Print This Page

3. Dresdner Schlössernacht am 16.07.2011

Unser geschichtlicher Ausflug in die Zeit um 1900 zum Elbhangfest hat uns so gut gefallen, dass wir uns zur 3. Dresdner Schlössernacht am 16. Juli 2011 an den drei Elbschlössern Albrechtsberg, Lingner Schloss (Villa Stockhausen) und Eckberg abermals zu einer Zeitreise der anderen Art entschlossen haben. Diesmal mischte sich unter die Garderobe der Jahrhundertwende auch die ein oder andere aus den Goldenen Zwanzigern.

Mein Mann, Frank WEISE, der in seinem Smocking mit gescheiteltem Haar und Schnäuzer der „Feuerzangenbowle“ entsprungen schien, und ich, die auch in diesem Jahr die historisch Flanierenden zur Schlössernacht koordinieren durfte, im Charlestonkleid, empfingen die bunte Gesellschaft. So ließ es sich seine Majestät Friedrich August III. – der letzte Sachsenkönig (Siegfried SCHURA) nebst seiner Gemahlin Luise von Toscana (Petra TREPPTE), seiner Schwester Prinzessin Mathilde von Sachsen (Kerstin DANIEL) sowie dem Hofstaat und Gästen – Sonja BADERSCHNEIDER, Christine BARTEL, Wolfgang PETZOLDT, Marlies FROHNHÖFER als Mamsell Goldhilde Lieblich, Veneta und Katja LORENZ, Werner POHLE, Ina und Birgit HIRCHE, Janette HOFMANN, Thomas LEHM, Elke METZNER und Ines LAUTERBACH nicht nehmen, mit dabei zu sein. In barocker Robe verstärkten die illustre Runde Vera HERZOG mit zwei weiteren Damen als Maria Aurora Herzogin vom Klotzscher Königswald, Maria Magdalena Gräfin vom Klotzscher Königswald und Maria Theresia Gräfin vom Klotzscher Königswald.

 

Klärchen meinte es an diesem Tag sehr gut mit dem Veranstalter First Class Concept GmbH, den Mitwirkenden und Besuchern der Veranstaltung, sodass die bunte Gesellschaft bis zum Einlass erst einmal in der Garderobe in der Jungendkunstschule Abkühlung suchte und fand.

An den Aufgängen zum Schloss Albrechtsberg empfingen wir die feierlustigen Gäste und VIP’s, trafen vor dem Eingang des Schlosses Karl August Lingner (Erfinder der Odol-Mundspülung), Melitta Bentz (Erfinderin der Filtertüte) und Robert Sputh (Erfinder des Bierdeckels in heutiger Form), ehe wir uns dann selbst auf den Weg durch die Parks der drei Schlösser begaben.

Prinzessin Mathilde wies uns den Weg und der König samt Hofstaat folgte, nachdem der Kavalier von Pohle versucht hatte, die gesamte Gesellschaft in die Irre zu leiten. Dank Mathilde fanden wir den rechten Weg zum Lingner Schloss, über den neuen sehr gut besuchten Freisitz der Lingnerterrassen mit einem fantastischen Blick über das Elbtal und die Dresdner Altstadt, weiter zum Schloss Eckberg. Nach dem Genuss eines kühlenden Getränkes und sehr anregenden Gesprächen mit interessierten Neudresdnern traten wir auf etwas anderem Wege den Rückweg zum Schloss Albrechtsberg an.

So nahmen wir den Bogen über das Kavaliershaus und mussten feststellen, dass der Besucherstrom an diesem Eingang im Vergleich zu letzten Jahr, als an dieser Stelle das historische Lustlager stand, doch sehr mager war.

Vorbei an der Kamelie ging es weiter zum Lingner Schloss. Goldhilde Lieblich war immer auf das Wohl ihrer Herrschaften bedacht und hatte wohlweislich einen Stärkungstrank dabei, von dem jeder ein kleines Schlückchen verabreicht bekam – nur so viel, um einer Pflastermüdigkeit vorzubeugen. Inzwischen hatte sich die hochedle Gesellschaft in mehrere Grüppchen geteilt und unterschiedliche Wege eingeschlagen. Die einen verweilten noch auf der Lingnerterrasse, andere fanden ein Plätzchen auf der Ostterrasse des Schlosses Albrechtsberg und ein größeres Grüppchen zog es zum Eingang des Schlosses Albrechtsberg, um dort an einer zusammengestellten Tafel für das leibliche Wohl zu sorgen.

Zu späterer Stunde machten sich mein Mann und ich, begleitet von seiner Majestät (Siegfried SCHURA), Ines LAUTERBACH und Elke METZNER auf den Weg, um dem A-Capella-Gesang der Traminer zu lauschen. Leider mussten diese gegen nicht minder schöne, dennoch sehr laute Klänge benachbarter Bühnen ankämpfen, was ihrer unterhaltsamen und klangvollen Präsentation dennoch keinen Abbruch tat. Als die vier Sänger inmitten der Zuhörer ohne akustische Verstärkung das Lied „Sah ein Knab ein Röslein stehn“ anstimmten, stimmten die Umsitzenden textsicher mit ein, womit wieder einmal bewiesen ist – alte deutsche Lieder sind nicht vergessen und aktuell wie eh und je.

Kaum dass die letzten Töne die Kehlen der Traminer  verlassen hatten, setzte das Feuerwerk ein, welches aufgrund von Baumaßnahmen nicht wie in den letzten beiden Jahren am Römischen Bad gezündet wurde, sondern vom anderen Elbufer aus. Eilenden Schrittes suchten wir ein Plätzchen, von dem aus wir das Feuerwerk sehen konnten – die einen Richtung Winzer Müller, die anderen hinter das Schloss Albrechtsberg. Hernach traf man sich vor dem Schloss wieder, wo eindrucksvolle Lichtspiele die Fassade optisch zu verändern schienen.

So nach und nach fanden sich alle versprengten Grüppchen wieder zusammen. Weit nach Mitternacht traten wir dann den Heimweg an und können konstatieren – es war ein sehr schöner Abend mit vielen interessierten Besuchern und – jede historische Epoche hat Ihren besonderen Reiz und Charme (nicht nur was die Garderobe angeht), ob die Zeit des Barock, des Biedermeiers, der Jahrhundertwende oder der Goldenen Zwanziger Jahre.

 

In diesem Sinne freuen wir uns auf unseren nächsten historischen Ausflug. Lasst Euch überraschen, welche Epoche es dann sein wird.

 

Text: Silvia Weise/ Fotos: Frank Weise und Birgit Hirche



Zurück