Print This Page

Festumzug beim Tag der Sachsen in Freiberg am 9.09.2012

Vom schönsten Fest der Sachsen:

Wir waren im Festumzug des 21. Tages der Sachsen am 9. 09. 2012 in Freiberg dabei

Der eine oder andere Vereinsfreund war schon als Besucher bei einem Tag der Sachsen dabei, aber als Darsteller haben wir es die letzten Jahre, wegen der vielen Termine, einfach nicht auf die Reihe gebracht. Doch heuer hat es geklappt, - unsere Anmeldung wurde angenommen und wir sollten als TDB den Dresdner Hofstaat zur Zeit August des Starken verkörpern. Da uns zwei Pferdechaisen in Aussicht gestellt wurden, war es auch UNSEREM Friedrich August (Tilo MEIßNER) möglich daran teilzunehmen. Insgesamt waren am Sonntagmorgen 12 TDBer, verstärkt durch unsere Freunde Christine BARTEL und Wolfgang PETZOLDT (Präsident des AKB), auf dem Weg in die altehrwürdige Bergstadt Freiberg. Silvia und Frank WEISE, Renata LINNÉ, Renate AL ATRASH, Annett SCHADE, Silke AYDIN, Regina und Bernd SCHWABE, Rudolf FRITZSCHE, Siegfried SCHURA und Thomas NITSCHKE waren auch mit von der Partie und wir alle erlebten einen schönen Tag am Fuße des Erzgebirges,  hier wo bis 1156 dichter Urwald wucherte und auf Geheiß Otto des Reichen gerodet und später, um 1168/70, aufgrund reicher Silberfunde die Bergbaustadt Freiberg entstand.

Heute ist Freiberg Große Kreisstadt mit der Bergakademie und einer Montangeschichte, die mit rund 800 Jahren Bergbau bis 1969 das Wirtschaftsleben Freibergs prägte. Heute leben hier 41450 Einwohner, die sich zu ihrem Sachsentag 47000 Besucher und 4000 Teilnehmer aus 170 Vereinen eingeladen hatten. In früheren Jahren war Freiberg wohl die bedeutendste Stadt der Mark Meißen und Ehrenbürger wie Berghauptmann Eugenius Pabst von Ohain (1718 – 84) der Mineraloge und der Oberberghauptmann Abraham von Schönberg (1640 – 1711) prägten das Gesicht der Bergbaustadt, aber auch Gottfried Pabst von Ohain (1656 – 1729), der Metallurge und Mineraloge Christlieb Ehregott Gellert (1713 – 95), oder der Begründer der Bergakademie Friedrich Anton Freiherr von Heinitz als Generalbergkommissar, legten Ehre für die Bergstadt ein. Viele Namen, die mit Freiberg in Verbindung zu bringen sind, wären noch zu nennen, - viele dieser Persönlichkeiten sah man im Festumzug.

Weit außerhalb der Stadt war uns Parkplatz zugewiesen und nach einigen gründlichen Renovierungsarbeiten der Damen ging es mit dem Schaddelbus (Shuttlebus) in das Stadtinnere. Auch hier, bis zum Erreichen unseres Stellplatzes, wäre die Ausgabe einer Goldenen Wandernadel angebracht gewesen. Doch dann standen unsere Kremser, die wir noch vom Umzug des Elbhangfestes kannten, bereit und boten unter ihrem Dach linden Schatten. Da sich der Beginn des Umzuges verzögerte, - der mdr war mit der Ü- Technik noch nicht so weit, hatte man Gelegenheit im Umfeld des Stellplatzes die vielfältigsten, einfallsreich gestalteten Fahrzeuge und Darsteller in ihren Kostümen und Gewandungen zu bewundern. Dem Rezensenten fiel besonders ein Darsteller ins Auge, der in herrlicher Robe den Kurfürsten Heinrich den Frommen (1473 - 1541) darstellte. Da war ein gemeinsames Foto Ehrensache, zumal der diesmalige Kämmerer beim Umzug 800 Jahre Dresden auch den frommen Heinrich gab. Jener war mit Freiberg eng verbunden, machte die Stadt zu seiner Residenz und hat die Reformation endgültig in Sachsen (gegen Willen und Wirken seines Bruders Georg dem Bärtigen) durchgesetzt. Landsknechte, Bettelmönche, Minnesänger, Artisten, Bergparade, Spielmannszüge und (um 4000) weitere Mitwirkende belebten das Bild am Stellplatz und später im Umzug. Vor uns gruppierten sich barockokoig gekleidete Kinder des Musikvereins Bannewitz, die sehr aufmerksam den lehrreichen Ausführungen der gestrengen Reichsfürstin von Teschen (Renata LINNÉ) folgten und dabei lernen konnten. Besonders auffällig, da sicher und gewand im Auftreten, war ein junger Mann, den der Kämmerer dem Großvater des Jungen, Friedrich August (Tilo MEIßNER), als Prinz Friedrich Christian (1722 - 1763) vorstellte. Der Disput zwischen Kurfürst und Prinz war schon ergötzlich… Dann schweifte der Blick vom originalen zum originellen August, der sich inzwischen, einige Bilder vor uns, mit seiner Kutsche und der Dreier- Damenbesatzung, in den Zug eingereiht hatte. Die Gilde der Münzschläger  entsandte eine Abordnung zu August den Starken (Tilo MEIßNER) im Kremser und überreichte ihm eine „Sachsenmünze“ neuester Prägung.

14:15 Uhr war wohl unser Landes- TV mit der geplanten Sendezeit soweit und der Festumzug setzte sich in Bewegung. Unglaublich viel Publikum begleitete den Umzug am Straßenrand und unsere beiden Wagen wurden mit viel lautstarkem Händegeklapper begrüßt. Majestät nutzte die Gelegenheit um seinen lieben Freibergern mit vollem Pokale zuzuprosten (natürlich mit Freiberger Gerstensaft). Für Kinder ließen die Hofschranzen Bonbons in die Menge werfen und an der Tribüne lüpften die Herren Adelsmänner im Angesicht des jetzigen „Geenigs“ (endlich mal eeh äschter Saggse) Stanislaw TILLICH, unserem Ministerpräsidenten, ihre Hüte… Es war schon allerhand los und die Umzugsrunde ziemlich groß. Wie zu hören war, ist in solch großer Beteiligung bisher kaum ein Umzug beim Sachsentag gestartet.  Als wir unsere Runde gedreht hatten und zum Shuttlebus strebten, konnten wir noch Einiges von der Vielfältigkeit des Umzuges erhaschen.

Da sich unsere Chaisen der Kurfürstlichen Karosse ziemlich  nahe kamen, grüßten wir artig und konnten feststellen, dass auf beiden Seiten die Rollen gut gelernt wurden sind. Nur die feminine Hosenrolle war (wie zumeist) schlecht, - in Stil und Aussage…!!!  Unser lieber, aber leider sehr kranker, August – Tilo hatte bei der Hitze ganz schön zu kämpfen, ehe wir den Zubringerbus erreicht hatten.  Ein netter und aufmerksamer Busfahrer kutschierte uns dann bis direkt vor unsere Benzinkarossen. Bevor wir wieder getrennte Wege nahmen, konnten wir alle befriedigt feststellen, dass es sich gelohnt hat, bei unserem Tag, dem Tag der Sachsen, mitzuwirken. Unser Leipziger Freund Rudi FRITZSCHE, der den Herzog von Orleans gibt und schon seit Freitag zu Gast bei uns in Dresden war, bedankte sich mit den Worten: „Es war ein wunderbares Erlebnis und wir sollten auch 2013 nach Schwarzenberg fahren und dort unseren Dresdner und Sächsischen Barock vorstellen.“ Da konnten wir anderen nur sagen: „Aber feste…“ Wieder eine schöne Veranstaltung, an der unser TDB beteiligt war. Dafür kann es getrost ***(*) geben. Text und Fotos: Bernd Schwabe (eingestellt am 12.09.12012)



Zurück