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13. Barockfest auf Schloss Friedenstein in Gotha vom 23.08. bis 25.08.2013

Gotha präsentiert sein Schloss auf allerbeste Weise – wir feiern gerne mit.

13. Gothaer Barockfest auf Schloss Friedenstein vom 23. – 25.08.2013

Für uns ist das Schlossfest in Gotha seit Jahren einer der Höhepunkte des Veranstaltungsjahres und hat einen festen Platz im Terminkalender des TDB. Die Organisatoren sind auf dem besten Wege, dieses Barockfest zu DER Veranstaltung der Barockfreunde schlechthin zu machen, wenn sie es nicht schon ist!

Wir starteten also am Freitagvormittag in Dresden und langten gegen Mittag in unserer bewährten Pension an, wo wir das Mädchen- und das Jungenzimmer herrichteten. Je 3 Insassen konnten die Nacht dort verbringen, da auch durch Luftbetten für ausreichenden Schlafplatz gesorgt werden konnte. Nur das Kinderbett blieb leer. Zwei Etagen tiefer nächtigten S.K.M. August der Starke (Werner POHLE), der, so will das Gerücht wissen, die Reichsgräfin von Cosel (Veneta LORENZ) an seiner Seite ruhen ließ. Auch das Grafenpaar von Bose (Christine BARTEL, Wolfgang PETZOLDT) war im separaten Zimmer untergebracht und, -  seinem hohen Rang entsprechend, hatte auch Monsieur, der Prinzregent von Frankreich, Philipp Herzog von Orleans und Anjou (Rudolf FRITZSCHE) ein Separee. Elke METZNER war irgendwo in den Alten Bundesländern und wollte erst Samstagvormittag in Gotha absteigen. Die Robe war in der Chaise der Hofsängerin Regina Baronessa de Moretti (Regina SCHWABE) verstaut und musste von selbiger in die Herberge der Gräfin von Bünau gebracht werden. Auch die Herzogin Leopoldine von Hohenberg (Peter HERZOG VON HOHENBERG benötigte der Hofsängerin Dienste und so schaute sie, gemeinsam mit Silvia WEISE, die als Händlerin im Biwak ihre Bleibe gefunden hatte, bewaffnet mit allerlei Schminkutensilien, auch bei HERZOGS vorbei.

Damit kam sie etwas in Zeitverzug und so zogen wir, dem Herzogspaar vorangehend, schon mal Richtung unserer ersten Station. In unserem nunmehr wirklich Lieblings- Italiener gab es zu dem Zeitpunkt noch ausreichend Platz, so dass auch die Nachzüglerinnen Regina und Annett sich platzen konnten.  Unser lieber Wirt und Team hatten wohl nicht ihren besten Tag, - man versteht das, - so dass wir mit dem Essen sehr in Zeitdruck gerieten. Wir hörten schon den Schlag der Trommeln und das Pfeifen der Flöten, als wir noch mit Gnocki, Fungi & Nudel- Co. zu kämpfen hatten. Wir wollten pünktlich 20:00 Uhr auf dem Rathausplatz sein, um das Herzogspaar, deren hohe Gäste und den Hofstaat begrüßen zu können.  Irgendwie haben wir es doch noch geschafft und hatten sogar noch Zeit viele unserer langjährigen Freunde begrüßen zu können. Wie waren wir erstaunt und aufs angenehmste überrascht, so viele Darsteller vom Schlossberg herbeipilgern zu sehen. Man sagt, es wären um 600 gewesen, was wir gern glauben wollen. Nach der Begrüßung des Herzogspaares (Uwe MÜLLER und Annett JAHN), wurde auch die Kutsche mit dem Alten Fritz (Rolf ZAHREN) mit Jubel und Vivat in Empfang genommen. Des Herzogs Friedrich III. kurze Begrüßungsrede folgte der Vortrag, des etwas seltsam gekleideten Stadtoberhauptes Knut KREUCH, und war ein Genuss für die Ohren und stellenweise auch für die Lachmuskeln.

Danach setzte sich der Zug Richtung Lorbeerhaus in der Orangerie in Bewegung. Während dieser Nachtwanderung hatten wir so unsere Bedenken, ob denn alle diese edel gekleideten Leute Platz in dem ehrwürdigen Gemäuer finden würden. Unsere Bedenken waren umsonst, - im Gegenteil, im Laufe des Abends verlief es sich sogar etwas. Nach dem Begrüßungssekt des sehr rührigen Orangerievereins, hatte man viel Gelegenheit um alte Bekanntschaften zu erneuern oder neue zu schmieden und Freunde in die Arme zu schließen. Uns als Kämmerer (Bernd SCHWABE) kam die Ehre zuteil, am Tische der Herzogin (Annett JAHN) Platz nehmen zu dürfen und mit ihr etwas zu plaudern. Der Hofsängerin und Gräfin zu Nau  (Regina SCHWABE) erging es ähnlich, denn der Kurfürst von Brandenburg und König in Preußen Friedrich II. (Rolf ZAHREN) wollte deren Kusshand gar nicht wieder los lassen. Gefreut haben wir uns, - weil auch er sich freute, dass wir unseren, in Marquardt neu gewonnenen, Freund Kevin van KAMA begegneten. Natürlich schlossen wir auch unsere Weißenfelser Katrin und Sven WUTTKE gern in unsere Arme.  Man kann wohl hier nicht alle Begegnungen erwähnen, aber hervorzuheben ist doch, dass auch der Herzog von Sachsen- Gotha- Altenburg viel Nettigkeit zu zeigen wusste. Also gab es auf allen Seiten keine Unmutsfalten, - nach diesem Ball in der Orangerie ohnehin nicht. Der Tanz war dabei das i – Tüpfelchen dieses (bisherigen) Festes.

Wir blieben trotzdem nicht ganz bis zum Schluss, denn wir wollten noch etwas in unserer Pension feten. Wenigstens eine Pyjamaparty muss sein… Bei gutem Wein, noch besserem Likör aus Altenburg, Knabberzeug,  quicksauren Peperoni und herrlicher Fröhlichkeit erreichten wir bald unsere Bettschwere und wer Ohropax im Gepäck hatte konnte sogar ein paar Stunden schlafen.

Samstagmorgen, - ausgiebiges Frühstück, Restaurierungsarbeiten der Damen, Sprung in die Roben und auf ging es den Schlossberg hinan. Wir betraten das Schlossareal überpünktlich und besuchten zunächst die Händler- bzw. Handwerkerstände unserer Freundinnen Goldy (Marlies FROHNHÖFER) und unserer TDB- Vorsitzenden Silvia WEISE. Der Gräfin von Bünaus (Elke METZNER) dargebotenen Hand konnten wir den Begrüßungskuss aufdrücken und uns über ihre Begleiterin Prinzessin Felicitas (METZNER) freuen.   Herzliche Begrüßung auch des Herzogs von Braunschweig- Lüneburg- Wolfenbüttel (Hans KLEINERT), Dresdner Freunde und alter bekannter im Biwak. Frank SCHOBER kam uns ganz freudig erregt entgegen und hätte am liebsten zu unserer Begrüßung einen Kanonenböller abgeschossen. Einige Freunde suchten wir vergebens, - werden doch nach langer Ballnacht nicht noch geschlafen haben?

Gegen 12:00 Uhr wurde auf der Bühne im Schlosshof der Gothaer Hofstaat vorgestellt, - Personalabbau vorprogrammiert bei diesen schlechten Zeiten und dem so überaus hohen Personalbestand…

Der Herzog Karl Friedrich von Hohenberg (Volker VON HOHENBERG) äußerte nun den Wunsch nach einer gemeinsamen Kutschfahrt, aber leider gelang es uns nicht, eine vielsitzige Pferdekutsche zu ergattern… So sorgten wir dann lieber für unser leibliches Wohl, - im Schlosshof gab es einige annehmbare Imbissbuden. Schnell war es 14:00 Uhr und wir mussten sehen, noch zur rechten Zeit vor die Tore zu kommen, um gemeinsam mit dem übrigen Adelsvolk zur Generalaudienz in den Schlosshof einmarschieren zu können.

Hier empfing Friedrich III. Herzog von Sachsen- Gotha- Altenburg (Uwe MÜLLER) und seine Gemahlin Luise Dorothea (Annett JAHN) zunächst ihren Ehrengast Friedrich II. Kurfürst von Brandenburg und König in Preußen (Rolf ZAHREN), - der ihm wohl wegen florierendem Soldatenhandel sehr zu Dank verpflichtet war. Danach folgten allerlei wichtige oder wichtig zu nehmende Gesandte und höhere Adelspersonen; den Schluss bildete ein Tanzmeister (Frank DITZEL), der vor das Herrscherpaar gebeten wurde. Hier ernannte Herzogin Luise Dorothea diesen zum Hoftanzmeister und reichte ihm die Hand zu einem Tanze. Danach begab sich das Herzogspaar, deren Gäste und der Hofstaat, - erstaunlich, Heinrich Graf von Bünau (?) gehörte offenbar auch dazu, durch das Spalier der Adelsgesellschaft, die mit gut 600 Darstellern den Internetdienstleister wikipedia zu einer angebrachten Korrektur gebracht haben sollen. Bei der Vorstellung Friedrich III. wird dessen Schlossfest noch mit 150 Teilnehmern ausgewiesen, - das mag anfänglich so gewesen sein, aber, wie gesagt, Schloss Friedenstein und sein Barockfest hat sehr an Anziehungskraft gewonnen und, nebenbei gesagt, man sieht nunmehr fast ausschließlich nur noch Roben und kaum noch Kostüme. (Über manches seltsame Schuhwerk wollen wir großzügig hinwegsehen!) Überall, - ob im Ekhoftheater oder im Festsaal, oder auf der Bühne im Schlosshof gab es sehenswerte Programme und nicht nur dem Herzog und seiner Gemahlin dürfte ein Rundgang zu den Handwerkern und Händlern Freude bereitet haben.

Der Hofstaat August des Starken folgte selbigen, um im Café HARMONIE zu Schlemmern, was ihm durch ein sehr aufdringliches Wespengesindel sehr erschwert wurde. Schnell ging es auf 17:00 Uhr zu und unsere Majestät, - noch immer in inkognito, führte uns zur Privataudienz seiner hochfürstlichen Durchlaucht Friedrich III. in den Festsaal des Schlosses. Das Herzogspaar begrüßte zunächst wiederum der Herzogin Cousin, Friedrich von Preußen, der neben dem Herrscherpaar Platz nahm. Die Audienz eröffnete der Herzog Carl I. von Braunschweig- Lüneburg- Wolfenbüttel (Hans KLEINERT) und dessen Gemahlin Herzogin Philippine Charlotte (Margit KLEINERT), eine geborene preußische Prinzessin… Der Zeremonienmeister (Helmut ROSSMANN) rief  weitere Audienzgäste aus dem Gardesaal vor den König und das Herzogspaar. Zu vierter Stelle erschien Herzog Karl Friedrich von Hohenberg mit der Herzogin Leopoldine (Volker und P. VON HOHENBERG). Leider hatte der Lichtmaler bei diesem Akt sehr gegen das allzu sehr diffuse Licht anzukämpfen, sodass die Gemälde der Privataudienz zumeist verkleckst  (sprich: verwackelt) waren. Gemeinsam mit Augustus Inkognitoensis verfolgten die Dresdner Hofleute die Audienz und es konnte festgestellt werden, dass das Herzogspaar ganz souverän agierte, - deren Gäste zumeist nicht ganz so. Das Herzogspaar aus Braunschweig wusste, dass die Reverenz zunächst dem ranghöchsten Fürsten zu gelten hat und erwiesen diese dem König in Preußen Friedrich II., um danach erst ihre Ehrerbietung und ihr Geschenk dem Gastgeberpaar zu offerieren. Das machen so noch die Herzöge von Hohenberg und jene fränkische Hofdame, deren Name dem Rezensenten leider entfallen ist. Alle anderen tigerten schnurstracks auf das Herzogspaar los und hatten kaum einen Blick für Olle Fritzen…(oder habe ich jemanden übersehen?) Das war wohl die einzige kleine Kritik, die bei diesem 13. Schlossfest auf Friedenstein geäußert werden brauchte.

Nach der Audienz gaben wir dem Trubel im Schlosshof noch einmal die Ehre und brachten unsere Ehrerbietung gegenüber der kaiserlichen Majestät Zarin Katharina und ihren Hofdamen (Kerstin DANIEL, Petra TREPPTE, Sonja BADERSCHNEIDER), - allesamt Großfürstinnen, zum Ausdruck. Eine Kutsche konnte der Dresdner Hofstaat auch jetzt noch nicht auftreiben und so drehte er nochmals seine Runde im Schlossareal und stand den Fragen der Besucher gern Rede und Antwort. Während sich olle Kämmerer bei der Audienz die Beine in den Bauch standen, macht sich doch derweil dieser, zum Hofgesellschafter aufgediente,  Landjunker Graf von Weißenberg zu Ossig (Frank WEISE) auf einen scharfen Ritt mit Reichsgräfin Anna Luise Fürstin von Anhalt- Dessau (Elke BRUCKER), die auch heuer mit ihrer liebwerten Hofdame der Baronin von Harpstedt (Sylke HARP) nach Gotha geeilt war. Scharfe Ritte enden manchmal total, - die Hofsängerin kann ein schmerzvolles Lied, von ihrer Karussellfahrt vor zwei Jahren, singen.

Aber Fürstin und Graf überstanden dieses drehende Vergnügen ohne Schaden genommen zu haben und so schloss sich Fürstin und Hofdame, wie es die Tradition fordert, dem Dresdner Hofstaat an und pilgerte den Schlossberg hinab, um mit uns im Italienischen Restaurant >>VALENTINO<< einen netten Abend mit dem Besten aus Küche und Keller zu verbringen. Die Stimmung war ausgelassen und es wurde viel gelacht und ganz nebenbei musste sich unser „Kleiner Italiener“, - seines Zeichen der Wirt der Restauration, zweier hochedler Damen erwehren, was er augenscheinlich sehr gern getan hat.

Ja, diese Damen waren an diesem Abend in allerhöchster Kampfesstimmung, - Alice SCHWARZER hätte ihre Freude daran gehabt. So wurde unser Abstecher zum „Italiener“ zum Gründungsort der Gewerkschaft partnerschaftlich Unterdrückter Adelsdamen >>GUA<<. Schirmherrin ist Leopoldine Herzogin von Hohenberg, - Interimspräsidentin die Fürstin von Anhalt- Dessau. Sieben feminine Gründungsmitglieder waren anwesend. Das zugegen gewesene Mannsvolk war von jeglicher Diskussion ausgeschlossen und natürlich ganz ohne Stimme (Ohnmächtiges Schweigen ebendieser). Es wird gebeten, Vorschläge zur künftigen Satzung bei der Schirmherrin oder Präsidentin einzureichen!!! Der Termin der nächsten Mitgliederversammlung wird rechtzeitig bekannt gegeben. Losung der GUA: „Jeder Adelsdame das Recht auf mindestens einen Mätresserisch.“

Nachdem uns unsere hochfürstlichen Gäste aus Dessau (bei Potsdam) zwecks Konzertbesuchs verlassen hatten, kochte die Stimmung (trotz femininen Ausrutschers) noch weiter hoch und offenbar haben sich unsere Herzöge Peter und Volker sehr dabei amüsiert. Später machte sich auch das Grafenpaar Rutowski (Thomas NITSCHKE und Annett SCHADE) auf den Weg um das Barockfeuerwerk hautnah im Schlosshof erleben zu können.

Irgendwann trafen alle wieder ein, auch unser verloren geglaubter Graf von Bünau (Siegfried SCHURA), der jeden Programmpunkt des Festes voll auskostete, und so ging es zurück zu Pension, wo  GAAnicht trocken weitergefeiert wurde. Auch wenn die Roben mit Pyjama oder Nachthemd getauscht wurden, blieb Majestät und sein lockeres Gefolge doch ganz sittsam… Die Nacht war kurz und gewisse nasale Geräusche waren laut und durchdringend, sodass das ausgiebige Frühstück für neue Schlossfestlaune sorgen musste.

Der Sonntag hatte im Prinzip den gleichen Verlauf wie der Vortag, so dass das Grüppchen der Schlossbergbezwinger geschmolzen war. Auch der Rezensent nahm seinen Beifahrersitz ein und ließ sich von seiner etwas sehr vergrippten Chauffeurin gen Heimat kutschieren.

Als die Drei Gleichen rechts und links der Autobahn auftauchten, hatten wir, auch wenn die Nase lief, den spontanen Wunsch, wenigstens Eine der Drei näher kennen zu lernen. So bogen wir Richtung Holzhausen ab und besuchten die Veste Wachsenburg, die im Gegenteil zu ihren Vettern keine Ruine ist. Hier auf dem Burgberg hat man eine weite Sicht in das Thüringer Land und das Restaurant der Familie WAGNER lädt zu kulinarischem Hochgenuss ein. Der Wirt sagt uns auf seiner Internetseite folgendes:  Die Veste Wachsenburg, eine der drei sagenumwobenen Burgen "Drei Gleichen", erhebt sich schon seit dem 10. Jahrhundert aus dem Vorland Thüringens und bietet Besuchern einen einzigartigen Rundblick über das Thüringer Becken. Der weithin sichtbare Hohenloheturm dominiert die sonst geschlossene Silhouette der im Kern ca. 50 x 50 m großen Burg.“ Nichts Barockes war hier zu finden, aber dennoch wollen wir meinen, dass der Abstecher sehr lohnend war. Sicher werden wir in den nächsten Jahren, nach dem Gothaer Barock- Wochenende, auch den Weg zu den anderen zwei der Drei Gleichen finden…

Die Burgbesichtigung war ein guter Abschluss eines, - so will man meinen, kaum mehr zu toppenden Schlossfestes der Stiftung Friedenstein und der Stadt Gotha. Wir teilnehmenden Mitglieder des Traditionsvereins Dresdner Barock haben allen Grund uns bei den Organisatoren zu bedanken  - und eines ist gewiss, der Schlossfesttermin 2014 ist in unserem Veranstaltungskalender schon ganz dick und rot angestrichen.

Der da so begeistert schreibt, ist seines Zeichen Königlich- Polnischer und Kurfürstlich- Sächsischer Directheur der Hofcantzeley und Scriptencammer zu des Hofes zu Dresden Bernhardt Heribert Graf von Schwabe zu Nau, oder auch nur Schriftführer des TDB Bernd Schwabe, der auch die meisten Lichtschnellgemälde gemacht hat. Dabei geholfen haben Sylke Harp (3) und Gerd Both (1) (eingestellt am 30.08.2013)

 

 

                                                                                                                                                                                 



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