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Fortbildungsreihe des TDB: Philipp v. Orleans am 24.02.2013

Fortsetzung der Fortbildungsreihe des TDB durch Rudolf Fritzsche

„Ich, Philipp I. von Bourbon Herzog von Orleans und Anjou &c &c &c... .“

 

Im vergangenen Jahr haben wir im TDB damit begonnen, in einer fortbildenden Vorstellungsreihe die von uns dargestellten historischen Persönlichkeiten und die Legente zu den fiktiven Adelspersonen in Vorträgen den Vereinsmitgliedern nahe zu bringen.

In 2012 hörten wir Gerd JACOB zu seiner Figur des Friedrich II. von Preußen, Renata LINNÉ sprach zur Reichsfürstin von Teschen und Silvia WEISE wusste, am Ort des Wirkens von Gräfin von Königsmarck in Quedlinburg, über des Starken August erster Mätresse zu berichten. Nun für Jahresanfang 2013 hat sich unser Rudi FRITZSCHE zu Wort gemeldet, um über seinen Herzog von Orleans zu berichten,

Schon am Freitagmittag holte Regina SCHWABE unseren Rudi vom Bahnhof ab, wo er aus Leipzig angekommen war. Nach einigen Vorbereitungen für den Sonntag, und einer leckeren Rinderzunge, wurde geplauscht und neben Rückblicken auch in die Zukunft des TDB geschaut. Früh aus den Federn, waren wir pünktlich 10:00 Uhr am „Schießhaus“ zu unserem 1. Stammtischreffen 2013. Nach dem anschließenden Museumsbesuch ging es wieder zurück zu uns nach Gorbitz, wo wir gemeinsam mit Silvia und Frank WEISE und Rudi, dessen 78. Geburtstag feierten. Dem festlichen Anlass gemäß, kam eine Gans (von Regina nach eigenem Rezept bereitet) mit Kartoffelklößen (von Frank gedreht) und Rotkohl (nach alter Art von Silvia bereitet) auf den Tisch. Auch ein edler Tropfen durfte nicht fehlen. Auch wenn alle Beteiligten wussten, dass es am nächsten Morgen früh aus der Falle zu steigen hieß, wurde der Abend lang…

Nach gemeinschaftlichem Frühstück erwarteten wir ab 10:00 Uhr die ersten Vortragsteilnehmer. Zunächst kam leider aus Maxen die Absage der JACOBS, da sie dort total eingeschneit waren. Trotz Verkehrsbehinderungen waren alle anderen teilnehmenden TDBer (relativ) pünktlich. Mit Annett SCHADE, Thomas NITSCHKE, Renata LINNÉ, Elke METZNER, den WEISES und uns als Gastgeber, sowie dem Referenten Rudi FRITZSCHE war die Runde der angemeldeten Teilnehmer komplett. Zunächst wurden künftige Termine besprochen, - besonders die Barockmesse und einige Dinge zum Lustlager. Dann kam für Rudi der große Augenblick, wo er uns „Seinen“ Herzog von Orleans vorstellte. Man merkte, dass der Referent regelrecht verliebt in seine Rolle ist. Es wurde erklärt, warum er gerade diesen französischen Hochadeligen verkörpert und wie dieser seiner (fiktiven) Rolle am Dresdner Hof gerecht wird. Auf Geburt und Kindheit, Erziehung, Fähigkeiten, Neigungen, Adelstitel, seine Ehen und Kinder, die Weiberfeindlichkeit, dem Verhältnis zum königlichen Bruder Louis XIV. , die Schlösser die er als Pair von Frankreich besaß, sein Wirken als Marschall von Frankreich, was es mit der Eisernen Maske (siehe Dumas d. Ä.) und der Samtmaske auf sich hatte und auf viele interessante Dinge mehr ging der Referent bei der Vorstellung seiner historischen Persönlichkeit ein. Dabei mussten die Zuhörer konstatieren, dass dieser Philipp I. doch ein rechter Himmelhund fiesesten Charakters war. Er missachtete seine Ehefrauen, von den die zweite, Liselotte von der Pfalz, als geistreiche Klatschbase berühmt wurde und die erste Anna Stuart unter Giftverdacht starb. Er kümmerte sich kaum um seinen Nachwuchs, lebte in Saus und Braus- immer über seine Verhältnisse hinweg, wodurch er wohl weltweit der Schuldenkönig unter den Adeligen war…, - ja viel Positives war nicht zu berichten, dabei ist Rudi FRITZSCHE, der Monsieur darstellt, genau das Gegenteil, nämlich ein überaus liebenswerter, verlässlicher und angenehmer Zeitgenosse. Das ist auch der Grund, warum er den Mut aufgebracht hat, eine Charaktere nachzuempfinden, die wegen ihrer Widerwärtigkeit für den ersten Moment abstoßend wirkt. Doch wir wissen, im Adel gab es nicht nur die Guten! Bei seinem Aufenthalt als Gesandter seines königlichen Bruders wird sich Philipp I. von Orleans und Anjou am Dresdner Hof immer von seiner besten Seite zeigen, - dafür bürgt unser Rudi FRITZSCHE mit seinem Namen.

Nach dem gehaltvollen Vortrag wurde der Appetit auf ein gehaltvolles Mahl immer stärker und so kam eine große Schüssel >Sächsischer Kartoffelsalat a-la Kämmerer zu Nau< auf den Tisch. In der Küche werkelte derweil auf eigenem Wunsch Thomas NITSCHKE als Brutzelkoch und bereitete die frischen Bratwürste zum Salat. Zur guten Verdauung gab es noch einige Video- Clips, - u. a. über unsere mdr- Entdeckungsreise auf barockem Terrain (Hier ab Vier am 20.07.2012) mit Silvia WEISE und Bernd SCHWABE und vom Glühweinfest auf Schloss Leuben bei Oschatz mit Elke METZNER, Rudi FRITZSCHE, Siggi SCHURA, Bernd SCHWABE und der Hofsängerin (Regina SCHWABE) die im Schloss das Publikum mit ihrem Gesang erfreute. Bei diesen Vorführungen wurde leckerer Sahnekuchen von Silvia und eine superfeine Beerengrütze von Elke gereicht. Gaffä gab es auch und Thomas wurde unangefochtener >Türkentrunk- König<, denn bei der von ihm geschluckten Menge hätte es dem Rezensenten die Schädeldecke abgehoben… Ja, ja. gelobt ist…. 

Als uns 16:00 Uhr die letzten unserer Freunde verlassen hatten und wir etwas abgedampft waren, konnten wir wieder einmal konstatieren, dass es doch in der Gemeinschaft des TDB immer viel Spaß macht. Dieser Sonntag hat das wieder einmal ohne Einschränkungen  bewiesen. In dem  ich hier allen Beteiligten danke, - für die Mitbringsel, die konstruktive Teilnahme an der Terminplanstellung und nicht zuletzt Rudi für seine Ausführungen um den Prinzregenten und Pair von Frankreich, - möchte ich letzteren Bitte erfüllen und seinen DANK für den Geburtstagsbraten, die gastliche Unterbringung und Bewirtung und die Geburtstagsglückwünsche an dieser Stelle augenscheinlich machen.

Aber Rudi, das haben wir doch für Dich alle sehr gerne gemacht. Das meint Bernd Schwabe, der auch diesen Text verbrochen hat und den Auslöser betätigte. (eingestellt 25.02.2013)   

     Die Fotorepros der historischen Gemälde wurden WIKIPEDIA entnommen.



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