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Zeitreise 2011 auf der Westerburg, 17. -19-06.2011

Die Westerburg öffnet ihre Pforten für Historiendarsteller – eine Zeitreise im Harz

                                    (Freitag (Anreise), den 17.06. bis 19.06.2011)

 

Es gibt einige Events auf die man sich übers Jahr freut. Das älteste erhaltene Wasserschloss Deutschlands , die Westerburg bei Huy – Dedeleben in Sachsen- Anhalt, gehört dazu. Vor drei Jahren waren wir das erste Mal dort, - das Fest dort wurde als Geheimtipp gehandelt. Die uns damals diesen guten Hinweis gaben, haben heuer gefehlt, aber dafür konnten wir, neben einigen altbekannten Freunden, wie von der Bürgerwehr Schöppenstedt, oder der Zeitreisenden Hannovers oder von den Militärs aus Warburg, einige neue Gesichter begrüßen. Wir haben uns über die Freiheitshelden der Lützower Jäger, angereist aus Hamburg, sehr gefreut und Freundschaft geschlossen. Gern umarmten wir bei der Begrüßung auch unsere Freundinnen Sabine, Anneliese und Claudia und unseren Highlander, der sich noch mal für unser Lustlager bedankte. Schön auch, Norbert und am nachfolgenden Tag auch seine Frau Rita ARBANOWSKI und weitere Freunde aus Blankenburg (BTG) begrüßen zu können.  Dass die Begrüßung der Schöppenstedter, nach deren Teilnahme an unserem Lustlager, besonders herzlich ausfallen würde, war zu erwarten und es gab an diesem Wochenende manche nette Begegnung. So ganz in Zivil haben wir den Gastgeber Herrn Hartmut LERCHE beinahe übersehen, was dann, als er in seine blaue Montur geschlüpft war, nicht mehr passieren konnte. Schon am Freitagabend begrüßte er die teilnehmenden Darsteller und am Samstagvormittag fand der offizielle Eröffnungsappell auf dem Schlosshof statt. Nach der Begrüßungsansprache des Schlossherren stellten sich die einzelnen Darsteller und Darstellergruppen gegenseitig und dem Publikum vor. Der sächsische Kämmerer Graf von Schwabe zu Nau (Bernd SCHWABE) begann den Reigen und übermittelte die besten Grüße des sächsischen Kurfürsten Friedrich August I., der zurzeit in seiner polnischen Königsresidenz Warschau weilt. Mit der Übergabe der gesiegelten Depesche wechselte auch eine Flasche den Besitzer, deren Inhalt seine herbe Säure an den Elbhängen der Hoflösnitz ausgebildet hat. In des Kämmerers Begleitung befanden sich Graf und Gräfin von Bose (Wolfgang PETZOLDT, Christine BARTEL), Graf v. Bünau (Siegfried SCHURA), Graf von Weißenberg zu Ossig (Frank WEISE) und die hochlöbliche Hofsängerin Baronessa de Moretti (Regina SCHWABE). Der andere Teil unseres Vereins begleitete das barocke Rahmenprogramm beim Schlosstriathlon am Schloss Moritzburg.   Begleitet wurde das Zeremoniell hier auf der Westerburg durch schottische Dudelsackmusik, deren Piper auffallend dem schwäbischen Dialekt huldigte. Dies und seine Musik, machte uns Sachsen den Mann und seine Kameraden sehr sympathisch…. Noch während des Begrüßungszeremoniells trafen die Damen der Magdeburger Adelsgesellschaft mit ihrer Oberhofdame Gabi SCHIEBOLD ein, - natürlich angeführt vom Prinzen Rudi, der artig seinen Hut zur Referenz gezogen hat und damit bei seinen Darstellerkollegen und den Besuchern mühelos seinen Sympathiebonus eingeholt hatte. Wie in den Vorjahren sorgten die Schöppenstedter als Söldnerhaufen des 30jährigen Krieges und zeitlich später anzusiedelnde Militärs (7jähriger Krieg) für lautstarke Vorführungen und die Bestürmung und der Westerburg und die Abwehr der kriegerischen Horden. Hingegen gaben sich die als wild verschrienen Hunnen sehr friedfertig, - von ihrem lautstarken Schlachtenruf abgesehen. Bruni und Michael SCHNEIDER (Attila nebst Gemahlin) und deren Horde gehören zu den Freunden, denen man bei jedem Event gern und in Herzlichkeit begegnet. Anziehend sind sie aber auch und besonders für die Besucher. Der Hunnenkönig war häufig auf seinem Thron in seiner Jurte anzutreffen, dicht umringt von interessierten und fragefreudigen Gästen und bei uns war er gern gesehen, wenn er uns vom köstlichen Met kosten ließ. Der Schlosshof war auch Schauplatz von Gerichtsverhandlungen, - unsere liebe Sabine hatte es erwischt und es nützten ihre Unschuldbeteuerungen nichts, denn sie wurde der Tortur unterzogen und letztendlich ertränkt. Nach mittelalterlichem Rechtsempfinden war mit ihrem Untergang bewiesen, dass ihr falsches Zeugnis geredet wurde. Glücklicherweise sahen wir später eine ihrer Nachfahrinnen, quicklebendig und zu Wohlstand und Adel gebracht. Vorsicht war aber nicht nur ihr anzuraten, denn im Schlossareal trieben sich zwei sehr verdächtige Figuren herum, die stark an das karibische Piratengesindel. erinnerten. Da hieß es für die reich geschmückten Adelsdamen auf ihre Klunkern aufpassen. Nebenbei gesagt, im Laufe der Zeitreise begegneten wir auch Herrschaften von hohem englischem Stand, die irgendwie Ähnlichkeit mit den Piraten hatten. Na ja, so groß ist ja der Unterschied nicht, auch wenn der Adel in der Regel etwas gesitteter auf Beutezug ging. Trotz aktueller Baustelle, - die Schlossherren tun halt viel für Erhalt und Ausbau der Westerburg, war der Schlosshof die rechte Bühne für alle Vorführungen, auch, oder gerade deswegen, dass hier ein halber Scherbenhaufen Aufmerksamkeit erregte. In halber Besetzung, aber in nichts leiser und gebremster, sorgte die Gruppe „Scherbelhaufen“ für musikalisch – humoristische Unterhaltung mit mittelalterlichem Flair. Selten so gut amüsiert. Die Jungs waren ihr Geld wert. Überhaupt, - die Zeitreise im Areal der Westerburg begeistert die Wiederkommer und unsere Westerburg- Neulinge Frank, Siegfried, Christine und Wolfgang waren total Happy, was sich nach der Schlossführung durch Herrn LERCHE am Sonntagvormittag noch verstärkte. Während der Tage dieser Veranstaltung sorgte die Gastronomie des Hauses für gutes Mahl und das zum halben Preis. Am Abend waren wir dann alle vom Schlossherrenpaar eingeladen und genossen die Köstlichkeiten aus Küche und Keller. Köstlich war auch wieder unser kleiner Prinz Rudi, der, gleich uns Ollen, voller Aufmerksamkeit den Bauchtanzdarbietungen folgte, und nach Endigung der selben, ziel gerichtet seine Favoritin ansteuerte und diese zu kaufen begehrte. Minuten später aber änderte er sein Vorhaben und steuerte eine andere Tänzerin an und machte ihr einen Heiratsantrag. Sehr geschäftstüchtig unser Prinz aus Magdeburg!!! Es soll nicht verschwiegen werden, dass der Weltenherrscher Attila, als Therapie nach seinem Hexenschuss, zum Mitmachen animiert wurde, wobei er sich ganz wacker  schlug, auch wenn es bei ihm etwas an Bauch mangelte. Der nächtliche Fackelaufmarsch mit Abendandacht und besonderer Illuminierung durch einen prächtigen Regenbogen,  war dann der offizielle Schlusspunkt dieses Veranstaltungstages. Das hieß aber nicht, dass wir nun alle ganz brav in unsere Leinwandvillen schlüpften. Vor allen Zelten war reges nächtliches Leben zu verzeichnen und das braunschweigsche Besucherehepaar, welches schon den ganzen Tag im Schlosshof bei den Roben- und Monturträgern ausgeharrt  hatte, fand es bei den Sachsen so nett, dass es den Abschied erst weit nach Mitternacht gab. Der folgende Sonntagmorgen zeigte sich zunächst, rein wettermäßig, ganz manierlich, hielt aber sein sonniges Versprechen nur unvollständig und schickte uns manchen unfreundlichen Schauer. Dem Fortgang des Zeitreisfestes gab das aber keinen Abbruch und das Programm verlief ähnlich wie am Vortage und die nun sogar zahlreichere Besucherschar kam auf ihre Kosten. Beim Abschlussappell konnte Schlossherrin und Schlossherr konstatieren, dass auch diese Zeitreise auf Westerburg ein voller Erfolg war und für das 1. Juniwochenende 2012 sprach Herr LERCHE bereits jetzt seine herzliche Einladung aus. Es sollte etwas sehr schwerwiegendes dazwischenkommen, wenn dann der Dresdner Hofstaat nicht wieder mit von der Partie wäre. Uns hat es wieder sehr gefallen und so ist dieser Termin im 2012’er Veranstaltungskalender des TDB dick und rot angestrichen. Wir erwidern den Dank der Schlossherren und freuen uns schon auf die Veranstaltung im nächsten Jahr. Eine Sonnenlücke nutzend, wurden unsere Zelte am späten Nachmittag abgebaut und, Gott lob, trocken verstaut. Es ist ja immer so eine Horrorvorstellung, die Zelte feucht verstauen zu müssen. Wer da nicht gleich Zeit und Platz zum trocknenden Ausbreiten hat, der muss ziemlich rasant mit Stockflecken rechnen. Mit Sandsturm im Rücken (im TV wurde am Abend über die dadurch verursachten verheerenden Unfälle berichtet) ging es nun zügig gen Heimat. Auch wenn wir die eine oder andere Freundin und den einen oder anderen Freund, übers Jahr noch mal treffen, der Abschied fällt uns immer wieder schwer. Also dann, bis zum nächsten gemeinsamen Event. Text und Fotos: Bernd Schwabe



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