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Zum TV- Dreh am 12.08.15 auf die Festung Königstein

Lapis regis

Wir erklimmen den Königstein zum Mitwirken für eine TV- Werbung des Tourismusverbandes Sächsische Schweiz – Osterzgebirge:

Wo der Starke August den Lilienstein an den Soldatenkönig verspielte

Die Zeit vor dem jeweiligen Lustlager ist stets sehr mit organisatorischen Dingen ausgefüllt. Werbung ist da nicht die unwesentlichste Art organisatorischen Tuns. Gelangt man an aufgeschlossene Gegenüber, greift man gern zu und hat davon (respektive unser TDB für sein Lustlager) seinen Nutzen.

Als ich gefragt wurde, ob wir denn nicht in der Christianburg (heute: Friedrichsburg) auf der Veste Königstein eine Sequenz über den verwetteten Lilienstein drehen könnten, sagte ich ganz spontan zu. Hatte ich dabei bedacht, dass der dafür benötigte Soldatenkönig nicht gleich um die Ecke residiert? Nein, dass hatte ich nicht, war aber voller Hoffnung, dass langjährige Freundschaft nicht nur den Starken August in Persona Werner POHLE für dieses Vorhaben gewinnt, sondern auch aus dem fernen Potsdam den Soldatenkönig in Persona Mike SPRENGER. Auch wenn es keine Gage zu erwarten gab, sagten beide Freunde sofort zu. Letzterer sollte am Drehtag gar seine Königin Sophie Dorothea mitbringen. Historisch verbrieft ist dieser Besuch im Sachsenland nicht, aber gönnen wir doch der Preußenkönigin eine Abwechslung mit dem Besuch in Sachsens Glanz und Augusts Pranz… Ihr Gemahl, mehr mit seinen Langen Kerls verheiratet als mit ihr, hat ja in seiner Residenz nicht gerade viel an Lustbarkeiten zu bieten. Hier nun, hoch über dem Elbtal, wird der Brandenburgischen Kurfürstin und Königin in Preußen, die saubere sächsische Luft sehr wohl bekommen und der Blick ins Elbsandsteingebirge Freude bereiten. Wie wird Sophie Dorothea erleichtert gewesen sein, dass es, mit einem Teil von Elbsandstein, Transportprobleme via Preußen gegeben hat?

Nach dem Friedrich Augusts bevorzugter Tafelwein aus Tokai die kleine Gesellschaft in der Christianburg so recht in Stimmung gebracht hatte, verwettete unser Kurfürst den der Veste gegenüberliegenden Lilienstein, einen weiteren der berühmten Tafelberge der Sächsischen Schweiz… So genau weiß man es nicht, was damals zur Wette (oder dem verlorenen Spiel) führte, - was da auf den Bildern dieses Berichtes angedeutet wird, war es mit Gewissheit nicht. Das ist ja auch egal. August II. hat den Lilienstein an Friedrich Wilhelm I. verloren und der Soldatenkönig hätte, ob der Preußischen Bastion inmitten des Sachsenlandes, frohlocken können, aber da war die Klausel – Gewonnen ja, aber Gewinn zur sofortigen Mitnahme – was alle Träume einer Datsche im Sachsenlande platzen ließ. Damals waren Preußen und Sachsen noch gut miteinander und Friedrich Wilhelm hat diesen „herben Verlust“ schnell verkraftet und die Königin wird aufgeatmet haben. Dafür kam später sein Sohn der Große Friedrich, aber den Königstein hat er nicht erobert und der Lilienstein sagte ihm offenbar nicht zu.

So in etwa ist die Geschichte damals verlaufen, so haben wir sie heutigentags in der Filmsequenz versucht darzustellen.

Doch so schnell schießen die Preußen nicht, - na und, die Sachsen erst recht nicht. Ein reger Mailverkehr ging zwischen der Produktionsfirma Pirna- TV und dem Rezensenten voraus, und brachte uns zwar keine Gage, aber eine Bewerbung unseres Lustlagers und des Winzerumzuges. Das ist m. E. ein sehr guter Deal.

So trafen wir, - Werner POHLE als Darsteller Friedrich Augusts und ich als dessen Bedeckung Graf Schwabe zu Nau in Funktion des Kämmerers, am Mittwoch, den 12. August pünktlich zum vereinbarten Termin   9:00 Uhr am Fuße der Festung Königstein ein, wo wir alsbald auch unsere Freunde Mike SPRENGER (der Soldatenkönig) und Manuela als Königin Sophie Dorothea begrüßen konnten.

Schon bei der Begrüßung war zu bemerken, dass das TV- Team Frau SELLNER und Herr SCHWARTE die ganze Sache ganz locker und leicht angehen würden und wir hatten wirklich viel Spaß dabei. Auch die heutige „Festungskommandeurin“ Frau KEIL begrüßte uns als Hausherrin ganz freundlich und so konnten wir in die Luft gehen (per Aufzug natürlich).

Auf dem Festungsplateau angelangt, strebten wir flinken Fußes dem Drehort Christiansburg zu. Hier gab es einige Regieanweisungen und sogleich wurde ein größerer Part mit dem Polenkönig abgedreht. Später wurde der Dreh ins Schlösschen verlegt und der König/Kurfürst konnte dem erstaunten Brandenburger den neuesten technischen Fortschritt, einen ausfahrbaren und versenkbaren Tisch, präsentieren (Wenn es den nicht doch schon etwas eher bei den Preußen gab – Friedrich Wilhelm gab sich aber überrascht!).

Was da aus dem Boden gestampft wurde, sah lecker aus (war es sicher auch), diente aber vornehmlich nur als Requisite. Der Wein, der selbst den Cola- Säufer Graf zu Nau, nicht zu Boden warf, war (vermutlich wegen preußischer Trinkfestigkeit) vorsorglich mit Wasser verdünnt… Egal, wir hatten Spaß, auch beim markieren äußerster Besoffenheit. Diese führte dann zu besagter Wette, aber, gottlob, wegen der erschwerten Umstände, nicht zur Mitnahme des Liliensteins als Souvenier ins Preußische.

Ca. zwei Stunden wurden wir beansprucht und hoffen nun, dass wir dann wenigstens ein Augenaufschlag lang im Fernsehen zu sehen sind. Man kennt das ja…

Als der Kameramann Herr SCHWARTE alles im Kasten hatte, zeigten wir Manuela und Mike noch die wunderbare neue Ausstellung. Hier war Mike besonders über seinen „Dopplgänger“ aus Wachs begeistert. Mike schien mir der ältere Zwillingsbruder des dortigen zu sein.

Irgendwann kam der Abschied vom Königstein und unseren Potsdamer Freunden. Mein Dank für ihre Unterstützung ging mit ihnen auf die Heimreise. Auf Wiedersehen bald in Königs Wusterhausen.

Der Kämmerer, der noch immer mit seinem aufgemeißelten Kiefer laborierte, war dankbar, vom Geenisch persönlich heimwärts kutschiert zu werden. Den kürzesten Weg nahm dieser aber nicht, aber dadurch sah er (der Kämmerer) mal wieder Hohnstein und Umgebung, desgleichen Stolpen und das Weißiger Hochland und ein Besuch (im Ausweichquartier) in Hellendorf machte den Kämmerer mit der Cosel’ wahrer Bleibe bekannt.  

Zum guten Schluss gab es in des Kämmerers Sommerquartier großen Kleiderwechsel und auch an Werner ein großes Dankeschön für sein Mitwirken. Es ist doch schön, wenn man wahre Freunde hat, die nicht nur von Freundschaft reden, sondern diese stets praktizieren. Es war schön auf der Veste, - auch Dank Manuela, Mike, Werner, der Festungschefin Frau KEIL und dem TV- Team Frau Anne SELLNER und Herrn SCHWARTE. Gerne wieder. Text: Bernd Schwabe, Fotos: Bernd Schwabe, Anne Sellner (eingestellt am 19.08.2015)

 

 



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