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Spätsommerliches Flanieren am 2.10.2011

Spätsommerliches Flanieren am 2. Oktober 2011

Das war wieder so ein Tag zum Schulden machen, dieser zweite im Monat Oktober. Was uns an manchem sommerlichen Regentag fehlte, wollte der Wettergott wohl die Tage um unseren Nationalfeiertag wieder gut machen und so schickte er uns jede Menge wärmender Sonnenstrahlen zu Erde, auf dass uns das Wasser unter den Alongeperücken zusammenlaufe. Kurzfristige Eildepeschen, vom Stadtmajor Bose auf den Weg gebracht, rief ein unentwegtes Häuflein Flanierfreudiger auf den Plan und in unsere historische Dresdner Innenstadt. Wir trafen uns, wie sollte es anders sein, in gewohnter weise  am „Schießhaus“ und der Dresdner Hofstaat begab sich auf den Weg in den Zwinger. Da wir ideales Touristenwetter hatten, dazu noch ein verlängertes Wochenende, waren Unmassen Leute auf den Beinen und es war wiederum schwer schnellen Schrittes durch den Zwinger zu kommen. Das wollten wir ja auch überhaupt nicht und so standen wir viele viele Male Positur für ein Erinnerungsfoto mit den edel gewandeten Vertretern des Hofstaates skm August des Starken. Da der Landesherr nicht mit von der Partie war, führte der Cämmerer und Directheur der Hofcantzeley Graf von Schwabe zu Nau (Bernd SCHWABE) die kleine Gesellschaft an. Ihm folgten der Graf Heinrich von Bünau Senior (Siegfried SCHURA), der diesmal und erstmals von seinem Sohne Graf Heinrich Junior (Henry KUNZ) begleitet wurde. Nicht fehlen durfte der Stadt- und Platzmajor Oberst Alexander Graf von Bose (Wolfgang PETZOLDT) mit seiner holden Gattin Amalie zur rechten (Christine BARTEL) und auch der amnestierte Großkanzler Wolf Dietrich Graf von Beichlingen (Birgit HIRCHE) hatte sich dem Gefolge zugesellt. Die Freifrau von Metzner (Elke METZNER) war dem alten Bünau eine treue Begleiterin und sehr zur Freude des Kämmerers war auch die junge Gräfin Augusta Constantia von Friesen (Ina HIRCHE), Tochter der Gräfin von Cosel, zugegen, die die ihr huldvoll dargereichte Hand ergriff und ihm somit den Tag noch mehr verschönte. Als der Zwinger dann mit vielem Halt gequert war, setzte sich das Interesse des Publikums am Theaterplatz und auf der stark bevölkerten Brühlschen Terrasse unvermindert fort. Wer wollte da nicht fußlahm werden und so beschloss die Gesellschaft am Hasenberg, wo die Treppe am Brunnen mal wieder als Kulisse für ein Gruppenbild herhalten musste, dem nächsten Kaffeehause zuzueilen, um dem Türkentrunk und einem guten Stück Eierschecke teilhaftig werden zu können. Vom Volke immer wieder aufgehalten, erreichten wir dann doch noch mit ausgedörrten Kehlen und verstärktem Kuchenappetit das Coselpalais, in das uns die junge Gräfin von Friesen, als Schwester des Namen gebenden Hausherren Friedrich August, entführte. In netter Runde konnten sich die Füße erholen und gestärkt durch Gaffäh und Guchen ging es dann auf den letzten Teil unserer Flanierstrecke. An der Frauenkirche vorbei überquerten wir den Neumarkt, standen auch dort oft Rede und Antwort und als Fotomodel zur Verfügung und weiter ging es Richtung Zwinger. Unterwegs erfuhren wir die Huld tiefer Verneigung durch unsere „Kollegen“ von der „Zunft der Stillsteher“, welche wir freudig erwiderten. Im Zwinger traf uns noch das Gold letzter Sonnenstrahlen und einige der hochedlen Herrschaften verabschiedete sich hier von uns, um weiteren Verpflichtungen oder der Entspannung auf dem heimischen Kanapee entgegenzueilen. Der andere Teil der Hofgesellschaft strebte irgendwann dem „Schießhaus“ zu, wo die Rösser ihrer Kaleschen schon ungeduldig mit den Hufen scharrten. Als sich der Kämmerer vom Grafenpaar von Bose, dem Großkanzler von Beichlingen und seiner Herzdame dieses schönen Spätsommertages, der Gräfin von Friesen verabschiedete, tat er es mit viel Freude im Herzen, denn ein schöner Tag in Gemeinschaft guter Freunde ging seinem Ende zu. Text und Fotos: Bernd Schwabe  



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