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Herbstflanieren am 13. 10. 2013

Herbstflanieren am 13. Oktober 2013

 

Obwohl der Jahresveranstaltungskalender des TDB nur so strotzte an vielseitigen Events, - besonders im Hochsommer gab es kaum ein freies Wochenende, - war uns dann zu Sommerausgang, was das Flanieren anbetrifft, doch recht kribbelig zumute und so sahen wir erwartungsfroh auf den 13. Oktober, an dem unser Herbstflanieren starten sollte. Die Tage zuvor, - ja selbst in der Nacht auf den 13. 10. 13, sahen nicht sehr verheißungsvoll aus, es regnete hier in Strömen. Laut Wetterbericht ergossen sich 40Liter pro Quadratmeter über weite Teile unseres Sachsenlandes. Selbst das Abgrillen im Garten Schwabe, am 12.10.13, musste vollständig in die Gartenlaube verlegt werden. Es goss und goss… Doch scheinbar hat St. Petrus der Wettergott viel wieder gut zu machen, denn mit Sonnenaufgang stellte er die Wasserhähne ab. So konnten wir trockenen Fußes in unser Stammlokal „Zum Schießhaus“ einrücken, wo wir 10:00 Uhr unseren letzten Stammtisch des Jahres 2013 abhielten. Zwar versteckte sich das Klärchen immer mal wieder hinter grauen Wolken, aber es blieb trocken und wir auch, als wir gegen 12:45 Uhr unseren Flaniergang begannen. Von den 18 Stammtischteilnehmern nahmen 11 am Flanieren teil. Unser lieber Tilo hätte sich wieder über den Schönwetterhofstaat amüsieren (oder doch mehr ärgern) können. An einer ungewohnten Brache vorbei, die letztens noch die Wüstenei des (ehemaligen) Herzogin Garten war, und nun, - die Einfallslosigkeit der Stadt ist nicht zu überbieten, - Platz für Nobelwohnungen und ein Nobelhotel bietet, ging es am Zwingergraben entlang in den Zwingergarten. Teilweise noch Baustelle, erspart er uns glücklicherweise noch den Anblick von Orangebäumchen, die in den 1920er Jahren hier schon einmal verkitschend wirkten und daher wieder abgeschafft wurden. Hoffen wir, auch künftig ohne diese Citrusgewächse durch unseren Zwingergarten flanieren zu können. Das doch recht wohlwollende Wetter brachte viele Besucher hervor und es dauerte wieder seine Zeit, bis wir den Zwinger passiert hatten. Unzählige Fotoapparate klickten und manche Frage wurde dem Adelsvolk gestellt. Über den Theaterplatz ging es zur Brühlschen Terrasse, auf der wir zur Begrüßung eines sehr prominenten Dresdners dahin schritten. Am Bildhauer Ernst Rietschel und dem Architekten Gottfried Semper vorbei, erreichten wir das Bronzestandbild Adrian Ludwig Richters, des bedeutenden deutschen Malers und Zeichners der Romantik und des Biedermeiers. Wer kennt nicht sein Gemälde „Überfahrt über die Elbe am Schreckenstein bei Aussig“ oder seine Illustrationen in Märchen- und Jugendbüchern damaliger Zeit?  Wer kann vor diesem Hintergrund verstehen, dass die Kriegsmaschinerie des Nationalsozialismus sein Bronzestandbild, zu Gunsten kriegerischer Zwecke, eingeschmolzen hat? Lange hat Herr Richter auf sich warten lassen, aber nun sitzt er wieder am Hasenberg und überlegt, wo er die nächsten lohnenden Objekte für seine Kunstwerke finden könnte… Er wird Erfolg haben, denn groß genug ist ja seine Denkerstirn samt Kopf, der uns Betrachter etwas sehr überproportioniert erschien. Überproportioniert war auch der Kaffeedurst der Dresdner Hofgesellschaft und so lenkte diese ihre Schritte in das Palais des Grafen Friedrich August von Cosel. Nach ausgiebiger Stärkung durch Türkentrunk und Kuchen, ging es auf den Heimweg. Es waren in der 16ten Stunde noch sehr viele Leute an Neumarkt, Schloss und Zwinger unterwegs, wodurch wir, wegen der Unterbrechungen durch interessante Fragen, nur sehr langsam vorankamen. Es war wieder sehr unterhaltend und amüsant und wir hoffen, dass es noch ein paar schöne Wochenendtage zum Flanieren geben wird. Text: Bernd Schwabe, Fotos: Nadin Schubert (eingestellt am 14.10.2013)



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