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Natur- und Bauernmarkt in Stolpen am 11.09.2011

Mit dem >>Kurfürstlich – Sächsischen Barockensemble<<:

Beim Natur- und Bauernmarkt in Stolpen - zum Tag des Offenen Denkmals (11.09.11)

 

Eingeladen vom Stadtmuseum in Stolpen, - einer musealen Einrichtung, in der wir schon sehr viele freudvolle Momente erleben durften, waren Sopranistin Regina SCHWABE und Altistin Silvia WEISE zum Volksliedersingen im Programm des „Natur- und Bauernmarktes“ eingeplant, was sich aber wohl kaum außerhalb der Museumsmauern herumgesprochen hatte. Dennoch lauschte ein doch noch recht zahlreiches Publikum dem „Heideröslein“, dem „Ännchen von Thaurau“ oder dem „Brunnen vor dem Tore“ zu und quittierte den a-cappella- Auftritt mit anerkennendem Händegeklapper. Die gute Akustik des Museumshofes ließ die Künstlerinnen ganz ohne Technik auskommen, was dem Hörgenuss dienlich war. Ein Genuss war den Sängerinnen und den sie begleitenden Hofschranzen der Kaffee und Kuchen, wozu die Museumsleiterin eingeladen hatte. Der Cämmerer und die Baronin von Metzner zu Metzenstein (Elke METZNER) hatten sich zur Reisebegleitung der beiden Sängerinnen entschlossen, nachdem die Musik im Rahmen des Barockvereins angekündigt wurde, was wohl ein Übermittlungsfehler war. Eigentlich wollten wir dem Ruf der „Barockbühne – Dresden“ (AKB) folgen und deren Freunde vom „Förder- und Heimatverein Schloss Langburkersdorf e. V.“ bei ihrer 400 Jahrfeier des Schlosses unterstützen. Einige TDB’er und Mitstreiter des Arbeitskreises Barock in Sachsen (AKB) waren dort und vom Festgeschehen rundweg begeistert. Abgesehen vom Auftritt im Museum und der rührigen Aufnahme durch die Museumsleute, hielt sich unsere Begeisterung beim Stolpener Fest doch etwas in Grenzen. Irgendwie hat Stolpen etwas von einer altbackenen Kleinstadt an sich, was sich auch dem Markt mitteilte. Wie sagte doch ein Stolpener: „Immer das Gleiche, egal, was für ein Fest es ist…“ Wir haben dennoch mit Interesse der Krönung der Stolpener Basaltkönigin gefolgt, auch wenn der Herr Bürgermeister Uwe STEGLICH uns etwas sehr brummelig vorgekommen ist. Anderenorts wird unsere Anwesenheit in barocker Robe als Bereicherung der jeweiligen Veranstaltungen angesehen und zumindest eine Begrüßung können wir dort immer erwarten. Der Herr Schultheiß sah aber vornehm über uns hinweg, als er seine neue Basaltkönigin Juliane SONNTAG durchs Städtchen führte. Ja und ein August war da auch noch da. An seiner Seite eine Cosel, - in Stolpen muss das wohl so sein und ist zu verstehen, die recht nett anzusehen war und sogar das Wort an unsere verehrte Aurora Gräfin von Königsmarck richtete. „Oh du lieber Augustin, deine Stimme ist hin…“ hätte man hingegen in altem Spottlied singen mögen, denn der Kurfürst blieb ganz stumm, was er wohl damals vor etwas 300 Jahren, bei ähnlicher Gelegenheit, niemals geblieben wäre. Was der Kämmerer (Bernd SCHWABE), der ja nun wirklich seiner Majestät sehr ergeben ist und seines Wissens nicht in Ungnade geraten ist, sehr verübelt hat, war, dass August nicht, wie es die Etikette gegenüber einem geschätzten hochgestellten Hofmann erfordert, dessen ehrerbietigen Gruß  erwidert hat  Doch das Spiel des Musikus Matthias JACKISCH auf seiner Basaltflöte hat uns über das schweigsame Stolpen hinweggeholfen. Dieses Instrument, aus ungewöhnlichem Material hergestellt, wurde meisterhaft gespielt, was unsere werte musizierende Gräfin (studierte Flötistin) mit Freude festzustellen wusste. Im Museumshof erlebten wir vorher den Künstler schon, als er, gewissermaßen auf (optisch) unbehauenen Basalt, spielte und dabei die sagenhaftesten Töne hervor zauberte. Auch die Hinweise des Basaltexperten Dr. Thomas SCHOLLE brachten uns einige interessante Augen- und Einblicke in die basaltene Unterwelt Stolpens. Nach einigen netten Momenten auf dem Markt, der Tag war schon vorangeschritten, ohne die Sonnenhitze zu mildern, mochten wir an den Heimweg denken. So ging es zurück in die Residenz und nach diesem hitzigen Sonntag unter die kühlende Dusche.  -**/Museum ***-  Text und Fotos: Bernd Schwabe



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