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Gemeinsamer Opernbesuch der Barockfreunde am 1. 03. 2015

Probebühne >>Semper 2<< - der TDB (und Gäste) war dabei

„Mise en abyme“ – ‚Widerspiegelung’

                                 – der dritte Streich der Dame Lucia

In Erinnerung an unseren Opernbesuch am 1. Mai des Vorjahres, wo wir es uns angelegen sein ließen, in Robe zu erscheinen, nahmen wir den Vorschlag zu erneutem Opernbesuch mit (zunächst) viel Interesse auf, - da wir ja die Machart schon in etwa kannten und der dritte Streich der zeitgenössischen italienischen Komponistin Lucia RONCHETTI versprach, unserem Interesse zu entsprechen. Als dann aber bekannt wurde, dass die Aufführung nicht im Opernhause selber, sondern auf der Probebühne stattfinden würde, fanden sich dann die unterschiedlichsten Gründe, um die Teilnahme abzusagen. Letztendlich waren nur noch 10 Besucher (bei ursprünglich 20 bestellten Karten) am Nachmittag des 1. März 2015 dabei. Der Ort >Probebühne< war wohl nicht unbedingt der barocke Rahmen, so dass im Vorfeld beschlossen wurde, der Aufführung nicht in Robe beizuwohnen. Obwohl, - das muss gesagt werden, was auf der Bühne geschah, war durchaus barockig, - Kulisse wie Bühnenbekleidung. Auch Frau RONCHETTIS Musik war (noch) als Barock erkenntlich.

Von unseren 10 Opernbesuchern hat 8ten das Intermezzo „Mise en abyme“ gefallen und der Rezensent dieser Zeilen gehört dazu.

Wieder tritt der Wiener Hofoperndichter Pietro Metastasio als Librettist dieser Kammeroper in Erscheinung und führt selbst Regie bei diesem >>Spiel im Spiel<<, was nicht ganz ohne Chaos abgeht. Der Dichter, gänzlich gegen Neuerungen im Musikgeschehen, philosophiert denn auch ohne Unterlass…

„Doch neben aller Theorie zieht >>Mise en abyme<< den schmutzigen Vorhang beiseite und gewährt einen amüsanten Blick auf die verwirrenden Abläufe einer neapolitanischen Theaterproduktion, gewürzt mit RONCHETTIS unverwechselbarer, heutiger Interpretation barocker Musik.“

Die Musik, recht spät einsetzend, war wohl eher Begleiterscheinung als wirklich tragendes Element des Stückes, aber die Akteure auf der Bühne gaben ihre Kunst aus voller Kehle und mit viel, sehr viel Humor zum Besten. Mit Felice VENANZONI hatte ein alter Bekannter vom 1. Mai 2014 die Stabführung des Projektorchesters und alle Akteure zusammen, sorgten für einen vergnüglichen Nachmittag.

Vor der Oper hatte sich ein Völkchen festgesetzt, - „Flüchtlingscamp“, welches anschaulich demonstrierte, dass es offenbar in Sachen Asyl nur eine Meinung geben kann und darf… Es war zwecklos, hier eine eigene Meinung zu äußern. So viel zu Toleranz und Verständnis (der dort trumpfenden deutschen Jugendlichen). Mir fehlte es in dem Moment, - auch wenn ich ansonsten Verständnis habe für all die Flüchtlinge dieser kalten Welt.

Durch den abendlichen Zwingergarten, der gänzlich andere Blickmomente bot als wie wir sie sonst gewohnt sind, ging es gen Karosse und heimwärts.

Schauen wir nun mal, wenn RONCHETTIS vierter Streich unsere Neugier wecken wird. Text und Fotos: Bernd Schwabe/ Quelle: Semperoper/ Fotos im Foto: Semperoper (eingestellt am 2. 03. 2015)

 



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