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unser 5. Dresdner Lustlager in Moritzburg mit Winzerzug in der Hoflößnitz

Sonnenland und Rebenhänge – ein Bericht in voller Länge

Das 5. Dresdner Lustlager des TDB – gekoppelt mit dem Großen Jubiläums- Winzerzug der Hoflößnitz in Radebeul (02. – 04.10. 2015)

 

Vorweggenommen sei gesagt, dass hier über einen großen Erfolg unseres eigenen Events berichtet werden kann.

Dem ist allen Helfern, Darstellern und Mitwirkenden und nicht zuletzt der organisatorischen Leitung unserer Geschäftsführenden Vorsitzenden Regina SCHWABE zu danken. Der hier folgende Bericht wird klar machen, wer hierbei ebensolchen Dank verdient hat.

Schon zu Jahresbeginn begannen die Vorbereitungen unseres Events, bei denen klar wurde, dass unser diesiges Lustlager auf den Herbst verschoben wird. Grund war die Koppelung an den Jubiläumswinzerzug, den die Stiftung Weingut Hoflößnitz in Radebeul durchzuführen gedachte, - 300 Jahre nach dem, den damals August der Starke erstmals initiiert hatte.

Wir versprachen uns damit einige Vorteile, besonders in Sachen Werbung. Auch erhofften wir uns einen trockenen sonnigen Goldenen Herbst für unsere Veranstaltung. Letzteres ging voll auf. Bis auf eine 10minütige Ausnahme Sonntagnacht blieb es trocken und die Sonne meinte es vom Anbeginn unseres Biwakaufbaus und auch bis zum Ende des Abbaus sehr gut mit uns. Was hatte der Vereinsvorsitzende auch anderes seinen TDB- Freunden und allen Teilnehmern versprochen, - es musste nach unserem „Neptunfest“ 2013 einfach schönes Wetter geben.

Schon ab Montag, den 28. September belegten wir unsere angestammte Wiese im Areal des Feriendorfes „Bad Sonnenland“ in Moritzburg vor den Toren Dresdens.

Schon Tage davor hatte die LuLa- Chefin und der Vorsitzende alles nötige mit der Objektleiterin geklärt, - Stellplatz, Bungalows u s w.  Dass dann doch ein Ferienhaus weniger zur Verfügung stand war zunächst ärgerlich, aber durch die Beweglichkeit der Nutzer aus Nah und Fern fand dann doch jeder seinen Schlafplatz.

Aber zunächst hieß es roulieren, - Mietauto versorgen, Holz, Getränke, Tontechnik, Bühnenmatten Festpavillon und Partyzelte heranschaffen und letztere aufbauen, - auch die eigenen Leinwandvillen. Dankenswerterweise stellte uns Familie WEISE den Festpavillon und die Familie TENNERT die großen Festzelte zuzüglich eines Fouragezeltes kostenlos zur Verfügung. Auch Familie HEFFT schlug ihr Zelt auf und schuf damit eine Umkleidemöglichkeit für Darsteller, die nur Tagesgäste waren und Besucher, die sich gern einmal in Robe zeigen wollten.

Vom ersten Tag an waren bei all diesen Arbeiten ganz aktiv unsere Freunde des AKB Werner POHLE, Wolfgang PETZOLDT, Christine BARTEL und, - gewissermaßen als Mithelfender Ehemann Bernd SCHUBERT, sowie unsere Mitglieder Frank und Silvia WEISE (der olle SCHWABE auch etwas),  die Herzöge von HOHENBERG Peter und Volker, sowie als emsiges Küchenbienchen unsere Vereinsfreundin Renate AL ATRASH. TENNERTs brachten zum Zeltaufbau auch unseren jungen taiwanesischen Freund HSU YT HSUAN (verständlicher:) Antoine mit, der kräftig mit zupackte und an den ganzen Tagen unseres LuLa seine helle Freude hatte.

 Bis zum Freitag stießen weitere Helfer dazu. Obwohl die hauptsächlichsten Arbeiten dann schon erledigt waren, galt es immer noch hier und da Hand anzulegen. 

Unsere Damen Elke METZNER, Christine BARTEL und Veronika JACOB zauberten für das Festzelt (wo die hohen Herrschaften zu platzieren waren) und als allgemeinen Tischschmuck in den Partyzelten ganz wunderschöne herbstliche Blumen- und Blattschmuckarrangements.

Der ganze körperliche Aufwand machte Appetit und Kohldampf, - wodurch unsere Küchenfee Renate und ihre Versorgungskolonne (Peter und Volker) alle Hände voll zu tun hatte. Wir wurden über die ganzen 8 Tage unseres Hiersein ganz hervorragend (an Leib und Seele) versorgt.

Ab Mittwoch trafen nun nach und nach die gemeldeten (und auch noch einige unangemeldete, aber nicht weniger gern willkommene) Darsteller ein. Die Erste, - wie schon öfters, war unsere liebe Anneliese BURCHARD aus Württemberg, deren  Dialekt uns verriet, dass sie ihre Wurzel in Thüringen hat. Nächst reiste Attila alias Michael SCHNEIDER aus Halberstadt an und zwei Hände voll versprengte Schöppenstedter mit Uwe KALB und Franz KERL, deren Weibsvolk, Klaus ? und dem Pikenträger aus England und der Pikenträgerin aus den USA, - die, wenn sie nicht gerade mit ihrem Kampfstab Furcht einflößt, als Doktorandin eben dabei ist das Sächsische Staatsarchiv in Dresden zu durchwühlen. Eine tolle Frau, - alle Achtung.

Der 30.09.2015 war für unsere Renate AL ATRASH ein besonderer Tag. Sie hatte Geburtstag und wir gratulierten herzlich. Auch Anke PAUL hat sich gefreut. Dieses so geprüfte Menschenkind, was wir alle so gern haben, wurde vom Vorsitzenden zum Ehrenmitglied des TDB ernannt. Wir freuten uns auch, - und zwar auf den avisierten Geburtstagskuchen. Am Abend probierten wir dann Annelieses Stöckelbrot, an dessen Teig sie den halben Nachmittag geknetet hatte.

Henryk SCHUSTER traf ein und stellte uns seine Tontechnik zur Verfügung (Danke) und feierte dann mit uns mit.

Nun konnten auch unsere lieben Freunde der Magdeburger Adelsgesellschaft, mit Prinz Rudi an der Spitze, bei uns im Biwak begrüßt werden. Rudi war wieder der eigentliche Adelschef im LuLa.

Am Freitag war dann unsere Biwakwiese schon so gut wie voll belegt. Die Mariniers aus dem hohen Norden Roland BITTNER mit Frau und Sohn schafften den aufwändigen Aufbau ihrer Zeltstatt noch vor dem Abmarsch zur Stadtführung. Uns freute die wiederholte Teilnahme der Ansbacher ( Stefan BRETZGER mit Weibsvolk) und der Virginiamiliz (diesmal leider etwas dezimiert) und ganz besonders, dass uns die IG Thüringer Barock e.V. erstmals die Ehre gegeben hat (oder waren zwei Truppen aus dem Nachbarfreistaat da?). Unser Freund Frank SCHOBER, was der SCHLESINGER ist, hatte dafür gesorgt, dass weitere Donnerrohre bei den Militärvorführungen abgefeuert werden konnten.   Hierzu hatte er seine Preußischen Kanoniere mit dem Rouladen- Spezi herangeschleppt. Ihm soll ich von der diesmaligen LuLa- Chefin besonderen Dank in diesen  meinen Zeilen ausdrücken. Er hat mehr für uns getan, als Geschütze zu versorgen. Auch er ist eben ein echter Freund. Auch unsere Weißenfelser erfreuten uns damit, dass ihre 10 Füße (3x2 und 1x4) auf unserer Lustlagerwiese Bodenhaftung bekamen. Wo daselbst unsere liebe Freundin Katrin ihren bestellten Schnee bekam. Nach Hitzewelle und Regenschlacht fehlte ihr zu unserem LuLa nun der Schnee, - was mag sie 2017 erwarten? Schneefrei bauten die Freunde der Chemnitzer Barocktanzcompangnie  "ihr" Zelt auf und unsere Freunde Ulla und Achim SCHÖNEICH fuhren mit geräderter Heimstatt vor.

Als nun unser werter Herr Stadtmajor Oberst Graf von Bose (Wolfgang PETZOLDT) zur Stadtführung rief, waren die gröbsten Aufbauarbeiten erledigt und man konnte sich dieser vergnüglichen und gewiss nicht minder lehrreichen Führung anschließen.

Unser Kurfürst Friedrich August, den Werner POHLE samt dessen Mätresse, der Stolpener Freigängerin Reichsgräfin von Cosel, rein gelassen hatte, wollte nun, gemeinsam mit seinem Cämmerer Grafen zu Nau (Bernd SCHWABE) nach Radebeul kutschieren. Hier sollte er, der den Tokaier aus Ungarn zum majestätischen Tafelgetränk erklärt hatte, das Weindorf der deutschen Anbaugebiete eröffnen. „Skandalösis grandis“ befand unser Landesherr, denn die Eröffnung 16:00 Uhr hatten die Verantwortlichen wohl glatt verschlafen. Kaum, dass die Zelte besetzt und der dort zu kredenzende Wein angeliefert war, griff auf der Bühne ein einsamer Pianist in die Tasten, - was dem Fürsten und seinem Gefolge das Abschiedslied war.

Der Cämmerer entdeckte vorher eine Bronzeplatte, die an einen großen chilenischen Helden, den ermordeten Präsidenten  Salvador ALLENDE GOSSENS erinnerte. Offenbar waren gewisse Denkmalsstürmer noch nicht bis nach hier vorgedrungen.

Unser Drang war nun, nur schnell weg hier und zurück zu unseren Freunden ins Lager der Lust. Hier waren nun mittlerweile alle Darsteller da, - auch der TDB war nun komplett und es war lustig.

Der Freitag neigte sich dem Abend zu und nun erwarteten unsere Darstellerkollegen und alle irgendwie Beteiligten unseren Rustikaler Abend. Er war wieder als Dankeschön für das Hiersein aller gedacht. Großen Anteil am Gelingen hatte unsere Schatzmeisterin Nadin SCHUBERT, die diese befähigte Cateringfirma aufgespürt hatte (um den Nationalfeiertag ein schwieriges Unterfangen) und unsere Damen, die das überreichliche Angebot (vorsorglich) noch mit diversen Salaten ect bereichert hatten. Auch dem Griebenfett eines gewissen Cämmerers wurde kräftig zugesprochen. Zuspruch fand auch wieder die kulturelle Einlage des Duos „Edelweiß“ mit Gesang und viel Spaß, - vorgetragen von Nadin und Bernd SCHUBERT. Besonders viel Beifall fanden die beiden vietnamesischen Stargäste Uncle Hoh und Uncle Goh. War schon die deutsche Fassung viel Händegeklapper wert, erntete die vietnamesische noch einiges mehr. Dabei wurden im Vorfeld noch Wetten abgeschlossen, -macht er es oder macht er es nicht. „Woihnk koh woihnk hoh, quang guh mong chahn wanh go woh“ ER machte es!

Abschluss fand unser Dankeschönabend mit einem Dankeschön- Feuerwerk unseres Little SCHOBER. Und wir als TDB- Vorstand hatten echten Meißenwein eingekauft und jedem LuLa- Teilnehmer als persönliches Dankeschön je eine Flasche überreicht. Diese Geste kam gut an, auch bei den Darstellerkollegen, die "nur" am Winzerumzug teilgenommen hatten und auch eine abbekamen.  Gefeiert wurde aber an diesem Freitagabend noch bis (fast) ins Morgengrauen.

Der Samstagmorgen zeigte sich kühl, aber die Sonne ließ sich nicht hindern, den, von einer (offenbar hochrangigen) Kammerfrau angekündigten Einzug des Kurfürsten, sonnenwarm zu gestalten. Mancher der hochedlen Staatsgäste mag sich gewundert haben, dass man vom (sonstigen) Empfangsplatz zum Ufer des Dippelsdorfer Teiches dirigiert wurde. Hier nun erwartete das hochadelige Empfangskomitee, mit Prinz Rudi an der Spitze, die Ankunft des sächsischen Landesherren.

Der kam nun, begleitet von der Gräfin Cosel (Veneta LORENZ) und seinem getreuen Cämmerer (Bernd SCHWABE), in der prächtigen Pfauengondel übers Wasser. Angetrieben wurde das hochherrschaftliche Wasserfahrzeug durch die Muskelkraft von FRIEBELINO, des Gondoliere, den Majestät extra aus Venedig hat kommen lassen. Geleitet vom Prinzen, dem Generalfeldmarschall Rutowski (Michael HELM) und dem Generallieutenant von Spörcken (Gerd JACOB) erreichte Majestät den Festpavillon. Hier begrüßte er den Prinzen, die Herzöge von HOHENBERG, den Hofstaat, Adelsgäste und Militärs aus nah und fern und nicht zuletzt das Publikum.

Ein buntes Programm bot dieser Oktobersamstag. Die Zofen der Königsmarck und der Moretti boten „Zofenmusik“ (volkstümliche Lieder) und die Barocktanzcompagnie aus Chemnitz setzte wohltemperierte Schritte aufs „Gummiparkett“.  Das kam sehr gut an, - besonders das junge Geschwisterpaar beeindruckte die Zuschauer.

Zwischendurch wurde gebastelt, - wobei unsere Zarewna (Nadin SCHUBERT) hilfreich mittat. Und die Kleinen vergnügten sich beim Vogelschießen (was Bernd SCHUBERT gebastelt hat), welches vom Kaffee kochenden Reichsgrafenpaar Heinrich XXXVIII. und Johanne Friederike von Reuß zu Köstritz (Katrin und Thomas HEFFT) beaufsichtigt wurde. Den Kuchen zum Kaffee verkaufte der Graf von Weißenberg zu Ossig (Frank WEISE) der sich, wie es  sich für eine adelige „Wirtschaft“ gehört, als niederer Hoflakai verkleidet hatte. Vorher war auch eine Gulaschkanone angerollt und sorgte für ein schmackhaftes Mittagsmal der Darsteller und Gäste. Auch hier verdanken wir das unserer Nadin SCHUBERT. 

Aus der hochherrschaftlichen Hofgewandcammer brachte der Freiherr von Erdmannsdorff (Günther TENNERT) seine Frau Erdmuthe Sophie (Heidrun TENNERT) und seine Puppe mit. Letztere war dazu bestimmt, öffentlich entkleidet zu werden. „Was trug die Gräfin darunter“ war die Frage, die in dieser etwas anderen Modenschau beantwortet wurde und dabei keinesfalls anrüchig war.

Im Sperrbereich bellten mittlerweile die Donnerrohre der Kanonen und Musketen. Erklärt von Frank SCHOBER, Bernd SCHALLER und Uwe KALB (bei mehreren Vorführungen), wurde dem Publikum nahe gebracht, mit was für vernichtenden Mitteln damals schon Kriege geführt wurden. Auch die Pikenträger hatten ihre Vorführung. Mit Stolz, aber auch ängstlich zugehaltenen Ohren, durften unsere jungen Freunde Antoine und Moritz (der junge Tänzer aus Chemnitz) die Reißleine der größten Kanone ziehen.

Im Zelt war inzwischen auch das Kurfürstlich- Sächsische Barockensemble zu hören und die gemischte Tanzgruppe des AKB mit Barocktanz zu sehen. Zum Abschluss ihrer Darbietung luden sie zum Gassentanz (für Jedermann) auf herbstlichen Rasen ein. So oft sieht man so viele Mutige nicht!

Alle unsere Darbietungen wurden von den Besuchern sehr positiv und mit viel Freude aufgenommen. Mit dem Dunkelwerden vertilgten wir dann noch gemeinsam die reichlichen Reste des Vorabends.

Der am Nachmittag eingetroffene Staatsbesuch aus Preußen Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. (Mike SPRENGER) mit seinem Kanzlisten E. B. von Creutz (Florian KOHLRUSCH) sorgte nun im Festzelt mit Gesang und manchem Witz für gute Stimmung. Da der Gesang überwiegend englisch war, hatten sie auch mit unserer Freundin aus den USA und dem Engländer sehr interessierte und dankbare Zuhörer.

Eine besondere Spaßeinlage war mit dem Erscheinen von Jolanda Querbeet zu erwarten. Jo riss dann auch mit ihren poentenreichen Geschichten die Lacher auf ihre Seite. So ging der Tag unseres Festes, der Tag unseres 5. Dresdner Lustlagers in kameradschaftlicher Runde erfolgreich zu Ende. Vor den Zelten wurde noch weiter gefeiert, geklönt und schöngeistigem Getränk zugesprochen. Und es wurde, wie über alle unsere Tage hier im Moritzburger Sonnenland, viel gelacht.

„Früher Vogel fängt den Wurm“. – aber ehe der sich so aus seiner Schlafhöhle gequält hat… Schon kurz nach 8:00 Uhr am Sonntagmorgen versammelten wir uns vor der Rezeption des „Sonnenlandes“ und der Gelenkbus der DVB ließ nicht lange zu unserer Abholung nach Kötzschenbroda, zum Startplatz des Winzerumzuges, auf sich warten. Besonders unsere Damen, in ihren ausladenden Roben waren dankbar, dass sich die Organisatorin des barocken Parts des Winzerumzuges Regina SCHWABE gegen den Reisebus und für den Gelenkbus mit seinem vielen Platz entschieden hatte. In dem Reisebus hätten die Pikateure ihre Piken gar nicht untergebracht und die Damen ihren „Hüftspeck“ nur sehr zerknittert.

Dann kamen wir am Startplatz an und erlebten so einige Wirrnis, wie wir sie noch nie vor einem Festumzug erlebt haben.

6,5 km führte der Weg des Umzuges bis zum Ziel an der Hoflößnitz. Sehr viele Zuschauer säumten die Radebeuler Straßen in (fast) geschlossener Front. Die da aber zu Fuß unterwegs waren, - und mit 70 Jahren (weil sich kein Jüngerer fand) dazu noch die Flagge zu tragen hatte, waren dem Verdursten ziemlich nahe. Zum Glück fand sich ein Staatsgast aus Preußen (Flo/Florian KOHLRUSCH), der dem ollen Fahnenträger die Last zur Hälfte des Weges abgenommen hat. Als Gast!!! Der vormalige Fahnenschlepper hatte nun mit dem Halt seiner Hose zu tun, denn der Fahnenschaft hatte ihm die Gürtelschnalle zerwürscht.

Da wusste nun der alte Cämmerer, dass sein Landesherr und Brotgeber hinter ihm in der Kutsche saß, musste sich aber wundern derer zwei Auguste noch zu Gesichte zu bekommen, - schnurbärtig der eine, geschminkt mit Mouche der andere. Schlimm, wie wir uns selbst die Figur des Starken August demontieren.(Ein Monarch von Rang als Ansager!) Ob so etwas in Kassel, Fulda oder Ansbach bei deren Fürsten auch möglich ist? Ich glaube nicht.

So etwas hat sich Regina, als sie zusagte den barocken Part des Umzuges zu übernehmen, nicht träumen lassen. Auch nicht, dass UNSER August in der Kutsche, von den Augusten zu seinen Füßen so ungnädig angemacht wurde. Zum Glück steht da Werner POHLE über den Dingen. Wir haben uns aber trotzdem alle gefreut, dass die Zahl der Barockleute so hoch war. Waren sonst beim Radebeuler Winzerzug ca. 40 Robenträger dabei, waren es heuer zum Jubiläumswinzerzug gut 100 mehr. Allen Teilnehmern herzlichen Dank. Von Lanzenträgern und Pikateuren eskortiert, führte den historischen Winzerzug unser niedersächsischer Freund Uwe KALB als Kurfürst Johann Georg I. an. Als seine Gemahlin hatte er Silvia WEISE mit in seiner Kutsche. Die Freunde aus Velten beschlossen das historische Bild. Alle in Roben, - teilweise selbst genäht oder von namhaften Gewandschneidern und Kostümverleihern eingekleidet. Eigentlich hätte ein Großteil nackig einher kommen müssen, - oder wäre es zu schaffen gewesen, dass eine Firma gut 150 Darsteller einkleiden kann, wie moderiert wurde. Wohl nie.

Trotz einiger augenfälliger Misshelligkeiten gab es viele sehenswerte Bilder im Zug und der Rezensent glaubt, dass dieser Winzerzug, 300 Jahre nach dem von August dem Starken, ein Erfolg war. Sehenswert war er allemal. Aus einer kleinen Bilderauswahl zu diesem Bericht, kann sich der geneigte Leser dieser Zeilen ein Bild machen.

Schon ziemlich pflastermüde zogen wir zur Landesbühne, wo uns unser Bus schon erwartete und gut wieder zum „Sonnenland“ brachte. Einige der im Umzug gesehenen Robenträger fuhren mit und beschnorchelten unser Biwak, was allerdings schon etwas in Auflösung begriffen war. Silke BRUX und Frank WEISE, hatten  die Lagerwache übernommen und letzterer war wieder sehr fleißig und hatte schon den Festpavillon abgebaut. Die meisten unserer Darstellerfreunde machten sich nun auch zum Abbruch bereit. Alle hatten sie ein paar lobende Worte für uns als Gastgeber, - wobei besonders Regina viel Lob einheimsen konnte.

Auch beim Abbau der Zelte hatten wir viel Spaß und ich höre heute noch das herzliche Lachen unserer Katrin über den Platz hallen. Wir trennten uns dann recht ungern voneinander.

Anneliese und die Versprengten Niedersachsen und Anhaltiner wollten erst am Montag ihre Zelte abreißen. Auch in den Bungalows hatten einige Insassen noch keine Lust auf Heimkehr.

So hatten wir Restlichen noch einen sehr vergnüglichen gemeinsamen Abend, - mit der Stimmungskanone Bernd SCHUBERT dabei, - kein allzu schwieriges Unterfangen.

Nach einem letzten gemeinsamen Frühstück gingen wir den restlichen Leinwandgemächern zu Leibe und alle noch anwesenden Vereinsfreunde und „Bosens“ und Werner, packten kräftig mit an.

Gegen 17:00 Uhr war alles beräumt, Ordnung geschaffen, - alles hatte wieder seinen rechten Platz und sein rechtes Aussehen.

Wir schieden in der Gewissheit, dass uns allen gemeinsam ein wunderbares Fest gelungen ist. Und weil dem so ist, soll dem Schreiberling verziehen sein, dass sein Bericht, - entgegen dem, was er sich vorgenommen hatte, - wieder recht umfangreich wurde.  Also dann, sehen wir uns 2017 zum 6. LuLa in Moritzburg? Text: Bernd Schwabe, Fotos: Bernd Schwabe/Bernd Schubert (Umzug), Veronika Jacob u. a. (eingestellt am 15.10.2015)       

 



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