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Hochzeitsmesse im Traumschloss am 12.10.2014

Unsere Rückkehr zur Hochzeitsmesse:

Wir waren eingeladen, bei der Hochzeitsmesse am 12. Oktober 2014 im Schloss Schönfeld bei Thiendorf, gestalterisch mitzuwirken

Eine der ersten gemeinsamen Unternehmungen des TDB war die Teilnahme an einer Hochzeitsmesse im Dresdner Ostragehege (Messegelände), wo wir einen repräsentanten Stand und viel Spaß an der Sache hatten (Das Publikum, was uns das reichlich bestätigte, übrigens auch.) Ganz nebenbei lernten wir bei der Gelegenheit Werner POHLE als Kurfürst und Veneta LORENZ in der Rolle der Cosel kennen. Ich denke, damals schon wurde der Weg dafür geebnet, dass wir heute, wenn er uns als Friedrich August I. von Sachsen vorangeht, einen gemeinsamen Weg gehen. So fiel es uns leicht, der Einladung, die Werner namens Bernd ANGERMANNS von der Gruppe >>Les amis de la Sanse baroque << nach dem Radebeuler Winzerzug übermittelt hatte, freudig zu folgen. Wie schon gesagt, zum einen, weil wir mit Hochzeitsmessen stets gute Erfahrungen gemacht haben und zum anderen, weil wir mit unserer Teilnahme dem Zusammenrücken „der Dresdner“ dienlich sein wollen.

So fuhren wir diesmal nicht am Schloss Schönfeld vorbei, sondern besuchten in fester Absicht dieses Traumschloss und waren überrascht, ja überwältigt. Wir haben nicht im Geringsten geahnt, was für ein Kleinod wir da immer rechts haben liegen lassen. Erfreulich war nicht nur das gepflegte Außen- und Innenleben des Schlosses, sondern auch, dass wir in guter Gesellschaft waren. Um dreißig Barockdarsteller hatten sich am Dorfgasthof versammelt um pünktlich 14:00 Uhr im barocken Hochzeitszug dem Schlosse zuzustreben.

Dieses Schloss, welches vom Schultheißen H.-J. WEIGEL und den Bewohnern von Schönfeld selbst, als Traumschloss bezeichnet wird, hat Geschichte, - die Patina der Jahre verrät es uns, - in die wir kurz eindringen wollen.

Dass diese Geschichte nicht durch gewisse 40 Jahre im Verfall des Gemäuers endete, ist wohl auch dem Wirken des >>Fördervereins Schloss Schönfeld e. V. << und dem rührigen Bürgermeister Hans- Joachim WEIGEL (DSU), zu danken.

1216 wird urkundlich erwähnt, dass in der Schönfelder Lehnsherrschaft eine Wehranlage (Vorläufer des Schlosses?) errichtet wurde.

1460 – 1590 werden zwei Schlossanlagen im Stil der Sächsischen Renaissance erbaut.

1882 – 84 gibt es unter Leitung des Architekten Gotthilf Ludwig Möckel  eine Erweiterung und neuere Ausstattung des Schlosses im Stil der Neorenaissance.

1889 – 93 entsteht unter Leitung des Königlichen Gartendirektors Max Bertram der Landschaftspark des Schlosses.

1989 gibt es erste Sicherungsmaßnahmen zum Erhalt des Schlosses.

Zwischen 1990 - 99 erfährt das Gebäudeensemble des Schlosses eine umfangreiche Sanierung und Rekonstruktion.

2014 am 12. Oktober sieht das (berechtigterweise so genannte) Traumschloss eine Adelsgesellschaft, die auf das angenehmste von diesem traumhaften Stückchen sächsischer Heimat überrascht wurde.

Erst nachdem wir im Schlosshof, vom fleißig Händegeklapper spendendem Publikum begrüßt wurden, kam uns in den Sinn, dass es da zwei Vereinsmitglieder gibt, die schon früh vor uns, hier ihre Liebe zum Traumschloss entdeckt haben und das hat historische Wurzeln. Günther und Heidrun TENNERT (fast hier mit Heimvorteil) verkörpern (auch im TDB) das Landjunkerpaar von Erdmannsdorff, welches hier Geschichte mitgeschrieben hat. Carl Friedrich Freiherr von Erdmannsdorf auf Schönfeld, der spätere kursächsiche Kammerherr, verlebte seine Kindheit und Jugend auf dem Rittergut seines Vaters in Strauch bei Großenhain und wurde später dazu, durch Heirat mit der Freiin auf Zschorna und Schönfeld, Erdmuthe Magdalena von der Sahla, auch Herr auf Schönfeld.

So avancierte unsere Freundin Heidrun TENNERT zur „gastgebenden“ Schlossherrin Erdmuthe Magdalena, begrüßte die Adelsgesellschaft und stellte sie dem Publikum vor.

Schon beim Festumzug mit seiner unüberhörbaren Musik begleitend dabei, brannte FUN ON DRUMS des >>Zabeltitzer Spielmannszugs“ dann im Schlosshof ein wahres Trommelfeuer ab. Da wurde nicht nur gekonnt getrommelt, - genau so gekonnt waren die Showeinlagen, bei denen die Schlaghölzer von einem Akteur zum anderen wirbelten, wo damit gefochten wurde und wo auch bei lautstarkem Gebrüll von Maorikriegern keines zu Boden ging. Diese Trommelshow der jungen Leute aus Zabeltitz war bestimmt einer der Höhepunkte des Festgeschehens hier im Traumschloss.

Gut, der eben erlebte lautstarke Programmpunkt dürfte alle Träumer aufgeschreckt haben, aber wer Heidrun ins Schloss folgte, dürfte das Träumen wieder erlernt haben. Die Hochzeitsmesse hatte einige Dinge zu bieten, die sanften Träumen förderlich sind, aber wer seinen Blick über die Angebotsstände hinweg schweifen ließ, der konnte schon auch in Märchenträume verfallen. Wer hätte hier eine so tolle Inneneinrichtung im Schloss vermutet? Wirklich ein Traumschloss, - kein Wunder, dass es bei Heiratskandidaten eine ganz heiße Nummer ist.

Ein gewisser Kämmerer und eine gewisse Hofsängerin haben das alles schon seit 34 Jahren hinter sich, aber mit einem weißen Pfauentäubchen auf der Hand, kommen schon auch mal solch alt gediente Eheleute ins Turteln.

Ob beim Messebesuch, Genuss von Kuchen nach Hausfrauenart, dem kameradschaftlichen Plausch mit Gleichgesinnten, bei der Beantwortung von Besucherfragen, oder bei einem Spaziergang durch den wildromantischen Landschaftspark des Schlosses Schönfeld, - wir hatten alle einen ganz wundervollen Sonntagnachmittag und wir kennen nun einen Ort, den zu besuchen, sich sicher immer wieder lohnen wird.

Ich danke unseren Vereinsfreundinnen Elke, Nadin, Renate und Silke, die unsere Fahrgemeinschaft in Anspruch genommen haben und in Schönfeld dabei waren und ich danke Heidrun und Günther für ihr Engagement jetzt und früher für Schönfeld, Werner danke ich fürs publik machen und fürs Vorangehen als Kurfürst und Bernd ANGERMANN und Freunden danke ich für die freundliche Aufnahme.

Wer also künftig Lust auf Traumschloss, Märchenschloss, Hochzeitsschloss, Museumsschloss, Winterball und und und … hat, der merke sich vor, dass es im Landkreis Meißen, hart an der Grenze zu Brandenburg das Ziel dieser Wünsche gibt. Text und Fotos: Bernd Schwabe (eingestellt am 13.10.2014)

 

 



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