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Als Gastdozenten im Zwinger am 08.07.2014

 Mit einer TU- Studiengruppe im Zwinger (08.07.2014)

Als Gastdozenten mit Lehramts- Referentaren in Dresdens schönstem Garten

Es war schon überraschend, als mich unsere Vorsitzende Silvia WEISE ansprach, ob ich es übernehmen könnte, eine Seminargruppe der Technischen Universität Dresden im Zwinger zu führen und dabei besonders das Nymphenbad zu berühren. Sie selbst hätte es gern übernommen, konnte den Termin aber nicht mit ihrem dienstlichen Plan in Einklang bringen. Eigentlich wollte Silvia mir ursprünglich etwas zum Thema Zwinger ausarbeiten, aber wie gesagt, die berufliche Anspannung ließ sie dieses Vorhaben vergessen und ich hatte dann in der Folgezeit viel Literatur zu wälzen. Auch wenn man einiges schon im Kopf hatte, bemerkte man, dass es da immer wieder Wissenslücken zu schließen gab. Eigentlich hätte ich, - wie sich dann vor Ort und mit den jungen Leuten herausstellte, keine Manschetten haben müssen, aber vorsichtshalber bat ich unseren Freund Wolfgang PETZOLDT, der sehr belesen ist in Sachen Geschichte, um seine Unterstützung. Natürlich sagte er zu und so konnten wir uns in der Thematik der Ausführungen hineinteilen. Wolfgang bediente dann auch den geschichtlichen Part und ich ging auf die Besonderheiten des Dresdner Barock ein, - der ja im Zwinger seinen schönsten Ausdruck findet, - auch heute noch. Zu den schönsten Orten des Zwingergartens gehört das Nymphenbad, diese grottenartig angelegte Wasserkunst im Schatten des Wall- und Französischen Pavillons.

Damit zum Stein der Bauten und Plastiken auch etwas barocker Farbglanz hinzukommt, hatten wir die Idee, die Seminarführung in Robe zu absolvieren. Gern erklärte sich unsere holde Weiblichkeit Christine BARTEL und Regina SCHWABE bereit, uns in den Zwinger als Frau Stadtmajorin bzw. als Hofsängerin zu begleiten. Am Dienstag, den 08. Juli 15:00 Uhr war es dann soweit, dass wir uns an unserer beliebten Fototreppe an der Semperoper mit der Seminarleiterin Frau Dr. SCHUMM und ihrer durchweg weiblichen Hörerschaft trafen. Den jungen Leuten stand ins Gesicht geschrieben, dass sie ob unseres historischen Aussehens auf das angenehmste überrascht waren. Nach meiner Begrüßung und der Vorstellung unserer barocken Personen, begab sich Wolfgang in die Geschichte des augusteischen Zeitalters und dem in dieser Zeit geschaffenen barocken Prunk.

Ich hatte es mir zur Aufgabe gemacht etwas zur gartenarchitektonischen Seite des Zwingergartenbaus und die spielerische Leichtigkeit, die der Dresdner Barock in sich hat, zu sagen. Die Studenten, - zukünftige Lehrer mit Hauptfachrichtung Spanisch, staunten nicht schlecht, zu hören, dass zu August II. Zeiten der Sandstein der Zwingerbauten und auch die Skulpturen weiß angestrichen wurden und den Kupferdächern keine Zeit zum Ansetzen von Grünspan blieb, da diese mit blauer Farbe übermalt wurden. Namen wie Permoser, Pöppelmann, aber auch des „Hobby- Architekten“ August dem Starken und nicht zu vergessen des Leiters der Zwingerbauhütte Georg Hubert EHRMISCH, der sich nach 1945 vehement dafür einsetzte das dieses Weltkulturdenkmal Zwinger wieder in neuem „alten“ Glanz aus Trümmern wieder entstehen konnte, wurden genannt und auch die Fehler bei der Renovierung (in den 1920er Jahren) wurden aufgezeigt.

Diese Führung durch den Zwinger (eine Stunde ist dafür unbedingt zu wenig Zeit) wurde von der Dozentin Frau Dr. SCHUMM im Rahmen einer Veranstaltung über Barockliteratur in Spanien angeregt und sollte einen Bezug vom streng- katholischen Barock Spaniens zur spielerischen Leichtigkeit des Dresdner Barock herstellen.

Wie schon gesagt, ganz tiefgründig konnten wir nicht in die Geschichte des Zwingers und seiner Erbauer eindringen, dazu war die Zeit zu knapp und so musste manche Frage der Studentinnen unbeantwortet bleiben. Das nächste Seminar wartete in der Uni schon und so trennten wir uns in der Gewissheit, den zukünftigen Lehrern eine Stunde interessante Dresdner Geschichte geboten zu haben…

Irgendwie war uns der Nachmittag nur angebrochen und so folgten wir Christine BARTELS Vorschlag und so ging es ins Café am Schloss zu einem scheenen Tässchen Gaffäh…

Auch Eis wurde verschnappeliert, was bei dem schwülfeuchten Wetter sehr wohl tat, und derart gestärkt ging es noch auf „einen Sprung“ in den Zwinger zurück. Hier war der Touristentrubel schon stark abgeebbt, was nicht heißen will, dass wir es dort beschaulich- ruhig gehabt hätten. Wie ein Schwarm aufgescheuchter Hühner fiel eine Gruppe israelischer Touristen über uns her, - eine Jede und ein Jeder wollte ein Foto mit nach Israel nehmen, auf dem sie zusammen mit den „merkwürdig gewandeten“ Leuten aus Dresden drauf sind. Es hat den Rezensenten gefreut, dass die Israelis keinen Grund dafür sahen, von Tschechien aus, wo sie 10 Tage Urlaub machten, keinen Abstecher in die deutsche Stadt Dresden zu machen. Ich denke, solche Begegnungen, wie diese hier im Zwinger, sind das beste Mittel um alten Hass versiegen zu lassen. In Dresden sollen alle Menschen guten Willens immer ganz herzlich willkommen sein. Vielleicht besucht die eine oder andere Studentin einmal das Land ihrer Sehnsüchte, - Spanien, - und trägt dann unser Dresdner Willkommen in dieses Land…

Text und Fotos: Bernd Schwabe/Regina Schwabe (2) eingestellt am 28.07.2014

 

 



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