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Konzert in der Kirche zu Friedersdorf am 16. Juni 2012

Mit dem Kurfürstlich- Sächsischen Barockensemble im ersten deutschen Bücherdorf

Konzert mit Tanzeinlage des TDB in der Kirche zu Friedersdorf am 16. Juni 2012

Mit etwas Spannung im Vorfeld, sahen wir dem Auftritt im Sachsen- Anhaltinischen entgegen und nun, da alles in Tüchern ist, können wir konstatieren, dass es für das Ensemble, und auch für die Barocktanz- Verstärkung aus dem TDB, ein so nicht erwarteter Erfolg war. Den Ausgang hat das ganze genommen, dass unsere hochwohllöbliche Hofsängerin (Regina SCHWABE) während des Irrgartenfestes 2010 in Altjeßnitz angesprochen wurde, ob es nicht auch mal möglich wäre, mit dem Ensemble zu einem Konzert in die Friedersdorfer Kirche zu kommen. Der Fragestellerin Frau GEBERT konnte das bejaht werden und so kamen wir nun an diesem Sonnabend, den 16. Juni nach Friedersdorf, einem Ortsteil der Großgemeinde Muldestausee bei Bitterfeld (Landkreis Anhalt- Bitterfeld). Bis 1815 verblieb das Dorf beim Kurfürstentum Sachsen und war ab 1906 ein Ort im Königreich Sachsen. Übrigens, ist Friedersdorf gemeinsam mit der Nachbargemeinde Mühlbeck ein sehr belesenes Gemeinwesen, denn es wurde 1997 zum ersten deutschen Buchdorf gekürt. Einen Bücherstand der lesefreudigen Gemeinde haben wir in Altjeßnitz schon mehrmals kennengelernt.

Nun waren wir also hier und nahmen von der Kirche besitz, deren Baubeginn auf das Jahr 1897 datiert und am 20.07.1899 als Evangelisch- Lutherisches Gotteshaus geweiht wurde. Nun also hat die Kirchgemeinde, deren Vorsteherin uns die Einladung ausgesprochen hat, ihr Gotteshaus zum Konzertsaal gemacht. Wir TDB- Kerle Siegfried SCHURA und Bernd SCHWABE waren schon in Robe angereist und hatten daher keine Not beim Umkleiden in der klitzekleinen Sakristei der Kirche. Unsere Mädels (Silvia WEISE / Flöte, Zweitstimme und Tanz und Regina SCHWABE / Sophran und Tanz) hatten es da etwas schwieriger… Bald trafen auch die Musikerkollegen des Ensembles Sebastian REHNER (Bass) und Manfred KUGLER (Tasteninstrument) ein. Verwunderung löste das Schuhwerk des Pianisten aus, denn er kam in Filzlatschen, was sich später vor dem Publikum aufklärte und Manfred einen zusätzlichen Applaus einbrachte. Mitten im Umziehtrubel mischten sich noch zwei Damen darunter, die sich nach ihrer Umkleide- Metamorphose als zwei edel gewandete anhaltinische Edeldamen entpuppten. Von den Organisatoren gebeten, nahm Graf von Bünau Siegfried SCHURA) die beiden unter seine Fittische, was ihm offenbar nicht ganz unangenehm war. So zog er dann, während der Eröffnungsmusik des Ensembles >Trumpet Voluntary<, im Gefolge des Cämmerers (Bernd SCHWABE) und der Hofsängerin (Regina SCHWABE) auch in die Kirche ein.  

So wie es Graf von Schwabe zu Nau, der wieder einmal als Zeremonienmeister fungierte, ankündigte, brachte das Kurfürstlich- Sächsische Barockensemble in den nun folgenden nahezu 90 Minuten, ein wohl gemixtes Programm bekannter und weniger bekannter Arien, Instrumentalwerke und Volksweisen, sowie Rezitationen zu Gehör und der TDB steuerte mit seiner Einlage zweier barocker Tänze auch etwas Ergötzliches für die Augen bei. Wir merkten von Anfang an,- das beifällige Händegeklapper bezeugte es, dass wir bei den Friedersdorfern gut ankamen und wir denken, dass keiner, in der wirklich gut besetzten Kirche, Grund zur Unzufriedenheit hatte. Wenn da bei den Volksweisen kräftig mitgesungen wurde, manche verstohlene Freudenträne floss und der 90jährige Opa mit dem ganzen Körper mitgegangen ist, spricht dies für sich. Das Publikum wollte die Musici nicht ohne Zugabe gehen lassen und so musste auch hier das Ännchen von Tharau den Schlussakkord setzen.

Als nun die Baronessa de Moretti auch noch verkündete, das der Pianist ihres Ensembles sich am Morgen den Fuß angebrochen hatte, aber trotzdem kam, um das Konzert nicht platzen zu lassen, verstärkte sich der Beifall noch einmal,- und die Hausschuhe hatten sich damit erklärt. Die Ensemblemitglieder und die beiden älteren Herren, die zu barocker Live- Musik ihre alten Knochen klappern ließen, freuten sich über den floralen  Dankesgruß in Form roter Rosen und den rosa perlenden Inhalt der Sektgläser, mit denen auf den gelungenen Nachmittag angestoßen wurde. Wir hatten Grund für das entgegengebrachte Interesse und die Begeisterung der Friedersdorfer Einwohner zu danken.

Eingeschlossen in den Dank war auch Kaffee und Kuchen, zu dem wir vom Veranstalter vor Beginn eingeladen wurden. Danke auch Frau Veronika KUGLER, die fast alle Fotos (bei recht ungünstigem Licht) in der Kirche geschossen hat. Mit Abfahrt der Musikerkollegen war der TDB wieder unter sich und beschloss, die Küche der Dorfschänke zu testen. Heraus kam dabei,- freundliche Bewirtung, gutschmeckende und preiswerte Speisen nach Hausfrauenart. Also auch damit waren wir erfolgreich. Regina kutschierte uns dann „schnellen Fußes“ gen Heimat, wo wir in der zehnten Stunde ankamen und Siggi und Silvia auf deren jeweilige Schlafgelegenheiten aufteilten. Beide mussten ja am nächsten Tag zeitig aus den Federn, denn es galt dem Schlossfest in Hainewalde zuzustreben. Text und Fotokommentare: Bernd Schwabe, Fotos: Veronika Kugler (eingestellt am 19.06.2012)



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