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unser 1. Mai zwischen Oper und Garten

Wenn die Hofoper ruft und die Schönheit der Damen Bühlauer Gartenidylle überstrahlt

Wir feiern den 1. Maiauf unsere Art

Opernbesuch beim Impressario der Kanarischen Inseln

Selten haben wir uns so auf den 1. Mai gefreut und dabei kämpften wir überhaupt nicht mit uns, uns zum Stellplatz der Maidemo zu begeben. Ganz freiwillig und freudig strebten wir diesem, dem Theaterplatz vor der Semperoper in der 11. Stunde, zu, - ohne Restriktionen durch BGL, BPO, DFD, FDJ u. ä. (wegen Fernbleibens oder in die Büsche schlagens) befürchten zu müssen. Unsere Befürchtungen lagen vier Tage zurück, wo wir noch um unsere Opernkarten bangen mussten, aber nun, nach deren Wiederauftauchen, warteten wir in erwartungsvoller Vorfreude auf dass, was uns  unsere Semperoper als Musikerlebnis zu bieten hat. 30 Barockfreunde erschienen in Robe und erlebten in dieser, eine Stunde wundervolle Unterhaltung, mit hörenswerter Musik und Kulissen und Kostümen, die man direkt mal wieder gern ansehen konnte. Ein echter Ohren- und Augenschmaus.(Christine,- hattest eine prima Idee !!! DANKE)

Kurz eine Beschreibung des Kunsterlebnisses. Tituliert wurde der Opernbesuch mit >> L` impresario delle Canarie << Intermezzo von Giovanni Battista Martini (1744).

Da wirbt der Opernimpresario Nibbio um die Sängerin Dorina und hat wohl nicht nur im Sinn, diese auf seine kanarische Theaterbühne zu bringen, - da spielen noch andere Begehrlichkeiten mit. Wird sich Dorina bezirzen lassen und mit diesem Windhund von Agenten von Tannen ziehen?  Deren Wille ist das wohl nicht, so wie ihr Sträuben und ihr Vorsingen mit bewusst falschen Tönen es uns ahnen lassen. Ja, es gelingt ihr Nibbio hinaus zu komplimentieren … Das ist der Stoff dieser Minioper, die zu ihrer Entstehungszeit zwischen den Akten umfangreicherer Opernwerke, - gewissermaßen zur Auflockerung, dargeboten wurde. Dorina, offensichtlich durch die Aufdringlichkeit des Impresario genervt und entkräftet, fällt auf ihrem Sofa in festen Schlaf und gibt mit ihrem Traum den Stoff für ein >>Sab- Plot<<, - Intermezzo im Intermezzo bzw. Stück im Stück. Während der „Impresario“ schon 1744 uraufgeführt wurde (Bologna), hatte das >>Sab- Plot<< der zeitgenössischen italienischen Komponistin Lucia Ronchetti ihre UA hier an der Dresdner Oper am 6. April 2014 . Es sprengt den Rahmen dieser Ausführungen, hier näher darauf einzugehen, aber auch das „Neumodische“ hat gefallen. Die junge Mezzosopranistin Christel LOETZSCH (Dorina) bezauberte durch den Klang ihrer Stimme und der Countertenor Matthias REXROTH lieferte zu seiner Stimme auch noch den Humor, der diesen Opernvormittag so überaus vergnüglich gemacht hat und worin er durch die Tänzer (Mandy GARBRECHT, Nicole MEIER und Mykola ABRAMENKO) nach besten Kräften unterstützt wurde. Rundum alles hat gefallen, - von Regie und Ausstattung bis zum Dirigenten (im Doppelpack Eineiiger Zwillinge) Felice VENANZONI und den musizierenden Mitgliedern des Festspielorchesters der Händelstadt Halle. Auch durch das Können der Nichtgenannten verging diese Stunde wie im Fluge und der Dresdner Hofstaat, selbst vom übrigen Publikum auch wohlwollend aufgenommen, verstärkte das verdiente Händegeklapper für diesen Operngenuss (in italienischer Sprache und deutscher Untertextung) gern.

Nach dem der Vorhang gefallen war, nahmen wir die Gelegenheit wahr, um in unseren Roben in Sempers herrlichen Opernhaus für einige Gruppenfotos zu posieren.  Als wir (bei unerwartet (noch) schönem Wetter) dann vor die Oper traten, war ein Fortkommen recht schwierig und der größte Teil der Hofgesellschaft ließ sich noch (gern) für unzählige Erinnerungsfotos aufhalten.

Doch dann hieß es doch, sich zu trennen, denn wir TDBer hatten noch einen weiteren Punkt im feiertäglichen Programm abzuarbeiten. Im OT Bühlau wartete SCHWABE’s Garten auf die Damen, die eine Lektion in

Barocker Schminkkunst

zu absolvieren gedachten. Unsere Vorsitzende Silvia WEISE hatte sich hierfür als Lektorin vorbereitet und auch im „Selbstversuch“ als Modell zur Verfügung gestellt. (Scheen sah sie dadurch aus!!!)

Doch vorher lockte die Kaffeetafel, deren Aufstellung mit mehreren Bittgesuchen gen Himmel, zu olle Petrus verbunden war. Während wir uns die köstliche Eierschecke, Apfelkuchen und Bienenstich unserer Heimbäckerinnen Veronika JACOB und Renate AL ATRASH munden ließen, - auch noch beim Schminkkurs und den praktischen Referenz- Übungen unserer Weiblichkeit, hielt das Wetter und nährte die Hoffnung, dass auch das Grillen ohne Dusche von oben möglich sein wird.

Leider hielt uns unser Hoffen und Harren wieder einmal zum Narren. Es goss dann zum Abend zu noch Blasen und das Verstauen von 20 Leuten im Gartengemäuer, welches sonst nur drei Leutchen als Unterstand dient, war schwierig, aber gelang. Ehe es so richtig nässte, gaben die SCHUBERT’s noch etwas aus ihrem kurzweiligen Gesangsrepertoire zum Besten und sorgten damit für viel Heiterkeit.

Der Grill konnte dann (einigermaßen) im Trocknen zum Flammen gebracht werden, auch wenn in der Grillkohle noch etwas Winterfeuchte steckte und es seine Zeit brauchte. Die Grillsteaks eingelegt nach Rezept a- la. Olle SCHWABE hatten dann doch noch ihre Abnehmer und schienen gemundet zu haben…

So verlebten wir einen 1. Mai ganztägig in netter Freundesrunde, mit viel Spaß und Abwechslung und sollten dabei nicht ganz vergessen, dass dieser erste Tag des Wonnemonats auch andere Inhalte fordert… Text und Fotos: Bernd Schwabe (eingestellt am 6. Mai 2014)

    



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