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SZ- Entdeckertour Dresdner Schloss am 14.08.2011

Mit der Sächsischen Zeitung auf Entdeckertour:           

Im Residenzschloss Dresden- der AKB/TDB war dabei

                                         ( 14.08.11 8:00 bis 19:00 Uhr )

Nicht das erste Mal ist es den Lesern der SZ und weiteren Interessenten möglich einen Blick in das wieder entstehende Dresdner Schloss zu werfen. Seit dem Jahre 1985 Baustelle sind bereits weite Teile des Schlossensembles wiederhergestellt, aber noch wird emsig gewerkelt und die Besucher können sich vom Fortgang der Arbeiten überzeugen. Noch nie war es Außenstehenden möglich, einen Blick in den fast fertigen Riesensaal zu werfen. Der Dresdner Stadtarchitekt Peter KULKA hat diesen Teil des Schlosses, der künftig einen bisher nicht gezeigten Teil der Rüstkammer aufnehmen soll,  modern gestaltet. Bereits 1480 ist der Saal entstanden, aber auch mehr als 300 Jahre verschwunden. Dies und mehr erklärte der Stadtarchitekt den zahlreichen Besuchern mit Worten, Filmen und Plänen. Der Kleine Ballsaal wird weder modern noch im Barockstil wieder entstehen, sondern so, wie er im 19. Jh. vom Hofbaumeister Bernhard KRÜGER geschaffen wurde. Als Belle Etage hat August der Starke, als er König in Polen geworden war, den der Reputation seiner Person und seines Hofes dienenden Riesensaal von seinem Innenarchitekten LE PLAT schaffen lassen. Rauschende Feste wurden einst hier gegeben, aber davon sehen kann man derzeit noch nichts Hier gab die Vorführung einer 3-D Animation rückblickende und vorausschauende Einblicke. Weitere Einblicke hatte das Publikum in der Schlosskapelle, in der Gotischen Halle und am Schlossmodell im Grossen Hof. Überall gaben Architekten, Bau- und Kunsthandwerker, Historiker und weitere Fachleute bereitwillig Auskunft, so dass sich mancher Besucher, so wie es mir auch die Freunde der Barockbühne schilderten, das Schloss gar nicht wieder verlassen mochten. Dass einige Freunde des AKB, darunter auch vom TDB, bei diesen Besichtigungen teilnehmen konnten, ist unseren Freunden von ebendieser Barockbühne mit Ines und Reinhard LAUTERBACH zu danken. Sie stellten auch einen Großteil der Fotos(im Orangerahmen) zur Verfügung. Des Weiteren hat auch Frank WEISE mit Fotos (blaue Rahmung) beigetragen und aus der Feder von Silvia WEISE stammt nachfolgender Bericht./B.S.

 

Zum wiederholten Mal öffnete das in Renovierung und Sanierung befindliche Residenzschloss Dresden seine Tore und Kammern und ließ die interessierte Bevölkerung einen Blick auf die Fortschritte der Baumaßnahmen werfen. Da durfte seine Majestät samt Gemahlin und Hofstaat (Arbeitskreis „Barock in Sachsen“) natürlich nicht fehlen, wenn sich das Volk in dessen intimsten Gemächern umschaute.

Graf von Weißenberg zu Ossig (Frank WEISE) gab heuer den Kutschenlenker für seine Majestät August II. (Tilo MEIßNER), Gräfin von Königsmarck (Silvia WEISE) und Freifrau von Metzner (Elke METZNER) und setzte selbige am vereinbarten Treffpunkt ab, um die Pferde auszuspannen. Dort kamen Ihnen schon die Hofdamen Mademoiselle Hülchen (Kerstin DANIEL), Gräfin Reuß zu Obergreiz (Petra Treppte) und  Reichsgräfin Vitzthum von Eckstädt (Sonja BADERSCHNEIDER) entgegen, denn man muss ja auf dem neusten Stand der Dinge sein. Im Schlepptau hatten Sie den Platzmajor Graf von BOSE (Wolfgang Petzoldt) nebst seiner Gemahlin (Christine BARTEL). Nun harrten wir nur noch auf die Herrschaften, die uns den Einlass verschafften – Gräfin von Königsmarck (Ines LAUTERBACH), Zar Peter I. (Reinhard LAUTERBACH) und die Kurfürstin Eberhardine (Martina HERGERT), die sich etwas verspätete. Der Bildhauer Permoser (Jürgen HERGERT) ließ sich entschuldigen, hatte Ihm doch die Feier seines 360. Geburtstag am Vortag mehr abverlangt, als er geahnt hätte. Er ist eben auch nicht mehr der Jüngste.

Geschlossen betraten wir den großen Schlosshof und wurden mit Hoch- und Jubelrufen herzlich empfangen, eben wie es sich gehört. Für Majestät hatte man einen großen Thronsessel aufgebaut. Um diesen herum postierten wir uns für den Hofmaler, der in Windeseile den Hofstaat auf die Leinwand brachte. Scheinbar hat der Zar aller Reußen keinen so bequemen Thronsessel, dass er es sich, nachdem Majestät sich erhoben hatte, selbst darin bequem gemacht hatte. Umringt von schönen und imposanten Damen fühlte er sich wie unser Kurfürst und König höchstpersönlich.

Als der Ansturm nicht so groß war, begaben auch wir uns in die Gemächer. Zuvor musste sich der Hofstaat jedoch noch einmal für den Hofmaler auf der Englischen Treppe platzieren, um portraitiert zu werden. Je höher wir kamen, umso wärmer und stickiger wurde es. So war es abzusehen, dass sich der Hofstaat in kleine Grüppchen versprengte und jeder in seinem Tempo die Räumlichkeiten durchmaß.

 

Viel hatte sich seit dem vergangenen Jahr getan. Der Riesensaal hat inzwischen – angelehnt an das historische Vorbild – wieder eine rautenförmige Deckenstruktur bekommen. Hier soll einmal die Rüstkammer einziehen. Der kleine Ballsaal nebenan wird originalgetreu wieder hergerichtet, mit Stuckmarmor an den Wänden, einer umlaufenden Galerie und einem imposanten Kronleuchter. Die Vorbereitungen sind vollständig abgeschlossen. Nun wartet man nur noch auf den Geldsegen (die Stadt musste geplante Mittel anderweitig verwenden, sodass ein Baustopp eingelegt werden musste), dann könnte dieser und einige andere Räume innerhalb kürzester Zeit fertiggestellt werden. Dann könnte dort wieder gefeiert werden wie vor 150 Jahren. Eine schöne Vorstellung. Als wir, Gräfin von Königsmarck (Silvia WEISE), Graf von Weißenberg zu Ossig (Frank WEISE) und Freifrau von Metzner (Elke METZNER), den kleinen Ballsaal verließen, war der Rest des Hofstaates schon auf und davon.

Im großen Ballsaal soll es zukünftig um das Thema Jagd gehen. Eine Entscheidung über die endgültige Wand- und Deckengestaltung ist noch nicht gefallen. Im angrenzenden Turmzimmer (Porzellanzimmer) wurde begonnen, die Decke zu rekonstruieren. Zukünftig soll es im Stil von 1719 erstrahlen. Über den Wendelstein ging es zum Paradeschlafzimmer seiner Majestät. Auch hier hatte sich viel getan. Es war schon zu erahnen, wie es einmal aussehen wird. Über unser Erscheinen war man sehr freudig überrascht, hatte man doch eben über uns bzw. seine Majestät gesprochen. Nur hatten seine Majestät und der übrige Hofstaat das Paradeschlafzimmer heuer scheinbar nicht gefunden, denn man konnte sich nicht entsinnen, diese dort gesehen zu haben. So standen wir, Gräfin von Königsmarck (Silvia WEISE), sehr gern Rede und Antwort und setzten alsbald mit Graf von Weißenberg zu Ossig (Frank WEISE) und Freifrau von Metzner (Elke METZNER) unseren Weg fort, der uns nun in die Schlosskapelle führte. Sie ist zwar noch stark eingerüstet, wird aber schon für Konzerte genutzt. Noch schnell einen Blick in die alte Hofküche geworfen, die zukünftig wieder als Restaurant betrieben werden soll und dann zurück ins Freie.

Wieder im großen Schlosshof angekommen, saß der Hofstaat bereits beim kühlenden Nass. Der Wettergott meinte es an diesem Tag wieder sehr gut mit uns. Viele Interessante Gespräche mit interessierten Besuchern ergaben sich. In der siebenten Stunde lenkten wir unsere Schritte zurück zur Kalesche. Die Gesundheit seiner Majestät ließ einen längeren Verbleib und Fußmarsch nicht zu.

Und so ging wiedermal ein schöner Tag zu Ende, während sich der übrige, in Paderborn weilende, Hofstaat bei strömendem Regen und Unwetter auf den Heimweg in die Residenz machte.

 



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