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21.Elbhangfest am 25.06.2011

Unser Sprung in die Zeit des Karl August Lingner (21.12.1861 – 05.06.1916)

Beim 21. Elbhangfest unter dem Motto >>Lingner und sein Mundwasser Odol<< dabei

Eines der  best angenommenen Volksfeste in Dresden ist das ELBHANGFEST, welches nun schon zum 21.x stattgefunden hat und Besucher aus der ganzen Stadt und ihrem Umfeld anzieht. Dabei war es einst als reines Stadtteilfest konzeptiert, - aber es ist schon so, was gut gemacht wird, kommt gut an und so feiern auch Nichtloschwitzer, Nichtwachwitzer, Nichtniederpoyritzer und Nichtpillnitzer mit,- der ganze Elbhang lebt. Als es hieß, dass dem Motto „Lingner und sein Odol“ entsprechend, auch der sächsische König Friedrich August und sein Hofstaat dabei sein müssten, so wie dieser einstens bei der Eröffnung der 1. Großen Hygieneausstellung dabei war, haben wir vom AKB und TDB sofort zugesagt und so wagten wir den Sprung in die Jahrhundertwendezeit, als Sachsen noch dieses kleine „gesundgeschrumpfte“ Königreich war. Siefried SCHURA vom TDB gab seiner Majestät Friedrich August Gestalt und Gesicht -  und wie der Rezensent glaubt sagen zu dürfen, er tat es sehr gut. An seiner Seite die, wie ungeheuerlich, ungetreue und sich aus dem Staube machende, Königin Luise Antonietta Maria, die Prinzessin ohne Toscana, dargestellt durch Petra TREPPTE. Zu damaliger Zeit sicher ein Dresdner Original, was den Wettinern damals gewiss nicht passte, war die Prinzessin Marie Auguste Mathilde, deren Lebenswandel, gelinde ausgedrückt, sehr locker war. Ihre Neigung zu Alkohol und Nikotin machte sie im ganzen Sachsenlande bekannt, - wohl aber darob beim Bürger nicht unbedingt unbeliebt (Sächsische Lebenslust!). Dargestellt wurde das flotte Luder von Kerstin DANIEL, die sich mit der Behütung der weiblichen Darsteller unserer Gruppe sehr viel Lob eingehandelt hat. Während des Umzuges wurden wir sehr oft danach gefragt, wer denn die tolle Putzmacherin für diese tollen Hüte sei. Es war schon interessant, wie sich Personen verändern können, wenn sie in eine andere Hülle schlüpfen und so muss ich sagen, dass unsere Vorsitzende Silvia WEISE im Jahrhundertwende- Outfit fast besser als in Barockrobe aussieht, was nach meinem Geschmack für alle Damen und Herren unserer hochedlen Schar zutrifft. Wolfgang Petzold sieht in jeder Gewandung interessant aus und seine bessere Hälfte Christine BARTEL kann nicht verbergen, dass sie gelernte Schneiderin ist. Neben mir, der ich den Minister Johann Friedrich Graf von Vitzthum zu Eckstädt gab, war noch Werner POHLE eine historische Persönlichkeit aus der Zeit des Königs, der, als es ihm zu dicke kam, sagte: „Dann macht doch eiern Dreck alleene“. Vineta LORENZ und Mutter; Sonja BADERSCHNEIDER, Ina HIRCHE und Elke METZNER vervollständigten den königlich- sächsischen Hofstaat. Nach längerem Warten konnten wir dann die Pferdekutsche besteigen und vom Odol- Khan Matthias GRIEBEL, - der sicher als Dresdner Original bezeichnet werden kann, verabschiedet, ging es dann vom Körnerplatz aus los. Unser „Dreimädelhaus“ hatte an Verpflegung gedacht und so gab es Spritzringe und mancher edle Tropfen machte die Runde. Das tat gut, aber noch mehr die Begeisterung, mit der wir am Rande der Strecke von den Besuchern des Elbhangfestes begrüßt wurden. Ich muss leider gestehen, dass ich bisher nur dreimal dem Elbhangfest die Ehre gegeben habe, was auch schon ziemlich lange zurück liegt, umso mehr war ich von den Besuchermassen, die unseren Weg säumten und uns in Pillnitz und nach unserer Rückkunft am Körnerplatz erwarteten, überrascht und erfreut. Der Festzug kam stellenweise wegen der vielen Besucher nur sehr schleppend voran, was den langen Beinen und Hindern der Kutschierten nicht unbedingt sehr wohl getan hat. Aber da waren ja die hübschen Schwestern mit der Rotkreuzhaube, die uns gern mit Einlauf, Klistier, Spritze und anderen harten Methoden Hilfe gewähren wollten… Da wollte man dann doch lieber ausharren und mit zusammengekniffenen Beinen auf ein nahendes WC hoffen. Doch hoffen und harren hält manchmal zum Narren, - zwei Zylinderträger konnten zwar „den Maschedraaahtzschaun“ an einer etwas weniger exponierten Stelle durchstrahlen, aber unsere lieben Mädels mussten bis fast zum Körnerplatz ausharren, - die armen. Hier aber wurde der freie Platz sofort wieder mit frischem Getränk vom Zapfhahn (oder aus der Cola- Flasche) aufgefüllt, denn auch der Durscht hat uns an diesem warmen Sommertag sehr geplagt. Doch ansonsten hat uns unsere Teilnahme am Festumzug sehr gefallen. Wir hatten den Spaß, den wir uns in unserem Gefährt selbst machten und den, der von den Besuchern längs des Weges auf uns übertragen wurde. Eines muss ich an mir selbst feststellen und mir schien, als wenn ich das auch bei meinen Begleiterinnen und Begleitern bemerkt hätte, dass das ganze Unternehmen sehr gefährlich ausgehen könnte. Einst, völlig ungewollt und ohne Vorwarnung auf Schloss Hubertusburg vom Barock- Virus befallen und nicht mehr davon geheilt, könnte sich der Jahrhundert – Virus einnisten und ähnlich intensiv vom ganzen Kerl Besitz ergreifen! Nun, - egal ob Graf von Einsiedel oder Graf von Vitzthum – die Zylinderrollen haben’s…Schauen wir mal, wie anfällig wir alle gegen diesen Erreger sind.  Vielleicht hilft dagegen ODOL, - na denn >>Zum Wohl<< Text: Bernd Schwabe Fotos: Bernd Schwabe (34) / Werner Pohle   

 

 

 



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