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Fest der Fürsten in Paderborn am 13.08.2011

Fest der Fürsten auf Schloss Neuhaus in Paderborn – das Regenevent

                   (Samstag, den 13.08 bis (geplant) 14.08.2011)

Wenn ich über die Events schreibe, die wir als TDB besucht haben, vergebe ich gerne meine persönlichen Qualitätssterne, was mir in vorliegendem Fall etwas schwer fällt. Leider hat das schlechte Wetter dieses Wochenendes, mit starkem Platzregen fast den ganzen Sonntag über, eine einigermaßen günstige Bewertung unmöglich gemacht. Die Unbilden des Wetters offenbarten auch solche der Organisation, - eine Schlechtwettervariante wurde im organisatorischen Vorfeld nicht in Erwägung gezogen, so dass man nur vom Samstag sprechen kann, wenn man dieses erste >>Fest der Fürsten<< einigermaßen gerecht bewerten will. Der Mann vor Ort, unser langjähriger Freund Mathias MECHALA , hatte versucht zu retten was zu retten ist und so ist ihm wohl zu danken, dass zumindest der erste Tag des Events gut über die Bühne gehen konnte. Hier würde ich Mathias gern vier **** Sterne geben. Wie während der langen sonntäglichen Regenpause im Foyer des Hotels festgestellt wurde, wäre manches besser zu machen gewesen, wenn man ihn als Fachberater seitens der Organisatoren für voll genommen hätte. Aber nun genug der kritischen Anmerkungen, denn wir hatten trotzdem unseren Spaß, - der durch Publikum kaum gestört wurde, trafen wieder einmal mit alten Freunden und Bekannten zusammen und lernten neue Barockdarsteller kennen. Das allein ist schon ein guter Grund, um diese guten Momente des Paderborner Fürstenfestes in bester Erinnerung zu behalten. Wir waren, wie die meisten Darstellerkollegen, schon am Freitagnachmittag angereist und wurden vom Alten Fritzen Rolf ZAHREN aufs Herzlichste begrüßt. Mit unserer Anwesenheit überraschten wir auch unsere Dürener Freunde und manche weiteren Hände galt es zu schütteln. Als wir, - Siegfried SCHURA, Regina und Bernd SCHWABE, uns im Hotelzimmer eingerichtet hatten, suchten wir den nächstgelegenen „Chinesen“ auf und taten uns am reichhaltigen Buffet gütlich. Bald wurden auch die reservierten Plätze an unserem Tisch belegt, denn Olaf HORN hatte mit seiner Ute und Rudi FRITZSCHE als Mitfahrer, im „Tiefflug“ das Ziel Paderborn erreicht und sie gesellten sich zu unserer Tischrunde dazu. Bei gutem Essen und noch besserer Stimmung verging die Zeit wie im Fluge und der frühe Samstagmorgen sah uns mit einigermaßen bleierner Müdigkeit in die harten Hotelbetten fallen. Nach Erwachen war der erste Blick zum Himmel, der nicht unbedingt sehr viel Gutes verheißen wollte. Es zeigte sich aber im Tagesverlauf, dass, abgesehen von einigen Tröppeln zwischendurch, das Wetter ganz gut trocken ausgehalten hat. (Petrus hat das Meiste für Sonntag aufgehoben) Gegen 11:00 Uhr machte sich die Adelsgesellschaft auf den Weg und gelangte via Autobus zum Schloss, dem Ort unseres Festes. Wir haben so allerhand erlebt in Paderborn, da passte gut dazu, dass sich der Busfahrer verfahren hatte und umlenken musste. Am Schloss, welches namensgleich mit dem Paderborner Stadtteil Schloss Neuhaus ist, angekommen, waren wir zunächst sehr beeindruckt. Gegenstand unseres Staunens, war das Schloss selbst. Bevor wir zum Austragungsareal unseres Festes gelangten, waren Innenhöfe zu durchqueren und hier wurden wir sehr schnell vereinnahmt, - nämlich sollten wir mit auf diverse Hochzeitsfotos. Gern dienten wir als Staffage, zumal die Brautleute ganz offenbar Inder oder Tamilen o. ä. waren. Das Schloss scheint eine Hochzeitshochburg zu sein, denn über den Tag sahen wir noch mehrmals das Weiß der Hochzeitskleider. Im Schlosspark angekommen, standen wir zunächst etwas unschlüssig, denn vom Org.-Team war nichts zu sehen. Dann aber, der Preußenkönig Friedrich hatte mittlerweile Einzug genommen, formierten sich die Adelsleute und zogen gemeinsam zu den zumeist leeren Stühlen vor der Bühne. Das sich so unbeständig zeigende Wetter hatte wohl die meisten Paderborner abgeschreckt, oder waren sie bei den Parallelveranstaltungen von Schützen- und Reitverein? Der stellvertretende OB Paderborns gab uns aber die Ehre und erwiderte die Begrüßung Friedrich II. Danach gab es auf der Bühne allerlei kurzweilig Plaisier, wobei zutage kam, was der Adel so alles an edlem Stoff auf seinem Leibe trug. Eindrucksvoll wurde das Anlegen kostbarer Roben von den Freundinnen und Freunden aus Hamburg zelebriert. Auch über die Fächersprache war zu hören. Von Thomas ADLER und Freund, edel gewandet als Kavaliere des Französischen Hofes, war zu hören, welche Art der Etikette am Versailler Hof gepflegt wurde. Diese kurz gefasste Lehrgang zu den Hofmanieren war sehr amüsant und kam beim Publikum, - egal ob in zeitgemäßer moderner Kleidung oder in Robe, sehr gut an    Es gab auch allerlei Musici, den kleinsten Zirkus der Welt (Marionettentheater), Vorführungen einer Falknerei und noch mehr Schalke und Narreteien… Der TDB hatte auch einen Anziehungspunkt geschaffen. In schwerer Holzkiste schleppten wir unser historisches Maille- Spiel mit in den Park und Regina fungierte als Sportwärterin. Neben bewegungsfreudigem Publikum und Abwechslung suchendem Adel, nutzten auch Standbetreuer, die vergeblich auf Konsumenten von Kubacocktails, Haribo und Schmucksachen warteten, unsere mobile Maillebahn. Auch der Kurfürst von Hannover und König von England Georg I. hielt sich gern und des Öfteren im Bereich des Maille- Parcours auf, was aber auch am dort versammelten femininen Teil des sächsischen Hofstaates gelegen haben kann. So waren für alle Besucher und Darsteller im Park die Möglichkeiten gegeben, um einen vergnüglichen Nachmittag in den Kulissen von Schloss und Park Neuhaus zu verleben. Leider waren letztere manchmal fast unter sich… Wir, die wir nicht unbedingt durchnässte Hüte und Roben haben wollten, schickten öfters ängstliche Blicke gen Himmel, - womit es uns gelegentlich sogar gelang die Sonne hinter den Wolken hervor zu locken und das Himmelsnass überwiegend in den Wolken zu halten. Den Widrigkeiten zum Trotz hatten wir viel Spaß und Freude an unserem Auftritt in Schloss Neuhaus und das setzte sich fort, als wir den Tag in fröhlicher Runde beim "Inder" ausklingen ließen. Georg I. gab uns nicht die Ehre, aber dafür nahm Andreas MARKGRAF in unserer Runde Platz. Wir haben dabei einen neuen Freund gewonnen, was uns aber auch von unserem überaus netten Gegenüber sehr leicht gemacht wurde. Dabei erlebten wir, was doch Maske, Perücke und Robe für Wandlungen erzeugen kann. Andreas war als „Zivilist“ kaum wieder zu erkennen, - „nur“ seine Nettigkeit war die gleiche wie beim Schorchel Eins. „Auf ein Glas Sekt auf der Bettkante“ konnten wir Andreas noch animieren, ehe uns die Müdigkeit auf unser hartes Lager warf. Das Aluminiumblech vor unserem Hotelfenster informierte uns durchgängig bis zum Aufstehen über die vom Himmel kommende Literzahl pro Quadratmeter und wir hatten so unsere Bedenken, ob wir noch mal in das Schloss kommen würden. Nach stundenlangem Warten auf einen Bescheid des Veranstalters, begaben wir uns in 21.Jh- Kleidung zum Schloss, - eigentlich nur noch um Abschied zu nehmen. Abschied vom Schloss Neuhaus, unseren Freunden und Darstellerkollegen und vom Veranstalter (***), damit er uns in Erinnerung behält. Eigentlich wollten wir noch eine Nacht in Paderborn verbringen, - der Dom und manch andere Sehenswürdigkeit im ehemaligen Bischofssitz und der Kaiserpfalz wollte von uns entdeckt werden, aber der vorzeitige Abbruch der Veranstaltung und Aufbruch der Akteure ließ auch uns zu dem Entschluss kommen, die Heimreise anzutreten. So starteten wir gen Dresden und hatten seit dem Kyffhäuser eine dunkle Gewitterfront zum Begleiter, die uns ab Leipzig überwiegend nur mit ca. 50 Km/h vorankommen ließ. Wir sind gut angekommen und sinnierten, dass doch am folgenden Wochenende, das >>Fest der Fürsten<< in Rastatt unter besserem Stern stehen möge. Unser Bedarf an Regen ist auf längere Sicht gedeckt und so freuen wir uns schon auf unser Event vom 19. bis 21. 08. 2011 unter Schwäbischer Sonne und den angehängten Ausflug nach Strassburg zu unserem Marechal Maurice de Saxe.  Text und Fotos: Bernd Schwabe 

Nachsatz: Soeben (15.08./16:00 Uhr) erhielt unsere Vorsitzende Frau WEISE die Nachricht des Veranstalters, dass das >>Fest der Fürsten<< in Rastatt ausfallen muss. Schade, sehr schade und wir hoffen, dass die Fürsten in Oranienburg zusammenkommen werden, um ihr dortiges Fest zu feiern. Wir wünschen der veranstaltenden Eventagentur den Mut und das Durchstehvermögen, um >>Das Fest der Fürsten<< zu einem festen Punkt im Veranstaltungskalender der Barockszene werden zu lassen./B.S.

 




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