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Spontanflanieren des TDB am 23. 02. 2014

Wenn die Sonne lockt

Spontanflanieren am Sonntag, den 23. 02. 2014

Wen sollte es verwundern, dass bei dem frühlingshaften Winter oder winterlichem Frühling (?), mit zweistelligen Plustemperaturen, dem alten Kämmerer, am späten Samstagnachmittag, die Frühlingsgefühle ankommen, die besagten, dass er am nächsten Tag Lust auf einen Flaniergang in frühlingshafter Sonne haben wird…?

Also schnell an die Strippe und einen Rundspruch abgesetzt. Trotz der Kurzfristigkeit kamen zu diesem TDB- Termin immerhin 11:00 Uhr 11 Barockfreundinnen- und Freunde zur Historischen Schänke „Zum Schießhaus“ bzw. stießen wenig später am Kronentor des Zwingers dazu.

Traumhaftes, wirklich eher dem Frühling anstehendes, Sonnenwetter begrüßte uns an diesem Tage, des irgendwie völlig aus der Reihe geratenen Winters, der bisher kaum einer war. Freilich, die Menschenmassen, die uns im Sommer auf unseren Flanierwegen begegnen, waren (noch) nicht unterwegs, aber dennoch zog so mancher Dresdenbesucher den Aufenthalt im Freien dem Besuch in einem der vielen sehenswerten Museen vor. An dem, was aus „dor Gusche gam“, erkannten wir , dass das schöne Wetter auch viele Dresdner zum Spaziergang in der Sonne animiert hatte. Am Kronentor komplettierte sich der Hofstaat und wurde sofort von Mama- und Paparazzis umringt. Nach dem wir einige Zeit auf eine avisierte Fürstin vergebens gewartet hatten, ging es in den sonnendurchfluteten Zwingerhof, wo wir dank mancher netter Begegnung nur sehr langsam vorangekommen sind. Dem Rezensenten sind noch immer die strahlenden Augen der weit gereisten katholischen Ordensschwester gegenwärtig, die nach den vielen positiven Eindrücken, die sie in Dresden schon erleben konnte, nun am historischen Ort des Zwingers, mit der Begegnung des Hofstaates August des Starken und des, eigens ihr dargebotenen, Liedes unserer Hofsängerin, ein Sahnehäubchen obendrauf bekam. Oder, da waren noch die ausländischen Austauschschüler, - aus Venezuela, Mexiko, Puerto Rico, Israel und…, die ihrer Begeisterung an Dresden und der Begegnung mit gelebter Geschichte damit Ausdruck gaben, dass sie uns unentrinnbar „ummauerten“ und ihre Erinnerungsfotos „erzwangen“. Da alle erstaunlich gut Deutsch sprechen konnten, wurden uns auch viele interessierte Fragen gestellt, die wir gern beantwortet haben. Wo überall in der Welt werden Fotos mit unseren Konterfeis, an unsere Heimatstadt Dresden und ihre Sehenswürdigkeiten und Gastfreundlichkeit erinnern?

Letzter Stopp im Zwingerhof, traditionell die Treppe an der Langgalerie. Hier stellen wir uns immer gern zum Gruppenfoto auf. Danach lenkten uns unsere Schritte zum Theaterplatz, wo uns auf seinem Rosse, schon König Johann (der Gebildete) erwartete. Schnellen Schrittes steuerte dort ein weiterer Adelsmann auf uns zu. Da uns erst kürzlich ein (dargestellter) Herr von Bünau abhanden gekommen ist, war uns die (nicht ganz zufällige) Begegnung mit Herrn Rudolf von BÜNAU eine besondere Freude. Wir pflegen seit einiger Zeit gegenseitige gute Beziehungen und wollen diese noch weiter ausbauen, wozu auf dem Theaterplatz manches Wort fiel und Verabredungen zwischen ihm und dem TDB getroffen wurden. Leider war der Träger des Namens eines alten sächsischen Adelsgeschlechts, etwas in Eile, was bei dessen umfangreicher ehrenamtlicher Tätigkeit nicht verwundert, so dass wir  nach einem gemeinsamen Foto unseren Weg fortsetzten. Die Treppe der Tageszeiten hinauf, ging es zur Brühlschen Terrasse, wo uns der Weg zum Hasenberg führte.

„Ganz ohne Eis sind Strom und Bäche… der alte Winter zeigt heuer Schwäche… An Blumen (- Rabatten) fehlts noch im Revier… dafür zeigt sich der geputzte Hofstaat ja hier…“

So frei konnte man hier am Hasenberg den ollen deutschen Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe zitieren, aber ganz stimmen diese Textstücke nicht, denn, so wie man es im erzgebirgigen Drehbach zu Frühlingszeiten im gesamten Ort kann, trafen wir hier auf eine ausgelassene Gesellschaft „Nackter Jungfern“, die uns im Glanze warmer Sonnenstrahlen ihre ganze zarte Schönheit offenbarten – Crocus vernus . Der alte Kämmerer verfertigte schnell noch ein Lichtgemälde des Hofstaates mit jüngferlicher Begleitung und gab zu letzteren eine botanische Einführung, ehe uns der Weg zum Neumarkt führte. Nach der Umrundung unserer Steinernen Glocke setzten wir unseren Weg fort, - immer der Nase nach, nach dort, wohin uns der Geruch des Türkentrunkes geleitete. Im „Bistrocafé am Schloss“ wurden wir fündig und genossen unser Schälchen Heeßen, Eierschecke oder Sächsische Quarkkeulchen.   

Hier gedachten wir auch unseres heutigen Geburtstagskindes Rudi FRITZSCHE und schickten ihm eine Glückwunschkarte nach Leipzig.

Da der Hofstaat schon einige Auflösungserscheinungen zeigte, gedachte die verbliebene Gesellschaft des Rückweges zum „Schießhaus“. Im Zwinger erlebten wir die barocken Bauten in einer, von uns so sehr selten erlebten, Stimmung, die die tief stehenden Sonnenstrahlen mit ihrem warmen Licht gezaubert hatte. Wir genossen das und nahmen uns für die letzte Wegstrecke zeit. Statt eines drüben schneeig- kalten Wintertages erlebten wir das (fast) perfekte Wetter des Lenzes und konnten viel Freude danken. Wann hatten wir es im Februar schon mal so scheen zum flanieren? Der angelenzerte Text und die „Frühlingsfotos“ stammen vom Kämmerer und Lichtmaler Bernd Schwabe (eingestellt am 14.02.2014)

 

 



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