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Zum Fotoshooting nach Lichtenwalde am 6.05.2012

Ein beinahe nicht ins Wasser gefallener Flaniersonntag in Schloss und Park Lichtenwalde

Zum Fotoshooting nach Mittelsachsen am 6. Mai 2012

Nach längerer Planung war es nun so weit, dass wir TDB- Mitglieder nach diesem herrlichen Fleckchen Erde fahren konnten, um frische Fotos für neu zu erstellende Vereins-Flyer zu schießen. Unser Freund Thomas NITSCHKE hatte das Organisatorische im Vorfeld in die Hände genommen und so wurden wir schon von den Schlossherren erwartet. Schade war nur, dass es uns wieder einmal nicht gelungen ist, dass alle Robenträger vollzählig vor Ort erscheinen, um gemeinsam für die Bilder unserer neuen Webeflyer zu posieren. Dabei war der Termin seit der Jahresversammlung im Januar bekannt und die wenigsten TDBer hatten Sonntagsdienst…

Die Unentwegten Renate AL ATRASH, Elke METZNER, Annett SCHADE, Silvia und Frank WEISE, Thomas NITSCHKE, Siegfried SCHURA und Regina und Bernd SCHWABE waren, den ungünstigen Wetterprognosen zum Trotz, gegen 10:30 Uhr am Schloss und in ihrer Garderobe in der Galerie des Seitenflügels. Ihr Wagemut wurde belohnt, denn das Wetter blieb bis fast zum Abschluss unseres Ausfluges trocken und wir hatten einen wirklich freudvollen, harmonischen und erlebnisreichen Sonntag.

Zunächst begrüßte uns Herr Tino ZSCHORN vom Besucherservice, der uns mit herzlicher Freude willkommen hieß und beinahe uneingeschränkte Bewegungsfreiheit in Schloss und Park gewährte. Etwas kühl war es zunächst doch, aber wir hatten ja dafür ein Gegenmittel mitgeführt. Der ehrenwerte Graf von Weißenberg zu Ossig (Frank WEISE) buckelte unseren Spielekoffer in den Park und wir steckten den Parcours für das historische Maillespiel ab. Es machte unheimlich viel Spaß, sich bei diesem historischen Spiel mit Holzschläger- und Kugel zu betätigen und warm wurde den Akteuren dabei auch. Dann verkündete die boshafte Seite der Hofsängerin und Angetraute des Kämmerers: „Jetzt macht auch mein Oller mit, da gibt es was zu lachen…“ Gelacht hat letztendlich der Graf Schwabe zu Nau, der mit wenigen Schlägen dem Zielstab zustrebte und schon jubeln konnte, als das Gros der Spielgemeinschaft noch an den ersten Toren herumkrebste…(Ja, ja, wie war das mit dem blinden Huhn?) Bei dieser spielerischen Betätigung, von Thomas und Bernd reichlich im Bild festgehalten,- aber leider nur von wenigen Parkbesuchern wahrgenommen, verging die Zeit wie im Fluge und wir wollten eben einpacken, als uns Herr ZSCHORN einen Pressemann (Freie Presse) zuführte, für den wir noch ein Spielchen wagten. Nach dem dieser seine Bilder im Kasten hatte, wir den Sieger ermittelt hatten, trieb uns der Hunger in unser Gemach in der Galerie.

Hier wollten wir das Geheimnis der von Frank und Silvia mitgebrachten Plastedosen lüften. Zwei leckere Gemüsesalate kitzelten nun unsere Gaumen, die von Frank mühevoll per Hand gedrehten Beefsteaks weniger, denn die schlummerten vergessen in einem Dresdner Kühlschrank vor sich hin. Gesättigt machten wir uns zur Erkundung des Parks auf, zumal einige Vereinsfreunde noch nie hier in Lichtenwalde waren. Wir wollten gerade losgehen, als uns, als Oederaner Lohnjäger, unser Freund Dieter HEINRICH den Weg verstellte. Er hatte in der Zeitung die Ankündigung unseres Vereins für Lichtenwalde gelesen und wollte uns nun begleiten. Dabei blieb es nicht, denn er nahm kurzerhand des Kämmerers Fotoapparat in die Hand und machte jede Menge gelungener Aufnahmen für unser Fotoarchiv. Auf allen Fotos war der Kämmerer nicht drauf, denn Salat ohne Fleischbeilage zeigte seine Wirkung und ließ den alten Grafen Schwabe zu Nau wie den Kleinen Muck durch das Parkgelände sausen. Nach der Porzellanaudienz  gesellte er sich an der Wasserachse wieder mit dem Hofstaat und genoss die Musik, das Spiel der Fontänen und den herrlichen Blick in die Weiten des Tales der Zschopau.

Doch dann begann es doch noch zu tröpfeln und der Wettergott leitete uns unter das trockene Dach der Parkgaststätte. Von der Wirtin mit wohlwollener Freundlichkeit begrüßt und mit selbstgemachtem Pflaumenkuchen oder Soljanka verwöhnt, hätten wir uns hier für länger einnisten wollen, aber wir wollten ja noch das Angebot von Herrn ZSCHORN wahrnehmen und das Schloss und seine Ausstellung besichtigen. Zunächst hielt uns ein weiterer Pressefotograf auf, der seine Linse für uns geputzt hatte. Dann im Torgewölbe, wie kann es anders sein, musste die Moretti’sche, begleitet von der Königsmarck, natürlich die Akustik prüfen, die als sehr gut eingestuft werden konnte. Wir hoffen sehr, dass damit ein echtes Adelspaar derer von Watzdorf (das Schloss war einst im Besitz des Ministers Christian Heinrich Reichsgraf von Watzdorf), welches ebenfalls anwesend war, nicht zu sehr er- oder aufgeschreckt zu haben.

Unser Lohnjäger war uns zwischenzeitlich abhandengekommen und so folgten wir 9 Aufrechten des Dresdner Hofes der Aufforderung zur Besichtigung des Schlosses. Zunächst erfreuten wir uns an einer Exposition von fernöstlicher Volkskunst,- herrliche Fächer weckten bei unseren Damen Begehrlichkeiten, um dann eine beeindruckende Ausstellung von Scherenschnitten in Augenschein zu nehmen. Als i-Tüpfelchen wurden uns dann noch die historischen Prachtgemächer zugänglich gemacht. Wir fühlten uns dabei, wie in „unsere“ Zeit versetzt. Im Saal, der, wie man hörte, von unverbesserlichen Hochzeitern stark frequentiert wird, sind wir unsere Reihen durchgegangen und wir fanden nur ein Paar, was dazu in Frage kam, vor der ehrenwerten „Standesbeamtin“ Maria Aurora Gräfin von Königsmarck Platz zu nehmen. So bekamen unsere Annett SCHADE und unser Thomas NITSCHKE schon immer einen Vorgeschmack auf künftige Aktivitäten. Den Hochzeitskuss haben sie sich jedenfalls schon mal vorab gegeben… Nun gingen die ersten Blicke zur Uhr, doch ganz ungeschoren hat uns der nette Mitarbeiter des Schlosses Lichtenwalde, Herr Tino ZSCHORN, nicht ziehen lassen. Nach den vielen Fotos, die an diesem Tag von uns geschossen wurden, mussten wir auch in seine Linse lächeln. Das taten wir sehr gern, denn, so freundlich willkommen geheißen, hat es uns sehr gut hier gefallen und wir wollen doch die etwas korpulente Dame von einst vergessen, die uns partout unseren Kultursommer 2008 vergällen wollte.

Wie der Rezensent schon früher einmal jubelte (siehe hier in der Galerie 2008), ist der Park Lichtenwalde, diese Perle deutscher Gartenarchitektur, immer einen Besuch wert, auch bei etwas durchwachsenem Wetter und auch durch Tilos „Schönwetter- Hofstaat“. Wenn man dazu noch die Schätze des Schlosses besichtigen kann,- was 2008 wegen Renovierung und Ausstellungswechsel nicht möglich war, lohnt sich der Weg nach Lichtenwalde doppelt. Wir waren schon erstaunt, wie wir hier,- auch ohne großen Anlass, seitens der Schlossverwaltung und durch die regionale Presse Beachtung gefunden haben. Das würden wir uns in unserer barocken Heimatstadt Dresden auch mal so wünschen.

Schlussendlich kann festgestellt werden, dass der liebe St. Petrus, sich allein für dieses (fast) regenfreie Wochenende 05./06.05.2012, für mehrmaliges Versagen im Jahr 2011, wo er manches, schön hätte werden könnende Event im Regen hat absaufen lassen, rehabilitiert hat. Die paar Tröpfchen die er vom Himmel fallen ließ, die tropfen uns sonst bei manchem sommerheißen Flaniertag unter der Allongeperücke hervor und das ist auch nicht unbedingt angenehmer. Fazit: Scheen war es. Das meint der Schreiberling dieser Zeilen Bernd Schwabe, der auch, gemeinsam mit Thomas Nitschke und Dieter Heinrich, die Fotos zum Bericht gemacht hat. (eingestellt am 8.05.2012)

 



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