Print This Page

Abschied von Tilo Meißner am 26.04.2013

Abschied von Tilo Meißner

Beisetzungsfeier am Freitag, den 26.04.2013

Ein fürwahr trauriger Anlass führte uns nach dem Dresdner Stadtteil Striesen, um dort von unserem Freund, dem Ehrenmitglied unseres TDB Tilo Meißner Abschied zu nehmen. War es trotzdem auch ein trauriger Tag? Ich denke, Tilo hätte sich gefreut, zu sehen, wie ihm zur Ehre und zum Andenken aus Nah und Fern Freunde der Barockszene zusammengekommen sind um auf seiner letzten Wegstrecke seine Begleiter zu sein. Als Ehre hätte es Tilo angesehen, dass ihm, der in unserem Verein und dem AKB Darsteller August des Starken war, mit Klaus BRUCKER als Fürst Leopold und Michael HARP als einer der Langen Kerls der Potsdamer Riesengarde, selbst aus dem Preußischen so viel Anteilnahme und Ehrbezeugung entgegengebracht wurde. Ebenso hätte es ihn gefreut, dass sich an seiner Beisetzungsstätte Leute der Barockszene begegneten, die sich sonst eher aus dem Weg gegangen sind. Werner POHLE vom Barock- und Tanztheater fand an Tilos Grab die richtigen Worte, wenn er erhofft, dass die (angemahnten) Gemeinsamkeiten, so wie sie Tilo MEIßNER immer gewollt hat, nach Verlassen des Friedhofes statt vergessen, ausgebaut werden.

Außer zweier Vereinsmitglieder, die bedauerten, beruflich verhindert zu sein, trafen sich alle TDBer vor der Friedhofsmauer und wir sahen mit Werner POHLE, Ina und Birgit HIRCHE und Günter THOMAS (auch "Ihre Feier zum Fest") die Vertreter des Barock- und Tanztheaters Dresden eintreffen. Mit Ines LAUTERBACH und Martina HERGERT bezeugten die Mitglieder der Barockbühne Dresden ihre Wertschätzung für Tilo. Christine BARTEL und Wolfgang PETZOLD (auch Barock -u. Tanztheater) vertraten den AKB und bezeugten damit ihre freundschaftliche Verbundenheit zu dem Verstorbenen. Beileid bekundete Helmut ROßMANN für die IG „Augustus Rex“ und für den Verein „Barock in Dresden“ kondolierten Christine JAHN und die Vereinsvorsitzende Regina SCHWITTAY. Besonders gefreut hätte sich Tilo über das Kommen der Zofe Marie (Karola SCHULZ) und über „meine treuen Weißenfelser“  Katrin und Sven WUTTGE (Königlich-Polnisch und Kurfürstlich Sächsisches Infanterieregiment Weißenfels Compagnie Weißenfels). Schon genannt, der Alte Dessauer und der Riesengardist trafen ein, um später dem Verstorbenen eine letzte militärische Ehrbezeugung zu entbieten. Leider blieb die Ehrensalve, dank der Vorschriftenreiterei der Friedhofsverwaltung, im Lauf der Muskete stecken (trotz der amtlichen Schießgenehmigung des Ordnungsamtes Dresden). Unglaublich, wie wenig doch eine Kirchenmitarbeiterin in der Lage ist, mit Herzenswärme zu agieren… Wem wundert es da noch, dass sich immer mehr Menschen von unserer evangelischen Kirche abwenden!?! Pünktlich 14:00 Uhr folgten wir nun Tilos Witwe Iris und deren Tochter Maria MEIßNER, den Eltern und den weiteren Trauernden in die Friedhofskapelle. Der Redner breitete mit bewegenden Worten noch einmal das Leben Tilos vor der Trauergemeinde aus. Damit wurde uns einmal mehr bewusst, was für ein Verlust das Hinscheiden unseres Freundes Tilo MEIßNER für seine Familie und auch für uns, seine Freunde und Weggefährten ist. Da brauchten wir uns ob unserer Tränen, - auch nicht die der gestandenen Mannsbilder Roland BITTNER, dem aus Hamburg herbeigeeilten besten Freund, die des Akzisedirektors Hoym (Olaf HORN) oder des ollen Kämmerers Bernd SCHWABE, - nicht zu schämen. Schwer war der Gang, den wir, Tilos Urne begleitend, nun antraten. Wunschgemäß wurde Tilo so beigesetzt, wie er gelebt hat, bescheiden und einfach, aber mit viel Liebe und Ehrerbietung. Nach dem die Familie und Verwandtschaft Abschied genommen hatten, defilierten die Weggefährten des Dahingegangenen in ihren Roben und Monturen an der Urnenstelle vorbei, um ihre Blume abzulegen und Lebewohl zu sagen. Die Gäste aus Potsdam salutierten militärisch und anschließend fand unsere Vorsitzende Silvia WEISE ein paar warme Worte des Abschieds. Tilo hörte immer gern den Gesang seiner „Drossel“, der Hofsängerin, so dass diese ihm ein Abschiedslied darbrachte, - welches in Tränen schier erstickten wollte…  Ein eigenes Gedicht „WEGE“ gab der Verfasser dieser Zeilen seinem lieben Freund mit auf diesen vorerst letzten Weg, - denn eines Tages wird er wieder zum gemeinsamen Weg werden. Nach einem letzten Händedruck, für Iris und Maria MEIßNER und den weiteren Hinterbliebenen, nahmen wir im Schatten eines starken Baumes Aufstellung zu einem Erinnerungsfoto. Wenn wir es hier in der Galerie oder sonst wo ansehen, wird uns der große starke Baum immer an unseren starken Tilo, - und damit an unseren Starken August, erinnern.

Gern gebe ich den Dank von Tilos Tochter Maria weiter, die so glücklich darüber war, dass wir, - ihres Vaters Wegbegleiter in der Welt des Barock, - auch das letzte Stück seines Lebensweges in unseren Roben mitgegangen sind.

Einige unserer Freunde mussten nun wieder dem Arbeitsplatz oder dem Ehrenamt zueilen. Das Gros traf sich noch am Laubegaster Elbufer, im Sommergarten einer altehrwürdigen Schänke, und in den Gesprächen war Tilo dabei immer unter uns. Manche Anekdote und Begebenheit von und mit Tilo wurde in Erinnerung gerufen, manche seiner Schrullen und seiner liebenswerten Eigenschaften fanden Erwähnung und das Bedauern, ihn nun nie mehr unter uns zu wissen, war traurige Gewissheit. Trotzdem haben wir auch das getan, was unser Tilo immer gern getan hat, wir haben gelacht, viel gelacht. Und auf der Wolke, die in strahlend blauem Himmel schwamm, wussten wir unseren Geenisch Tilo und hörten seinen Kommentar: „ So ist’s rischtsch, das Läben muss’mer immer von der strahlenden Seite sähen…!

Ja lieber Tilo, sei Dir gewiss, den Spaß und die Freude, die Du uns mit Deiner Art und Deinem Vorbild und Deinem uns vermittelten Wissen eingepflanzt hast, werden wir nie verlieren und wenn der nächste selbst gemachte Morellenlikör in unseren Gläsern schimmert, werden wir Dir dort oben zuprosten.   Lebe wohl, Du guter Kamerad. 

Dank Euch allen, die Ihr uns zu unseres Freundes Tilo MEIßNERS letztem Auftritt begleitet habt, oder per Brief, Mail, im Gästebuch dieser Seite oder bei persönlichem Zusammenkommen mit einem warmen Händedruck, Eure Anteilnahme bekundet habt. Fotos: Frank Weise / Bernd Schwabe  Text: Bernd Schwabe (eingestellt am 29.04.2013)

 

                                  

 

 

 



Zurück