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22.Elbhangfest am 23.06.12 fest in Weiberhand

>>Und ewig lockt das Weib<< - 22. Elbhangfest ganz feminin

Am 23.06.2012 war es wieder soweit, dass sich Mitglieder(innen) des TDB und AKB am diesjährigen Elbhangfest,- nach der BRN (Bunte Republik Neustadt) das wohl bedeutendste und beliebteste Stadtteilfest Dresdens, beteiligten. Wir 10 Weibsleute waren, wie gesagt, diesmal ganz unter uns, als wir im Kremser Platz genommen hatten. Nach der offiziellen Eröffnung der 22. Auflage des Festes am Samstag, den 23.06.2012 pünktlich 10:30 Uhr, setzte sich unser Fuhrwerk in Bewegung. Einziger männlicher Part, der optisch 90jährige maulfaule Kutscher, der partout nicht zulassen wollte, dass die Seitenwände des Kremsers hochgerollt werden,- was aber, gut 10fach verstärkter weiblicher, Protest dann doch durchsetzte, so dass wir zwar wohlbehütet, aber nicht unter einer Käseglocke „reisen“ konnten.

Ja, wohlbehütet waren wir, dank der Putzmacherkunst unserer Freundin Kerstin DANIEL (IG 1690), denn das Thema unseres Wagens war die Hutmode im Wandel der Zeiten und da ging es von Byzanz bis in die 1920er Jahre. Jede der Hutträgerinnen war eine Schönheit für sich und lenkte viele Blicke auf den Wagen 14 von insgesamt 32 Festumzugswagen, die vom Körnerplatz bis zum Schloss Pillnitz unterwegs waren. Es ging gemütlich voran,- mit Laufen wäre man sicher schneller gewesen,- was den Pferden doch recht mühsam war. So kollabierte eines der Rösser ob der  hochsommerlichen Hitze und des Schneckenganges und ging in die Knie. Zum Glück gelang es den anwesenden, sehr lauten und aufgeregten, „Pferdeflüsterern“ ihren tierischen Angestellten wieder auf seine vier Beine zu stellen.. Uns folgte ein Gespann, dessen einer Part, unsere Aufmerksamkeit über die Maßen anzog. Der Gaul war äußerst nervös, ging öfters hoch und war nur schwer zu besänftigen. Jeder Wagen fuhr für ein anderes Thema,- wie gesagt, der unsrige machte Hutmode, aber da waren auch Frauenvereine involviert, der Lesbenverband, „Die Elbscheechen“, eine Art Guggenmusik- als „unartige Festumzugsmusik“ kreiert, deren Virtuosen trotz femininer Kledage doch recht maskulin wirkten, und ein Wagen war von einem Nachwuchsschlagersternchen besetzt, dass sich redliche Mühe gab, die Lieder seiner ersten CD (und diese selbst) recht nett an den Mann und die Frau zu bringen.

Der Weg nach Pillnitz zog sich und unsere Ohren wollten sich ob der ständigen Wiederholungen am liebsten nach innen rollen… Ob diese Art der Musik Grund für das ungehaltene Benehmen des Gaules war? In unsere Geräuschkulisse mischte sich auch des Öfteren die Wortmeldung eines unserer jüngsten Mitfahrerinnen, die auf ihre gut gefüllten Windeln aufmerksam machen wollte. Da mussten wir mit unserem Weiberchor schon mächtig ankämpfen, um mit „Hab‘ mei‘ Wagen vollgeladen, voll mit…“ und anderen Volksweisen nicht ganz im Trubel der Geräusche unterzugehen. Auch wenn meine Mitfahrerinnen meinten, dass es an der Wegstrecke merklich weniger Zuschauer als im Vorjahr gab, war ich doch recht beeindruckt von deren Anteilnahme rechts und links des Weges. Man hatte den Eindruck, dass unser menschliches Spalier seine Freude am Umzug hatte und diese Freude hat sich auf uns übertragen,- woran vielleicht auch der reichlich nachgeschenkte perlende Inhalt unserer Gläser (echt Plaste) nicht ganz schuldlos war. Froh waren wir, dass der Kremser ein Dach hatte, denn bei der Hitze hätte es sonst unter unseren Kopfbedeckungen revoluzzerisches Aufbegehren gegeben. Durch 5 Orte führte uns unser Weg auf der gut 7 km langen Wegstrecke, an der es (an den drei Tagen vom 22. – 24.06.2012) 200 Veranstaltungen gegeben haben soll.

So gesehen, scheinen die Eintrittspreise berechtigt, aber wer hat es geschafft, per Beene, auch nur einen Teil der Darbietungen wahrnehmen zu können? Wir Teilnehmerinnen vom TDB, Renate AL ATRASH, Elke METZNER und ich Regina SCHWABE waren schon durch unsere Pferdefuhre ziemlich geschafft, was unseren teilnehmenden Freundinnen des AKB Sonja BADERSCHNEIDER, Christine BARTEL, Kerstin DANIEL, Ina HIRCHE, Jeanette HOFMANN mit Töchterchen, Peggy THIEDIG (a.G.) mit ihrem Winzling, Petra TREPPTE und Veneta LORENZ nicht viel anders gegangen sein dürfte. So waren wir ganz froh, dass uns unser Kutscher,- pardon – Gespann- oder Pferdeführer wäre zu nobel ausgedrückt, mit den Worten: „Nu aber runter vom Wagen, ich will jetzt Feierabend machen…“ wieder auf eigenen Beinen stehen und gehen ließ. Für die Pferde haben wir diese Forderung verstanden und sind ihr nachgekommen.  

Wie schön es sich doch dann Eintrittsfrei im Park flanieren lässt. Gegen 14:30 Uhr waren wir in Pillnitz angekommen und unser Weg führte uns auch zu den Ständen der Marktfrauen Goldy, was die Marlies FROHNHÖFER ist und Silvia WEISE unsere Vereinsvorsitzende. Unsere Begleiterinnen vom Kremser hatten sich offenbar schnell verlaufen, aber mit meiner Freundin Christine BARTEL (behütet wie in den 1920er Jahren) hielt ich es mit barockem Dreispitz noch bis zum Abend aus.

Mit der Fähre nach Kleinzschachwitz übergesetzt, war unser Motorchaisenkutscher pünktlich 19:30 Uhr zur Stelle und frohen Sinnes ging es heimwärts. Auch wenn es bei der Hitze und dem Menschengewimmel recht anstrengend war, so waren wir doch sehr gut aufgelegt und hatten unseren Männern Wolfgang und Bernd am Abend viel von diesem ereignisreichen Sonnabendnachmittag zu erzählen. Einen Teil davon hat mich unser Directheur der Hofcantzeley hier erzählen lassen und ich hoffe, diese Zeilen machen viele Leser neugierig auf das 23. Elbhangfest Ende Juni 2013, an dem wir wieder von unseren Mannsen begleitet werden wollen. Text und Fotokommentare (nach Informationen von Regina Schwabe): Bernd Schwabe Fotos: Regina Schwabe (eingestellt am 26.06.2012)

 



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