo uns eine exzellente Gastronomie erwartete Zugegebenerweise überraschte sie uns (auf das angenehmste). Diesen Tempel der Gaumenfreuden sollten wir uns merken. Einen Eintrag ins Guinessbuch der Rekorde wird des Küchenchefs Kochkunst vermutlich nicht schaffen (trotz der Güte), aber vielleicht das am Gasthaus ausgestellte „Größte Nudelholz der Welt“ (Maibaum)!

Nach dem wir gesättigt waren und im Lokal noch einige interessante Details zum Seenland aus Connies Munde erfahren hatten, suchten wir eine andere Stelle am Geierswalder See auf und staunten dort über den Leuchtturm, der seit 2014 ein Teil des dortigen Restaurants ist. Damit hat unser Leuchtturm am Großteich, - nahe dem Fasanenschlösschens in Moritzburg, seinen Ruf als einziger binnenländischer Leuchtturm Deutschlands verloren. Und was noch dazu kommt, es gibt da eine Seenixe deren Schönheit alles überstrahlt was unser Kurfürst bei seinen Mätressen so anziehend fand.

Doch uns tröstete, dass wir bald in Cornelias Heimatort Tätzschwitz ganz besondere Schönheiten treffen würden. Schon lange waren wir eingeladen, aber nun endlich konnten wir ihre Alpaka- Farm besichtigen. Wirklich, diese Peruaner sind von besonderer Schönheit und als Therapier- Tiere auch sehr nützlich. Connie erklärte uns die Charaktere der vier Zwergkamele, die alle sehr individuell ausgeprägt sind. Etwas hatten sie gemeinsam, - sie waren sehr menschenfreundlich und nicht ein bisschen scheu. Da wurde geknuddelt, gestreichelt und gekusselt, dass es eine Freude war, - zumindest für die Zweibeiner, - die Vierbeiner waren froh, in ihr Gehege entlassen geworden zu sein. Kühe, Schafe (auch Osterlämmchen), Kaninchen und Meerschweinchen komplettieren den Hofzoo der Familie SCHNIPPA und unserer Reisegesellschaft fiel es schwer, diesen zu verlassen.

Doch wir wollten noch weiter. Die Schwarze Mühle in Schwarzkollm wartete auf uns. Besser gesagt, die in der dortigen Restauration angebotenen „Besten Plinsen der Welt“ warteten, - oder besser wir warteten auf diese süße Gaumenfreude. Auch hier im Museum konnte Connie viel über die Sage des Schwarzen Müllers berichten, was dieser in Persona noch ergänzte. Ganz toll was dort in Schwarzkollm geschaffen wurde. Eine Sage und der Ort ihres Geschehens wurden dem Vergessen entrissen und stellen heute eine der meist besuchten Attraktionen des Seenlandes dar. Wir haben bei einem früheren Besuch die Initiatorin des Ganzen Frau WINZER (Ortsbürgermeisterin i. R.) kennen gelernt. Toll was diese Frau und unzählige Helfer und Sponsoren geleistet haben. Auch uns zur Freude.

Nach ausgiebigem Rundgang durch das Mühlenensemble (was ständig erweitert wird und damit viel historisches Bauwerk vor dem Verfall bewahrt) war dann doch die Luft etwas raus und wir verabschiedeten uns voller Dank von unserer kompetenten Gästeführerin und Freundin Cornelia SCHNIPPA und steuerten dem Pinguin entgegen.

Eine Chaise entleerte sich aber hier noch nicht, denn wir erfuhren, dass es im Lausitz- Center eine ganz wundervolle Osterpräsentation geben solle. Da wir in der Adventszeit schon eine gelungene Weihnachtslandschaft kennen lernen konnten, zog uns das Gegacker der Osterhühner und Gemümmel der Osterhasen magisch an. Enttäuscht wurden wir nicht. Allerliebst bis ins Detail zeigte sich das Osterland und machte nicht nur den Kleinen leuchtende Augen.

Natürlich konnte das Weibsvolk nicht widerstehen und so wurde auch noch etwas geshoopt. Dann ging es zurück ins Quartier und es wurde etwas abgespannt. Nach dem Abendbrot (wegen frühzeitigem Ausschankschluss) ging es noch auf Bude und da knackte es noch bis gegen Mitternacht.

Sonntagmorgen gegen 8:30 Uhr Frühstück und danach hieß es in die Roben zu steigen. Unser Ziel war nun die Ostereiermesse im Landgasthof Neuwiese in Elsterheide >>Witajc´e k nam do gmeiny Halstrowska Hola<<  so lautet heute der Gruß. Wir waren schon einmal hier und wegen der damals so herzlichen Aufnahme und der beeindruckenden kunsthandwerklich geschaffenen Ostereier- Schätze, wollten wir unbedingt wieder einmal her. Dieser Wunsch erfüllte sich nun. Am Parkplatz trafen wir auf die Vereinsfreunde, die erst jetzt und mit Ziel Ostereiermesse zu uns gestoßen waren: Frank und Silvia WEISE (Gesellschafter bei Hofe Graf zu Weißenberg, Gräfin von Königsmark) Heidrun und Günther TENNERT (Erdmuthe Sophie Freifrau v. Erdmannsdorf, Carl Fried. Frh. v. Erdmannsdorf) begleitet vom chinesischen Prinzen (Hsu Yu Hsuan) und Siegmar JENTZSCH mit Gattin, die als neue TDB- Mitglieder künftig unseren Hofstaat vergrößern werden. Die Veranstalter waren auf das angenehmste überrascht, uns in großer Besetzung begrüßen zu können. Uns freute die wiederum so herzliche Aufnahme durch Herrn Werner BÖHME und seine Tochter Kirsten in Tracht, die die Hofschranzen mit Osterbrot (statt Brot und Salz, - nach altem sorbischem Brauch) begrüßten.

Ringsum im Saal wurden Hühner,- Enten,- oder Strauseneier entweder in Wachstechnik, Bossiertechnik, Kratz- oder Ätztechnik zu Ostereiern gemacht. Über ganze Generationen, - von der kleinen Enkeltochter bis zur Großmutter, waren diese fleißigen Volkskünstlerinnen mit Herz bei der Arbeit. Man schaute sehr gern zu, - besonders die Lütten in ihren schmucken Trachten zogen die Augen der Adelsleute an. Man konnte sich nicht satt sehen.

Dann begann das Programm, welches durch den Männerchor Lohsa (östl. Hoyerswerda) eröffnet wurde. Stimmgewaltig sangen diese Herren aus voller Brust und erfreuten das Publikum mit deutschen und sorbischen Volksliedern. Als die letzte Silbe Text verklungen war, ergriff unser gnädiger Landesherr und Kurfürst das Wort und offerierte den Herren des Chores ein gemeinsames Singen mit der Hofsängerin. Diese jubilierte mit hellem Sopran und fand im Backgroundgesang der Alt- und Bassstimmen die rechte Begleitung zum "Heideröslein". Es klang wirklich gut, - wie vorher gemeinsam einstudiert.

Dann stellte sich der Hofstaat dem Publikum vor und dieses erlebte August II. fast sprachlos. Das hatten wir auch noch nicht. Die ganze nette Atmosphäre hier, hatte ihn wohl etwas aus dem Konzept gebracht.

Unser sorbischer Gastgeber Herr BÖHME bat uns dann über den Hof in die Alte Mühle. Außen modern- kalt, präsentierte sie sich mit urig gemütlichem Innenambiente. Hier nun lernten wir viel hinzu. Wer von uns wusste schon, dass die Muster der sorbischen Ostereier ganze Geschichten erzählen. Anhand einer Grafik erklärte uns der Referent das.

Nun kam der Hofgesellschaft Hunger und Durst an und wir platzierten uns an der für uns reservierten Tafel. Schnell ging es nicht bis alle abgefüttert waren und uns (die wir im „Pinguin“ Quartier hatten) rannte die Zeit davon, denn 15:00 Uhr sollten die Zimmer geräumt sein. So hasteten wir noch mal durch den Ausstellungssaal, sprachen mit Presseleuten und sprachen auch der spendierten Fruchtbowle mit Minze, der Fa. Kräuter- Meyer fleißig zu.

Draußen im nasskalten Nieselwetter besuchten wir unsere Alpaka- Farmerin und nahmen ihre Warenauslagen aus Alpakawolle in Augenschein. Ein letztes Streicheln und ein allerletztes Möhren- Küsschen und dann schüttelten wir Connies kalte Hände und bedankten uns nochmals für ihr warmherziges Umsorgen. Durch sie hatten wir nicht wenige Glücksmomente im Lausitzer Seenland…

Dann ging alles sehr schnell, sodass wir unseren TENNERTs mit Antoine und JENTZSCHs nicht Lebewohl sagen konnten, - aber wir sehen uns ja bald zur Jubelfete in Lauterbach wieder… Im Quartier war man schon unruhig und beim Überziehen der Betten. Schnell wechselten wir das Outfit und konnten gen Heimat starten.

Ich möchte allen dabei gewesenen TDB- Mitgliedern und unseren Freunden herzlich für ihre Teilnahme danken. Es war wieder ein schönes Wochenende, was nach Wiederholung schreit. Text und Fotos: Bernd Schwabe (eingestellt am 22.03.2016)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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