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Unser 4. Lustlager vom 01. - 02. 06. 2013

Unser Neptunfest oder

4. Lustlager am ersten Juniwochenende                          

Regen, Regen, Regen, - doch ein Unlustlager wurde es nicht…

Allen unseren aktiv beteiligten Mitgliedern, deren mithelfenden Ehepartnern, den Helfern aus dem AKB Werner POHLE, Wolfgang PETZOLDT und Günter THOMAS , dem Kanonier Frank SCHOBER, den uneigennützigen Ausleihern der großen Partyzelte für unsere Regenwettervariante Eheleute TENNERT, für die Verfügungstellung der Biertischgarnituren und der Bühne unserem Wirt Olli vom „ZEITGEIST“,  den Spendern des Rustikalen Abends Holzofenbäcker Detlef FRATZKE und Fleischer Bodo SCHADOCK, den Tänzern von „Barock in Dresden, dem Kurfürstlich-Sächsischen Barockensemble, dem Techniker Hendrik SCHUSTER, der Basteltante Nadin und ihrem Gitarre schlagenden Ehemann BERND SCHUBERT, Jo Gerbeth für ihre „Märchenstunde“  und die Führung im Schloss, unserer Vereinsfreundin Renata LINNÉ, die uns als glänzende Reichsfürstin durch die Stadt führte, Renate AL ATRASH die uns bekochte und Anke, die bis Montagabend die Stellung hielt wie eine Eins, der Kesselgulaschköchin Friederun HORVATH aus München,  aber auch den (witterungsbedingt) nicht zum Einsatz gekommenen Freunden des Barock- und Tanztheaters und der Barockbühne, sowie in ganz besonderem Maße allen Darstellern aus Nah und Fern, die sich vom Regenwetter nicht abhalten ließen und unserer „Regierung „ Silvia und Regina, die seit Monaten aktiv mit der Vorbereitung befasst waren, wollen wir hiermit unseren ganz herzlichen DANK sagen. Ohne Euch alle wäre unser vierter eigener großer Event buchstäblich ganz ins Wasser gefallen. Durch Eure Hilfe, Euer Dasein, Euren Optimismus und Euren Durchhaltewillen hatten wir, - dem St. Petrus zum Trotz -, ein wunderbares Fest, auch wenn es eher einem Neptunfest glich. Ein UNlustlager  war es jedenfalls nicht, dazu haben wir zu viel Spaß gehabt, gemeinsam gelacht und alle gemeinsam der Schlammschlacht getrotzt.

Was lesen wir im Gästebuch unserer Homepage?

„Hallo wollte mich nochmals für das Wochenende bei euch in Moritzburg zum 4. Lustlager bedanken. Trotz Regen war es super bei euch.“
Liebe Grüße aus Ansbach Stefan BRETZGER

Was nun Geschichte ist und wegen der unvorhergesehen widrigen Wetterereignisse noch lange in unserer Erinnerung sein wird, begann quasi mit Abschluss unseres 3. Lustlagers. Seither bemühte sich der Vorstand um eine Fortsetzung unserer nunmehrigen Lustlagertradition. Vieles wurde bis Ende April erreicht, - Fördermittel der Barockstadt Dresden gab es für unser Barockfest wieder nicht, aber dem Land Sachsen gilt unser Dank für dessen zugesagte Unterstützung. Am 1. Mai d. J. gab es dann, gemeinsam mit Freunden aus dem AKB und Frank SCHOBER von der Königlichen Feldartillerie, ein Arbeitstreffen bei dem die auf uns zukommenden Aufgaben verteilt wurden. So klebten Elke METZNER, Silvia WEISE und Ich die Plakate auf ihre Unterlagenpappen, die wenige Tage später in Moritzburg von Silvia und Annett SCHADE, sowie von mir aufgehängt wurden. Regina SCHWABE klärte letzte (waren es dann doch nicht) Fragen zu den Quartieren im Ferienpark und Silvia WEISE informierte alle Darsteller, die ihre Teilnahme zugesichert hatten. Wären alle erschienen, hätten wir einen neuerlichen Teilnehmerrekord gehabt. Einige Schönwetterkrieger und andere Weicheier sagten kurzfristig ab, - oder noch nicht einmal das. Umso mehr freuten wir uns über die Teilnahme unserer Franken aus Ansbach (IR des fränkischen Reichskreises vom Heimatverein Ansbach), über die Österreichische Artillerie von 1758 mit Steffi ZIMMERMANN und Dieter ROSENTRETER, auch über die Virginia Milizen (1776 – 1781) die im Unabhängigkeitskrieg der USA eine Pause nutzten um (über Thüringen) zu uns nach Moritzburg zu gelangen. Mit der Königlich – Polnischen und Kurfürstlich – Sächsischen Feldartillerie Regiment Nr. 12 unter Führung von Frank SCHOBER hatten wir von Anfang an bis zum schlammigen Ende eine feste Bank. Erste Angereiste war eine Hofdame der Ludwigsburger Residenz, die sich als unsere langjährige Freundin Annelies BORCHARD entpuppte. War sie das erste Mal dabei, so kannte die Oberhofmeisterin des Herzogs von Sachsen – Gotha – Altenburg Madame Juliane Franziska von Buchwald (Sandra GERLACH) das ganze Prozedere schon (allerdings deutlich trockener). Von der Mosel war Graf Metternich mit Gemahlin (Udo und Inge HIRSCH) und den Prinzen Franz und Theo angereist. Der Freiherr Carl Friedrich von Erdmannsdorf nahm mit seiner Gemahlin Erdmute Magdalena (Günter und Heidrun TENNERT) an unserem Spektakel teil. Auch Friedrich Reichsgraf Vitzthum zu Eckstädt mit Gattin Rahel Charlotte (Achim SCHÖNEICH und Frau Ulla) konnten wir begrüßen. Gute alte Freunde gaben sich mit dem Generalfeldmarschall Prinz von Hildburghausen (Michael HELM) und dem Gesandten Ulrich Friedrich Graf von Suhm (Sven WUTTKE) mit Eheweib Charlotte v. d. Lieth Gräfin von Suhm (Katrin SUKRAU - WUTTKE) die Ehre. Aus den Vereinigten Niederlanden war der Generalleutnant Julius Ernst von Tettau mit der Gräfin von Rumohr (Eheleute FRÖHLICH) über das Vogtland nach Moritzburg gekommen. Albin Enrico Graf von Jagdstein mit seiner Gräfin (?) und den Kindern Moritz und Laura – Sophie zählten auch zu unseren Gästen. Die Kunst des Schauspiels wird von jeher in der sächsischen Residenz gepflegt und so sahen wir auf unserem Feste auch die Principalin des Morettitheaters (wo auch die Hofsängerin ihre Stimme hören lässt) Giovanna Farussi (Friederun HORVATH) verehelichte Casanova, -  Mutter  des Schwerenöters Giacomo und des Louis de Silvestre – Schülers und begnadeten Zeichners Giovanni Battista Casanova   Ganz ohne Lohn, aber in alter freundschaftlicher Verbundenheit waren auch die Lohnjäger von 1632 der Kurfürstlichen Jagd mit im Revier. Weitere Teilnehmer versahen unser Fest mit Farbe, - es sind Namen, die hier in der Galerie des TDB häufig zu finden sind, was deren rege Aktivitäten widerspiegelt.

Seit Dienstag waren Familien WEISE und SCHWABE auf dem Festplatz- Arial im Ferienpark „Bad Sonnenland“ präsent. Eigentlich sollten deren Zelte aufgestellt werden, aber da standen noch die Leinwandvillen einer vorherigen Veranstaltung und der Regen tat sein übriges. So nutzten wir am Mittwochmorgen eine Regenlücke und schlugen die Häringe in das schon recht weiche Erdreich. Mit Hilfe unserer Freunde Werner POHLE, der sich ganz unmajestätisch ins Zeug legte, Wolfgang PETZOLDT und Günter THOMAS, sowie des nimmermüden Frank WEISE, wurden nun Biertischgarnituren und die Bühne (vom „ZEITGEIST“) herbeigeholt. Es regnete und das ganze Holz wurde unter einem Partyzelt verstaut. Es regnete weiter und immer weiter und das Partyzelt knickte und gab seinen Geist auf. Die Firma, die uns mit einer Schlechtwettervariante aushelfen wollte, sagte ab, denn es regnete weiterhin stark…Nun kamen Günther und Heidrun TENNERT ins Spiel. Als Darsteller angemeldet, haben sie uns sofort die Bereitstellung zweier Großraum- Partyzelte angeboten. Es regnete weiter, aber Bühne und Sitzgelegenheiten konnten nun im Trocknen auf die Akteure und Besucher warten. Das historische Festzelt der Fa. Storied Events nahm die Festtafel der Adelsleute auf. Den Tischschmuck dazu zauberte Ute HORN. Bis in den Donnerstag hinein waren wir mit dem Aufbau bei sehr widrigen Bedingungen befasst. Es regnete auch noch, als wir uns auf den Weg zum Schloss machten. Hier erwartete uns am späten Nachmittag die Schlossführerin Jo GERBEET, die uns als Ulknudel und Erzählerin deftiger Geschichten unter dem Namen Jo Querbeet noch viel Anlass zum Lachen gab, zum Rundgang durch das Jagdschloss August des Starken. Ihre Führung kam sehr gut an. Den Rückweg zum Ferienpark nahmen wir, wie sollte es wohl anders sein, im Regen, der sich mehr und mehr verstärkte. Den Abend verbrachten wir im warmen Bungalow von Renate und Anke und nach dieser gemütlichen Freundesrunde führte uns unser Weg nicht zu unseren Zelten, die waren mittlerweile nicht nur von außen nass, sondern in den (leider bis Ende der Veranstaltung) kalten Bungalow, der in weißer Voraussicht für derartige Notsituationen angemietet wurden war. Es regnete die ganze Nacht. Am Freitagvormittag gab es einige Wolkenlücken, die zu weiterer Vorbereitung unseres Lagers genutzt wurden. Einige unserer Darstellerkollegen nahmen die Gelegenheit war und begaben sich nach Dresden zur Stadtführung. An der Kreuzkirche trafen wir uns und wurden von unserer Vereinsfreundin Renata LINNÉ, einer vorzüglichen Stadtführerin, in Robe der Reichsfürstin von Teschen in Empfang genommen. Über den Altmarkt führte sie uns, angenehm plaudernd und viel Wissen verschenkend,  am Schloss vorbei zum Zwinger, zur Semperoper und am Fürstenzug entlang zum Neumarkt, wo dann die vorübergehende Rücksichtsname des Wettergottes St. Petrus ein Ende hatte. Nun regnete es nicht mehr bloß, es goss nun in Strömen. Das St. vor seinem Namen konnte nun wirklich nicht mehr als Sankt gedeutet werden,  - eher mit Stänkerfritze. Die Fürstin entließ uns nun und bis zu unseren Benzinkarossen waren wir glatschnass…  Im Lager hatten sich zwischenzeitlich viele fleißige Hände gerührt, - die Partyzelte waren eingerichtet und wurden liebevoll dekoriert, der Rustikale Abend wurde vorbereitet, die Gemüseschnippler hatten Hochkonjunktur  und der Holzofenbäcker heizte schon mal sein Arbeitsgerät vor… Der Platz hatte sich mittlerweile gefüllt, - trotz weiteren Regens war man noch fleißig beim Aufbau unserer Zeltstadt an den Gestaden des Dippelsdorfer Teiches, dessen Ufer sich begannen landein zu verlagern.  In die Töne auftreffender Regentropfen und dem Geruch aufgewühlten Schlammes mischten sich nun der lieblich- paprikascharfe, des schon für eher geplanten, Original Ungarischen Kesselgulaschs a.- la. HORVATH!!!  Hier nun ein weiterer Hinweis: Es regnete unvermindert weiter…

Der Abend nahte und wir konnten als Veranstalter unsere todesmutig angereisten Freunde und alle fleißigen Helfer zum Rustikalen Abend, der bei unseren Lagern schon eine gute Tradition hat, einladen, - bei Regen versteht sich. Frisches Holzofenbrot, Kasselerbraten, Hausschlachtene Wurst, Belag für de Spackfatbemmen, Platten mit Frischem aus Gewächshaus und Feld unserer Gärtner und Landwirte u. v. m. warteten darauf, dass zugeschlagen wurde. Das geschah dann auch. Auch ohne das Sponsoring aus Radeberg mundete das Bier, - diesmal zugekauft der Marke Hasseröder und auch Wein und Säfte, sowie Wasser (nicht aus himmlichen Quellen) löschte unseren Durscht… Gut gestärkt, war die Stimmung schon sehr gehoben, - obwohl, es noch immer wie aus Kannen goss. Drinnen wurde es nun höchstens in den Augen feucht, was durch die Lacher erzeugt wurde, die durch die Adultmärchen  und frivolen Geschichten der kaum zu bremsenden  Jo Querbeet entstanden. Durch das Lachen der fröhlichen Gesellschaft war nun kaum noch das Klatschen der Regentropfen auf dem Zeltdach zu hören. Hätten wir heute und am Samstagabend so unbeschwert feiern können, wenn wir schon gewusst hätten, wie schwer das Hochwasser, nur wenige Kilometer von unserem Lustlager entfernt, und nur wenige Tage später, mit noch größerer Wucht als 2002 auf unser Sachsenland und unser geliebtes Dresden treffen würde??? Wir hatten hier, mit unseren daran gemessenen, kleinen Schwierigkeiten zu kämpfen. Immer wieder mussten über uns gebildete Wassersäcke geleert werden, Seitenwände mussten schützend herabgelassen werden und der Schlamm wurde immer zäher und undurchdringlicher. Die armen Zeltler, - Anneliese schwamm der Teppich davon, die nicht in die Geborgenheit eines Bungalows flüchten konnten!

Unglaublich, aber am Samstagmorgen waren alle Teilnehmer des Lustlagers wohlgemut und bei bester Laune. Selbst unsere Vorsitzende war nicht genervt und absolvierte ihr Training in asiatischer Kraftsportart des per Handkantenschlag zerdepperten Grillrostes. Nunmehro haben wir bei Hofe auch noch eine >Gräfin die Starke Königsmarck<. Auch wenn kaum einer an heran brechende Besuchermassen glaubte, so war die ganze Schlammfamilie zum Empfang bereit. Pünktlich 13:00 Uhr waren die Schilderhäuschen besetzt und als der Kämmerer und Directheur der Hofcantzeley gegen 14:00 Uhr zur Begrüßung der adeligen Gäste rief, waren die Plätze im Besucherzelt nicht alle unbenutzt. Gegen 100 Besucher interessierten sich trotz des überaus schlechten Wetters für unser Tun, - was auch eine Reporterin der Sächsischen Zeitung auf den Plan rief.

Die Einzeldarsteller und Abgesandten der militärischen Gruppen wurden einzeln begrüßt und machten ihre Referenz. Mit gewissem Schrecken erhielt der Kämmerer die Nachricht, dass Dschingiskhan und seine wilden Horden vor den Toren des Ferienparks ständen. Doch zum Glück waren diese (Kerstin DANIEL, Petra TREPPTE u. Sonja BADENSCHNEIDER) in friedlicher Absicht erschienen.  Verbeugung, Hofknicks und gezogener Hut vor dem Bild unseres unvergessenen Freundes Tilo MEIßNER (Darsteller August II.) zeugten von dessen Wertschätzung auch über seinen Tod hinaus. Worte des Gedenkens, auch mahnende, richtete zum Schluss des Begrüßungszeremoniells unser Freund Werner POHLE, in Robe des Kurfürsten, an seine Mitstreiter der Dresdner Barockszene. Wir alle wünschen uns, dass gewisse Unstimmigkeiten ein und für allemal dem Gestern angehören. Damit ehren wir unseren verstorbenen Freund am besten.

Nach einem Ehrensalut, aller Darstellerkollegen die eine Muskete geschultert hatten, für unseren Tilo und unseren Freund der Dürener Traditionsgemeinschaft Michael STÜVER, begann das Veranstaltungsprogramm mit einer Darbietung des Kurfürstlich- Sächsischen Barockensembles. Danach gab es Ausführungen zur barocken Mode und als besondere Einlage betrat ein Tanzkreis von Barock in Dresden die Bühne, um uns mit mehreren Tänzen zu erfreuen, die so schon zu „unserer Zeit“ getanzt wurden. Wenn das schon unübersehbare Anzeichen einer sich anbahnenden engeren Zusammenarbeit sind, sollten Werner POHLES Worte nicht in den Wind gesprochen sein.

Die Bühne sah nun einen Umbau und das Publikum konnte S.K.M. Friedrich von Preußen (Gerd JACOB) in einer Lesung von Briefen erleben, die er mit seiner Lieblingsschwester Wilhelmine (Veronika JACOB), der Markgräfin von Brandenburg- Bayreuth führte. Im Publikum sah der Rezensent auch letzterer Tochter, die Prinzessin Elisabeth Frederike Sophie von Brandenburg- Bayreuth (Antje GODAU) mit ihrem allerliebsten Prinzchen auf dem Arm.

Nach den bisher leiseren Tönen, sorgten die Musketenschützen und Kanoniere bei ihren militärischen Vorführungen für gewaltigeren Knall und Schall und Pulverdampf. Besonders einer größeren Kindergruppe hat die Knallerei sehr gut gefallen. Zum Glück waren dazu nur wenige Tröpfchen vom Himmel gefallen, - aber keine Angst, es wird schon wieder heftiger…

Erfreulich war, dass es sich einige Freunde aus der örtlichen Szene nicht nehmen ließen, uns und unserem „Neptunfest“ (ganz ohne Häme) einen Tagesbesuch abzustatten. Manche im Kofferraum verborgene Robe wartete aufs Ankleiden, blieb aber, dem wieder einsetzenden Regen geschuldet, doch dort versteckt.

Doch am späten Samstagnachmittag erreichten uns schlimme Nachrichten, denn das Hochwasser war gerade dabei Heimwege abzuschneiden. Daher hatten wir Verständnis, dass einige Gruppen ihre Zelte einrissen und fluchtartig das immer morastiger werdende Gelände via Heimat verließen. Das Ansbacher IR des Reichkreises  und die Österreichischen Kanoniere hielten aber die Stellung ebenso eisern, wie die unverwüstlichen Kerls des 12. Regiments der Königlich – Polnischen und Kurfürstlich – Sächsischen Feldartillerie. Erstaunlicherweise hielten die Einzeldarsteller alle aus, - der Adel hält halt die Stellung.

Mit noch mehr Regen senkte sich der Abend über das Lager und die verbliebenen Lustlagerer. Es war unabdingbar, dass wir uns als Veranstalter, schweren Herzens zu entschließen  hatten, das 4. Lustlager wegen des sintflutartigen Unwetters vorzeitig abzubrechen. Das bedauerten wir alle, aber unserer guten Stimmung machte es trotz alledem keinen Abbruch. Die Oberschwester Friederun von der Moritzburger Tafel(gesellschaft) schenkte nun endlich ihren, des Nachtens sorgsam vor Waschbär, Fuchs und anderen Kostgängern geschützten, leckeren Kesselgulasch aus. Wie meent dor olle Gämmerer: „gösdlisch, gösdlisch!“  An der Stelle will er auch erwähnt wissen, dass auch sein selbst verfertigtes Schmalz allgemeinen Lobes teilhaftig wurde. Nun folgte der Höhepunkt des Abends. Der Zarewna (Nadin SCHUBERT) ständiger Begleiter (Bernd SCHUBERT) packte seine Klampfe (Gitarre) aus und gemeinsam stimmten sie uns mit einigen Volksliedern ein. Danach lief Bernd als Solist zu musischen Höhen auf und teilte uns u. a. mit, was für Berufsstände es auf der Festung Königstein gibt und was die Zwerge auf dem Berge aus der Produktionsmasse ihres Kartons zu produzieren hatten. Leider wurde es schnell dunkel und das Taschenlampenlicht reichte nicht mehr zum Texte lesen aus, so dass der lustige Bänkelsänger sein Instrument verstauen musste. Ein gewisser Kanonier SCHOBER ließ nun nicht eher locker, bis einem alten ehrwürdig ergrauten Erntebrigadier das Lied seiner einstigen vietnamesischen Reisschnitterjugend entlockt war. Später lockte uns ein überraschender krönender Schlussakkord vor das Festzelt, den der Feuerwerker John SIMON ließ einige kräftige Raketen gen Himmel zischen. So hatte unsere feucht gelagerte Lust sogar noch einen solch tollen Tagesabschluss.

Sonntagmorgen, - an der Großwetterlage hatte sich kaum was geändert, - es regnete halt! Nun wurde es ernst, die letzten Gäste verpackten ihre Zelte, oder besser formuliert, ihre Nasszellen und begaben sich per Langstreckenschwimmens gen Heimat. Der Hofmaler Louis de Silvestre (Harald Nickoleit) brauchte seine Staffelei nicht erst auspacken, packte aber mit an, wo es Not tat.  Neben völlig ramponiertem Partyzelt, zerbrochenem Grill, verpassten Eintrittseinnahmen und verschmutzter Kledage,  war auch für den Artilleristen Dieter dann unser Event doch noch ein VerLustlager, denn sein Autoreifen machte Bekanntschaft mit einem vergessenen Zeltnagel.

Nun galt es einigermaßen Ordnung und Durchblick zu verschaffen. Thomas NITZSCHE und ich begaben uns auf Rundreise und sammelten unsere Plakate wieder ein, - in strömenden Regen natürlich! Andere TDBer schafften schon die ersten Lagerutensilien nach Hause, das nicht gebrauchte Holz in Sicherheit und die Zelte WEISES und SCHWABENS wurde nach Bühlau zum „trocknen“ gebracht und auf voll gesaugtem Rasenschwamm aufgestellt. (Auch hier Überschwemmung!) Bis zum Abend hatten die letzten vom Stamm der Mohikaner voll zu tun.

Das setzte sich am Montag fort. Werner und Wolfgang waren wiederum beim Abbau und Transport der Bühne und Tische, nebst Bänken dabei. Auch Bäcker, Fleischer und nicht zum Zuge gekommener Eis – Hase hoppelten nun vom Acker, - oder besser gesagt aus dem Morast heraus. Bis in den Nachmittag hatten wir zu räumen und zu transportieren und leider waren wir dann am Montagabend zwar mit den Nerven und Kräften so ziemlich am Ende, aber mit dem Abbau noch nicht. Die großen Partyzelte stellten uns vor ein Problem. Feuchtschwer und umgeben von Schlamm, mussten sie stehen bleiben und erst am Mittwoch (so Klärchen nun endlich wieder ihrer Pflicht nachkommt) werden sie ihren Weg heimwärts nehmen (Regina und Silvia helfen TENNERS dabei). Danke nach Ebersbach

Nun haben wir alle gedacht, - nach dem uns positive Nachrichten erreichten, wonach alle Heimreiser gut zuhause angekommen sind, dass das Elend nun ein Ende hat. Falsch gedacht, denn das Hochwasser, was wieder unser Dresden mit aller Macht bedroht und den Rekord von 2002 brechen will, hat auch WEISES Wohnhaus fast erreicht, Elke METZNER wohnt derzeit unentrinnbar auf einer Insel, Regina kommt nicht zu ihrer Arbeit und so will im Nachhinein unser Lager doch noch zum VERlustlager mutieren… Wir hatten uns so auf Westerburg gefreut, was ja nun im wahrsten Sinne des Wortes für uns ins Wasser fällt.

Resümierend können wir, gemeinsam mit unseren Freunden, die mit uns  unser 4. Lustlager  erlebten und erlitten, sagen, dass auch mit verkürzter Zeit und Programm alle einen schönen Event erleben konnten. Dank auch der Unverwüstlichkeit der Teilnehmer, vieler helfender Hände und den Akteuren auf der Bühne und hinter Kimme und Korn. Wir danken Euch und freuen uns auf das Fünfte mit Euch in Moritzburg. Text und Fotos: Bernd Schwabe/weitere Fotos Bernd Schubert (eingestellt am 5.06.2013)

 

 

 

 

 



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