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Beim 5. Dresdner Dampflokfest am 05.04.2013

Wir waren dort beim Dampflokfest, - es war saukalt, - wir holten alle uns den Rest

Mit der IG 1690 und dem AKB bei der Eröffnung des 5. Dampflokfestes im alten Bahnbetriebswerk – Altstadt (Dampflokmuseum) am 05,04.2013

Schon längere Zeit war in unserer Terminplanung festgeschrieben, dass das Wochenende vom 05,04. bis 7.04.2013 ganz den Dampfloks gewidmet sein. Dass es letztendlich dann beim Freitag, dem offiziellen Eröffnungstag des 5. Dampflokfestes blieb, war dem etwas sehr unwirschen Empfang durch den Security- Dienst der Veranstaltung geschuldet. Trotz anders lautender Abmachungen mit dem veranstaltenden Verein, wurde unseren Darstellern zunächst die Einfahrt und Parkmöglichkeit verwehrt, was in recht rüdem Ton geschah und Frau DANIEL, die das Ganze von unserer Seite gemanagt hat, war berechtigterweise sehr empört. Da, wie es sich zeigte, der  Verein IG Bahnbetriebswerk Dresden – Altstadt e. V. daran keine Aktie hatte, sind wir auch nicht auf dem Absatze ungekehrt, haben es aber beim Besuch am Freitag belassen, zu sehr wurmte die Bemerkung betreffs des fetten, von uns eingestrichenen, Honorars. Manche Leute können sich halt einfach nicht vorstellen, dass es auch Sachen gibt, die im Ehrenamt betrieben werden. Unser Besuch am Eisenbahnmuseum hat uns daher außer kalten Füßen und den Häppchen während der Eröffnungsreden nichts eingebracht. Alles andere hätte uns eher ein schlechtes Gewissen gemacht, weil der Veranstalterverein (als Freizeitgruppe der Stiftung BSW Zwickauer Strasse 86), der sich im März 1999 konstituierte, seither auch so viel ehrenamtlich geleistet hat. Ohne das, gäbe es wohl diese Dampflokfeste und die stolzen Dampfrösser, immerhin 20 an der Zahl, überhaupt nicht. Also tauchten wir nun, im Gefolge des letzten sächsischen Königs Friedrich August III. (Henry KUNZE), als königlicher Hofstaat in das Fest der Dampfloks ein. Am Gelingen des Festes waren neben der IG und uns auch das Netzwerk Dresdner Industriekultur und das Depot des Verkehrsmuseums Dresden beteiligt. Wir wurden zur Drehscheibe geleitet, womit man es recht eilig hatte, denn wir sollten im Traditionswagen zum Hauptbahnhof fahren um dort die Vertreter von Presse, Politik, Wirtschaft und Verkehr abzuholen. 20 Hofschranzen wurden dann in die Wagen bugsiert wo es dann zu warten galt und zu warten und mit jeder Minute im ungeheizten Coupé kälter wurde. Irgendwann ging es dann doch noch los und am Hauptbahnhof angekommen hieß es erneut warten, warten und nochmals warten und frieren. Da hatte wer den guten Einfall, zum zwecke des Warmlaufens, die Wagons zu verlassen und die Füße zu vertreten.  Das hat zwar relativ wenig genützt, aber dafür entdeckten wir auch hier einige altehrwürdige Eisenbahnwagen- und Loks. Schon am Lokschuppen, aber auch hier, waren viele Leute unterwegs, die (zumeist) gleich mehrere Fotoapparate um den Hals hatten und nun ihre Motive nicht nur bei den Eisenbahnen sondern auch bei uns suchten. Als neben den Fotoapparaten auch noch rote Presse- Schildchen hingen, war signalisiert, dass die Pressekonferenz beendet ist und das Zusteigen der heutigen Prominenz losgehen würde. Also bemühten sich auch die damaligen Promis um Geenisch Friedrich August III. in die Wagen zu kommen. Nach kurzer Fahrt langten wir wieder an der Nossener Brücke an, wo mittlerweile die Masse der Interessierten unglaublich angewachsen war. Was war das für ein Gewusel auf den Gleisen. Der Hofstaat wurde auf die Drehscheibe geleitet und sollte dort als Fotomotiv dienen, was kaum gelang, weil wir von der zahlreiche Prominenz gut vor den Paparazzis abgeschirmt wurden. Dann lenkten wir unsere Schritte auf den grünen Teppich des Lokschuppens um dem Festakt der Eröffnung des 5. Dampflokfestes beizuwohnen. Hier wurden viele Reden geredet, aber leider war die Beschallung zu schwach oder die Umgebungsgeräusche zu laut, so dass man kaum verstand, wer da referierte und was er referierte.  War für uns vielleicht auch nicht ganz so wichtig. Eines habe ich aber vernommen, nämlich, dass der IG- Vorsitzende I. BAUMGÄRTEL die Geschicke des Vereins seit nunmehr 15 Jahren in Händen hat. Das nötigt mir Hochachtung ab, bin ich doch selbst auch nie ein Kurzzeit- Vorsitzender gewesen, - egal wo ich an der Spitze stand. Während der Reden wurden Sekt und Häppchen gereicht und wegen der Genierlichkeit hätte mir der Magen auch weiterhin geknurrt, wenn wir nicht die Zofe Marlies dabei gehabt hätten. Sie versorgte den verarmten Sachsenadel nach besten Kräften…  Als sich die Tore des Lokschuppens wieder öffneten, konnten wir auch unsere Freunde Veronika und Gerd JACOB mit ihrem Enkelchen begrüßen. Der Andrang der Eisenbahnbegeisterten hatte, so schien uns, weiter zugenommen. Schön, wenn eine Veranstaltung so gut aufgenommen wird (laut Presse heuer ein Besucherrekord). Im Beisein König Friedrich Augusts kann bekannt werden, dass sich die sächsischen Könige stets als Pioniere bei der Einführung und dem Ausbau des Eisenbahnwesens betätigt haben.Beispielsweise wurden in der Regierungszeit König Johanns, zur Hebung des Verkehrs mehrere neue Eisenbahnlinien, z. B. von Dresden nach Tharandt und später von dort über Freiberg nach Chemnitz und weiter nach Zwickau eröffnet. Auch zwischen Zwickau und Schwarzenberg, sowie zwischen Chemnitz und Annaberg dampften alsbald ebenfalls die Dampfrösser der Sächsischen Eisenbahn. Auch unter König Alberts Regierung wurde das Eisenbahnnetz, insbesondere auch in den gebirgigeren Landesteilen wie der Südlausitz sowie dem Erzgebirge und im Vogtland vervollständigt. Durch den Zukauf von Privatbahnen erreichte Sachsen (1880) bei einem Flächeninhalt von 100qm über 13km Eisennetz. Damit lag dieses doppelt so hoch als im übrigen Deutschen Reiche, wo durchschnittlich nur 6km Gleise lagen.  Heute freut es uns, dass so viele Menschen dafür sorgen, dass die Eisenbahnkultur, die mit den Dampfloks begründet wurde, erhalten wird und auch fernerhin, - wenn auch als Museumsstücke, die Dampfrösser über die Geleise keuchen. Während der drei Tage des Festes gab es z. B. Sonderfahrten, bei denen es mit Volldampf durch das Elbtal der Sächsisch- Böhmischen Schweiz ging.

Wir waren dabei, als den Menschen Zeugnisse sächsischer Ingenieurkunst nahe gebracht wurden. Da war anfänglicher Ärger schnell vergessen. Allerdings, kalt war es bannig und so suchten wir uns mit der „Betriebskantine“ ein Wärmestübchen auf, wo wir als Gäste des Vereins begrüßt wurden und uns mit heißem Tee oder Kaffee innerlich wieder etwas aufwärmen konnten. Danach ging es mit Volldampf los, - der heißen Badewanne entgegen. Schnupfen hat es trotzdem gegeben, aber die Finger waren dann nicht mehr klamm und so konnte dieser Text von Bernd Schwabe in die Tastatur gehackt werden. Die Fotos hat er auch gemacht. Goldy hat dabei geholfen (eingestellt am 08.04.2013)

 

 



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