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Fortbildung zur Person der Teschen am 1.04.2012

Wir lernen Urszula Katarzyna Lubomirska Reichsfürstin von Teschen kennen

Bei der polnischen Mätresse August II. zu Gast – ein vergnüglicher, unterhaltsamer und lehrreicher Nachmittag in den Gewölben des Coselpalais am 1.04.2012

Wir haben uns im TDB auf die Fahnen geschrieben, dass alle Vereinsmitglieder die historischen Persönlichkeiten,- nicht nur die selbst dargestellten, die wir im Verein verkörpern, besser kennenlernen zu wollen. Im Friedrich der Große – Jahr haben wir selbstverständlich mit dem Preußenkönig begonnen und nun am 1. April, - kein Aprilscherz, wollten wir unsere Fortbildungsreihe mit der Vorstellung der Person der Reichsfürstin Lubomirska von Teschen fortsetzen. Wer sollte dafür prädestinierter sein, als unsere Freundin Renata LINNÉ, die seit vielen Jahren die Reichsfürstin in ihrer Eigenschaft als Gästeführerin und auch im Verein darstellt. In all den Jahren hat sie sich viel Wissen erlesen und gesammelt. Wir waren daher sehr gespannt und konnten diesen 1. April kaum erwarten. Mit einer Ausnahme, haben wir uns als Darsteller vollzählig am „Schießhaus“ getroffen und pilgerten,- wegen schnellem Vorwärtskommens am Zwinger vorbei, zum Schloss, wo uns Renata, respektive die TESCHEN, in Empfang nahm, sich huldigen ließ, einige Verhaltensmaßregeln klar machte, die Paare zusammenfügte und unsere Hofgesellschaft in Richtung Coselpalais anführte.

Nicht nur wenn Engel reisen, auch wenn solche flanieren, hat Petrus neuerdings ein Einsehen und dem stürmischen Regenwetter des  Vortages ließ er einen zwar kühlen, aber doch freundlich- sonnigen Sonntag folgen, so dass wir wohlbehalten am Coselpalais eingetroffen sind. Nun noch ein paar Stufen in die Unterwelt des Palais und wir waren mitten in den Gewölben des „Pulverturmes“. Im Saal des >Maréchal de Saxe<< (Hermann Moritz von Sachsen war ein Sohn August des Starken und seiner Mätresse Aurora von Königsmarck und ein begnadeter Feldherr in französischen Diensten) war schon eine Tafel ganz festlich für uns eingedeckt und liebevoll von Renata gestaltete Tischkärtchen wiesen uns den Weg zu unseren Plätzen. Es kam sofort eine ganz wunderbare Hochstimmung auf,- na gut, der Hoym war die Ausnahme und kämpfte tapfer gegen den Schlaf an – Akzise in der Lausitz eintreiben scheint halt sehr anstrengend zu sein, und so fühlten wir uns von der ersten bis zur letzten Minute ausgesprochen wohl in diesem gastlichen Keller. Zwar war das Zepter der Reichsfürstin, was das Benimms angeht, sehr streng, aber als Teil unserer Fortbildungsveranstaltung wollten wir es nicht anders und lernen…

Die Fürstin begrüßte uns in ihrem Reich und wir prosteten ihr mit köstlichem rotem Rebensaft zu. Der Freiherr von Spörcken gab eine kurze Begrüßungsrede und die Zubringerin, eine gar liebreizende und aufmerksame Demoiselle, servierte eine köstliche sächsische Spezialität, die sich die Hofgesellschaft gut schmecken ließ. Danach ergriff die ehrenwerte und hochgeborene polnische Magnaten Tochter Urszula Katarzyna, geborene von Boccum, verehelicht gewesene Fürstin von Lubomirska, zur Reichsfürstin von Teschen erhobene, August II. Dame zur Linken, das Wort und wir erlebten sehr kurzweilig vorgetragene und Wissen vermittelnde Ausführungen von Renata LINNÉ, die ihr jahrelang zusammengetragenes Wissen auch in einer illustrierten Dokumentationsmappe gesammelt hat. Im Anschluss an den Vortrag zur Person der Teschen, ging diese Mappe die Runde und manches interessante Detail konnte ihr noch zusätzlich entnommen werden. Da dem Rebensaft und Mineralwasser gut zugesprochen wurde und die weibliche Blase offenbar kleiner als beim Manne ist, waren die Adelsmänner in ständiger Bewegung, denn die Anstandsregeln sehen vor, dass sich die Herren mit zu erheben haben, wenn dies die Weiblichkeit tut. Ging ganz schön über die Knie… Da Renata im Etablissement >>Pulverturm<< schon so gut wie zum Inventar gehört, wollte sie es sich nicht nehmen lassen, uns, als Reichsfürstin, durch die Gewölbe des Coselpalais zu führen. Auch das war sehr interessant.

Als es gegen die fünfte Stunde ging, hieß es sich verabschieden. Unsere Reverenz war mit einem großen Dankeschön an Renata verbunden. Uns war klar, dass sie sich was einfallen lassen würde, aber mit so einem tollen Sonntagnachmittag hatten wir dann doch nicht ganz gerechnet.

Unser Weg führte uns nun über den Neumarkt, am Fürstenzug vorbei, durch den Zwinger zurück zu unserem Ausgangspunkt, dem Historischen Gasthaus „Zum Schießhaus“. Da es mittlerweile doch recht kühl und luftig geworden war, ging der Rückweg recht schnell. Es war wiederum eine Begegnung mit viel Freude und Wissensvermittlung und so nahmen wir die Einladung der Pröbstin Aurora Gräfin von Königsmarck gern an, ihr am 28.04.2012 in ihrem Damenstift in Quedlinburg, aus Anlass ihres 350. Geburtstages, einen Besuch abzustatten und ihren Ausführungen zu ihrem Leben zu folgen. Wir sind uns sicher, dass Silvia WEISE dies ebenso gut meistern wird, wie ihre Vorredner Gerd JACOB und Renata LINNÉ. Freuen wir uns auf unser Ausflugswochenende in den Harz. Danach wird auch davon zu berichten sein. Text und Fotos; Bernd Schwabe   (eingestellt am 2.04.2012)

 

 

 

 



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