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Lenzerisches Flanieren am 5. Mai 2012

Der Arbeitskreis >Barock in Sachsen< hat Stammtischberatung und Lust zum Flanieren:

Lenzerisches Flanieren am 5. Mai 2012

Der 5. Mai war im Terminkalender des AKB als Termin für unser nächstes Stammtischtreffen mit anschließendem Flanieren ausgewiesen. So trafen wir uns denn gegen 10:00 Uhr im Historischen Gasthaus >Zum Schießhaus<,- und das, obwohl der Wetterbericht, gelinde gesagt, regelrechtes Mistwetter vorausgesagt hatte. Unser Freund Rudi vermeldete noch gegen 8:00 Uhr aus seiner Heimatstadt Leipzig heftigen Dauerregen und wir saßen nun im Biergarten im Schatten der Sonnenschirme, da es die Sonne (noch) gut mit uns meinte. Wir besprachen in unserer Beratung Termine und es wurde gesagt, was gesagt werden musste, aber für meinen Geschmack war da zu viel Regelwerk und zu wenig zur einladenden Öffnung unseres AKB nach außen zu hören. Nach dem alle zu Mittag gespeist hatten, konnte es, nach einem kurzen Abstecher in die Werkstatt eines Violinenmachermeisters, in Richtung Stadtmitte auf Flaniertour gehen.

Am Zwinger erwarteten uns unsere Freunde von der Barockbühne Dresden, die, während wir speisten, nach Hause zum Umkleiden geeilt waren. Als Gast brachte die Kurfürstin Eberhardine die berühmte Operndiva Faustina Bortoni- Hasse mit. Nun wunderte sich der Kämmerer nicht mehr, dass die ehrenwerte Hofsängerin Baronessa de Moretti so flugs und Hals über Kopf nach Warschau abgereist ist. Nun, der Hof kann auf ein spannendes Gesangsduell der beiden Sängerinnen hoffen. Auch ein Prinzessschen aus dem Hause der Wettiner hatte die Gesellschaft im Zwingerhof auf ihren jungen Beinchen eingeholt und posierte mit dem Hofstaat zum berühmten Langgalerie- Foto an der Gemäldegalerie. Unerwarteter weise waren sehr viele Menschen unterwegs und man war mal wieder regelrecht fotografierwütig,- aber das lassen wir ja sehr gern über uns ergehen. Beim Stammtischtreffen schon dabei, wurden wir heute, neben der Zofe Goldy, dem Dienstmädchen der Gräfin von Königsmarck, auch von einer weiteren Demoiselle in adeligen Diensten begleitet und ihr hat es wohl ebenfalls sehr gut gefallen.

Über den Theater- und den Schlossplatz ging es zum Georgentor (die Terrasse war uns etwas zu windig), wo einigen unwissenden Adelsdamen die Phalluskraft sächsischer (Sandstein-)Männer vorgeführt wurde. Unser Ziel war der mit Schalendach überspannte Schlosshof, aber ehe der gesamte Hofstaat zusammen war, verging so seine Zeit und verging so seine Zeit und… dann schafften wir es doch noch alle zum Gruppenfoto auf die Englische Treppe. Langsam ging es dann weiter,- die Regenwolken von Leipzig hatten mit Sicherheit ein schnelleres Tempo aufgelegt, und endlich erreichten wir noch das Coselpalais, wo der Kämmerer die letzten Thaler für eine Eisschokolade zusammenkratzen musste. Während man noch beim Schälchen Heeßen und beim Guchen war, kam die „frohe“ Kunde, dass es draußen (wo sonst) nun wie mit Strippen regnet… Hat Rudi, die Regenwolken doch tatsächlich von Leipzig nach Dresden gepustet. Etwas hätte es noch ausharren können, aber nun hatte der Wetterbericht halt doch recht und weil unsere Roben etwas gegen zu viel Luftfeuchte haben, wurde eine Lohnchaise (neudeutsch Taxi) gechartert, die uns zu unseren eigenen Equipagen brachte.

Dort am „Schießhaus“ lugte das Himmelsblau schon wieder hervor, aber unterwegs platschte es noch mehrmals kräftig auf uns hernieder. Auch wenn der Abschluss etwas feucht geraden war, hat das Flanieren doch wieder allerhand Spaß gemacht. Ein Teil der Adelsgesellschaft wird nun manches Stoßgebet gen Himmel senden: „Lieber Wettergott Petrus, lass es morgen trocken bleiben…“ Schauen wir TDBer, die wir am Sonntag in den Park des Schlosses Lichtenwalde zum Fotoshooting wollen, ob unser Flehen Erfolg gezeitigt hat. Sollte es aber regnen und Rudi wieder seine Hände im Spiel haben, kann er sich aber rundum frisch machen. (eingestellt am 05.05.2012) Text und Fotos: Bernd Schwabe



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