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Flanieren am Pfingstsonnabend, den 26.05.2012

Flanieren in das Pfingstfest – Sonnabend, den 26. Mai 2012

Eigentlich geplant war es nicht, aber als die ehrenwerte Hofsängerin die Idee erstmals äußerte, waren doch einige TDBer begeistert bereit, an diesem schönen Tag vor Pfingsten, ihre Schritte durch unser historisches Dresden zu lenken. Da trafen wir uns also am „Schießhaus“ – wir, waren Renate AL ATRASH, Siegfried SCHURA, Uta und Olaf HORN, Rudi FRITZSCHE und Bernd und Regina SCHWABE mit Freundin Silke AIDIN.

Unsere Vorsitzende ist über Pfingsten unter die Marktweiber gefallen und daher in Weesenstein beim Mittelaltermarkt gebunden, so dass sie uns sehr fehlte. (Aber der Broterwerb hat nun mal Vorrang!) Dass es nicht bei uns acht Hansels blieb, ist Freunden des AKB zu danken, die, wie Bosens, schon am „Schießhaus“, oder, wie unsere Freunde von der Barockbühne (Ines und Reinhard LAUTERBACH, Martina und Jürgen HERGERT und Zofe) und Johanna und Frank ROLLE am Zwinger zu uns stießen.

Zwanzig edel gewandete Herrschaften traten also ihren Pfingstspaziergang an,- und das bei allerschönstem Sonnenwetter. Es machte den Unmassen Touristen wohl nichts aus, dass der Zwinger noch immer eine einzige große Baustelle ist, wo große Teile unter schützenden Bauplanen versteckt sind, - denn so viele Menschen haben wir hier selten gesehen. Begeistert waren diese Besucher auch über unser Erscheinen und ich glaube, wir haben einen neuen Rekord aufgestellt, was die Langsamkeit angeht, mit der wir diesmal durch den Zwingergarten gekommen sind. Uns stellten sich die Leute mit den drei Augen (ein digitales Kameraauge hat wohl jetzt jeder!) regelrecht in den Weg und wir dienten wiederum unzählige Male als Fotostaffage… Auch das frischvermählte Brautpaar wollte Väterchen Zar (Reinhard LAUTERBACH) mit auf dem Hochzeitsfoto haben.

Seit langer Zeit waren wir auch wieder einmal im Nymphenbad, was nach seiner Restaurierung wieder so schön ist, wie es Permoser und seine Schüler einst geschaffen haben. Dieses Kleinod der bildhauerkunst liegt etwas abseits im Zwingerareal und mancher fernöstliche Besucher findet es nicht,- was schade ist. Wir fühlten uns in der Kühle des Sandsteines und der Fontänen sehr wohl…  

Nach gut einer Stunde langten wir auf dem Theaterplatz an, wo nicht weniger Menschen unseren Weg kreuzten. Wir kamen auch nicht an der Gruppe junger Frauen vorbei, die mit einer ihrer Freundinnen den Junggesellenabschied feierten und uns zur Teilnahme an ihrer Tombola nötigten. <<Schwein muss man haben<< meinte der olle Kämmerer und gewann, unter Einsatz eines Schokotalers einen netten russischen Folkloretopf mit Löffel…

Nachdem wir uns durch die Touristenbarriere der Brühlschen Terrasse geschoben hatten, stiegen wir zur Münzgasse ab und blieben auf halber Treppe beim Chinesen hängen. Hier wurde der Flüssigkeitspegel aufgefüllt und leckere Suppe mit Kokosmilch und Zitronengras genossen. Ein besonderer Genuß war im Inneren der Gaststätte (wir hatten unter den großen Sonnenschirmen des Vorgartens platzgenommen) eine Sammlung Gemälde, die davon zeugte, dass es im Verwanden- oder Freundeskreis der (vietnamesischen) Wirtsleute einen Malbegabten geben muss.

Als wir uns frisch aufgetankt hatten und sich der Herzog von Orleans, was unser Rudi ist, von der Bosin, welche wiederum unser Nähwunder Christine BARTEL ist, an die Wäsche gehen lassen hat, ging es zunächst zum Neumarkt und dann durch das Schloss zurück zum Zwinger. Hier war der Touristenstrom kaum abgeebbt, so dass es zur Querung des Zwingerhofes auch wieder seine Zeit brauchte. Am Zwingergraben führte uns der Weg zurück zum „Schießhaus“, wo uns noch der Brave Soldat Schwejk über den Weg lief und mit seiner Konversation erheiterte. Ob er aber, gemeinsam mit Frank ROLLE den „tieferen Sinn“, den ja lt. Schwejk alle Dinge haben, gefunden hat, blieb uns in dem Moment verborgen. Nicht verborgen geblieben, dürfte unsere Freude an diesem Pfingstspaziergang gewesen sein. So kann man sich, ganz kurz entschlossen, selbst einige (russische Löffel) Freude verabreichen, ohne dass diese fest im Terminkalender eingeplant waren. Das kann es öfters so geben, meint Bernd Schwabe (Text), der auch fast alle Fotos schoss. (eingestellt 26.05.2012)



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