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Schlossfest in Königs Wusterhausen am 31. 08. 2013

Wusterhausen wird königlich:

Schlossfest zum 300jährigen Thronjubiläum Friedrich Wilhelm I. am 31.08.2013 in Königs Wusterhausen

Wir waren bereits beim vorigen Schlossfest am 24.09.2011 in Königs Wusterhausen mit von der Partie und freuten uns auf die diesjährige Neuauflage. Wenn man vergleicht, dann muss man sagen, - damals, unser lieber Freund Tilo MEIßNER führte uns Hofleute als August der Starke zum und durch das Fest, - waren wir einigermaßen gut in das Festgeschehen (Schlossfest) einbezogen, - heuer, kamen wir uns streckenweise doch recht überflüssig vor und der Rezensent meint, wegen einer Dreiviertelstunde Festumzug Kilometer zu schrubben, macht nicht unbedingt sehr glücklich… Tilo wäre vor zwei Jahren auf der Ferse umgekehrt. Aber, auch wenn wir und unser Kurfürst (offiziell) kaum wahrgenommen wurden, machten wir das Beste draus, - einen schönen Samstag im Preußischen, mit Wiedersehensfreude guter Freunde um Mike SPRENGER und Elke und Klaus BRUCKER, sowie Sylke HARP und manchem bekannten Gesicht aus der Riesengarde und den Mitwirkenden, die auch schon 2011 aktiv dabei waren. Und dem Publikum wollten wir gefallen und taten es letztlich auch!

So langten wir alle überpünktlich am Samstagvormittag in KW an und auf dem Parkplatz gab es einen Openair- Kledagewechsel. Zunächst ging es durch einen dichten Budenwald zum Schloss, wo wohl gerade die Eröffnungsfotos von der Presse geschossen wurden und der königlich- preußische Hofstaat war schon fast auf dem Weg in die Kirche…  Also begaben sich die heidnischen Sachsen zum Stellplatz für den Festumzug. Obwohl sehr rechtzeitig dort, waren wir noch lange nicht die ersten. Eine größere Charge preußischer Adelsdamen strahlte uns ihr schönstes Begrüßungslächeln entgegen, die Mienen der Kerls der Riesengarde waren etwas militärisch strenger. Schon von weitem erkannte der olle Kämmerer seine Spreewaldkönigin, die gerade mit ihren Gesangs- und Tanzkollegen für ein Foto postierte. Auch jene hatte den grauhaarigen Grafen aus Dresden sofort erkannt und freute sich über dessen Handkuss zur Begrüßung. Leider konnte sie ihm keinen Tanz zur Annemariepolka freihalten, da der Auftritt ihres Ensembles erst zu einer Zeit angesetzt war, wo die Chaisen der Sachsen schon wieder gen Heimat unterwegs sein würden.

Auch auf den Gesang der russischen Gesanggruppe musste der sächsische Hofstaat aus ebendem Grunde auch verzichten. Dafür gab es einige Fotos, auf dem der Sachsenadel, durch die Exotik der russischen Folkloretrachten und ihrer reizenden Trägerinnen, glänzen konnte. Schon in der Kutsche sitzend, konnten wir, auch das Herzogspaar von Hohenberg samt Hofdame, begrüßen. Etikette wahrend entstieg der Herzog (Volker VON HOHENBERG) der Chaise und erwiderte die Grüße des Dresdner Hofstaates. Auffällig, da schon, sein etwas lahmender Gang (die Schmerzen hartnäckig geleugnet)… Nach und nach fuhren weitere Kutschen auf den Platz und der Referenzen waren viele zu bezeugen. Wir freuten uns über  unsere Freunde von >>les danseurs de San. Souci (als Königspaar und Hofschranzen) und  das Anhaltische Fürstenpaar…

Angeführt von einem Spielmannszug ging es den (relativ langen) Weg durch die Strassen von Königs Wusterhausen, die von wieder überwältigender Menschenmasse gesäumt wurden. Neben den Dessauern finden wir hier erneut ein ganz wunderbar mitgehendes dankbares Publikum.

Da der Hofsängerin (Regina SCHWABE) die Füße arg schmerzten, - schon ehe es auf Tour ging, -  erwies sich der Hofzeremonienmeister von Besser (Florian KOHLRUSCH) als Kavalier alter Schule und bat die „Sächsische Nachtigall“ huldvoll ihn seine Kutsche. Der sächsische Kurfürst und König in Polen August II. (Werner POHLE) hatte, so wie die Dame zur Linken, Aurora Gräfin von Königsmarck (Silvia WEISE) und die weitere Adelsgesellschaft keine Mitfahrgelegenheit und so folgte er stehenden Fußes. Die Zarewna von Russland Christine Charlotte (Nadin SCHUBERT) blieb während des Umzugs in Blickkontakt zu ihren Landsleuten und die Gräfin von Bünau (Elke METZNER) scherte oft aus, um die kleinsten KWer mit Goldtaler zu beglücken. Major Heinz A. BEHRENS führte als Tambour die Schützen und Grenadiere der Potsdamer Riesengarde an und viele unterschiedlichste Vereine liefen mit, um ihre Gruppen zu repräsentieren… Allen voran der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm auf stolzem Rosse. Glücklicherweise sattelte man ihm einen ruhigen gutmütigen Gaul, - andere mussten (auf polizeiliche Weisung), wegen ihrer Seitensprünge ausscheren und in ihren Stall zurücktraben.

So fand der Festumzug des hiesigen Schlossfestes zu diesem, um sich dort aufzulösen und im Festtrubel einzugehen. Auf der Großen Bühne war ständig Programm und das Budengeschäft lief wohl auf Hochtouren. Der Hofstaat flanierte in etwas ruhigere Gefilde und kam dabei an romantischen Fließen vorbei, begegnete einem dieser armen Kerle, die vom Junggesellenleben Abschied nehmen müssen, um einer ungewissen Zukunft entgegen zu gehen. Dabei haben die och noch ihren Spaß! (Noch).

Erinnerungsfotos werden gern gemacht, - nicht immer sind alle Personen darauf gut getroffen, - da bot sich der Service einer ortsansässigen Fotografenmeisterin an und so posierte der Dresdner Hofstaat samt Geenisch und Herzogspaar von Hohenberg am lieblich dahinfliesenden Wasser. Der Gang des Herzogs (Volker VON HOHENBERG) hatte sich nicht gebessert, eher verstärkte sich das Humpeln und so wurde dem Vorschlag zum Kaffeetrinken von ihm und der restlichen Hofgesellschaft gern folge geleistet. 

Zurück im Schlossareal erlebten wir den König dabei, wie er einige Gewerke der Stadt zu Hoflieferanten ernannte. Ein symbolischer Akt zwar, aber mit der Aussage, dass das Handwerk in KW in hohem Ansehen steht. Dann hatte König und Königin, sowie der Hofzeremonienmeister eine Pause und so konnten wir noch etwas plauschen. Mike dankte für unser Kommen und erwähnte so einige im Reifen begriffene Pläne, die sehr gut in unseren Ohren klangen.  Weniger gut gefiel uns unser Herzog Volker, dem der Fuß ziemliche Schwierigkeiten bereitete. Er zog sich zum Beine hochlegen in seine Kemenate in KW zurück. Er würde uns erst am Sonntag Richtung Miltiz nachfolgen. Wir sahen aber unsere Zeit schon jetzt gekommen und ehe es dämmerte, machten wir uns auf den Weg. Trotz eingangs gemachter Kritik, war es doch wieder ein besuchenswertes Fest, welches die zurückgelegte Entfernung doch wert war.

Hat das Wetter im Preußischen wunderbar ausgehalten, schwäpperten  wir (mal wieder) bei Regen in Dresden ein. Am Ausruh- Sonntag, den wir im Garten verbrachten, erhielten wir dort, zwecks einer Abholung, noch Besuch unserer HERZÖGE Peter und Volker und letzteren Bein sah mehr als schlimm aus und so kam, was kommen musste, der nächste Kontakt teilte uns mit, dass Volker VON HOHENBERG per SMH ohne Aufschub ins Krankenhaus musste. Wir wollen ihm baldige Besserung wünschen . Es gibt noch viele KW’s  und da wollen wir doch das Herzogspaar komplett dabei haben.

Dieser kleine Wermutstropfen kann aber nicht unsere gute Erinnerung an das Schlossfest 2013 drüben. Wir danken unseren Freunden für die gute Aufnahme und was wir uns von der Projektleiterin Schlossfest Frau Claudia BARONICK wünschen, kann sie aus meinen ersten Zeilen entnehmen. Danke an KW, dass wir dabei sein durften. Text und Fotos: Bernd Schwabe (eingestellt am 04.09..2013)



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