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Beim Ostereiermarkt Elsterheide und in der Krabatmühle am 29.03.15

Im Schlepptau der SCHWABEN ging es ins Land der Raben

Besuch des Ostereiermarktes in Elsterheide mit anschließendem Abstecher zur >Schwarzen Mühle< in Schwarzkollm am Sonntag, dem 29. März 2015

 

Es gibt Tage, da möchte man das Vorgenommene, auf das man sich schon so lange gefreut hat, wegen der einen oder anderen Widrigkeiten gar nicht erst in Betracht ziehen.

Wir hatten ins Vereinsprogramm aufgenommen, doch mal dem Ostereiermarkt in Elsterheide in der Mittellausitz einen Besuch abzustatten. Der letzte Sonntag im März war der auserkorene Termin und beschloss eine Woche, die alles andere als freundliches Frühlingswetter zeigte. Da blieb man bis zuletzt unentschlossen. Es hatten sich ohnehin recht wenige Interessenten für unseren Ausflug ins Sorbenland gemeldet und da waren noch einige dabei, die das Wetter schreckte, sodass uns deren Absage ins Haus flatterte. Am frühen Sonntagmorgen gab es einige telefonische Abfragen, mit dem Ergebnis: „Egal, wie das Wetter noch wird, wir fahren!“ Vorweggenommen sei gesagt, bereut hat das keiner unserer kleinen Ausflugsgesellschaft.

In Bühlau hatten wir unseren Treff vereinbart und erwarteten Veronika und Gerd JACOB mit Elke METZNER als deren Mitreisende und in der Motorportechaise von Regina und Bernd SCHWABE hatten Nadin SCHUBERT und Silke BRUX ihren Platz. Von Regina gut durch alle Dörfer der Lausitz chauffiert und gelotst, langten wir nach gut 70 Kilometern im OT Neuwiese der Gemeinde Elsterheide an. Es war wohl kühl, was uns in Erwartung eines Freilandmarktes zusätzlich frösteln ließ, aber (noch) trocken.

Nach wenigen Schritten erreichten wir den Veranstaltungsort, - das Landhotel Neuwiese und glaubten zunächst, dass da nicht viel los sei. Das war ein Irrtum. Vor dem Hause war das Markttreiben sehr verhalten, aber dann im Hause selbst, erwarteten uns die herrlichsten Schätze sorbischer Volkskunst.

Schon im ersten Raum trafen wir das „Sorbische Strickliesel“ Frau Carola GEBERT, die uns seit dem Teschenmarkt eine gute Bekannte mit ihren selbst gefertigten Wollsachen ist. Das Bunte der Auslagen der Händler und Handwerker waren einstimmend auf das nahende Osterfest…

Dann betraten wir den Saal und waren mitten drin in einer großen Ostereiermalwerkstatt. Jede dieser Eierkünstlerinnen- und Künstler hatte sein eigenes Motiv bzw. Motivgruppe und so konnte man sich kaum satt sehen. Es war für uns aus der Residenz ein erhebendes Gefühl. Aber noch mehr berührte uns die überaus freundliche und warmherzige Aufnahme durch die Organisatoren und Teilnehmer des Marktes. Von der Bühne wurden wir von einer weiteren Freundin aus Hoyerswerda begrüßt: „Witajce k nam“ oder auch „Witajso k nam“ (ober- und niedersorbisch – für uns?) bzw. mit „Herzlich willkommen“ begrüßt. Diese liebe Dame, deren Firma „Kräuter – Meyer“ uns immer beim Teschenmarkt mit wärmendem Tee versorgt, lud uns zu einer köstlichen Mehrfruchtbowle ein. DANKE. Doch nicht nur der leibliche Genuss war herzerwärmend, auch die Nettigkeit, wie wir begrüßt und aufgenommen wurden, war das. Die Eheleute BÖHME vormalige Inhaber des Trachtenhauses >>Jatzwauk<< in Hoyerswerda und Vorständler des Heimatvereins, umgeben von Familienmitgliedern in sorbischer Tracht, gaben ihrer Freude über unser Kommen so herzlich Ausdruck, dass es uns schon sehr berührte.

Unsere Hofsängerin stellte den Organisatoren, Beteiligten und Besuchern des Ostereiermarktes unsere kleine Hofgesellschaft vor und beantwortete das WARUM unseres Hier seins. „Wo man immer herzlich willkommen ist, dort kommt man auch gern wieder hin.“

Wir kamen dann in den Genuss der Erklärungen zu den sorbischen Trachten, - vorgetragen von einer Trägerin (Kirsten Ann BÖHME) dieser aufwändigen folkloristischen Bekleidungsstücke. Ganz allerliebst auch die kleinsten Trachtenmädchen, die schon fleißig den Pinsel schwangen und ihre Eierkunstwerke schufen. An den Ständen der >Eier- Handwerker< erfuhren wir viel über die Tradition, die Herstellung und den volkskünstlerischen Wert der Ostereibemalung. Nicht nur dadurch wurden wir animiert, dass eine oder andere Stück für den eigenen Osterstrauß mit nach Hause zu nehmen.

Da man auch um unser leibliches Wohl besorgt war, bemühten sich die Veranstalter um Reservierung eines Tisches, in der nicht eben sehr großen Gaststube des Landhotels. Auch hier konnten wir uns nur zufrieden mit sehr viel Lob für den Küchenchef äußern.

Da man den Adelsleuten aus der Residenz noch etwas mehr von der Lausitzer Tradition und Sagenwelt zeigen wollte, stellte man uns eine Dame vor, die uns in der Folge noch so begeisterte, dass man nur sagen konnte: „Tolle Frau“.

Frau BÖHME vom Verein stellte uns die langjährige (nun ehemalige) Bürgermeisterin von Schwarzkollm Frau Gertrud WINZER vor, die sich in ihrem Ort (auch jetzt noch) nicht nur für das Wohl und Wehe der Bürger, sondern auch um die >>Schwarze Mühle<< bemüht. Ihr Angebot, ihr zu einer Führung in die „Krabat – Mühle“ zu folgen, nahmen wir gern an. Nun mussten wir uns von unseren freundlichen Gastgebern verabschieden: „Bozemje und Dzakuju so“.

Noch immer bei leidlich trockenem Wetter gelangten wir in Schwarzkollm an. Frau WINZER entführte uns in die Mühle (wo im ganzen Objekt alljährlich die >Krabat- Festspiele< stattfinden) und wusste mit so viel Hingabe, Wissen und nicht ohne Herzblut von „ihrer“ Mühle, - deren Entstehen, der Sage, dem Spielfilm, dem Schwarzen Müller und dessen Gegenpart und Adelsmann Schadowitz (aus Kroatien stammend und eingesorbt: „Krabat“ genannt) zu berichten.

Direkt zärtlich wurde die Stimme der Frau WINZER, wenn sie von „ihrem“ 2005 gegründeten >>Verein „Krabatmühle“- Schwarzkollm e.V.<< berichtet. Ihm ist viel zu danken, dass die Vision der (neuen) >>Schwarzen Mühle<< am historisch verbrämten Originalschauplatz in Schwarzkollm Wirklichkeit werden konnte. Die Frau, die uns das alles sagte, hat wohl nicht den geringen Anteil daran. 

Frau WINZER führte uns dann noch durch die anderen Objekte es Mühlenareals und dabei trafen wir eine gemeinsame gute Bekannte. Ganz unteschenhaft lief uns Cornelia SCHNIPPA als Gästebegleiterin eines Familientreffens über den Weg. Über dieses unverhoffte Wiedersehen haben sich beide Seiten gefreut.

Inzwischen hatten sich einige wenige vorwitzige Tröpfchen zu einem ausgemachten Dauerregen entwickelt und Frau WINZER dirigierte uns in den Laubengang, der als Besucherzentrum in der urigen Atmosphäre einer sorbischen Bauernstube zu hausgemachten Butterplinsen einlädt. Frau WINZER überraschte uns mit ihrer Einladung zu Kaffee und Plinsen und wir hatten „nur“ unser herzlichstes Dankeschön für diese gehaltvolle Leckerei und mehr noch für die noch gehaltvollere Führung zu Krabat, den 12 Raben, dem Schwarzen Müller und einer touristischen Perle, die von engagierten Mitbürgern geschaffen wurde, parat.

Gern sagten wir zu, künftig (mal wieder) etwas gemeinsam in der Gegend von Elsterheide und Schwarzkollm zu unternehmen.

Bevor wir uns heimwärts begaben, lernten wir noch einen der zimmernden Walzbrüder kennen, die (für Kost und Logis) fleißig am weiteren Ausbau des Mühlenareals mitarbeiten.

Was wir uns bis jetzt trockenen Leibes gehalten hatten, kehrte sich auf dem kurzen Weg zum Parkplatz, noch ins ganze Gegenteil um und wir waren doch noch pitschenass wie die Pudel.

Unsere gute Laune konnte das nicht verderben, denn wir hatten einen so schönen Sonntagnachmittag verlebt, wie man ihn so oft nicht hat. Bleibt mir nur noch, ein ganz herzliches DANKE zu den netten Leuten in die Mittellausitz zu senden. Wir kommen gern wieder, meint nicht nur Bernd Schwabe, der den Text verfasste und die Fotos schoss. (eingestellt am 31.03.2015)      

 



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