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Besuch der Ersten Brandenburgischen Landesausstellung in Doberlug am 03.10.2014

Was man gesehen haben muss:

1.Brandenburgische Landesausstellung in Doberlug

Wir besuchten die Exposition am Nationalfeiertag 3. Oktober 2014

Preußen und Sachsen – Szenen einer Nachbarschaft“  

so betitelten die Macher diese großartige Ausstellung, deren Kernaussage ist, Preußen und Sachsen haben sich vertragen und konnten in Freundschaft nebeneinander leben und  hatten leider auch Feindschaft die Sachsen von Preußen entfernte! Letztere Aussage dürfte heute nur noch in Hohlköpfen kursieren, denn mittlerweile haben diese beiden benachbarten Bundesländer weit reichende, für beide Seiten fruchtbringende Beziehungen in der Wirtschaft, in Kunst und Kultur und auch zwischenmenschlich dürfte es kaum noch Differenzen geben, - wir essen ja nun alle, - Preußen (Brandenburger und Berliner) und Sachsen, - holländische Grüne Gurken, da müssen wir nicht mehr (wie 40 Jahre lang) sehnsuchtsvoll den Weg sächsischer Gurken in die „Hauptstadt der DDR“ verfolgen und den Anderen wird der Wohlklang sächsischer Mundart in den dortigen Supermärkten nicht mehr grimmige Gemütsaufwallungen verursachen. Was im Großen möglich ist, praktizieren wir im Kleinen und so verbinden uns seit Jahren die vielfältigste Bande in unserem Hobby mit Freunden aus Berlin und Brandenburg.

Der Eindrücke bringt man nach dem Besuch der Ausstellung so viele mit, dass man ellenlang darüber berichten könnte, was wohl jeden Rahmen sprengen würde.

Wer den Weg in den Elbe - Elster Landkreis nach Dobelug – Kirchhain nicht scheut, dem sei der Ausstellungskatalog zum Nachlesen empfohlen. Ein wahres Schatzkästchen, prall gefüllt mit Geschichte unseres Sachsenlandes und Brandenburgs, machen diesen Ausstellungsführer zum Fachbuch, welches noch lange nach Ausstellungsende viel Informationswert besitzen wird.

Einige Zitate aus den Grußworten der Ministerpräsidenten WOIDKE und TILLICH seien hier eingefügt:

„Verheiratet waren sie nie, Preußen und Sachsen, aber sie hatten es miteinander… der Untertitel der Landesausstellung lässt erahnen, dass diese Wechselbeziehungen schon lange Bestand haben.  Facetten aus drei Jahrhunderten einer Geschichte, die viele Ausprägungen des Mit- und Gegeneinanders kannte, stehen im Zentrum der Ausstellung. Wer weiß schon, dass der Süden Brandenburgs bis zum Wiener Kongress 1815 sächsisch war? Im Zeitalter der Monarchen wurden Territorien und  Untertanen verschoben, - so auch die Sachsen, die über Nacht Preußen wurden. Mit Schloss Doberlug…, dass in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts von Sachsens Kurfürst Johann Georg I. erbaut wurde, präsentiert sich ein Ausstellungsort, der selber Zeugnis jener Zeit ist, in der dieser Teil Brandenburgs noch sächsisch war. … Nun ist die >>sächsische Perle Brandenburgs<< erstmals wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Darauf kann man stolz blicken. …   Die Vergangenheit ragt überall in die Gegenwart hinein. Noch immer lebt sächsische Lebensart im brandenburgischen Süden.  … In dem die Landesausstellung das Vergangene in das Heute holt, trägt sie auch zu unserer Selbstvergewisserung bei. Nur wer weiß, wo er herkommt, kann auch sagen, wo er hin will.  … „ (Ministerpräsident Brandenburgs Dr. Dietmar WOIDKE)

„Sachsen und Preußen haben einander in ihrer Geschichte geprägt. Die Erste Brandenburgische Landesausstellung >>Preußen und Sachsen. Szenen einer Nachbarschaft<< spiegelt diese einzigartige Beziehung beider Länder wider. Es ist mir deshalb eine Freude… mit meinem brandenburgischen Kollegen Dr. Dietmar Woidke die Schirmherrschaft für die Landesausstellung zu übernehmen.  Beide Länder pflegen über Jahrhunderte zum einen ein intensives und freundschaftliches Verhältnis, das sich in einem regen kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Austausch niederschlug. Die prunkvollen Bauten in Sachsen und Brandenburg, die heute Weltruf genießen, gehen auch auf die ambitionierte Konkurrenz der einstigen Herrscherhäuser zurück. Allerdings gab es zum anderen auch Zeiten feindseliger Rivalität und offener Auseinandersetzungen, wovon insbesondere die Lausitz betroffen war. Schloss Doberlug – dort, >>wo Preußen Sachsen küsst<< - symbolisiert als Veranstaltungsort genau das: Einst im Besitz des sächsischen Kurfürsten, fiel es 1815 an Preußen. Jetzt wird es… erstmals wieder genutzt und lässt die wechselvolle Geschichte von >>Sachsens Glanz und Preußens Gloria<< für die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung lebendig werden. …  Ich hoffe, dass die Ausstellung in beiden Ländern ein großer Erfolg wird.  … „(Ministerpräsident des Freistaates Sachsen Stanislaw Tillich)

Wir denken, dass gerade diese Landesausstellung ein Besuchermagnet ist, werden doch darin die Bewohner dreier Bundesländer, - Brandenburg, Berlin und Sachsen, angesprochen und deren Geschichtsbewusstsein aufgepeppt. Wir vom TDB können nur mit Begeisterung von dieser wunderbaren Ausstellung sprechen.

Wir, dass waren konkret Nadin SCHUBERT mit Familie, Frank WEISE, Gerd JACOB, Regina und Bernd SCHWABE mit unseren AKB- Freunden Christine BARTEL und Wolfgang PETZOLDT. Eigentlich war der Termin ursprünglich anders gelegt und wurde relativ kurzfristig auf den 3. Oktober verlegt, was vielleicht ein Grund war, dass unser Kreis nicht zu umfangreich war. Für unsere Führung, die Gerd JACOB angeschoben hatte und unsere Freundin aus der Barockszene Monika KUTA (Gräfin von Cama) für uns machte, war das sicherlich von Vorteil.

Frau KUTA hat uns mit viel Fachwissen durch den Ausstellungsstoff geführt und, - obwohl wir ja nun, durch unser Hobby, nicht ganz unbeleckt sind, auch viele für uns neue Dinge angesprochen. Gäbe es für solch eine Ausstellungsführung eine Benotung, wäre das, - da waren wir einhelliger Meinung, eine glatte EINS Plus!!! Es war ein Genuss, ihren Ausführungen zu folgen.

Es war gut, dass wir eine Führung gebucht hatten, denn wer das Schloss Doberlug ohne eine solche besuchen wollte, hatte eine längere Wartezeit in Kauf zu nehmen. Bautechnisch begründet, dürfen die Räume des herrlich restaurierten Schlosses nur in geringerer Personenzahl betreten werden. Dementsprechend lang waren dann auch die Warteschlangen auf dem Schlosshof.

Ausgerüstet mit Kopfhörern, die es ermöglichten, den Ausführungen der Gästeführerin auch dann noch zu folgen, wenn man etwas abseits liegendes Interessantes entdeckt hatte, hatte uns Frau KUTA gut eineinhalb Stunden im Schlepptau und das, ich sagte es schon, war ein weiteres Erlebnis unserer Bildungsreise zur ersten Landesausstellung Brandenburgs.

Angefüllt mit neuem Wissen und altem aufgefrischtem, kehrten wir dem Schloss den Rücken und wendeten uns dem frisch restaurierten Refektorium und der spätromanisch- frühgotischen (ehemaligen) Klosterkirche zu. Letzterer statteten wir einen Besuch ab und waren ein weiteres Mal erstaunt. So viel Prunk und Pracht hatten wir im Inneren der Kirche nicht erwartet, da sie außen eher bescheiden wirkte. Wir sahen ein imposantes Bauwerk, was wir so noch nicht kennen lernen durften.

Es war wohl dem Nationalfeiertag geschuldet, dass zwischen Schloss und Kirche ein Volksfest gerade in Gang gesetzt wurde. Doberlug feierte sein Weinfest, wozu sogar die einheimische Weinkönigin mit (absonderlicher) Bezeichnung >>Schliebener Moie<< anwesend war und, - ganz im Zeichen der Nachbarschaft, die Sächsischen Weinprinzessin angereist war.

Während wir uns an frisch geräucherter Forelle und Aal gütlich taten und dem Doberluger Hauswein oder Federweißem zusprachen, begab sich der Bürgermeister von Doberlug- Kirchhain Herr Bodo BROSZINSKI mit Gattin auf die Bühne, um die Festbesucher zu begrüßen, für die Landesschau zu werben und vor allem, um allen, die hier ums Schloss und in seiner Stadt so erfolgreich wirkten und wirken, zu danken. Der Bürgermeister kann wirklich stolz auf das Erreichte sein. Und wenn er, - wenn er schon unbedingt als August der Starke auftreten muss, dann nicht wie der Hofkutscher, sondern mit Allongeperücke (wie August II.) erscheint, hätten die Barockleute aus Dresden überhaupt nichts zu beanstanden gehabt. Wir haben uns während der Stunden – in der sächsischen Perle Brandenburgs - sehr wohl gefühlt und möchten alle, die diese Zeilen lesen, ermuntern, der Ersten Brandenburgischen Landesausstellung und der Stadt Doberlug – Kirchhain unbedingt einen Besuch abzustatten. Es lohnt sich sehr.

Leider durfte in der Ausstellung nicht fotografiert werden, sodass nur außerhalb des Schlosses geknipst wurde. Das besorgte, genau wie den Text, wie immer Bernd Schwabe (eingestellt am 06.10.2014)  

 



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