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Schlossfest und Riesen- Jubiläum in KW vom 04. bis 06.09.2015

Preußische Königsletter – neue Zeitung für Königs Wusterhausen

Wochenend – Eilmeldungen:

-        „Lange Kerls“ feiern Geburtstag (25 Jahre Potsdamer Riesengarde e. V.)

-        Das Jagdschloss feiert sich 15 Jahre im erneuerten Gewande

-        Ganz KW feiert mit und säumt den Festumzug

-        Der Dresdner Hofstaat ist in der Gratulantenschar eingereiht

-        Friedrich August Kurfürst von Sachsen gibt sich hochpersönlich die Ehre

-        Thronsturz im letzten Augenblick abgewendet

-        Der Meteorologische Dienst gibt Unwetterwarnung heraus

-        Der Schlosspark wird aus Sicherheitsgründen fürs Publikum gesperrt

-        Es gießt wie aus Kannen – der Veranstalter cancelt alle Programmpunkte

-        Trotz aller Wetterwidrigkeiten – gute Laune pur

Als Gratulanten in Königs Wusterhausen (04. – 06. 09. 2015) dabei

Wie haben wir uns auf das Wochenende in KW gefreut, - es war ja auch wieder schön, wenn das auch vom Wetter nur teilweise gesagt werden konnte. Dabei waren wir guter Hoffnung, dass es trocken bleibt. Freitag und Samstagvormittag war das auch so, aber dann, der Samstagnachmittag, der sparte nicht mit nassen Himmelsgrüßen. St. Petrus schüttete so viel Regen aus, - auch am Sonntag, dass sich die Veranstalter genötigt sahen, das Schlossfest abzubrechen. Aber lasst uns der Reihe nach berichten.

Die Kalesche des Grafenpaares zu Nau (Regina und Bernd SCHWABE) fuhr gegen Mittag in KW ein. Auf dem weitläufigen Parkareal entdeckten sie neben den A- Zelten der Langen Kerls auch schon die Zelte des ehrenwerten Christoph Graf von Weißenberg zu Ossig (Frank WEISE) und des gefürsteten Reichsgrafen Heinrich XXXVII. von Reuß zu Köstritz mit seiner Gemahlin, der Gräfin Johanne Friederike (Thomas und Katrin HEFFT). Mit dem Grafen von Ossig angereist war Charlotte Christiane Prinzessin von Braunschweig Wolfenbüttel- Lüneburg und Zarewna von Russland (Nadin SCHUBERT), der es wohl lieber war, beim Zeltaufbau mit Hand anzulegen, als sich vom unausstehlichen Zarewitsch Alexej schurriegeln zu lassen. Bald machten auch Carl Friedrich Freiherr von Erdmannsdorff auf Schönfeld mit seiner Gemahlin Erdmuthe Sophie Freifrau von Erdmannsdorff auf Schönfeld (Günther und Heidrun TENNERT) seine Aufwartung an den inzwischen errichteten Leinwandvillen des Dresdner Hofadels. Begleitet wurde das Freiherrenpaar von einem chinesischen Prinzen (Austauschschüler aus Taiwan), den seine Kavalierstour nach Sachsen und Preußen geführt hatte, um Sachsens Glanz und Preußens Gloria kennen zu lernen. Über beides konnte der junge Mann nur staunen (was in Deutschland doch erwachsene Menschen für Maskeraten aufführen!!!), - wohingegen Monsieur Philipp I. von Bourbon Herzog von Orléans und Anjou (Rudolf FRITZSCHE), von Versailles her glänzenderen Glanz gewöhnt, weniger beeindruckt war. Später tauchten auch zwei Zukunftsmenschen im Zeltlager auf, die sehr starke Ähnlichkeit mit dem Besuch des nächsten Tages hatten. Friedrich Karl Herzog von Hohenberg, seines Zeichens Königlich polnisch- kursächsischer Wirklich Geheimer Rat ect ect, mit Gemahlin Leopoldine (Volker und Peter Herzog von Hohenberg- Ruh) waren nämliche Ebenbilder und fuhren am Samstag mit ihrer Kutsche vor.

Als alle Aufbauarbeiten getan waren, war auch Zeit für ein sächsisches Bierchen, zu dem sich auch der Alte Dessauer Fürst Leopold (Klaus Bruckner) gern einladen ließ. Und wir hörten gern seinen geschichtlichen Ausführungen zu und haben dabei wieder was gelernt. Danach erst bemerkten wir in der Nachbarschaft ein abgestecktes Revier. Mit Vespula vulgaris hatte sich hier eine recht kampfeslustige Wespe (Erdwespe) eingenistet, die uns aber gottlob nicht belästigte. Dafür bekam der olle Kämmerer fast einen Herzschlag, als er sah, wie eine junge blonde Mutti ihr Kleinkind über die Absperrung hob, damit dieses Richtung Flugloch der Insekten trippeln konnte. Was gibt es doch für Unvernunft!!!

Es gab noch viele weitere herzliche Begrüßungen alter Bekannter und Freunde. Die freundschaftliche Annäherung an die Kameraden der Potsdamer Riesengarde, deren Gratulanten zum 25jährigen Vereinsjubiläum wir ja waren, hat uns sehr gefreut.

Als sich die Dämmerung über Königs Wusterhausen legte, folgten wir dem Bourbonenprinzen in die „Alte Gastwirtschaft“, wo wir (respektive unsere Dienerschaft) ganz vorzüglich zu Abend speisten. Währenddessen waren die Langen Kerls der Riesengarde und die abgebrochenen Militärs bei klingendem Spiel im Park noch in vollem Einsatz.

Mit vollem Magen, aber genügend Durst, fand sich dann die Dienerschaft an den Adelszelten ein und trank sich in lustige Stimmung. Zu vorgerückter Stunde gesellte sich auch die Dienerschaft der Tanzgesellschaft „Les danseurs de San. Souci“ dazu und half beim Vertilgen der Vorräte an „Schöngeistigen Getränken“. Später hatte das Lakaien- und Zofenvolk noch artig ihre Referenz zu erweisen, denn seine königliche Majestät Friedrich Wilhelm I. von (in) Preußen (Mike SPRENGER) geruhte sich in ihrer Mitte niederzulassen. Gegen 2:30 Uhr war auch seine Zeit gekommen und er löste die freundliche Runde auf. Alle schliefen dann gut und fest, sodass kaum einer der glückseligen Schläfer die nächtlichen Regengüsse mitbekommen hatte. Der Kämmerer bemerkte es am Morgen, als er seinen Holzschuh zur Vogeltränke umfunktioniert vorfand.

Gestärkt durch gesponserte Frühstücksbrötchen sollten alle Biwakteilnehmer der Kreuzkirche zustreben, aber getan hat es dann nur der sächsische Kämmerer, der dem Soldatenkönig und seinem Hofstaat geistlichen Beistand gewährte. Wie es in einer lutherischen Kirche halt so ist, - es wurde viel gesungen und die Orgel sorgte zudem dafür, dass jedwede Müdigkeit ausgetrieben wurde.

Glockengeläut gab kund, dass der Gottesdienst beendet war und die Kutschen des Hochadels fuhren vor. Da gab es zunächst einige Irritationen, doch bald saßen die richtigen Leute in den richtigen Kutschen. Halt, - ganz so stimmt das nicht. Unser Starker August und seine Gräfin Cosel (Werner POHLE und Veneta LORENZ) fehlten noch. Da war guter Rat teuer und der fiese Kämmerer Graf zu Nau sah die günstige Gelegenheit zum Thronsturz und bestieg, samt seiner Gräfin, die kurfürstliche Kutsche und wähnte sich schon als Herr aller Sachsen und Polen… Doch dieses Hochgefühl hielt nicht lange an. Mit gewohnt langen Schritten erstürmte der Sachsenfürst die Szenerie und an langem Arm beförderte er seinen anmaßenden Kämmerer zu den Fußgängern zurück. Der Gräfin und Hofsängerin erging es gnädiger, - sie fand Asyl in der Kutsche des Preußischen Hofstaates… Dann setzte sich gegen 11:30 Uhr, angeführt vom Soldatenkönig hoch zu Ross und seinen langen Kerls, der Festumzug in Bewegung und das Händegeklapper des so begeisterten Stadtvolks von KW entzückte unseren Fürsten so sehr, dass er bald wieder gnädig, zum hinter ihm her humpelnden, Kämmerer blickte und ihm die Bedienung der Wagenwinde auf Königstein ersparte.

An der Hauptbühne löste sich der Festumzug auf, - nicht ohne dass der Preußische Monarch und seine Hofleute alle Umzugsteilnehmer vorher an sich vorbei defilieren ließen. Danach richtete der König und Kurfürst das Wort an die Bürger Wusterhausens und begrüßte auch den Schultheißen Herrn Dr. Lutz FRANZKE (Oberbürgermeister von KW) und den Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin- Brandenburg Herrn Dr. Hartmut DORGERLOH, die mit freundlichen Worten erwiderten. Ein kleines Programm schloss sich an. Köstlich die beiden neidvoll- zänkischen Weibsleuth und die tanzenden Kleinen Langen Kerls und Edeldamen der Kita „Klein & Groß“, aber auch der Sketsch erfreute die Zuschauer. Während der „Gesangverein Sacrow-Waldow“ seine Grüße aus dem Spreewald übermittelte, schlossen wir uns der Riesengarde an und strebten dem Schlosse zu um das dortige Salutschießen zu erleben. Unglaublich, was für Massen Publikum das Schloss umlagerten und sich dann auch im Park in unser Biwak ergoss… Apropos „ERGOSSEN“, - dies Wort hatte einen hässlichen Klang, denn während des zwischen 14:00 Uhr und 19:00 Uhr angesagten Lagerlebens, wo man einen Blick in die Zelte vom Marschall bis zum Grenadier werfen, und auch den Exerzierübungen der Militärs folgen und seine Fragen an die Darsteller richten konnte, gab es erste Regenschauer. Dieser verwandelte sich bis zum Abend in heftigsten Dauerregen mit beängstigenden Sturmeinlagen. Wir erlebten erstmals, dass während eines Events, nach einer Unwetterwarnung des Meteorologischen Dienstes, dass das Areal des Biwaks für den Publikumsverkehr gesperrt wurde. Das Regenwetter weitete sich so aus, dass sich der Veranstalter genötigt sah, das gesamte Fest abzusagen. Gegen 20:00 Uhr sah man in der Stadt kaum noch etwas, was darauf schließen ließ, dass hier angetreten wurde um doppelt zu feiern. Auch der Zapfenstreich fiel, im wahrsten Sinne des Wortes, ins Wasser.

Wir Unentwegten (durchaus nicht alle TDBer zeigten sich wetterfest) harrten aber aus und folgten der Einladung der Kameraden der Riesengarde zum Abendappell. Hier hatten wir (bei einer kurzen Regenpause) Gelegenheit unsere Geburtstagswünsche und unser Geschenk durch Regina und Nadin zu überreichen. Die drei Liter Wilthener Goldkrone verstärkt mit Spermatozytenlikör fanden großen Anklang, - besonders die Ranghöchsten brachten sich schnell eines der „Flimmerschwimmer“ an den Mann, dabei sollten damit viele kleine Lange Kerls gemacht werden!!!  Weitere Geschenke wechselten von kleenen Sachsen, Eichsfeldern und Weißenfelsern zu großen langen Preußen und auch unser Kurfürst in persona Werner POHLE überreichte zum 56. Geburtstag dem Major der Potsdamer Riesengarde, Kameraden Matthias LEYER, etwas scharfes zum Gurgeln. Der Soldatenkönig (Mike SPRENGER) würdigte das 25jährige Wirken der Potsdamer Riesengarde, - hervorgehoben auch den Capitain, - und Freund Matthias LEWONIG, den Uniformschneider.  

Nach all dieser Herzlichkeit ging es zum Tagesausklang zum Sachsenzelt, wo wir wiederum unsere Freunde der Potsdamer Tänzer zu Besuch hatten und Mike wieder als Friedrich Wilhelm I. Es musste festgestellt werden, dass auch er sich bei der "Samenbank" bedient hatte.

Gegen 0:00 Uhr war dann der Zeitpunkt, um auf die Klappliegen zu fallen und den Rest der Nacht dahinzufrösteln (zumindest der Kämmerer zitterte etwas).

Einige Programmpunkte hatten die Potsdamer Riesen versucht zu retten, aber als sich der Regenguss vom Vortage mit ungeminderter Heftigkeit am Sonntagvormittag fortsetzte, war selbst für den Besuch des Gottesdienstes keine Begeisterung zu erlangen.

Wir wurden zur Abholung der Erinnerungsgeschenke der Stadt Königs Wusterhausen gebeten und danach unterzogen wir Zelt und Ausrüstung und alles, was sonst trocken bleibt, einer Wasserbehandlung, die auf langen Wegen sogar mobil vonstatten ging (als wir endlich eine Karre ergattert hatten). Also, alles war mehr Mehr als Weniger nass, - eingeschlossen die Zelteinreißer selbst!

Gern nahmen wir die Einladung der Kameraden der Potsdamer Riesengarde zum Mittagessen an. Im Kavaliershaus spachtelten wir als letzten Akt des König Wusterhausener „Neptunfestes“ Spirellis mit Gulasch und nahmen herzliche Abschiedsworte und einen Erinnerungswimpel mit auf den Heimweg.

Gegen 12:45 Uhr starteten wir guter Hoffnung auf sächsischen Sonnenschein gen Heimat und erlebten Regen und heftigen Wind, - alles wie gehabt und den (offenbar) obligaten Stau zwischen Ruhland und Ortrand. Angekommen, wurde das Zelt zum Trocknen (wir sind so optimistisch) aufgebaut und jedes trockene Fleckchen zum Aufhängen oder Aufstellen unserer eingewässerten Habseligkeiten genutzt.

Zur Ruhe gekommen war zu konstatieren, dass das Mistwetter unsere guten Eindrücke nicht beeinflusst hat und wir danken den Organisatoren, auch wenn vieles davon nicht realisiert werden konnte, für das abwechslungsreiche gute Programm in der Stadt und am/im Schloss.

Den Langen Kerls der Potsdamer Riesengarde danken wir für die freundliche kameradschaftliche Aufnahme und sagen, dass es uns bei ihnen sehr gut gefallen hat. Wenn wir eingeladen werden, kommen wir gern zu jedem weiteren Jubiläum u. a. Anlass. Vielleicht können wir kleinen Sachsen ja auch mal ein paar von den langen Preußen bei uns im schönen Sachsenland begrüßen?

Übrigens, wenn es nicht schön in KW gewesen wäre, hätte ich hier keine vier DINA IV- Seiten voll bekommen. Text: Bernd Schwabe, Fotos: Bernd Schwabe, Carsten Rietzkow, Frank Weise und Nadin Schubert (eingestellt am 09.09.2015)  

 Die Potsdamer Riesengarde bedankt sich auf diesem Wege bei allen Gästen des Jubiläumsfestes in Königs Wusterhausen, bei allen Vereinen und Verbänden sowie den Einzeldarstellern und kleinen Gruppen, bei den Verantwortlichen der Stadtverwaltung Königs Wusterhausen, der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, bei den vielen tausend Zuschauern sowie bei allen fleißigen Helfern und Unterstützern ohne die ein solches Fest niemals durchführbar wäre und natürlich bei den eigenen Kameraden und ihren Angehörigen für ihre aktive Mitwirkung mit dem Gruß der Garde „Semper Talis“

 

     



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