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Zu Besuch bei August II. und bei Tilo Meißner am 12. 05. 2014

Geburtstagsbesuch beim Starken August und am Grabe seines Darstellers Tilo Meißner

Wir besuchten am 12. Mai unseren Kurfürsten an seinem 344. Geburtstag in der Fürstengruft der Dresdner Kathedrale (ehem. Hofkirche)

Der Wettergott St. Petrus war wohl etwas unentschlossen, was für Wetter an dem Tag zu machen sei, an dem traditionsgemäß die Barockdarsteller von AKB und TDB ihren Geburtstagsbesuch im Dresdner Dom abstatten. So sah es zunächst nicht sehr verlockend aus, was Nachfragen und Absagen zur Folge hatte… Tilo hatte schon recht, wenn er meinte, in seinem Gefolge befände sich ein reiner Schönwetterhofstaat. Ja, es war aber auch verflixt, genau zur Zeit des vereinbarten Treffens, gegen 13:45 Uhr ergossen sich die Himmelsschleusen mit voller Kraft und es hieß, schnell unter das schützende Dach der Kirche zu flüchten. Dort versammelten sich dann, trotz der Wetterkapriolen, 20 Barockdarsteller, die dem bekanntesten und wohl auch bedeutendsten Sachsenfürsten ihre Referenz zum Geburtstag abzustatten gedachten. Wir waren erfreut, dass der Hofstaat hierin Verstärkung aus der Weißenfelser Ecke erhielt. Herzlich begrüßten wir unsere Freunde Katrin SUKRAU - WUTTKE als Charlotte von der Lieth, Sven WUTTKE als Gesandter Ulrich Friedrich Graf von Suhm und Michael HELM als Generalfeldmarschall Prinz von Hildburghausen. Ihnen zur Seite, - gewissermaßen als militärische Bedeckung, begleitete sie ein Fahnenjunker des Infanterieregimentes aus Weißenfels, - der laut des Rezensenten dieses Treffens, „genau so aussieht, wie man diese Kerls von Gemälden kennt“. In der Tat, er bemerkte erst recht spät, dass der Fahnenjunker eine Junkerin ist. Das spricht wohl voll für das Darstellungstalent und die Ausstattung (und Ausstrahlung) unserer neuen Freundin Ines LANGE.

Entgegen vorheriger Absprachen, sollten wir nicht ohne das Publikum der regulären Führung in die Gruft gelangen, was uns zunächst nicht so sehr erfreute, - weil es, wie sich zeigte, dort drunten recht eng zugehen würde. Aber dann erwies es sich doch als gut, dass die Besucher unserer Stadt hautnah erleben konnten, wie wir hier das Barock leben. Wir erhielten von den Zaungästen viele begeisterte und anerkennende Worte.

An der Kapsel, die das Herz des Starken August birgt, - welches halt (noch) immer und ewig für sein Sachsenland und seine Sachsen schlägt, so wie unsere Herzen für die augusteische Epoche unseres Heimatlandes schlagen, versammelten wir uns in ehrendem Gedenken, - und wir und unsere Gäste hörten einen Nachruf, wie er damals 1733 auf unseren verblichenen Kurfürsten und König in Polen verfasst wurde. Danach wurde ein Blumengebinde niedergelegt, welches dankenswerterweise wieder unsere Freundin Christine BARTEL (die Bosin) versorgt hatte. Ein Lied der Hofsängerin (Regina SCHWABE), direkt an AR gerichtet, durfte auch nicht fehlen, und man hörte daraufhin dessen Herz in der Kapsel schier heftiger schlagen.  

Wegen dem Gewusel der Führungsteilnehmer verzichteten wir diesmal auf die Besichtigung aller Gruftgewölbe, aber wieder an der frischen Luft am Theaterplatz angekommen, war unser erster Blick zum Reiterdenkmal gerichtet und mit König Johann begegnete uns der wohl sympathischste sächsische König aus dem Geschlecht der Wettiner. So ehrten wir in unseren Roben und unserem Tun darin alle die, deren letzte Ruhestätte sich in der Fürstengruft der Hofkirche befindet.

Gern entsprachen wir der Bitte unserer Weißenfelser Freunde und begaben uns nun noch auf eine Flanierrunde zu einigen der barocken Sehenswürdigkeiten der sächsischen Residenz, - zumal Petrus sich unsere Rüge zu Herzen genommen zu haben schien und nun Sonne zwischen den Wolken durchgucken ließ.

Am Fürstenzug vorbei ging es zum Neumarkt, wo wir die Frauenkirche umrundeten und es sich unser Generalleutnant Moritz August Freiherr von Spörken (Gerd JACOB) nicht nehmen ließ, den österreichischen Generalfeldmarschall und Prinzen von Hildburghausen, samt Gefolge, zur Kanone am „Pulverturm“ zu führen… Es mag ihn nicht erfreut haben, dass der Marschall zu bemerken hatte, dass mit diesem Ding wahrlich kein Staat zu machen (sprich: Krieg zu gewinnen) ist. Für ein Erinnerungsfoto war das „Donnerrohr“ aber allemal gut.

Am Trödel- und Antiquitätencafé, mit seinem Schälchen Heeßen und seinem leckeren Guchen, kamen wir nicht vorbei und hatten dabei Gelegenheit um mal wieder mit unseren Weißenfelsern zu plaudern und der Rezensent hatte die Gelegenheit (nun endlich) die Geschlechtsumwandlung des Fahnenjunkers zur netten jungen Frau zu erleben. Bei manchem dauert es halt seine Zeit!!!

Nach unserer Flanierrunde hatten wir ein weiteres Ziel und ein Teil seiner Freunde, die er über den Tod hinaus so zahlreich hat, strebten nun dem Friedhof in Striesen zu, um unserem lieben Freund Tilo MEIßNER, der uns vor einem Jahr für immer verlassen hat, die Ehre zu erweisen. Wir legten unsere Blumen nieder und Christine BARTEL hatte ein paar ehrende Worte für diesen unvergessenen Freund, der uns jahrelang als glaubwürdiger August der Starke vorangegangen ist. Tilo wird es gefreut haben, dass wir nicht nur Worthülsen von uns gegeben haben, sondern auch an seine letzte Ruhestätte fanden. Aber eine besondere Freude wird Tilo am Besuch „seiner Weißenfelser“ gehabt haben. Er hat oft von den Begegnungen mit seinen sächsischen Militärs aus Weißenfels erzählt. Sie haben ihn eher als Friedrich August angenommen und akzeptiert, als dies bei den Dresdnern der Fall war. Nun, diese werden ihren August – Tilo auch nicht vergessen und der Weg zu ihm, auf den Friedhof, wird nicht der letzte sein.

So ehrten wir am 12. Mai anno d. J. d. H. 2014 den Kurfürsten und König August II. anlässlich seines 344. Geburtstages und seinen Darsteller Tilo MEIßNER zum 1. Todestag. Manche Blumensträuße haben wir während dieses Jahres hier abgelegt und es werden nicht die letzten sein. Ja, und wenn uns der Starke August zur Fete seines 345. Wiegenfestes im Mai 2015 einlädt, werden wir uns auch nicht bitten lassen.

Wir verlebten einen schönen Tag und der Unterzeichnende ist sich sicher, dass dieser Tag, so wie wir ihn verlebten, auch unserem Tilo sehr gut gefallen hätte. Text und Foto: Bernd Schwabe (eingestellt am 17.05.2014)    



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