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22.Klöppeltage in Annaberg am 17.09.2011

Reise in das "Männl- und Klöppelland":

 Unser Mitwirken bei  >>450 Jahre Klöppeln im Erzgebirge<< in Annaberg 

                                                am 17.09.2011

Das war wieder einmal so ein Wochenende, wo der Verein besonders gefordert war und man sich eine Vervielfachung seiner Mitgliederzahlen wünschen würde, um allen Einladungen nachkommen zu können.

Am Sonnabendnachmittags begleiteten wir das frisch getraute Ehepaar Sabine und Rudolf VON BÜNAU durch Dresden, am Sonntag reisten wir nach Meuselwitz um die SIEHLERS bei ihrem dortigen Barockfest zu unterstützen und am Samstagabend trafen wir in Annaberg – Buchholz ein, um der Einladung zu den „22. Annaberger Klöppeltagen“ nachzukommen. Für uns war das nicht nur ein so auftauchen, schön sein und wieder verschwinden, - im Gegenteil, dieser Besuch in der Erzgebirgshauptstadt ( Wer hier Aue sagt, sagt bald Aua !!) bedurfte einer wochenlangen Vorbereitung, wollten wir uns doch dort auf das blanke Tanzparkett wagen und Barocktänze einstudieren. Besonders der olle Kämmerer hatte im Vorfeld und besonders stark bei der Hinfahrt ein recht starkes Grummeln in der Magengegend, - völlig unnötig, wie sich im Laufe des Abends herausstellen sollte. So kamen wir also in der Doppelstadt A – B an, wurden vom Veranstalter in Persona von Frau Dr. Gabriele LORENZ herzlich begrüßt und bezogen einen geräumigen Umkleideraum, was ein Luxus war, den wir so oft nicht geboten bekommen, und, nach dem wir uns gewandet hatten, konnte der erste Tanz noch einmal durchgenommen werden. Es klappte ganz gut und des Kämmerers Hände waren danach weniger schwitzig und der Verdauungstrakt kam etwas zur Ruhe. Nach dem wir im Saal des Kulturzentrums HdG ERZHAMMER ein wenig bei einer (neuzeitlichen) Modenschau gekiebitzt hatten, nahmen wir die dortige Bühne in Augenschein, machten uns mit dem Guten Geist der Veranstaltung und seinen Models bekannt, zu deren Kollegen wir während der Abendveranstaltung mutierten, denn wir waren (was uns selbst sehr überraschte, aber auch erfreute) in deren Klöppelmodenschau involviert und warteten mit Ungeduld auf unseren ersten Auftritt, der den Unterhaltungsteil der Festveranstaltung anlässlich 450 Jahre Spitzenklöppeln im Erzgebirge einleiten sollte. Ehe uns aber der Moderator des Abends Herr Steffen KINDT ankündigen konnte, gab es noch die üblichen Festreden. Die Oberbürgermeisterin von Annaberg- Buchholz, Frau Barbara KLEPSCH eröffnete den Reigen der Rednerschaft und würdigte die Tradition des Klöppelns als eine jahrhundertealte  bodenständige Erzgebirgtradition, die sich zu Kunsthandwerk und Volkskunst gleichermaßen entwickelt hat und zum Erzgebirge gehört, wie Mundart, Rachermannl, Schwippbogen, Bergbau, Textilindustrie ect. In dem Sinne äußerten sich die folgenden Redner ähnlich, aber der 2. Beigeordnete des Erzgebirgskreises Herr Andreas STARK hat uns und wohl auch die vielen geladenen Gäste des Festaktes besonders bewegt, denn was er sagte und meinte, das war das Erzgebirge, sein Arzgebirg, war seine Haamit, die er auch durch seine Mundart nicht verleugnen konnte und wollte. Besonders sein Lob für unsere Auftritte hat uns gefreut und in besonderem Maße geehrt. Darüber hinaus haben uns an diesem Abend die  Darbietungen des Erzgebirgsensembles und des bergmännischen Bläserquintetts das schöne Erzgebirge erleben lassen, ohne dass es ein Heimatabend wurde, - die Festlichkeit des Abend, die Erinnerung an 450jährige Traditionen des Klöppelns blieb gewahrt und wurde durch das Programm hervorgehoben. Als alle Blicke auf uns Tänzer – Silvia WEISE, Renate AL ATRASH, Siegfried SCHURA und Bernd SCHWABE – gerichtet waren, war das Lampenfieber, das Magengrummeln wie weggeblasen und der Tanz ging exakt, so wie sich Silvia im Vorfeld abmühte es uns einzubläuen, über das Parkett, was uns mit kräftigem Applaus der Ehrengäste und Veranstalter gedankt wurde. So konnten auch unsere weiteren Auftritte nur gelingen. Hineingeworfen in die Crew der jungen hübschen Models, war auch unser Abstecher in der Klöppelmodenschau eine positive Erfahrung, die uns Freude bereitet hat. Unsere Mädels wollten danach die überdimensionalen prächtigen Spitzenklöppelfächer nicht mehr herausrücken… Diese Modenschau mit Klöppelspitzen vom Mittelalter, über das Barock, das 19. Jahrhundert, die entsprechende Mode in der DDR bis zur Moderne der Jetztzeit, war zweifelsfrei der Höhepunkt der Festveranstaltung hier im Hause des Gastes >>Erzhammer<< in Annaberg – Buchholz. Für eine der Klöppelkünstlerinnen, für Frau Katharina DÖRFLER, war sicherlich die Auszeichnung mit der „Goldenen Spitze“ der schönste Moment des Abends. Der treffliche Moderator Steffen KINDT, der übrigens auch sehr gut singen kann und mit zwei Liedern nicht geizte, bat dann alle bisherigen Klöppelköniginnen auf die Bühne, worunter auch die Vorsitzende der Sächsisch – erzgebirgischen Klöppelvereinigung Frau Manuela FISCHER war. Ihr konnten wir für die Einladung nach Annaberg danken und natürlich versprachen wir, wieder zu kommen wenn man uns ruft, - zumal uns noch Melodie und Text von „Unner Arzgebirg is schie“ in den Ohren klingt. Leider gelang es mir nicht, die amtierende 6. Klöppelkönigin vor die Linse zu bringen, da uns die Spanische Wand am Bühnenrand die Sicht versperrte. Freie Sicht hatten wir nach unserem letzten Auftritt und dem Finale der Festveranstaltung in der benachbarten Ausstellung zur Klöppelei. Was wir hier sahen, ließ uns staunen und bestärkte uns in der Bewertung, dass das Klöppeln eine Kunst ist.  Schön dass es auch in unserer heutigen hektischen Zeit noch hier im Erzgebirge und weltweit (wie wir z.B. an einigen modernen belgischen Klöppelexponaten während der Modenschau sehen konnten) gepflegt wird. Wir sind erfreut, dass wir durch unser Mitwirken bei den 22. Klöppeltagen einen näheren Eindruck  von diesem künstlerischen Volkshandwerk gewinnen konnten. In der Exposition kamen wir mit Klöppelspitzenexpertinnen ins Gespräch, wodurch wir viel über die Welt des Klöppelns erfahren haben. Möge es immer viele Klöppelinteressierte geben, die ihr Können an jüngere Generationen weitergeben. Im Barock trug der Adel auch Klöppelspitzen an seinen Roben, mögen solche auch über das 21, Jh. hinaus der Zierte und Freude der Menschen dienen und möge die Klöppelkunst nie verlöschen. Den Klöpplerinnen und Klöpplern, denen der Vergangenheit und den heutigen, gilt unsere Anerkennung und den beiden Damen Frau Manuela FISCHER und Dr. Gabriele LORENZ danken wir für die Einladung nach Annaberg - Buchholz. Unserem Vereinsfreund Siggi SCHURA dankt der Rezensent für das Aufspüren des Klöppel- Festes und unserer Vorsitzenden Silvia WEISE gilt der Dank für ihre Mühe, uns vom „rheumafüßigen Seniorenklub“, einige barocke Tanzschritte beigebracht zu haben. Den Freunden von >>Les danseurs de Sans, Souci<< und den anderen guten Barocktanzgruppen werden und wollen wir nicht Konkurrenz machen, aber uns zur Freude, und um gelegentlich diese unsere Freude, wie hier in Annaberg an ein interessiertes Publikum zu importieren, werden wir das Training fortsetzen.**** Text und Fotos: Bernd Schwabe

 



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