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Evangelische Pfadfinder in Dresden

Evangelische Pfadfinder aus Schleswig- Holstein im sächsischen Sommerlager

 

Was kommt dabei heraus, wenn ein junger Mann aus Norddeutschland, dort mit seiner Familie Urlaub macht, wo er einst sein Studium zum Diakon absolvierte?
Jener Diakon, Oliver HARDER, besuchte im historischen Moritzburg, vor den Toren der sächsischen Landeshauptstadt Dresden, auch das 1.Lustlager des ortsansässigen >>Traditionsvereins Dresdner Barock<< und war vom dort Erlebten begeistert. Im Ring der evangelischen Gemeindefadfinder Schleswig- Holsteins mit Herz und Seele engagiert, reifte wohl dort im Zeltlager der Barockdarsteller entgültig der Gedanke, das Sommerlager 2008 seiner Pfadfinder unter das Thema „Dresden und sein Barock" zu stellen.
Wir Mitglieder des TDB sagten spontan unsere Unterstützung zu und so konnten wir am Wochenende vom 26. bis 28. Juli die Teilnehmer des Sommerlagers der holsteinischen evangelischen Pfadfinder erleben. (Jawohl, es war für uns ein Erlebnis besonders schöner Art.)


Der Ring Evangelischer Gemeindepfadfinder hat in Schleswig- Holstein 4100 Kinder und Jugendliche in seinen Reihen, wovon wir im Lager bei Kleindittmannsdorf (Kreis Kamenz) ca. 750 Teilnehmer in ihren flaschengrünen Hemden mit dem Aufnäher der Lutherrose, dem Deutschlandband, dem Anker- oder Kugelkreuz (letzteres für Konfirmierte) und den jeweiligen Stammeszeichen, besuchen konnten.
Die einzelnen Stämme waren in „Dörfern" separiert, die aus Zelten in Kothen- oder Jurtenform bestanden. Wir wurden bei unserem Rundgang überall mit so ausgesprochen freundlicher Höflichkeit, Zuvorkommendheit und Interesse begrüßt, wie man es bei der großen Zahl an Insassen des Zeltlagers nicht unbedingt vermutet hätte. Diese Nettigkeit, gepaart mit Disziplin (ohne nicht auch ausgelassen zu sein) und das gelebte Zusammengehörigkeitsgefühl, hat uns wohl am meisten beeindruckt.
Wir wurden in unseren Roben der Barockzeit, so wie es normalerweise nur großen Stars zukommt, regelrecht von den Kindern belagert, um zu Autogrammen der „hochedlen Herrschaften" zu gelangen. Dabei wurden wir schon mit vielen Fragen „gelöchert". Das Interesse setzte sich fort, als unser Geenisch und sein Hofstaat auf der Freilichtbühne aufzog und Vereinsfreund Tilo MEIßNER aus der Barockzeit plauderte und viele Fragen der zahlreichen Zuhörer zu beantworten hatte. Als dann noch die Hofsängerin und Gräfin von Königsmarck ein Lied zum Besten gaben, war der Applaus donnernd, was wir alle bis dato so noch nie erlebt hatten.


Der Tag war bei so vielen überaus positiven Eindrücken schnell über seinen Zenit hinaus und auch wenn wir über die Kategorisierung in Wölflinge und Sipplinge , die Entwicklung der Pfadfinder seit den Anfängen 1920, der Zwangsauflösung 1933, dem Neubeginn 1945 mit seiner Neubelebung des evangelischen Pfadfindergedankens bis hin zur Gründung des REGP 1996 in Schleswig- Holstein, noch hätten viel mehr erfahren wollen, mussten wir gegen 17 Uhr zum Aufbruch blasen und gen Residenz zurück „kutschieren".
Dort wo wir uns am Morgen für unseren Besuch des Pfadfinderlagers getroffen hatten,- im Garten unserer Mitglieder Regina und Bernd, wurde der Abend gemeinsam mit Freunden der IG „Augustus Rex", zünftig bei unserem Barock- Grill beschlossen.
Nach kurzer Nacht ging es dann am Sonntagmorgen nach Zabeltitz zum Fensterputz am Schloss. So wie die Pfadfinder, wollten auch wir an diesem Wochenende das Schöne mit dem Nützlichen verbinden. Den Scheiben der Schlossfenster tat diese Reinigungskur gewiss sehr gut!


Wenn so viel Interesse seitens unserer Pfadfinderfreunde vorhanden ist, dann sollte es für uns TDB'er eine Pflicht sein, einen Teil davon durch unser schönes Dresden zu führen und ihnen die Schönheiten der Stadt zu zeigen und interessante Details aus der Stadtgeschichte zu vermitteln. Also trafen wir uns, Silvia WEISE (bis eben noch Frau SCHUSTER),Regina SCHWABE, Tilo MEIßNER und Bernd SCHWABE am Montagmorgen am „Goldenen Reiter", dem Standbild August des Starken, um die ersten Gruppen zum Stadtrundgang in Empfang zu nehmen.
Trotz unerbittlicher Sonnenkraft, die Hitze wurde beinahe unerträglich, wurden wir von sehr interessierten Leuten durch Dresden begleitet, weshalb es uns viel Spaß gemacht hat.


Dennoch ziemlich ermattet fanden wir uns, gemeinsam mit dem zahlreichen Völkchen der christlichen Pfadfinder, am Fuße des Denkmals unseres ersten Sachsenkönigs auf dem Schlossplatz ein, um eine mittägliche Stärkung in Empfang zu nehmen. Selbstverständlich wurden wir dazu eingeladen. Trotz der vielen kleinen, mittleren und schon etwas größeren und älteren Pfadfinder, die aus allen Richtungen auf den Schlossplatz zuströmten, lief die Essensausgabe in gewohnt geordneten Bahnen ab und eigentlich schämten wir „Adelsleute" uns, dass wir uns nicht mit in die Warteschlange einordnen brauchten!


An Leib und Seele gestärkt, aber mit ziemlich müden Füßen, waren wir auf den nächsten Rundgang eingestellt. Bei nun mittlerweile gut 34°C im Schatten, waren wir über die Nachricht, dass es noch mehr „fußmüde Krieger" gibt und daher diese Runde kampflos abgesagt wird, nicht direkt unglücklich. (O-Ton Geenisch August!) Stattdessen ruinierten wir uns im italienischen Eiscafè (!)
Pünktlich 15 Uhr fanden wir uns in der Kreuzkirche am Altmarkt ein, um am Pfadfindergottesdienst teilzunehmen.


Seine königliche Majestät nahm, nebigst seiner hochedlen Begleitung, auf der Empore Platz und erlebte gemeinsam mit den Pfadfindern aus Schleswig- Holstein und weiteren Kirchbesuchern, einen Gottesdienst, der mit seinen Gebeten, einführenden Worten Darbietungen und der ganzen Atmosphäre, zum Höhepunkt dieser Tage wurde und uns noch lange in allerbester Erinnerung bleiben wird (auch durch diese Zeilen).
Als im Altarraum unter uns, nach einem Theaterspiel, die Bläser zu hören waren, und danach Lieder erklangen, in die fast 800 Pfadfinder einstimmten, da ging es uns durch und durch und einem „alten Cämmerer" blieben die Augen nicht trocken.
Zum gesanglichen Schlussakkord waren rechtzeitig einige Pfadfinderinnen und Pfadfinder bei uns auf der Empore erschienen und als sich unser aller Hände kreuzten, waren wir uns nun in Gänze bewusst ,dass wir hier im Kreise guter Freunde sind.
Als sich die Kirche unter letzen Klängen der Bläsergruppe leerte, war es unserem „König" Tilo MEIßNER ein Bedürfnis, den Mitwirkenden, Organisatoren, allen Pfadfindern und unserem Diakon Oliver ganz herzlich für die schöne Zeit im Kreise der evangelischen Pfadfinder aus dem Hohen Norden zu danken.

Was wir am Samstag im Pfadfinderlager erlebten, das erlebte Interesse bei den Stadtrundgängen und was wir in unserer Kreuzkirche hörten und sahen, war eine 750stimmige Liebeserklärung an unser schönes Dresden und dafür bedanken wir uns ganz herzlich.


Ein letzter Rundgang führte uns unter Leitung Tilo MEIßNERS nochmals zu den Sehenswürdigkeiten unserer Stadt: Neumarkt mit Frauenkirche, Brühlsche Terrasse, Schloss- und Theaterplatz, Fürstenzug und schließlich zum Zwinger.
Unter dem Geläut des Meißner Glockenspiels verabschiedeten wir uns von unseren Pfadfinderfreunden und unsere Einladung zum erneuten Besuch unserer schönen Stadt Dresden ging mit in den Norden.
Wir würden uns freuen, wenn eines Tages wieder einmal die Wimpel mit der Lutherrose über einem Sommerlager im Sächsischen flattern würden.
Gott zum Gruße.                                                                                            B.S.



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