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Besuch der Ausstellung auf Hubertusburg am 28.04.2013

2013 – das Jahr der 250. Wiederkehr des Hubertusburger Friedens von 1763

 Eröffnung einer großartigen Exposition der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden am 28. 04. 2013 im Schloss Hubertusburg zu Wermsdorf

Auf halbem Wege zwischen Dresden und Leipzig liegt im Landkreis Nordsachsen der Erholungsort Wermsdorf mit seinem geschichtsträchtigen Schloss Hubertusburg, welches auch „Sächsisches Versailles“ genannt wird. Im Vergleich zur Residenz des Sonnenkönigs zwar doch recht bescheiden, war Hubertusburg im 18. Jahrhundert eine der bedeutendsten deutschen Schlossanlagen. August III., seines Zeichens König in Polen und Kurfürst von Sachsen, ließ das Gebäude als Jagdschloss errichten, - was 1752 fertig gestellt wurde. Abgesehen von seiner Sammelleidenschaft von Kunstwerken gab es außer der Jagd kaum etwas, was August den Schwachen mehr interessiert hätte. Daher sah das Haus rauschende Feste zu Ehren der Göttin Diana, was dann durch den Ausbruch des Siebenjährigen Krieges gestoppt wurde und 1761 in einer totalen Plünderung des mit prachtvollstem Inventar ausgestatteten Schlosses endete.  Im Februar 1763 wurde hier in Wermsdorf mit dem Friedensschluss zwischen Sachsen, Österreich und Preußen der Frieden besiegelt.

2006, als Wermsdorf sein 800. Stadtjubiläum feiern konnte, lernten wir Schloss Hubertusburg erstmals kennen. Damals hatten wir fast den Eindruck, dass der Siebenjährige Krieg mit seinen Verheerungen gerade erst vorübergegangen sei. Auf jeden Fall sah man dem Gemäuer an, dass sich der Denkmalschutz offenbar recht wenig um Hubertusburg gekümmert hat (bzw. kümmern konnte) und die Nutzung für das Gesundheitswesen tiefe Furchen hinterlassen hat. Damals, als der Schreiber dieser Zeilen noch als Zivilist und lediglich in Begleitung der Hofsängerin hier  dabei war und mit dem Kennen lernen Rolf ZAHRENS eine Initialzündung erfuhr („Ich will jetzt auch in Robe gehen“), wollte man nicht glauben, dass uns in so relativ kurzer Zeit eine derartige Perle in der Sächsischen Schlösserlandschaft erwachsen sollte. Allerdings, - interessierte man sich dafür, was hinter der restaurierten Fassade geschieht, stieß man auf verschlossene Türen… Und nun ist mit dem 28. April 2013 dieser Zustand beendet. Die Dresdner Kunstsammlungen zeigen, - noch bis zum 05. Oktober, in den (teilsanierten) Räumen etwas von der Pracht einer Epoche, die mit dem Siebenjährigen Krieg und dem Dahinscheiden August III. (1763) endigte.

Nachdem wir am Freitag unseren Tilo zu Grabe getragen und seinem Frieden überlassen hatten, reifte in uns der Entschluss, dem „Hubertusburger Frieden“, respektive dem  Schloss Hubertusburg und seiner Ausstellung einen Besuch abzustatten.

Es wurden Fahrgemeinschaften gebildet und so langten wir pünktlich zur vereinbarten Zeit 13:00 Uhr am Schloss an.  Vom TDB waren Elke METZNER (Gräfin Bünau), Renate AL ATRASH (Baronin Zetau), Gerd JACOB (General v. Spörcken) mit seiner Veronika und der Rezensent dabei. Bei unserem Eintreffen schon vor Ort war unser Leipziger TDB- Freund Rudi FRITZSCHE (Herzog von Orleans). Als starker Kurfürst kam Werner POHLE mit seiner Cosel Veneta LORENZ, sowie die „Bosens“ Christine BARTEL und Wolfgang Petzold dazu. Etwas später war auch die Equipage von Väterchen Zar auf Hubertusburg angelangt. Wir begrüßen Ines und Reinhard LAUTERBACH (Gräfin Königsmark und Peter I.) und in deren Begleitung unsere Kurfürstin Eberhardine (Martina HERGERT) mit ihrem Lieblingsbildhauer Permoser (Jürgen HERGERT).

Nach den Ankündigungen in den Medien waren wir darauf eingestellt, bei der Entdeckung des Innenlebens von Schloss Hubertusburg wahre Schätze heben zu können, aber damit, wie wir Robenträger hier aufgenommen wurden, hat wohl in der Form keiner von uns gerechnet. Hocherfreut vom Vorsitzenden des Schlossvereins Ulf MÜLLER begrüßt, setzte sich die Freude über unser Hiersein bei den Besuchern fort. Selten werden wir so interessiert darauf angesprochen, wen wir verkörpern ect. p. p.

Nach erstem Flanieren zog es uns magisch in die Räume des Schlosses und wirklich, was dort an Gemälden, Porcellainen, kostbaren Waffen, Möbeln und Musikinstrumenten und nicht zuletzt an Wissen augenscheinlich gemacht wurde, verschlug uns beinahe den Atem. Wir waren danach auch in dem Saal, in dem wir auszugsweise etwas von „Sachsens Glanz und Preußens Gloria“,- dem Erfolgszweiteiler des DDR- Fernsehens, zu sehen bekamen. Nicht nur unsere „Hofschneiderin“ Christine interessierte sich für die ausgestellten Originalkostüme aus dem Babelsberger Fundus. Doch dann zog es uns nochmals unter den sonnigen Himmel von Wermsdorf und wir flanierten im Schlosshof, ergötzten uns am Türkentrunk und waren gefragte Gesprächspartner für das zahlreiche Publikum. Diesem gefiel auch der Aufzug einer kleinen militärischen Formation (3. Kamenzer Kreisregiment), die von seiner „Kommandeuse“ und Regimentsinhaberin, der Gräfin Henriette Charlotte von Rogucka, - dargestellt von Jutta NESTLER, angeführt wurde und auch uns über den Weg lief. Nach braver Ehrbezeugung gegenüber dem Kurfürsten, war dann der Wortschwall der Roguckschen kaum zu stoppen. Sehr zur Erheiterung der Umstehenden und des Hofstaates.

So verging die Zeit wie im Fluge, - unmerklich war der Zeiger der Schlossturmuhr in die fünfte Stunde gerückt und wir traten den Rückzug an. Ein schöner Sonntagnachmittag ging zu Ende und wir zollen dem Kollegen Petrus, - seines Zeichen Wettergott, ein großes Lob. Den ganzen Vortag, während der Nacht und noch am frühen Sonntagmorgen hat er es durchdringend nieseln lassen, wurde aber zur Umkehr überzeugt, als er erfuhr, welch gastlichen Ort wir ansteuern wollten. Mit Sonne am Himmel und im Herzen ging es wieder heimwärts. Empfehlen kann man den Besuch der Ausstellung im Schloss Hubertusburg nur wärmstens. Geöffnet ist täglich zwischen 10:00 und 18:00 Uhr. Wir kommen bestimmt wieder. Text und Fotos: Bernd Schwabe (eingestellt am 30.04.2013)

             

        



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