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Flanierwochenende in Berlin, vom 01. bis 03. Juni 2012

Flanierwochenende zu Ehren des Alten Fritzen   Mit Lust gewandelt,- gefeiert,- dazugelernt- und neue Freundschaften geschlossen

Wie Detlef und Gabriele Hänsel für uns ein freudvolles Wochenende organisierten

Seit Monaten fieberten wir erwartungsvoll einem Eventtermin entgegen, der uns nach Berlin und Potsdam führen sollte und,- man höre und staune, so gut wie im Alleingang, von den Eheleuten Detlef und Gabriele HÄNSEL,- in der Szene als Friedrich Baron von Schönhausen und Sophie Charlotte Baronin von Schönhausen bekannt, organisiert wurde. Nun, am ersten Juniwochenende (01.- 03.06. 2012) war es also soweit- und es sei vorweggenommen, dass uns ein wirklich herrliches Wochenende in der Bundeshauptstadt Berlin und der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam erwartete.

Sorgen machte uns im Vorfeld das Wetter, denn noch in der Nacht des Donnerstag zum Freitag,- unserem Anreisetag, regnete es in Dresden wie aus Kannen. Doch Petrus, der ja einiges vom Vorjahr wieder gut zu machen hatte, war einsichtsvoll und sorgte rechtzeitig für Wetterbesserung. Nach dem Einsammeln von Rudi FRITZSCHE und Siggi SCHURA, starteten wir,- Regina am Lenkrad und ich im Schlafsessel des Beifahrers, gen Preußenland. Die Fahrt verlief gut und selbst eine längere Baustelle ärgerte uns nicht, denn es muss in Sachsen einen sehr humorvollen Beamten geben. Smileys ließen Ärger gar nicht erst aufkommen. Das erste verkündete noch, rot vor Wut und mit hängenden Mundwinkeln, dass es noch 6 km langsam zu fahren gilt. Smiley Nummer Zwei, auf Gelb erblasst, sagte uns mit schelmischem Munde, 4 km Baustelle gibt es noch,- und mit einem herzhaften Lachen im Gesicht zeigte uns die Drei noch 2 km Einschränkungen an. Wie freuten wir uns dann zu Beginn Freier Fahrt über das grüne Smiley- Gesicht und seinem: „geschafft“. In der Tat, wir hatten so mit der Smileyerei zu tun, dass wir das Ärgern vergaßen. In forschem Tempo ging es ins Brandenburgische,- vorbei an der >Raststätte Freienhufen<. Ach, wie kam es uns dort wehmütig an,- was hat man uns vor 22 Jahren doch alles genommen,- selbst den >Intershop<… Dann kamen wir am Prenzelberg an und bezogen unser Quartier. >Generator- Hostel< hieß unsere Schlafstätte.

Mehr als die kurzen zwei Nächte hätten wir in diesem (Jugend-) „Hotel“, was sich uns im Flair einer Werkhalle zeigte, nicht unbedingt verbringen wollen. Aber wer sparen will (oder muss), muss leiden. Hier trafen wir mit Wolfgang PETZOLDT, Günter THOMAS und Thomas NITSCHKE zusammen und diese drei jungen Spunde (Wolfgangs Fitness lässt ihn dazurechnen) durften es sich in den oberen Etagen der Doppelstockbetten gemütlich einrichten. Doch ans Schlafen war jetzt nicht zu denken, denn es hieß in die Roben zu steigen und das erste Tagesziel anzusteuern. Großraumtaxen brachten uns und unsere Damen Annett SCHADE, Christine BARTEL, Elke METZNER und Regina SCHWABE zum Berliner Dom am Lustgarten, von dem unser Flanierwochenende seinen Anfang nahm.

Herzlich von Baron und Baronin von Schönhausen (Detlef und Gabriele HÄNSEL) begrüßt, erwarteten wir die Ankunft des Preußenkönigs und seines hohen Gastes Kurfürst Friedrich August von Sachsen Werner POHLE). Letzterer war offenbar mit der Eilpost angereist, denn er war aus Sachsen, noch vor seinem Gastgeber Friedrich, der aus Potsdam kam, hier am Dom angelangt. Viele neue und einige altbekannte Gesichter waren unter der Adelsgesellschaft auszumachen,- und die Begrüßungen waren bei allen herzlich. In dieser Art begrüßten wir dann auch König Friedrich (Gerd JACOB), der seine Schwester Wilhelmine (Veronika JACOB) und die Gräfin Sophie von Camas (Monika KUTA) zur Seite hatte, so wie Friedrich August der „Burggräfin“ Anna Constantia von Cosel einen Wochenendurlaub für dieses Fest von Stolpen gewährt hat.

Nach Austausch aller Begrüßungsartigkeiten schlossen wir uns der Gräfin Cama zu einer historischen Stadtführung an. Sachkundige Erläuterungen, an den schönsten Plätzen der historischen Innenstadt Berlins, machten diesen Spaziergang zum lehrreichen Genuss. Wir wurden von vielen Touristen und Berlinern über unser Tun und Hiersein angesprochen, was darauf schließen lässt, dass es in Berlin nicht sehr oft solche bunten und umfangreichen Flaniergänge gibt. Von dieser Führung wäre viel zu berichten, sprengte es nicht den Rahmen dieser Publikation. So lasst uns denn zum Gendarmenmarkt enteilen, wo unsere Kutschen für unsere Ausfahrt warten sollten. Es gestaltete sich umgekehrt,- wir warteten auf die Kutschen,- respektive der Dresdner Hofstaat (verarmter Landadel,- der Kurfürst wurde in noblerer Chaise kutschiert) auf seinen Kremser mit seinem prachtvollen Kaltblüter- Gespann.

Nach „em Schälchen Heeßen“ war es soweit und in gemütlicher Gangart ging es am Brandenburger Tor vorbei, (Die geplante Durchfahrt war wohl wegen des „Lupenreinen Demokraten“ noch gesperrt), und unter den Linden an vielen Sehenswürdigkeiten und mutwilligen Brachen vorbei… Den (meisten) Autofahrern, die sich dem Tempo unserer Rosse anpassen mussten, sah man den Zorn ins Gesicht geschrieben, aber vom Straßenrand gab es manches freundliche Winken und Zücken der Kameras… Endpunkt war das Nikolaiviertel,- seit 1987 ein Berliner Kleinod und Anziehungspunkt für Gourmets und Architekturfans aus Nah und Fern.

Ein kurzes Flanieren im Schlepptau des Baronenpaares v. Schönhausen, ließ uns manches interessante Detail entdecken. Doch dann wurden wir recht brüsk aus unserer Beschaulichkeit gerissen, als uns dort die >Primel- Paula< ins Visier nahm. Recht „nett“ das Mädel, aber doch eine echte „Berliner Schnodderschnauze“, - was den Repräsentanten des wohllautenden Sächsischen (!) doch etwas gewöhnungsbedürftig ist. Der olle Kämmerer hat sich aber gut mit dieser echten Berliner Pflanze verstanden,- nur deren Anhänglichkeit, nach dem sie ihm zwei (Schoko-)Thaler aus dem Kreuze geleiert hatte,- war dem guten Mann dann doch eine Priese zu heftig…

Dann sollte es prickelnd weitergehen. Im historischen Restaurant >Gerichtslaube< erwartete uns gegen 19:00 Uhr ein Sektempfang und im Kreuzgewölbe der Ratsherrenstube eine Festtafel mit 2 Gänge Menü. Der in der Vorbestellung favorisierte Hirschgulasch war  eine echte Gaumenfreude. Freudig war der ganze Abend, mit den Begrüßungen der Monarchen und deren Erwiderungen, den Dankeschöns der teilnehmenden Darsteller an die Eheleute HÄNSEL und das Geburtstagsgeschenk des Dresdner Hofstaates (TDB) für den 300jährigen Uralten Fritzen (Gerd JACOB). Elke METZNER hatte die Idee hierzu und bastelte es auch selbst. Der Hofsängerin Baronessa de Moretti (Regina SCHWABE) oblagen gesungene Glückwünsche und Dankesworte, die nicht nur bei den speziellen Empfängern für freudige Aufmerksamkeit sorgten. Auch die >Primel- Paula<, jenes Blumenmädchen von soeben, sorgte für eine kleine Unterhaltungseinlage,- hatte aber wohl für das Couplet „Det war sein Milljöh“ nicht ihren besten Tag. Schön trotzdem, dass sie mit dem Berliner Milljöh- Zeichner Heinrich Zille, an einen echten Sachsen aus Radeburg erinnerte. 

Ein netter Beitrag zur gepflegten Unterhaltung der Festgäste war auch der Vortrag von Gedichten aus eigener Feder durch die Hofpoetin (?).

So verging die Zeit wie im Fluge und die Taxizentrale hatte wiederum, und noch des Öfteren, Grund zum Jubeln und schickte zwei ihrer geräumigsten Kaleschen… Die Nacht war kurz und aufreibend- Schnarcher, Nachtwandler- und Duscher, hellhörige Wände, schwankende Bettgestelle die ähnliche Zustände wie Seekrankheit hervorrufen und und und – kein Wunder, dass man schon lange vor 7:00 Uhr an der Frühstücksausgabe lauerte.

Gestärkt und mit braunem Wasser (welches in Preußen Kaffee genannt wird) geärgert, ging es in die Roben und zum  Schloss (Nieder-) Schönhausen. Dorthin, wo einst der erste deutsche Nachkriegspräsident Wilhelm Pieck residierte und wo noch früher die Gemahlin Friedrich II., Königin Elisabeth Christine von Braunschweig- Wolfenbüttel- Bevern  im „Exil“ weilte,- vom Weiberfeind und saumäßig schlechten Ehemann Fritze verordnet. Hier erwartete uns schon der ehrenwerte Baron von Schönhausen und verwies uns auf die Sonnenseite des Schlosses, was des Morgens die Rückseite des Gebäudes ist. So peu à peu trafen die Adelsleute am Schloss ein,- auch einige bisher noch nicht gesehene, wie auch der sächsische Akzisedirektheur Graf von Hoym mit Gattin (Olaf und Ute HORN), welche selbst dem Dresdner Hofstaat Überraschungsgäste waren.

Nach Sektempfang und Begrüßung der Majestäten, gaben die Preußische, nebst der Gräfin von Camas, eine Lesung aus Briefen, die sich beide Zeit ihres Lebens geschrieben hatten. Dies war sehr vergnüglich,- mein  Gott aber, hatten die Herrschaften damals „Probleme“! Nach dem Gehörten gab es bei der Schlossführung viel zu sehen und auch manches interessante und uns bisher  unbekannte Detail zu hören. Auch das Flanieren im Park war erbaulich und wir bestaunten u. a. die Platane mit Durchgang. Das Wetter hat bis hierher und bis zum Schluss dieses tollen >>HÄNSEL- Festes<< ausgehalten und so starteten wir per Bustransfer zum Schloss Charlottenburg.

Zunächst waren wir über die Ausmaße des Areals überrascht,- die Erinnerung von 1990, als wir auch den Westteil der Stadt erkunden konnten, war nicht so groß. Groß genug war für uns das Restaurant >Kleine Orangerie<, in dessen aufmerksamer Gastlichkeit uns die Kaffeetafel mit köstlicher Erdbeertorte erwartete. Auch der Kaffee entsprach nun unseren Erwartungen. Der 2. Belegung Platz machend, flanierten wir zum Hauptportal des Schlosses um „freudig und voller Ungeduld erwartet zu werden“,- nö, wir mussten warten und warten und hatten dann, als die Führung doch noch begann, die Spätkaffeetafler hart auf den Fersen. Die Sachsen sind Gewohnheitsmenschen und daher erfreut, wiederum der Gästeführerin, vom Vormittag in Schönhausen, folgen zu dürfen. Gern würde ich meiner Eindrücke hier schriftlich Luft machen, aber dieser Bericht soll nicht zum Roman werden. Auf jeden Fall waren wir ob der Ausstellungsexponate sehr beeindruckt. Danke der belesenen Gästeführerin.

Uns von HÄNSELS sehr empfohlen, folgten wir Gabriele und Detlef in den rückseitigen Barockpark, um in dieser herrlichen Anlage zu flanieren, Glückwünsche an Frischvermählte zu übermitteln (de Kämmerers Frage an den Bräutigam: „Hat er sich das auch genau überlegt?“, wurde bejaht. Dann ist ja alles gut) und um mit Gleichgesinnten ins Gespräch zu kommen, deren Nähe bisher nie zu erreichen war. Da ja diese viele Kultur überwiegend per „Beene“ zu bewältigen war, konnte eine gewisse Fußmüdigkeit nicht unterdrückt und verborgen werden.  So folgten wir, auf letztem Wege für diesen Sonnabend, der Aufforderung des Barons gern und hutschelten dem Ratskeller im Bezirksrathaus Charlottenburg zu. Das Schlusslicht gab unser altehrwürdiger Vereinsfreund Rudolf FRITZSCHE, der als Philipp Herzog von Orleans und Anjou derartige Fußmärsche sicher nicht gewöhnt war. Seine orangefarbene Feder war in der Ferne zu bemerken,- wenigstens diese, denn in der Rangfolge des Empfanges, hat man seinen hohen Status (als Bruder Luis XIV.) nicht unbedingt beachtet. Aber auch unser Rudi hat es geschafft, und nach wiederum einem Sektempfang, nahm er mit uns an der Festtafel im Mittelsaal des Ratskellers Platz.

Was uns dann im nebengelegenen Figurensaal beim Büfett erwartete, war vom Allerfeinsten und jeder der wollte, konnte sich nach Herzenslust sattessen oder, wie der Kämmerer, gourmieren. Friedrich und Friedrich August tauschten wiederum gegenseitig Artigkeiten aus und wünschten auch der Adelsgesellschaft viel Pläsier. Die Sächsische Nachtigall, Hofsängerin Regina Baronessa de Moretti,- angetraute Gräfin zu Nau, gab noch eine Kostprobe ihres gesanglichen Könnens und bedankte sich mit „Willst du dein Herz mir schenken…“ und, auf Wunsch Friedrich des Großen (Gerd JACOB, der der Figur achtbar Leben eingehaucht hat), ließ sie das „Heideröslein“ erklingen. Dass so vielstimmig mitgesungen wurde, hat nicht nur die Hofsängerin gefreut, sondern auch die dahinter stehende Regina SCHWABE. Unsere alten Volksweisen müssen gepflegt und erhalten werden.

Leider versagte (wieder einmal) die Technik, so dass einige vorzutragende „Gastgeschenke“ nicht an die Dame und den Herrn gebracht werden konnte. Eine Lesung von Veronika und Gerd JACOB aus Briefen, die sich Friedrich der Große und seine Lieblingsschwester Friederike Sophie Wilhelmine Markgräfin von Bayreuth einst schrieben, setzte dem Abend ein weiteres Glanzlicht auf. Der Abend war bereits fortgeschritten, so dass eine vollständige Lesung doch etwas anstrengend gewesen wäre,- wer aber, wie wir vom TDB es bereits hatten Gelegenheit hat, Veronika, Gerd und Frau Barbara HÜTTEN, mit vollständiger Lesung zu erleben, der sollte es unbedingt tun. Sie ist jedem Barockevent,- vor allem heuer im >Friedrich- Jahr< sehr zu empfehlen.  Hätte nicht seit dem Vortage der Gedanke in uns gebohrt, dass wir Sonntagmorgen (zwangsweise) besonders früh aus den Federn müssen, wäre unser Sitzefleisch im Ratskeller noch etwas länger strapaziert wurden. So aber, rollten mal wieder die Großraumtaxen an. Eine taxometerfreudige Stadtrundfahrt schloss sich an, aber uns blieb im „Mädchenschlafsaal“ dann doch noch bis Mitternacht eine Stunde für „Fetz und Dallerei“…

Pünktlichst 7:00 Uhr am Sonntagmorgen erstürmten die sächsischen Heuschrecken das Frühstücksbüfett, um danach allen ihren Krempel in den Motorchaisen zu verstauen und gen Potsdam- Sorgenfrei zu entfleuschen. Wir waren gewarnt, wegen einer Sternfahrt der Radfahrer und der dadurch zu erwartenden Straßensperrungen, den kurzen Weg durch die Stadt zu meiden, sondern den Außenring nach Potsdam zu nehmen. So war es dann auch. Mit fast der doppelten Kilometerzahl kamen wir in Potsdam an und hatten unsere Freude an diversen Straßensperrungen wegen eines City- Laufes der Marathonsportler. Zum Glück hatte ein freundlicher Schutzmann ein Einsehen und winkte die merkwürdig gewandete Korona hinter die Absperrung durch, so dass wir sogar noch einigermaßen pünktlich an der Alten Mühle parken konnten. Vorbei am Flötenspieler, der dort am Zugang zum Schlosspark angewachsen zu sein scheint, gelangten wir zum Schloss Sanssouci und mit dem wunderschönen Blick über Friedrichs Weinberg, entdeckten wir an dessen Fuße die ersten Adelsleute dem Treffpunkt an der Mittelfontäne zustreben.

Im Vergleich zu den Vortagen war die Zahl der adeligen Flaniergesellschaft noch angewachsen und bildete ein Ehrenspalier für den König von Preußen und den sächsischen Kurfürsten und König in Polen. Gemeinsam wurde die Treppe des Weinberges erklommen,- stets, wie auch an den Tagen davor, unter dem Blitzlichtgewitter unserer braven Hoflichtmaler (die uns eine DVD produzieren werden), die auch während des ehrenden Gedenkens der Adelsgesellschaft an der letzten Ruhestätte Friedrich II. den Auslöser sehr oft zu drücken hatten. Auf der Schlossterrasse hatte uns ein sehr rokokisch aussehender Mensch erwartet, der zunächst etwas zurückhaltende Skepsis erzeugte, sich aber dann als ein Juwel der Konversation und Geschichts,- wie Bilderkenntnis entpuppte. Es war Jan Baptiste de Boyer Marquis D’Argens (dargestellt von Heicko EICKENROTH), der von Friedrich nach Potsdam gerufen und 1744 Kammerherr wurde. Später war er Akademiedirektor Seine Führung in der Gemäldegalerie war regelrecht ein Genuss für Auge und Ohr und wir lernten Bilder, wie >Ungläubiger Thomas< von Caravaggio, van Dycks >Pfingsten< und die üppig proportionierten Weibsleute des Peter Paul Rubens näher kennen. Seine Einladung zu (wieder einmal) einem Gläschen Sekt, war  dann auch noch für die Geschmacksnerven ein Hochgenuss. Wie zu hören war, hat ihn unser Kurfürst (W.POHLE) nach Dresden eingeladen und wir (AKB) wollen doch hoffen, dass wir an diesem Treffen teilhaftig werden.

Am Fuße der Galerie, mit Blick auf den Park von Sanssouci, gab die Hofsängerin noch eine weitere Probe ihres Könnens und erfüllte mit >Ännchen von Tharau< einen am Vorabend im Ratskeller geäußerten Wunsch der HÄNSELS. Dass es dazu auch noch einen Umschlag gab, womit die Teilnehmer des Flanierwochenendes den Organisatoren ihren besonderen Dank ausdrücken wollten,- damit hatten Gabriele und Detlef wohl nicht gerechnet und die Rührung war ihnen anzusehen. Aber damit war noch kein Kehraus verbunden.

Nach einem Flanierrundgang warteten in der Nähe der historischen Mühle zwei Kremser auf uns und kutschierten die Adelsgesellschaft durch Potsdam und das Areal am Park von Sanssouci. Während unserer Kremser Tour tröpfelte es nun ganz leicht, aber wir kamen noch einigermaßen trockenen Fußes in das Restaurant >Zur Historischen Mühle< wo wir ein abschließendes Mahl zu uns nahmen. Wegen der Fußkranken in unseren Reihen, scheuten wir den Weg zurück zum Drachenhäuschen, wo es noch ein gemeinsames Kaffeetrinken geben sollte. Mit unserer Verabschiedung von den Teilnehmern des Flanierwochenendes und den beiden rührigen Organisatoren Gabriele und Detlef HÄNSEL kam noch mal in Gänze auf, was wir doch für wunderbare Tage an diesem ersten Juniwochenende erleben durften. Es ist mir Herzensbedürfnis, dafür, auch namens meiner teilnehmenden Vereinsfreunde des TDB und des AKB, zu danken und unsere Anerkennung auszusprechen. Es hat wirklich so gut wie alles reibungslos geklappt und manche Sorgenfalte und die Augenschatten, die wir bei den HÄNSELS gesehen zu haben glaubten, waren völlig überflüssig und dürften mittlerweile einem sehr zufriedenen Lächeln gewichen sein.

Das >>Große Flanierwochenende zu Ehren Friedrich des Großen<< war ein wunderbarer Erfolg und Zufriedenheit dafür, steht den Machern ganz einfach zu. Danken möchten wir auch unserem Vereinskollegen, dem Darsteller Friedrich II., Gerd JACOB, der im wahrsten Sinne des Wortes einen großen Friedrich den Großen gegeben hat. Auch seiner Veronika danken wir für ihre Wilhelmine. Allen weiteren Darstellern, die aus Braunschweig, Chemnitz, Hamburg, Hannover, Sachsen, Thüringen, , ect. angereist waren,- und natürlich auch denen mit Heimvorteil, danken wir  für IHRE hier in Berlin und Potsdam dargestellte Adelsperson.

Wir sprechen hiermit Allen unsere herzliche Einladung aus, uns im nächsten Jahr, terminlich ähnlich gelegen, bei unserem Lustlager in Moritzburg (das Schloss, wo das Aschenbrödel seinen Schuh verlor) vor den Toren Dresdens zu besuchen. Wir freuen uns, dass uns hier so viele Interessenten jetzt schon dahingehend angesprochen haben. 

Als wir dann in unsere Autos eingestapelt waren, hatten sich die Tröpfchen zu einem wahren Landregen gewandelt, der bis Dresden anhielt. Wir waren uns nicht im Klaren, ob wir mit dem Regen mitgefahren sind oder ob er uns von Dresden entgegen kam. Letzteres wäre nicht so gut gewesen, da es in Dresden an diesem Wochenende ja auch ein barockes Fest gab, wo es wegen seines (lt. Ankündigungsflyer) guten Programms sehr schade gewesen wäre, ins Wasser gefallen zu sein. Offenbar hat Petrus aber erst nach Abschluss der Veranstaltung,- wie bei uns im Preußenland, die Schleusen geöffnet.  Also können wir alle sehr zufrieden sein.

Das Flanierwochenende, welches uns die HÄNSELS geschenkt haben, ist der bisherige Jahreshöhepunkt in unserem Programm und was nun noch folgt, wird es schwer haben mit gleichem Niveau aufwarten zu können. Text und Fotos: Bernd Schwabe (eingestellt am 05.06.2012)

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