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Beim 9. Nachbarschaftsfest in Freital am 27.09.2014 dabei

Zu Besuch bei Nachbarn:

Unser Mitwirken beim Integrationsfest HALLO NACHBAR am Samstag, den 27. September 2014 in Freital – Zauckerode

Ein Fest im Rahmen der bundesweiten Interkulturellen Woche

Wenn es der Wettergott St. Petrus, mit uns so gut meint, wie kaum den ganzen Sommer hindurch, dann hält den „Schönwetterhofstaat (O- Ton Tilo MEIßNER) nichts in seinen Gemächern und so folgten wir der Einladung unserer Vereinsfreundin Nadin SCHUBERT, die ihre Wurzeln im fernen Russland hat, gern, um am nunmehr schon 9. Nachbarschaftsfest in Freital- Zauckerode  teilzunehmen. Mit Nachbarschaft ist hier nicht nur die Schulzen und Meiern auf der gleichen Etage gemeint, sondern hier geht es vorrangig um das vorurteilsfreie, freundliche und integrierende Miteinander der verschiedensten Kulturen, die mittlerweile zu Freitalern wurden oder werden wollen oder auch nur zeitweilig hier Gastrecht genießen, weil ihnen der Terror in der Heimat das Zurückgehen derzeit nicht möglich macht, oder weil sie hier durch Beruf oder Studium eine zeitweilige zweite Heimat gefunden haben. Ganze 5,2 % der Flüchtlinge kommen nach Sachsen, - wer spricht da von Überfremdung? Keiner sollte seine Augen und Herzen verschließen, sondern so, wie wir als TDB und das Barock- und Tanztheater hier willkommen waren, seinen WILLKOMMENSGRUSS entrichten. Wir sind der >>Aachener Erklärung<< verpflichtet, was uns daher, als Historiendarsteller, gerne nach Freital führte.

Wir hatten uns für 14:00 Uhr auf dem Festgelände am Oppel- Schacht (Glück- Auf- Strasse) in Zauckerode verabredet und wurden dort schon von Nadin erwartet. Und auf uns wartete dort auch ein internationales Bühnenprogramm, zahlreiche Informationsstände von Vereinen, ein buntes Kinderprogramm und Kulinarische Leckereien aus aller Welt. Ein wirklich viel bietendes Fest hatte der Freitaler Oberbürgermeister Klaus MÄTTIG am Vormittag zu eröffnen. Ein Fest, was unter der Regie vom „Das Zusammenleben“ e.V. und dem Mitwirken vieler, wirklich sehr viel zu bieten hatte, - dabei nicht wenig, auch für das gegenseitige Verstehen und Akzeptieren.

Als wir das Festgelände betraten, waren wir mitten drin im Kinderprogramm von „Meister Klecks und Spaßifix“, dem die Kleinen begeistert folgten. Derweil saßen wir bei Piroggen, Pelmeni, Samosa, Tscheburek, Fleischspieß, Frühlingsrolle oder Wan Tan und erfreuten uns dann an den Darbietungen der Wu Shu – Schwertkämpfer, dem Kinderballett „Cinderella“ der Ballettschule Dresden, oder an der Anmut der Gruppe „Sanskriti“, die uns Tänze der verschiedensten indischen Regionen vorführte.

Zwischendurch besichtigten wir die Stände und informierten uns über die Arbeit der Migrations- Vereine, des „Das Zusammenleben“ e.V., oder am Stand der Caritas…

Auch zur Evangelischen Begegnungsstätte „Am Brunnen“ und den dort angebotenen Kuchenköstlichkeiten a. -la. Hausfrauen- Art führte uns unser Appetit und beim Trödelmarkt wurden wir auch fündig. Leider waren diese beiden Anlaufpunkte ebenso versteckt und etwas vom übrigen Festtrubel abgelegen, wie ein gewisses Stilles Örtchen!

Majestät August II. König in Polen und Kurfürst von Sachsen (Werner POHLE), der der „Burggräfin“ von Cosel (Veneta LORENZ), für diesen Besuch in Zauckerode, Freigang von Stolpen gewährt hatte, entführte uns auch zur Kleintierschau. Es ist ja nicht unbekannt, dass unsere Majestät eine gewisse Vorliebe für junge Hühnchen hat…

Die Music KLOPPHOLZ lockte zurück zum Bühnenbereich, wo wir nun auch die Tanzakrobatik der Kindergruppe des Hainsberger SV erlebten. Ach wie waren die kleenen Maja- Bienen und- Hummeln süß… Gereiftere Herrschaften schafften sich dann bei der Darbietung der klassischen Form des LINE DANCE.

Nebenbei bastelten einige der Adelsleute, unter fachlicher Anleitung einer chinesischen Volkskünstlerin Lotosblumen aus Papier.

Besonders gebannt war der olle Kämmerer (Bernd SCHWABE), als er von der Indiogruppe „MAQUI“ Musik aus den Anden zu hören bekam. Diese Musik gefällt ihm besonders, aber Majestät entsprach nicht seinem Wunsch, ihn als jetzigen Gesandten in Russisch- Finnland nach Peru zu versetzen, um sich dort täglich bei dieser Musik ergehen zu lassen.

Der Nachmittag war inzwischen fortgeschritten und die Moderatorin sagte eine Barocktanz- Darbietung an. Da hieß es auf der Bühne Einzug zu halten. Lag es nun daran, dass diese für 4 Tanzpaare recht eng war oder lag es an der Ankündigung auf dem Programmzettel: „BAROKKOTANZ“, dass es etwas holperig zuging? Die Akteure des BTT Werner POHLE, Veneta LORENZ, Christine BARTEL und Wolfgang PETZOLDT haben aber mit ihren zwei Tänzen alles wieder gut gemacht. Auch das Lied der Hofsängerin (Regina SCHWABE) mit Zweitstimme (Silvia WEISE) kam gut an. Beifall haben wir alle geerntet, waren unsere Darbietungen doch mal etwas ganz neues bei „Hallo Nachbar“.

So wie wir, hatte auch „Move to Dance“ Freude an der Musik, der Bewegung und der Schönheit… „Tussangana“ brachte getanzte und getrommelte Grüße vom Schwarzen Kontinent mit nach Zauckerode und das „Familienduo EDELWEIS“ brachte deutsch getextete Lieder aus den Weiten Sibiriens zu Gehör und erstaunte uns mit ihrem Auftritt, denn die Akteure waren unsere Freunde Nadin und Bernd SCHUBERT. Was man so alles bei einem interkulturellen Fest erfährt!

Das Fest und Programm ging noch weiter bis in die Nacht, aber wir kürten einen Tanz der Gruppe „IMPULS“ des Vereins „Das Zusammenleben“ zu unserem Abschiedshöhepunkt und ein solcher war das auch. Wie viele Nationen waren wohl vertreten? Warum nur ist diese hier gezeigte Verbunden- und Gemeinsamkeit nicht die Norm in der Welt, wo noch immer Menschen verfolgt, gequält, vertrieben und umgebracht werden. Wie friedlich könnte unsere Welt doch sein, wenn statt Hasstiraden, überall >>HALLO NACHBAR<< zu hören wäre?!

Dem Tanz folgte eine Wiederholung, allerdings vermischt mit Akteuren aus dem Publikum, so dass auch die ehrenwerte Baronessa de Moretti, durch einen freudestrahlenden, heimatlich gewandeten Kavalier aus Indien zum Tanze entführt wurde und, - hä, hä, - welche (Schadens-)Freude des Kämmerers, auch der werte Graf von Weißenberg (Frank WEISE), der im Allgemeinen jede Tanzfläche meidet, durfte sich auf den Tanzrasen entführen lassen und das auch noch von der Chefin von „Das Zusammenleben“. „Nu, das getanzte Zusammläben sah nicht übel aus, lieber Graf!!!“

Nun, ehe wir wegen anderweitiger Termine aufbrechen mussten, bat unsere hochlöbliche Gräfin Aurora von Königsmarck (Silvia WEISE) noch um ein abschließendes Lichtgemälde des Hofstaates, dem sich als Teilnehmer am Ausflug nach Freital - Zauckerode, auch die Prinzessin Augusta Anna Constantia von Friesen (Tochter August II. mit Gräfin Cosel, dargestellt von Ina HIRCHE) zugesellte und auch der General von Spörcken (Gerd JACOB) gab dem Bild in seiner roten Uniform einen kräftigen Farbtupfer. Den Auslöser bediente Veronika JACOB, die als zivile „Bazillenschleuder“ ebenfalls mit in Zauckerode war.

Mehrheitlich hat es uns bei diesem Integrationsfest HALLO NACHBAR gefallen und wir bedanken uns bei den Organisatoren und allen Mitwirkenden für diesen vergnüglichen Nachmittag im Schatten des Oppelschacht – Förderturmes. Gern kommen wir wieder und würden uns dann wünschen, dass mehr akzentfrei sprechende Besucher dem Fest und Anliegen Fülle geben. Text und Fotos: Bernd Schwabe, F.Weise, Fotos mit VJ: Veronika JACOB (eingestellt am 30.09.2014) 

 

   



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