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Adventsmarkt auf Schloss Proschwitz am 29.11.2013

Proschwitzer Weihnacht vom 28. 11. bis 01. 12. 2013 – ein Prinz lädt ein

Die IG „Barock 1690“ ist seit mehreren Jahren aktiv am Adventsmarkt auf Schloss Proschwitz beteiligt und begeistert dort mit ihren Gästen die Besucher des Weinschlosses.

Hoch über der Porzellanstadt Meißen liegt, die Hänge der dortigen Weinberge krönend, das Weinschloss Proschwitz derer ZUR LIPPE, dass der Adelsfamilie Wohnhaus ist und, neben dem ältesten sächsischen privaten Weingut in Zadel, auch der Vermarktung der hier produzierten Premiumweine dient. Dazu ist das Schloss übers Jahr mit vielen Veranstaltungen ein offenes Haus und lockt Weinkenner aus Nah und Fern an. Seit Jahren sind dort auch die vorweihnachtlichen Adventsmärkte starke Besuchermagnete. Echte Hingucker sind dann auch immer unsere Freundinnen Kerstin DANIEL, Petra TREPPTE und Sonja BADERSCHNEIDER, die dort als Schneekönigin, Eisbär Flocke und der Märchenfigur Frau Holle auftreten. Seit einigen Jahren werden sie durch den Weihnachtsengel (Regina SCHWABE) und den Weihnachtsmann (Bernd SCHWABE) ergänzt. In diesen Kostümierungen werden sie zu Lieblingen nicht nur der jüngsten Besucher…

Im 12. Jahrhundert bis zur Reformation waren meißnische Bischöfe Besitzer des Proschwitzer Tafelgutes mit seinen Weinbergen und dem umliegenden Ackerland. Nach der Säkularisierung kam Proschwitz in die verschiedensten Hände. Da tauchen die Namen solcher bekannten sächsischen Adelsgeschlechter wie derer von Miltitz, von Gersdorf, von Berlepsch und von Carlowitz auf, die stets auch am Schlosse bauen ließen, welches sich heute im Stil des Neubarock präsentiert. Im 19. Jh. wurde das Schloss durch Anbauten erweitert und es fand dort die Hochzeit Clemens Reichsgraf von Lippe- Biesterfeld- Weißenfels mit der Freiin von Carlowitz statt. Seither ist Schloss und Weingut mit dem Namen derer ZUR LIPPE aufs engste verbunden. Nach dem Tod der Prinzessin wurde das Schloss 1943 durch die NSDAP beschlagnahmt. Zur entschädigungslosen Enteignung des Erben Christian Prinz zur Lippe kam es dann nach 1945 im Zuge der Bodenreform und zur Ausweisung der Adelsfamilie in die Westzone. Zu DDR- Zeiten diente das Schloss dem Gesundheitswesen, was nicht verhinderte, dass das Gebäude mehr und mehr verlotterte. Es gehörte wohl allerhand Mut dazu, dass sich der nunmehrige Chef der Familie, Dr. Georg Prinz ZUR LIPPE seit 1990 entschloss, das Anwesen, - Weingut und Schloss, - Stück für Stück zurückzukaufen.  Noch bis zum Jahr 2000 diente das Schloss seiner Eltern als Unterkunft für behinderte Menschen  (nicht die schlechteste Bestimmung!). Mit Unterstützung der >>Deutschen Stiftung Denkmalschutz<< gelang es dem nunmehrigen Schlossherren, trotz erheblicher Bauschäden, auch aus dem Schloss, ein wahres Schmuckkästchen zu schaffen, - so, dass es und der Park heute viele Gäste empfangen kann. Auch der hiesige Adventsmarkt 2013 verdeutlichte das und wir, die Märchenfiguren und Weihnachtsengel und Weihnachtsmann, konnten sich wieder einmal  ins volle Besuchergewimmel stürzen.  Allerdings meint der Weihnachtsmann bemerken zu müssen, die Grazien um Kerstin DANIEL schon auf so vielen AKB- Veranstaltungen gesehen zu haben, ohne dass da auch mal größeres Interesse an „deren“ Adventsmarkt zurückgekommen wäre. Dabei gibt es noch sooo viele Märchenfiguren… Egal, wir waren jedenfalls da und erfreuten Jung und Alt mit unserem Auftreten, auch wenn uns dieses durch durchdringenden feinen Nieselregen etwas vergällt wurde. Laut Auskunft der Meisterin in der Schneeproduktion, der Kollegin Holle, ist derzeit noch die Jugendfreundin Marie Pech an die Schneeproduktionsmaschine gestellt und offenbar schludert sie mal wieder und hat die Wintertemperatur nicht passend eingestellt. Pünktlich zu Weihnachten soll die Kollegin Marie Gold aus dem Babyurlaub zurück sein (der Weihnachtsmann war es nicht!) und da wird es wohl endlich einen weißen Winter geben. Der Vorsitzende der Konfliktkommission, der Kollege W. Mann wird den Fall der Kollegin Pech, Marie vor diesem Gremium zur Verhandlung bringen, oder schmeißt sie der Westchef, wie es heuer so üblich ist, gleich raus?

Da uns der Regen öfters unter das Dach des Schlosses trieb, konnten wir auch die Auslagen der Kunsthandwerker- und Händler dort in Augenschein nehmen, um nicht schlecht zu staunen, dass man uns als Vorjahresakteure erkannte und als alte Bekannte begrüßte. Herr Hans- Henning VON KLEIST von der Kleistschen Leinenmanufaktur in Neukirch, den wir einst auf Schloss Rammenau bei den Leinentagen kennen lernen konnten, war sichtlich erfreut, uns hier wieder zu treffen. Wir würden uns freuen, wenn sich auch seine Erwartungen erfüllen würden, die uns gern wieder einmal als Akteure bei den (19.>) Internationalen Oberlausitzer Leinentagen am Barockschloss Rammenau sehen würden.

Draußen regnete es kontinuierlich weiter und wir fragten uns, ob das neue, nun schneeigweiße, Outfit der Schneekönigin daran schuld ist? Die letzten Jahre, als sie uns bläulichklirrendkalt erschien, war es kalt genug um zu schneien oder zumindest das Marktareal etwas graupelig, wie mit Puderzucker, einzustäuben…

Wir genehmigten uns noch eine Bisonsuppe- bzw. Wurst und den obligaten Glühwein des Hauses und hatten noch manche nette Begegnung, besonders mit den Lütten. Erstaunt waren wir, wie wenige Kinder (und Erwachsene) ein Weihnachts- bzw. Winterlied kannten. Da war der Weihnachtsengel angenehm überrascht, dass bei einem recht anspruchsvollen Lied („Auf dem Berge da wehet der Wind“), so begeistert und textfest mitgesungen wurde…

Dann entschlossen wir uns doch, die von „Scotty Ghost“ zur Verfügung gestellten Kostüme ins Trockene zu bringen, und verabschiedeten uns von unseren drei Freundinnen und vom Schloss Proschwitz, um der Heimat entgegen zu fahren.

Dort ging es noch etwas adventisch  weiter, indem mein nunmehr flügelloser Engel zu Hause den Adventsstrauß schmückte und mehrere  Adventsgestecke zauberte. Nun kann morgen der 1. Advent kommen. Text und Fotos: Bernd Schwabe (eingestellt am 29.11.2013)     

 

 

 

 



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