Print This Page

Historischer Tag im Kleinen Erzgebirge zu Oederan am 10.06.2012

Historischer Tag im Miniaturengarten >Kleines Erzgebirge< in Oederan

Abgesehen davon, dass sich ein Besuch der Miniaturenschau, mit den sehens- und erhaltenswertesten Bauwerken des Erzgebirges (hier- und jenseits der böhmischen Grenze) immer einen Besuch wert ist, war es uns (Silke AYDIN und Regina und Bernd SCHWABE) eine angenehme „Pflicht“, gewissermaßen einen unterstützenden Gegenbesuch abzustatten. Einen Gegenbesuch bei unseren Oederaner Freunden, den Lohnjägern, vom Historischen Verein, womit wir auch noch mal in dieser Form unseren Dank dafür abstatten wollten, dass sie uns bei der >Barocklust auf Schloss Hermsdorf< in größerer Delegation und unter viel Einsatz von Schwarzpulver, ihre Unterstützung zuteilwerden ließen. Die Lohnjäger waren wohl der Hauptpart der historisch gewandeten Darsteller. Ihre Kledage ist vor unserer Zeit angesiedelt und unsere barocken Gewandungen waren ein weiterer Farbtupfer. Allerdings so richtig Farbe brachte unser Dreimädelhaus (Kerstin DANIEL, Petra TREPPTE und Sonja BADERSCHNEIDER) von der IG 1690 ins Festgeschehen. Erstmals führten sie hier ihre neuesten Roben aus,- Kerstin war in die Rolle der Byzantinischen Kaiserin Theodora I. geschlüpft und hatte an ihrer Seite die kaiserliche Schwester, die Petra, ebenfalls prachtvoll gewandet, verkörperte. Sonja hatte es hingegen in das Spätmittelalter verschlagen und sah nach meinem Geschmack am schönsten gekleidet aus.

Wir trafen im Gelände der Schauanlage auch auf einen (weiteren) Starken August, den wir glaubten am Schloss von Zabeltitz schon einmal gesehen zu haben. Wie es sich herausstellte, betreibt der Darsteller dort einen Kostümverleih. Nun, dem entsprach die Gewandung des sächsischen Kurfürsten, aber vom Korbus und von Angesicht hatte er doch eine recht große Ähnlichkeit mit August dem Starken,- und nett war er auch (in Dresden ist es mancher August nicht). Auf jedem Fall wurde uns des Fürsten Huld zuteil und wir betrachteten das Donnern der Kanone als Willkommenssalut. Später spuckte eine Flinte so heftig, dass des Schützen Hutkordel Feuer fing!  Gern drehten wir dann unsere Runden zwischen der Augustusburg, dem Lengefelder Kalkwerk, der Seiffener Kirche und dem Fichtelberghaus, dem Jagdschloss Moritzburg oder einem Stück China en miniature… Dabei freuten wir uns, einige neue  Modelle sehen zu können. Auch die fleißige Klöpplerin in ihrer hübschen Tracht war ein Hingucker und deren Erklärungen zu dieser alten erzgebirgischen Volkskunst waren interessant und lehrreich.

Immer wieder gern verweilt man auch dort, wo die Umsetzung der Moster Kirche dargestellt wird. Meine zwei Adelsdamen, des Reisens mit der Pferdekutsche überdrüssig, nahmen das Wagnis auf sich und bestiegen das moderne Dampfross,- und drehten mit der Modellbahn eine Runde im Park. Glück gehabt, ihre weitausladenden Röcke waren nicht unter die Gleise geraden. So haben wir uns dort im Kleinen Erzgebirge sehr lustvoll die Zeit vertrieben, haben aber festgestellt, dass die großen Erzgebirgler,- die Besucher, unserem Tun, in der Mehrzahlrecht, recht muffelig und unaufgeschlossen gegenübertraten. Aber vielleicht sind wir doch durch unsere Flaniergänge durch unseren Dresdner Zwinger schon etwas verwöhnt.

Nach dem wir das vom Veranstalter gesponserte Mittagessen eingenommen hatten, waren wir wiederum zwischen den sehenswertesten Punkten des Erzgebirges unterwegs und konnten wieder einmal feststellen, wie schön doch unsere engere Heimat ist. Den Machern und Erhaltern des Kleinen Erzgebirges kann man nur höchstes Lob zollen und hoffen, dass es nicht zu weiteren Entgleisungen durch Leute kommt, deren Vandalismus und Diebesverhalten keine Achtung vor derartigen Leistungen kennt.

Bei der Verabschiedung von den Lohnjägern gaben wir ehrlichen Herzens das Versprechen, gern und bald mal wieder hier dabei sein zu wollen. Kaiserin  Theodora I. und ihr Hofstaat, über unser Eintreffen etwas erstaunt, da nicht damit gerechnet wurde (man ist schließlich wer als Theodora Imperatris Augusta und will informiert werden), war im Laufe gemeinsamen Auftretens so aufgetaut, wie wir es von den Dreien kennen und wir hatten noch viel Spaß miteinander und die Verabschiedung war herzlich. Warum waren wir vom TDB nur zu dritt in Oederan? Viel war los an diesem Wochenende und so musste sich der Verein teilen. Wir hier, andere Freunde beim Schlosstriathlon in Moritzburg oder beim Schlossfest in Leuben bei Oschatz. Berichten kann ich hier in Wort und Bild nur von Oederan. // Bernd Schwabe (eingestellt am 11.06.2012)



Zurück