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Wir flanieren in den sonnigen Herbst (28.09.2014)

Herbstliche Sonne macht Flanieren zur Wonne

Herbstflanieren am Sonntag, den 28. 09. 2014

mit Bestallung eines Kurfürstlich- Sächsischen Hof- Blitzableiters und einer Oberhofgummibesorgerin

Es wäre wohl Sünde gewesen, dieses herrliche (trotz verstrichenem Datum des Herbstanfangs) spätsommerlich zu nennende Wetter, nicht für einen Flaniergang zu nutzen. Ursprünglich war geplant, an diesem Tag nach Doberlug - Kirchhain zu fahren, um die dortige, - wegen vieler dort dokumentierter sächsischer Geschichtsfakten, - auch für uns interessante, >>1. Brandenburgische Landesausstellung<< zu besuchen. Irgendwie kam aber dazwischen, dass es eine Matinee „Der Zarewitsch“ in der Schütz- Residenz geben würde, so dass unser ursprüngliches Ziel kurzerhand gecancelt wurde. Wer dann das Glück hatte, einen Platz zu ergattern, konnte über dieses Musikereignis Gutes berichten.  

Nach dem Theatererlebnis war ein Flaniergang des AKB geplant. Damit die, die nicht in die Schütz- Residenz konnten oder wollten, den Anschluss zu denen, die dort waren, herstellen konnten, wurde als Uhrzeit unseres Treffens und Abmarsches am „Schießhaus“ 12:30 Uhr vereinbart. Als der Kämmerer, der Prinzessin Augusta Anna Constantia von Friesen (Ina HIRCHE) in seiner Kalesche mitgebracht hatte, weit nach vereinbarter Zeit noch keine Seele sah, machte sich etwas Unruhe in ihm breit. Doch dann kam die Baronin Henriette von Zetau (Renate AL ATRASH) und nach erfolgter Nachfrage durch eine Brieftaube namens M(h)andy ritten auch Majestät (Werner POHLE) und die „Burggräfin“ von Cosel (Veneta LORENZ) am „Schießhaus“ ein. Groß war unsere Runde ja nicht, aber nun konnte unser Rundgang beginnen.

An den Ausgrabungen des >>Herzogin Garten<< vorbei, ging es zur Ostra- Allee und dann am Zwingergraben entlang zum Kronentor. Dort drum herum wird noch immer restauriert und daher eingehüllt, so dass es immer irgendwelche Abdeckungen gibt, die wenig fotogen sind. Daher gab es die ersten Fotos erst im Zwingergarten. Ungewohnt wenige Menschen bevölkerten diesen zunächst, aber mit unserem Auftauchen waren wir erstaunlicherweise schnell von einem regen Gewimmel und Gewusel umgeben. Freude brachte unser Erscheinen allemal und manches Foto mit den edel gewandeten Hofleuten ging wohl mit auf die Heimreise.  

Später trafen wir auf das Freiherrenpaar Carl Friedrich von Erdmannsdorff auf Schönfeld mit Gemahlin Erdmuthe Sophie (Günther und Heidrun TENNERT) und eine Brieftaube vermeldete uns, dass der General Moritz August Freiherr von Spörcken, mit Gemahlin (G. u. V. JACOB), in der Neuen Wache festsitzt.

Schnell vollbrachten wir unsere Befreiungstat (selbiger Spörcken hatte wohl schon seine Zeche gemacht) und wir sputeten unserer Majestät nach, die, wie zumeist, schnellen Fußes voraneilte…

Im Schatten der Kunstakademie war es dem Kurfürst angelegen, seinen treuen Kämmerer Grafen zu Nau in den Stand eines Kurfürstlich- Sächsischen und Königlich- Polnischen Hof- Blitzableiter zu erheben. Ebenso erhielt die brave Baronin Zetau das Hofamt einer Königlich- Kursächsischen Gummi- Besorgerin *)

Hier auf der Brühlschen Terrasse begegnete uns die Zarin Katharina II. mit ihrem Gefolge, - in verkehrter Richtung wie wir meinten. Uns führten unsere Schritte zum Neumarkt und wenig später zur Schlossstrasse, wo wir an Gartentischen des Schlossbistrocafés Kaffee und Kuchen und die Herbstsonne genossen und wieder auf die russische Kaiserin trafen. Nachdem sich der Zarinnenhof, wiederum entgegen der Route der AKBer entfernt hatte, brachen wir auch bald auf. Majestät hatte es recht eilig, seine „Burgknacki“ auf die Burg Stolpen zu bekommen. Das dortige Separee muss sehr kuschelig sein.

Die Zetau trug Majestät letztmalig für heute den Gummi zu künftigem Gebrauch nach (ohne diesen, schlägt des Kurfürsten Kavaliersstock zu hart auf*) und der Kämmerer schaute nach, ob  beide Teile des seinigen Stockes noch am Manne seien. Ja, auch das Teil, was durch königlichen Befehl zum Blitzableiter bestimmt wurde, war noch vorhanden!

Frohen Mutes, - es war kein Wölkchen am Himmel und damit kein Blitzschlag zu befürchten, führte nun der Graf zu Nau das Fähnlein der Aufrechten durch Zwingergarten, Nymphenbad, auf den Wall und am Zwingergraben und Herzogin Garten vorbei, zurück zum „Schießhaus“, dem Ausgangspunkt unseres so erfreulichen Flanierganges. Ach, was hatten wir doch für ein schönes Wochenende meint Bernd Schwabe, der den Text verfasste und die Fotos schoss. (eingestellt am 30.01.2014)

 

 

 



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